Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 112, Hamburg, 13. Julii 1771.

Bild:
<< vorherige Seite

2 Türken zu Gefangenen. Unserer Seits sind geblieben
3 Jäger; und bleßirt 1 Grendadier und 7 Jäger.

Der General-Major Potemkin legt in seinem Bericht
an den General-Feldmarschall von der ausnehmenden
Bravour des Oberst-Lieutenants, Fürsten Kantimir,
da sich derselbe bey der Unternehmung auf Zimbra vor-
züglich hervorgetan, so wie auch des Oberstlieutenants
und Ritters Fabricien, das beste Zeugniß ab, und rühmt
sodann auch den Oberstlieutenant Tolstoy; die Majors
Reck, Arschenewsky, Liubimow, Rhebinder, Rachmanow
und Schidiowskoy; die Capitains Galachow und Teglew;
den Donischen Oberstlieutenant Janow; von dem Kis-
lärischen Adel den Iwan Goritsch und Awram Bogda-
now, und den seiner Tapferkeit wegen bekannten Star-
schina von den Saporogischen Truppen, Jakim Prone-
witsch.


Den 1sten dieses, Abends um 7 Uhr, ist der neuge-
bohrne Prinz zu St. James von dem Erzbischof von
Canterbury getauft worden. Es wurden ihm die Na-
men Ernst August beygeleget. Die Gevattern waren,
der Prinz Ernst von Mecklenburg-Strelitz, welcher in
Person gegenwärtig war; der Prinz Mauritius von
Sachsen-Gotha, dessen Stelle der Königl. Kammerherr,
Graf von Herlford, vertrat, und die Erbprinzeßinn von
Hessen-Cassel, für welche die Gräfinn von Egremont,
Gemahlinn des Grafen von Brühl, stand.

Was man von der Wahl der beyden Sheriffs von
London und der Grafschaft Middlesex prophezeihet hatte,
ist eingetroffen. Die Herren Wilkes und Bull sind ge-
wählt, und ihre Wahl ist gebilliget worden. Der erste
hat 2315, und der zweyte 2194 Stimmen gehabt. Das
Volk ist außerordentlich vergnügt über diese Wahl, und
zwang des Abends verschiedene Einwohner, ihre Häuser
zu illuminiren. Man will wissen, daß der König erklärt
habe, er würde es nie zugeben, daß Wilkes, als ein
Mensch, der alle Achtung für ihn und einige Personen
seiner Familie aus den Augen gesetzt habe, und der sich
seine Grobheiten zur Ehre anrechne, jemals in seiner
Gegenwart erscheine. Der Diensthabende Kammerherr
solle ihn allezeit anhören, wenn sein Amt seine Gegen-
wart im Pallast nothwendig mache.

Den 4ten waren die beyden Sheriffs dieses Jahrs,
Baker und Martin, zu St. James, um dem König die
Nachricht zu geben, daß die Bürgerschaft von London
von neuem eine Remonstranz, Bittschrift und Addresse
an Se. Majestät übergeben wolle, und daß Dieselben
geruhen möchten, einen Tag zu bestimmen, an welchem
Sie selbige annehmen wollten. Nachdem sie sich 2 Stun-
den aufgehalten, brachte ihnen ein Kammerherr die
Antwort, daß der König am Mittewochen, als den 10ten
dieses, die Remonstranz annehmen wolle. Hierauf hat
der Lord Mayor bekannt gemacht, daß er an diesem
Tage um 12 Uhr von Guildhall nach St. James zu
gehen entschlossen sey.

Es ist ganz zuverläßig, daß folgende Schiffe Befehl
erhalten haben, sich zu Spithead zu versammlen, und
nachher am westlichen Eingange des Canals zu kreuzen:
Royal Oak, Lenor und Torbay, von 74 Kanonen; So-
merset, Asia und Intrepid, von 64 Kanonen; die Fre-
gatten Glory und Thames von 32, und Pomona von
18 Kanonen. Auch ist vorgestern ein außerordentlicher
Expresser an den General Gage in America abgesandt,
welcher daselbst das General-Commando über die Eng-
lische Armee hat. Den Spanischen und Französischen
[Spaltenumbruch] Ministern, welche sich nach der Ursach des Auslaufens
der vorgedachten Flotte erkundiget, ist zur Antwort ge-
geben worden, es geschähe in der Absicht, die Seeleute
zu exerciren. Andere wollen, es wäre ein Geheimniß
darunter, welches sich entdecken würde, wenn die Schiffe
ausgelaufen wären. Indessen ist noch niemand zum
Commando ernennet.

Die Nachricht, als wenn 7 Rußische Kriegsschiffe in
dem Canal wären gesehen worden, ist, wie man leicht
denken konnte, ungegründet.

