Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Harsdörffer, Georg Philipp: Poetischer Trichter. Bd. 3. Nürnberg, 1653.

Bild:
<< vorherige Seite

Mahlen.
Jugend gelobt und stehet mit der Poeterey in
glückseligster Gesellschafft.

Die Staffeley mit einer gegründten Tafel/
gegen einer Handvoll Pinsel bedeutet die Jugend/
welche alles fähig ist.

Mahlen pingere: maalen molere, Mahl
signum, mal wie damal tunc.

Mandel amygdalum: Mantel Pallium.

290. Mann.

Held/ und Mensch. Wird beschrieben nach
seiner Beschaffenheit. Deß Weibes Gegentheil.
Der Herr in seinem Haus. Deß Adams starker
Sohn. Das vordre Geschlecht/ das hält das O-
berrecht/ dem Weib/ Kind und Gesind/ mit Fug
gehorsam sind.

291. Mark.

Das Mark in den Gebeinen und ruckgrad/
wird von Salomone der Silberne Strick genen-
net/ welcher mit dem Tod zerreisset. Das innere/
warme/ verborgne verwahrte/ ungekochte/ zarte/
weiche/ weisse/ süsse/ geschmoltzne/ ausgedorrte
Mark/ bringt manchen auf den Sark/ macht in
der Jugend stark.

Das Mark hat die Deutung der innerlichen
Krafft.

Das Markin den Beinen.
Ohn mich/ kan niemand nicht ein Viertelstünd-
lein leben:
und

Mahlen.
Jugend gelobt und ſtehet mit der Poëterey in
gluͤckſeligſter Geſellſchafft.

Die Staffeley mit einer gegruͤndten Tafel/
gegen eineꝛ Handvoll Pinſel bedeutet die Jugend/
welche alles faͤhig iſt.

Mahlen pingere: maalen molere, Mahl
ſignum, mal wie damal tunc.

Mandel amygdalum: Mantel Pallium.

290. Mann.

☞Held/ und Menſch. Wird beſchrieben nach
ſeiner Beſchaffenheit. Deß Weibes Gegentheil.
Der Herr in ſeinem Haus. Deß Adams ſtarker
Sohn. Das vordre Geſchlecht/ das haͤlt das O-
berrecht/ dem Weib/ Kind und Geſind/ mit Fug
gehorſam ſind.

291. Mark.

Das Mark in den Gebeinen und ruckgrad/
wird von Salomone der Silberne Strick genen-
net/ welcher mit dem Tod zerreiſſet. Das innere/
warme/ verborgne verwahrte/ ungekochte/ zarte/
weiche/ weiſſe/ ſuͤſſe/ geſchmoltzne/ ausgedorrte
Mark/ bringt manchen auf den Sark/ macht in
der Jugend ſtark.

Das Mark hat die Deutung der innerlichen
Krafft.