Den 29sten vorigen Monats wurde in der Königinn
Pallast ein wohlgebildeter Knabe von etwa 2 Monat
in einem Korbe gefunden, welchen Se. Majestät, der
König, einer Amme zustellen, und ihm den Namen George
beylegen lassen. Es soll ein Brief in dem Korbe ge-
wesen seyn, von dessen Inhalt aber eben so wenig als
von der Person, die den Korb gebracht, bekannt ge-
worden.

Die Einfuhr des Habers aus der Fremde nach London
ist frey gegeben worden.

Folgendes ist eine Liste der Ritter vom blauen Bande,
die noch nicht installiret sind, um derentwillen die In-
stallation zu Windsor angestellet wird. Der Prinz von
Wallis, der Bischof von Osnabrück, der Herzog von Cum-
berland, der Herzog von Mecklenburg-Strelitz, der Erb-
Prinz von Braunschweig, der Herzog von Grafton, der
Herzog von Marlborough, der Graf von Albemarle, der
gestern von Paris hier angekommen, und der Graf von
Gower. Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz hat
dem Hofe wissen lassen, daß einige Umstände ihm nicht
erlauben wollten, der Installation in Person beyzuwoh-
nen, daher einer seiner sich hier befindlichen Herren
Brüder seine Stelle vertreten wird. Die Zubereitun-
gen zu dieser Ceremonie sind außerordentlich. Zu Wind-
sor sind bereits alle Zimmer vermiethet. Ein Haus
kostet auf 8 Tage jetzt daselbst 35 Pfund Sterl.

Bey Hofe sind über den neulichen Brief des soge-
nannten Junius an den Herzog von Grafton Berath-
schlagungen gehalten worden. Einige Minister rathen
zur Prosecution; der Lord Kanzler aber glaubt, es wäre
besser, wenn gar keine Notiz davon genommen würde.
Der Briefsteller muß ohne Zweifel ein großer Mann
seyn. In seinen Briefen ist weit mehr wider den Kö-
nig und die Regierung gesagt, als in Nr. 45. des North-
Briton von Wilkes.

Die Ostindische Compagnie hat einen Expressen von
Madraß über Land erhalten, und dieser bringt lauter
erwünschte Zeitungen von der blühenden Englischen
Handlung in Ostindien mit. Die Nabobs beeifern sich
alle um die Freundschaft der Compagnie, und ihre
Macht wird eben so sehr gefürchtet, als geehrt. Dies
macht in England und Holland neuen Muth, den Ostin-
dischen Stock höher zu treiben. Jetzt ist er 226 pr. Ct.

Gestern kam der Chevalier d'Eon zum Lord Mayor,
und beschwor in seiner Gegenwart eine Declaration,
welche er selbst in Französischer Sprache aufgesetzt hatte.
Der Inhalt derselben war überhaupt, daß er in keinem
Stücke einigen Antheil an den Policen und Wetten
habe, die seinetwegen geschehen wären, und daß er sie
für niederträchtige Beleidigungen seiner Person ansähe.
Er würde auch in Absicht seines Geschlechts niemals
einige Unterhandlung vornehmen, ob ihm gleich dafür
eine Summe von 25000 Pf. Sterl. angeboten worden.
Seine Reise habe er bloß seiner Gesundheit und beson-
derer Angelegenheiten wegen gethan.


[Spaltenumbruch]

2 Tuͤrken zu Gefangenen. Unſerer Seits ſind geblieben
3 Jaͤger; und bleßirt 1 Grendadier und 7 Jaͤger.

Der General-Major Potemkin legt in ſeinem Bericht
an den General-Feldmarſchall von der ausnehmenden
Bravour des Oberſt-Lieutenants, Fuͤrſten Kantimir,
da ſich derſelbe bey der Unternehmung auf Zimbra vor-
zuͤglich hervorgetan, ſo wie auch des Oberſtlieutenants
und Ritters Fabricien, das beſte Zeugniß ab, und ruͤhmt
ſodann auch den Oberſtlieutenant Tolſtoy; die Majors
Reck, Arſchenewsky, Liubimow, Rhebinder, Rachmanow
und Schidiowskoy; die Capitains Galachow und Teglew;
den Doniſchen Oberſtlieutenant Janow; von dem Kis-
laͤriſchen Adel den Iwan Goritſch und Awram Bogda-
now, und den ſeiner Tapferkeit wegen bekannten Star-
ſchina von den Saporogiſchen Truppen, Jakim Prone-
witſch.


Den 1ſten dieſes, Abends um 7 Uhr, iſt der neuge-
bohrne Prinz zu St. James von dem Erzbiſchof von
Canterbury getauft worden. Es wurden ihm die Na-
men Ernſt Auguſt beygeleget. Die Gevattern waren,
der Prinz Ernſt von Mecklenburg-Strelitz, welcher in
Perſon gegenwaͤrtig war; der Prinz Mauritius von
Sachſen-Gotha, deſſen Stelle der Koͤnigl. Kammerherr,
Graf von Herlford, vertrat, und die Erbprinzeßinn von
Heſſen-Caſſel, fuͤr welche die Graͤfinn von Egremont,
Gemahlinn des Grafen von Bruͤhl, ſtand.