Das Markin den Beinen.
Ohn mich/ kan niemand nicht ein Viertelſtuͤnd-
lein leben:
und
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0366" n="336[334]"/><fw place="top" type="header">Mahlen.</fw><lb/>
Jugend gelobt und &#x017F;tehet mit der Po<hi rendition="#aq">ë</hi>terey in<lb/>
glu&#x0364;ck&#x017F;elig&#x017F;ter Ge&#x017F;ell&#x017F;chafft.</p><lb/>
            <p>Die Staffeley mit einer gegru&#x0364;ndten Tafel/<lb/>
gegen eine&#xA75B; Handvoll Pin&#x017F;el bedeutet die Jugend/<lb/>
welche alles fa&#x0364;hig i&#x017F;t.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#fr">Mahlen</hi><hi rendition="#aq">pingere:</hi><hi rendition="#fr">maalen</hi><hi rendition="#aq">molere,</hi> Mahl<lb/><hi rendition="#aq">&#x017F;ignum,</hi> mal wie damal <hi rendition="#aq">tunc.</hi></p><lb/>
            <p><hi rendition="#fr">Mandel</hi><hi rendition="#aq">amygdalum:</hi> Mantel <hi rendition="#aq">Pallium.</hi></p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#b">290. Mann.</hi> </hi> </head><lb/>
            <p>&#x261E;Held/ und Men&#x017F;ch. Wird be&#x017F;chrieben nach<lb/>
&#x017F;einer Be&#x017F;chaffenheit. Deß Weibes Gegentheil.<lb/>
Der Herr in &#x017F;einem Haus. Deß Adams &#x017F;tarker<lb/>
Sohn. Das vordre Ge&#x017F;chlecht/ das ha&#x0364;lt das O-<lb/>
berrecht/ dem Weib/ Kind und Ge&#x017F;ind/ mit Fug<lb/>
gehor&#x017F;am &#x017F;ind.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#b">291. Mark.</hi> </hi> </head><lb/>
            <p>Das Mark in den Gebeinen und ruckgrad/<lb/>
wird von Salomone der Silberne Strick genen-<lb/>
net/ welcher mit dem Tod zerrei&#x017F;&#x017F;et. Das innere/<lb/>
warme/ verborgne verwahrte/ ungekochte/ zarte/<lb/>
weiche/ wei&#x017F;&#x017F;e/ &#x017F;u&#x0364;&#x017F;&#x017F;e/ ge&#x017F;chmoltzne/ ausgedorrte<lb/>
Mark/ bringt manchen auf den Sark/ macht in<lb/>
der Jugend &#x017F;tark.</p><lb/>
            <p>Das <hi rendition="#fr">Mark</hi> hat die Deutung der innerlichen<lb/>
Krafft.</p><lb/>
            <lg type="poem">
              <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Das Markin den Beinen.</hi> </hi> </head><lb/>
              <l>Ohn mich/ kan niemand nicht ein Viertel&#x017F;tu&#x0364;nd-</l><lb/>
              <l> <hi rendition="#et">lein leben:</hi> </l><lb/>
              <fw place="bottom" type="catch">und</fw><lb/>
            </lg>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[336[334]/0366] Mahlen. Jugend gelobt und ſtehet mit der Poëterey in gluͤckſeligſter Geſellſchafft. Die Staffeley mit einer gegruͤndten Tafel/ gegen eineꝛ Handvoll Pinſel bedeutet die Jugend/ welche alles faͤhig iſt. Mahlen pingere: maalen molere, Mahl ſignum, mal wie damal tunc. Mandel amygdalum: Mantel Pallium. 290. Mann. ☞Held/ und Menſch. Wird beſchrieben nach ſeiner Beſchaffenheit. Deß Weibes Gegentheil. Der Herr in ſeinem Haus. Deß Adams ſtarker Sohn. Das vordre Geſchlecht/ das haͤlt das O- berrecht/ dem Weib/ Kind und Geſind/ mit Fug gehorſam ſind. 291. Mark. Das Mark in den Gebeinen und ruckgrad/ wird von Salomone der Silberne Strick genen- net/ welcher mit dem Tod zerreiſſet. Das innere/ warme/ verborgne verwahrte/ ungekochte/ zarte/ weiche/ weiſſe/ ſuͤſſe/ geſchmoltzne/ ausgedorrte Mark/ bringt manchen auf den Sark/ macht in der Jugend ſtark. Das Mark hat die Deutung der innerlichen Krafft. Das Markin den Beinen. Ohn mich/ kan niemand nicht ein Viertelſtuͤnd- lein leben: und

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/harsdoerffer_trichter03_1653
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/harsdoerffer_trichter03_1653/366
Zitationshilfe: Harsdörffer, Georg Philipp: Poetischer Trichter. Bd. 3. Nürnberg, 1653, S. 336[334]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/harsdoerffer_trichter03_1653/366>, abgerufen am 19.10.2019.