Was man von der Wahl der beyden Sheriffs von
London und der Grafſchaft Middleſex prophezeihet hatte,
iſt eingetroffen. Die Herren Wilkes und Bull ſind ge-
waͤhlt, und ihre Wahl iſt gebilliget worden. Der erſte
hat 2315, und der zweyte 2194 Stimmen gehabt. Das
Volk iſt außerordentlich vergnuͤgt uͤber dieſe Wahl, und
zwang des Abends verſchiedene Einwohner, ihre Haͤuſer
zu illuminiren. Man will wiſſen, daß der Koͤnig erklaͤrt
habe, er wuͤrde es nie zugeben, daß Wilkes, als ein
Menſch, der alle Achtung fuͤr ihn und einige Perſonen
ſeiner Familie aus den Augen geſetzt habe, und der ſich
ſeine Grobheiten zur Ehre anrechne, jemals in ſeiner
Gegenwart erſcheine. Der Dienſthabende Kammerherr
ſolle ihn allezeit anhoͤren, wenn ſein Amt ſeine Gegen-
wart im Pallaſt nothwendig mache.

Den 4ten waren die beyden Sheriffs dieſes Jahrs,
Baker und Martin, zu St. James, um dem Koͤnig die
Nachricht zu geben, daß die Buͤrgerſchaft von London
von neuem eine Remonſtranz, Bittſchrift und Addreſſe
an Se. Majeſtaͤt uͤbergeben wolle, und daß Dieſelben
geruhen moͤchten, einen Tag zu beſtimmen, an welchem
Sie ſelbige annehmen wollten. Nachdem ſie ſich 2 Stun-
den aufgehalten, brachte ihnen ein Kammerherr die
Antwort, daß der Koͤnig am Mittewochen, als den 10ten
dieſes, die Remonſtranz annehmen wolle. Hierauf hat
der Lord Mayor bekannt gemacht, daß er an dieſem
Tage um 12 Uhr von Guildhall nach St. James zu
gehen entſchloſſen ſey.

Es iſt ganz zuverlaͤßig, daß folgende Schiffe Befehl
erhalten haben, ſich zu Spithead zu verſammlen, und
nachher am weſtlichen Eingange des Canals zu kreuzen:
Royal Oak, Lenor und Torbay, von 74 Kanonen; So-
merſet, Aſia und Intrepid, von 64 Kanonen; die Fre-
gatten Glory und Thames von 32, und Pomona von
18 Kanonen. Auch iſt vorgeſtern ein außerordentlicher
Expreſſer an den General Gage in America abgeſandt,
welcher daſelbſt das General-Commando uͤber die Eng-
liſche Armee hat. Den Spaniſchen und Franzoͤſiſchen
[Spaltenumbruch] Miniſtern, welche ſich nach der Urſach des Auslaufens
der vorgedachten Flotte erkundiget, iſt zur Antwort ge-
geben worden, es geſchaͤhe in der Abſicht, die Seeleute
zu exerciren. Andere wollen, es waͤre ein Geheimniß
darunter, welches ſich entdecken wuͤrde, wenn die Schiffe
ausgelaufen waͤren. Indeſſen iſt noch niemand zum
Commando ernennet.

Die Nachricht, als wenn 7 Rußiſche Kriegsſchiffe in
dem Canal waͤren geſehen worden, iſt, wie man leicht
denken konnte, ungegruͤndet.

Den 29ſten vorigen Monats wurde in der Koͤniginn
Pallaſt ein wohlgebildeter Knabe von etwa 2 Monat
in einem Korbe gefunden, welchen Se. Majeſtaͤt, der
Koͤnig, einer Amme zuſtellen, und ihm den Namen George
beylegen laſſen. Es ſoll ein Brief in dem Korbe ge-
weſen ſeyn, von deſſen Inhalt aber eben ſo wenig als
von der Perſon, die den Korb gebracht, bekannt ge-
worden.

Die Einfuhr des Habers aus der Fremde nach London
iſt frey gegeben worden.

Folgendes iſt eine Liſte der Ritter vom blauen Bande,
die noch nicht inſtalliret ſind, um derentwillen die In-
ſtallation zu Windſor angeſtellet wird. Der Prinz von
Wallis, der Biſchof von Osnabruͤck, der Herzog von Cum-
berland, der Herzog von Mecklenburg-Strelitz, der Erb-
Prinz von Braunſchweig, der Herzog von Grafton, der
Herzog von Marlborough, der Graf von Albemarle, der
geſtern von Paris hier angekommen, und der Graf von
Gower. Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz hat
dem Hofe wiſſen laſſen, daß einige Umſtaͤnde ihm nicht
erlauben wollten, der Inſtallation in Perſon beyzuwoh-
nen, daher einer ſeiner ſich hier befindlichen Herren
Bruͤder ſeine Stelle vertreten wird. Die Zubereitun-
gen zu dieſer Ceremonie ſind außerordentlich. Zu Wind-
ſor ſind bereits alle Zimmer vermiethet. Ein Haus
koſtet auf 8 Tage jetzt daſelbſt 35 Pfund Sterl.

Bey Hofe ſind uͤber den neulichen Brief des ſoge-
nannten Junius an den Herzog von Grafton Berath-
ſchlagungen gehalten worden. Einige Miniſter rathen
zur Proſecution; der Lord Kanzler aber glaubt, es waͤre
beſſer, wenn gar keine Notiz davon genommen wuͤrde.
Der Briefſteller muß ohne Zweifel ein großer Mann
ſeyn. In ſeinen Briefen iſt weit mehr wider den Koͤ-
nig und die Regierung geſagt, als in Nr. 45. des North-
Briton von Wilkes.

Die Oſtindiſche Compagnie hat einen Expreſſen von
Madraß uͤber Land erhalten, und dieſer bringt lauter
erwuͤnſchte Zeitungen von der bluͤhenden Engliſchen
Handlung in Oſtindien mit. Die Nabobs beeifern ſich
alle um die Freundſchaft der Compagnie, und ihre
Macht wird eben ſo ſehr gefuͤrchtet, als geehrt. Dies
macht in England und Holland neuen Muth, den Oſtin-
diſchen Stock hoͤher zu treiben. Jetzt iſt er 226 pr. Ct.

Geſtern kam der Chevalier d’Eon zum Lord Mayor,
und beſchwor in ſeiner Gegenwart eine Declaration,
welche er ſelbſt in Franzoͤſiſcher Sprache aufgeſetzt hatte.
Der Inhalt derſelben war uͤberhaupt, daß er in keinem
Stuͤcke einigen Antheil an den Policen und Wetten
habe, die ſeinetwegen geſchehen waͤren, und daß er ſie
fuͤr niedertraͤchtige Beleidigungen ſeiner Perſon anſaͤhe.
Er wuͤrde auch in Abſicht ſeines Geſchlechts niemals
einige Unterhandlung vornehmen, ob ihm gleich dafuͤr
eine Summe von 25000 Pf. Sterl. angeboten worden.
Seine Reiſe habe er bloß ſeiner Geſundheit und beſon-
derer Angelegenheiten wegen gethan.


[Spaltenumbruch]
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jPoliticalNews">
        <div xml:id="ar005" type="jArticle">
          <p><pb facs="#f0002" n="[2]"/>
2 Tu&#x0364;rken zu Gefangenen. Un&#x017F;erer                   Seits &#x017F;ind geblieben<lb/>
3 Ja&#x0364;ger; und bleßirt 1 Grendadier und 7 Ja&#x0364;ger.</p><lb/>
          <p>Der General-Major Potemkin legt in &#x017F;einem Bericht<lb/>
an den General-Feldmar&#x017F;chall                   von der ausnehmenden<lb/>
Bravour des Ober&#x017F;t-Lieutenants, Fu&#x0364;r&#x017F;ten Kantimir,<lb/>
da                   &#x017F;ich der&#x017F;elbe bey der Unternehmung auf Zimbra vor-<lb/>
zu&#x0364;glich hervorgetan, &#x017F;o                   wie auch des Ober&#x017F;tlieutenants<lb/>
und Ritters Fabricien, das be&#x017F;te Zeugniß ab,                   und ru&#x0364;hmt<lb/>
&#x017F;odann auch den Ober&#x017F;tlieutenant Tol&#x017F;toy; die Majors<lb/>
Reck,                   Ar&#x017F;chenewsky, Liubimow, Rhebinder, Rachmanow<lb/>
und Schidiowskoy; die Capitains                   Galachow und Teglew;<lb/>
den Doni&#x017F;chen Ober&#x017F;tlieutenant Janow; von dem                   Kis-<lb/>
la&#x0364;ri&#x017F;chen Adel den Iwan Gorit&#x017F;ch und Awram Bogda-<lb/>
now, und den                   &#x017F;einer Tapferkeit wegen bekannten Star-<lb/>
&#x017F;china von den Saporogi&#x017F;chen Truppen,                   Jakim Prone-<lb/>
wit&#x017F;ch.</p>
        </div><lb/>
        <div type="jArticle">
          <dateline> <hi rendition="#c #fr">London, den 2 und 5 Julii.</hi> </dateline><lb/>
          <p>Den 1&#x017F;ten die&#x017F;es, Abends um 7 Uhr, i&#x017F;t der neuge-<lb/>
bohrne Prinz zu St. James                   von dem Erzbi&#x017F;chof von<lb/>
Canterbury getauft worden. Es wurden ihm die                   Na-<lb/>
men Ern&#x017F;t Augu&#x017F;t beygeleget. Die Gevattern waren,<lb/>
der Prinz Ern&#x017F;t von                   Mecklenburg-Strelitz, welcher in<lb/>
Per&#x017F;on gegenwa&#x0364;rtig war; der Prinz Mauritius                   von<lb/>
Sach&#x017F;en-Gotha, de&#x017F;&#x017F;en Stelle der Ko&#x0364;nigl. Kammerherr,<lb/>
Graf von                   Herlford, vertrat, und die Erbprinzeßinn von<lb/>
He&#x017F;&#x017F;en-Ca&#x017F;&#x017F;el, fu&#x0364;r welche die                   Gra&#x0364;finn von Egremont,<lb/>
Gemahlinn des Grafen von Bru&#x0364;hl, &#x017F;tand.</p><lb/>
          <p>Was man von der Wahl der beyden Sheriffs von<lb/>
London und der Graf&#x017F;chaft                   Middle&#x017F;ex prophezeihet hatte,<lb/>
i&#x017F;t eingetroffen. Die Herren Wilkes und Bull                   &#x017F;ind ge-<lb/>
wa&#x0364;hlt, und ihre Wahl i&#x017F;t gebilliget worden. Der er&#x017F;te<lb/>
hat 2315,                   und der zweyte 2194 Stimmen gehabt. Das<lb/>
Volk i&#x017F;t außerordentlich vergnu&#x0364;gt                   u&#x0364;ber die&#x017F;e Wahl, und<lb/>
zwang des Abends ver&#x017F;chiedene Einwohner, ihre                   Ha&#x0364;u&#x017F;er<lb/>
zu illuminiren. Man will wi&#x017F;&#x017F;en, daß der Ko&#x0364;nig erkla&#x0364;rt<lb/>
habe, er                   wu&#x0364;rde es nie zugeben, daß Wilkes, als ein<lb/>
Men&#x017F;ch, der alle Achtung fu&#x0364;r ihn                   und einige Per&#x017F;onen<lb/>
&#x017F;einer Familie aus den Augen ge&#x017F;etzt habe, und der                   &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;eine Grobheiten zur Ehre anrechne, jemals in &#x017F;einer<lb/>
Gegenwart                   er&#x017F;cheine. Der Dien&#x017F;thabende Kammerherr<lb/>
&#x017F;olle ihn allezeit anho&#x0364;ren, wenn &#x017F;ein                   Amt &#x017F;eine Gegen-<lb/>
wart im Palla&#x017F;t nothwendig mache.</p><lb/>
          <p>Den 4ten waren die beyden Sheriffs die&#x017F;es Jahrs,<lb/>
Baker und Martin, zu St.                   James, um dem Ko&#x0364;nig die<lb/>
Nachricht zu geben, daß die Bu&#x0364;rger&#x017F;chaft von                   London<lb/>
von neuem eine Remon&#x017F;tranz, Bitt&#x017F;chrift und Addre&#x017F;&#x017F;e<lb/>
an Se.                   Maje&#x017F;ta&#x0364;t u&#x0364;bergeben wolle, und daß Die&#x017F;elben<lb/>
geruhen mo&#x0364;chten, einen Tag zu                   be&#x017F;timmen, an welchem<lb/>
Sie &#x017F;elbige annehmen wollten. Nachdem &#x017F;ie &#x017F;ich 2                   Stun-<lb/>
den aufgehalten, brachte ihnen ein Kammerherr die<lb/>
Antwort, daß der                   Ko&#x0364;nig am Mittewochen, als den 10ten<lb/>
die&#x017F;es, die Remon&#x017F;tranz annehmen wolle.                   Hierauf hat<lb/>
der Lord Mayor bekannt gemacht, daß er an die&#x017F;em<lb/>
Tage um 12                   Uhr von Guildhall nach St. James zu<lb/>
gehen ent&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ey.</p><lb/>
          <p>Es i&#x017F;t ganz zuverla&#x0364;ßig, daß folgende Schiffe Befehl<lb/>
erhalten haben, &#x017F;ich zu                   Spithead zu ver&#x017F;ammlen, und<lb/>
nachher am we&#x017F;tlichen Eingange des Canals zu                   kreuzen:<lb/>
Royal Oak, Lenor und Torbay, von 74 Kanonen; So-<lb/>
mer&#x017F;et, A&#x017F;ia und                   Intrepid, von 64 Kanonen; die Fre-<lb/>
gatten Glory und Thames von 32, und Pomona                   von<lb/>
18 Kanonen. Auch i&#x017F;t vorge&#x017F;tern ein außerordentlicher<lb/>
Expre&#x017F;&#x017F;er an den                   General Gage in America abge&#x017F;andt,<lb/>
welcher da&#x017F;elb&#x017F;t das General-Commando u&#x0364;ber                   die Eng-<lb/>
li&#x017F;che Armee hat. Den Spani&#x017F;chen und                   Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;chen<lb/><cb/>
Mini&#x017F;tern, welche &#x017F;ich nach der Ur&#x017F;ach des                   Auslaufens<lb/>
der vorgedachten Flotte erkundiget, i&#x017F;t zur Antwort ge-<lb/>
geben                   worden, es ge&#x017F;cha&#x0364;he in der Ab&#x017F;icht, die Seeleute<lb/>
zu exerciren. Andere wollen,                   es wa&#x0364;re ein Geheimniß<lb/>
darunter, welches &#x017F;ich entdecken wu&#x0364;rde, wenn die                   Schiffe<lb/>
ausgelaufen wa&#x0364;ren. Inde&#x017F;&#x017F;en i&#x017F;t noch niemand zum<lb/>
Commando                   ernennet.</p><lb/>
          <p>Die Nachricht, als wenn 7 Rußi&#x017F;che Kriegs&#x017F;chiffe in<lb/>
dem Canal wa&#x0364;ren ge&#x017F;ehen                   worden, i&#x017F;t, wie man leicht<lb/>
denken konnte, ungegru&#x0364;ndet.</p><lb/>
          <p>Den 29&#x017F;ten vorigen Monats wurde in der Ko&#x0364;niginn<lb/>
Palla&#x017F;t ein wohlgebildeter                   Knabe von etwa 2 Monat<lb/>
in einem Korbe gefunden, welchen Se. Maje&#x017F;ta&#x0364;t,                   der<lb/>
Ko&#x0364;nig, einer Amme zu&#x017F;tellen, und ihm den Namen George<lb/>
beylegen                   la&#x017F;&#x017F;en. Es &#x017F;oll ein Brief in dem Korbe ge-<lb/>
we&#x017F;en &#x017F;eyn, von de&#x017F;&#x017F;en Inhalt aber                   eben &#x017F;o wenig als<lb/>
von der Per&#x017F;on, die den Korb gebracht, bekannt                   ge-<lb/>
worden.</p><lb/>
          <p>Die Einfuhr des Habers aus der Fremde nach London<lb/>
i&#x017F;t frey gegeben worden.</p><lb/>
          <p>Folgendes i&#x017F;t eine Li&#x017F;te der Ritter vom blauen Bande,<lb/>
die noch nicht                   in&#x017F;talliret &#x017F;ind, um derentwillen die In-<lb/>
&#x017F;tallation zu Wind&#x017F;or ange&#x017F;tellet                   wird. Der Prinz von<lb/>
Wallis, der Bi&#x017F;chof von Osnabru&#x0364;ck, der Herzog von                   Cum-<lb/>
berland, der Herzog von Mecklenburg-Strelitz, der Erb-<lb/>
Prinz von                   Braun&#x017F;chweig, der Herzog von Grafton, der<lb/>
Herzog von Marlborough, der Graf von                   Albemarle, der<lb/>
ge&#x017F;tern von Paris hier angekommen, und der Graf von<lb/>
Gower.                   Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz hat<lb/>
dem Hofe wi&#x017F;&#x017F;en la&#x017F;&#x017F;en, daß einige                   Um&#x017F;ta&#x0364;nde ihm nicht<lb/>
erlauben wollten, der In&#x017F;tallation in Per&#x017F;on                   beyzuwoh-<lb/>
nen, daher einer &#x017F;einer &#x017F;ich hier befindlichen Herren<lb/>
Bru&#x0364;der                   &#x017F;eine Stelle vertreten wird. Die Zubereitun-<lb/>
gen zu die&#x017F;er Ceremonie &#x017F;ind                   außerordentlich. Zu Wind-<lb/>
&#x017F;or &#x017F;ind bereits alle Zimmer vermiethet. Ein                   Haus<lb/>
ko&#x017F;tet auf 8 Tage jetzt da&#x017F;elb&#x017F;t 35 Pfund Sterl.</p><lb/>
          <p>Bey Hofe &#x017F;ind u&#x0364;ber den neulichen Brief des &#x017F;oge-<lb/>
nannten Junius an den Herzog                   von Grafton Berath-<lb/>
&#x017F;chlagungen gehalten worden. Einige Mini&#x017F;ter                   rathen<lb/>
zur Pro&#x017F;ecution; der Lord Kanzler aber glaubt, es wa&#x0364;re<lb/>
be&#x017F;&#x017F;er,                   wenn gar keine Notiz davon genommen wu&#x0364;rde.<lb/>
Der Brief&#x017F;teller muß ohne Zweifel                   ein großer Mann<lb/>
&#x017F;eyn. In &#x017F;einen Briefen i&#x017F;t weit mehr wider den Ko&#x0364;-<lb/>
nig                   und die Regierung ge&#x017F;agt, als in Nr. 45. des North-<lb/>
Briton von Wilkes.</p><lb/>
          <p>Die O&#x017F;tindi&#x017F;che Compagnie hat einen Expre&#x017F;&#x017F;en von<lb/>
Madraß u&#x0364;ber Land erhalten,                   und die&#x017F;er bringt lauter<lb/>
erwu&#x0364;n&#x017F;chte Zeitungen von der blu&#x0364;henden                   Engli&#x017F;chen<lb/>
Handlung in O&#x017F;tindien mit. Die Nabobs beeifern &#x017F;ich<lb/>
alle um die                   Freund&#x017F;chaft der Compagnie, und ihre<lb/>
Macht wird eben &#x017F;o &#x017F;ehr gefu&#x0364;rchtet, als                   geehrt. Dies<lb/>
macht in England und Holland neuen Muth, den O&#x017F;tin-<lb/>
di&#x017F;chen                   Stock ho&#x0364;her zu treiben. Jetzt i&#x017F;t er 226 pr. Ct.</p><lb/>
          <p>Ge&#x017F;tern kam der Chevalier d&#x2019;Eon zum Lord Mayor,<lb/>
und be&#x017F;chwor in &#x017F;einer                   Gegenwart eine Declaration,<lb/>
welche er &#x017F;elb&#x017F;t in Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;cher Sprache                   aufge&#x017F;etzt hatte.<lb/>
Der Inhalt der&#x017F;elben war u&#x0364;berhaupt, daß er in                   keinem<lb/>
Stu&#x0364;cke einigen Antheil an den Policen und Wetten<lb/>
habe, die                   &#x017F;einetwegen ge&#x017F;chehen wa&#x0364;ren, und daß er &#x017F;ie<lb/>
fu&#x0364;r niedertra&#x0364;chtige                   Beleidigungen &#x017F;einer Per&#x017F;on an&#x017F;a&#x0364;he.<lb/>
Er wu&#x0364;rde auch in Ab&#x017F;icht &#x017F;eines                   Ge&#x017F;chlechts niemals<lb/>
einige Unterhandlung vornehmen, ob ihm gleich                   dafu&#x0364;r<lb/>
eine Summe von 25000 Pf. Sterl. angeboten worden.<lb/>
Seine Rei&#x017F;e habe                   er bloß &#x017F;einer Ge&#x017F;undheit und be&#x017F;on-<lb/>
derer Angelegenheiten wegen gethan.</p><lb/>
          <cb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[2]/0002] 2 Tuͤrken zu Gefangenen. Unſerer Seits ſind geblieben 3 Jaͤger; und bleßirt 1 Grendadier und 7 Jaͤger. Der General-Major Potemkin legt in ſeinem Bericht an den General-Feldmarſchall von der ausnehmenden Bravour des Oberſt-Lieutenants, Fuͤrſten Kantimir, da ſich derſelbe bey der Unternehmung auf Zimbra vor- zuͤglich hervorgetan, ſo wie auch des Oberſtlieutenants und Ritters Fabricien, das beſte Zeugniß ab, und ruͤhmt ſodann auch den Oberſtlieutenant Tolſtoy; die Majors Reck, Arſchenewsky, Liubimow, Rhebinder, Rachmanow und Schidiowskoy; die Capitains Galachow und Teglew; den Doniſchen Oberſtlieutenant Janow; von dem Kis- laͤriſchen Adel den Iwan Goritſch und Awram Bogda- now, und den ſeiner Tapferkeit wegen bekannten Star- ſchina von den Saporogiſchen Truppen, Jakim Prone- witſch. London, den 2 und 5 Julii. Den 1ſten dieſes, Abends um 7 Uhr, iſt der neuge- bohrne Prinz zu St. James von dem Erzbiſchof von Canterbury getauft worden. Es wurden ihm die Na- men Ernſt Auguſt beygeleget. Die Gevattern waren, der Prinz Ernſt von Mecklenburg-Strelitz, welcher in Perſon gegenwaͤrtig war; der Prinz Mauritius von Sachſen-Gotha, deſſen Stelle der Koͤnigl. Kammerherr, Graf von Herlford, vertrat, und die Erbprinzeßinn von Heſſen-Caſſel, fuͤr welche die Graͤfinn von Egremont, Gemahlinn des Grafen von Bruͤhl, ſtand. Was man von der Wahl der beyden Sheriffs von London und der Grafſchaft Middleſex prophezeihet hatte, iſt eingetroffen. Die Herren Wilkes und Bull ſind ge- waͤhlt, und ihre Wahl iſt gebilliget worden. Der erſte hat 2315, und der zweyte 2194 Stimmen gehabt. Das Volk iſt außerordentlich vergnuͤgt uͤber dieſe Wahl, und zwang des Abends verſchiedene Einwohner, ihre Haͤuſer zu illuminiren. Man will wiſſen, daß der Koͤnig erklaͤrt habe, er wuͤrde es nie zugeben, daß Wilkes, als ein Menſch, der alle Achtung fuͤr ihn und einige Perſonen ſeiner Familie aus den Augen geſetzt habe, und der ſich ſeine Grobheiten zur Ehre anrechne, jemals in ſeiner Gegenwart erſcheine. Der Dienſthabende Kammerherr ſolle ihn allezeit anhoͤren, wenn ſein Amt ſeine Gegen- wart im Pallaſt nothwendig mache. Den 4ten waren die beyden Sheriffs dieſes Jahrs, Baker und Martin, zu St. James, um dem Koͤnig die Nachricht zu geben, daß die Buͤrgerſchaft von London von neuem eine Remonſtranz, Bittſchrift und Addreſſe an Se. Majeſtaͤt uͤbergeben wolle, und daß Dieſelben geruhen moͤchten, einen Tag zu beſtimmen, an welchem Sie ſelbige annehmen wollten. Nachdem ſie ſich 2 Stun- den aufgehalten, brachte ihnen ein Kammerherr die Antwort, daß der Koͤnig am Mittewochen, als den 10ten dieſes, die Remonſtranz annehmen wolle. Hierauf hat der Lord Mayor bekannt gemacht, daß er an dieſem Tage um 12 Uhr von Guildhall nach St. James zu gehen entſchloſſen ſey. Es iſt ganz zuverlaͤßig, daß folgende Schiffe Befehl erhalten haben, ſich zu Spithead zu verſammlen, und nachher am weſtlichen Eingange des Canals zu kreuzen: Royal Oak, Lenor und Torbay, von 74 Kanonen; So- merſet, Aſia und Intrepid, von 64 Kanonen; die Fre- gatten Glory und Thames von 32, und Pomona von 18 Kanonen. Auch iſt vorgeſtern ein außerordentlicher Expreſſer an den General Gage in America abgeſandt, welcher daſelbſt das General-Commando uͤber die Eng- liſche Armee hat. Den Spaniſchen und Franzoͤſiſchen Miniſtern, welche ſich nach der Urſach des Auslaufens der vorgedachten Flotte erkundiget, iſt zur Antwort ge- geben worden, es geſchaͤhe in der Abſicht, die Seeleute zu exerciren. Andere wollen, es waͤre ein Geheimniß darunter, welches ſich entdecken wuͤrde, wenn die Schiffe ausgelaufen waͤren. Indeſſen iſt noch niemand zum Commando ernennet. Die Nachricht, als wenn 7 Rußiſche Kriegsſchiffe in dem Canal waͤren geſehen worden, iſt, wie man leicht denken konnte, ungegruͤndet. Den 29ſten vorigen Monats wurde in der Koͤniginn Pallaſt ein wohlgebildeter Knabe von etwa 2 Monat in einem Korbe gefunden, welchen Se. Majeſtaͤt, der Koͤnig, einer Amme zuſtellen, und ihm den Namen George beylegen laſſen. Es ſoll ein Brief in dem Korbe ge- weſen ſeyn, von deſſen Inhalt aber eben ſo wenig als von der Perſon, die den Korb gebracht, bekannt ge- worden. Die Einfuhr des Habers aus der Fremde nach London iſt frey gegeben worden. Folgendes iſt eine Liſte der Ritter vom blauen Bande, die noch nicht inſtalliret ſind, um derentwillen die In- ſtallation zu Windſor angeſtellet wird. Der Prinz von Wallis, der Biſchof von Osnabruͤck, der Herzog von Cum- berland, der Herzog von Mecklenburg-Strelitz, der Erb- Prinz von Braunſchweig, der Herzog von Grafton, der Herzog von Marlborough, der Graf von Albemarle, der geſtern von Paris hier angekommen, und der Graf von Gower. Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz hat dem Hofe wiſſen laſſen, daß einige Umſtaͤnde ihm nicht erlauben wollten, der Inſtallation in Perſon beyzuwoh- nen, daher einer ſeiner ſich hier befindlichen Herren Bruͤder ſeine Stelle vertreten wird. Die Zubereitun- gen zu dieſer Ceremonie ſind außerordentlich. Zu Wind- ſor ſind bereits alle Zimmer vermiethet. Ein Haus koſtet auf 8 Tage jetzt daſelbſt 35 Pfund Sterl. Bey Hofe ſind uͤber den neulichen Brief des ſoge- nannten Junius an den Herzog von Grafton Berath- ſchlagungen gehalten worden. Einige Miniſter rathen zur Proſecution; der Lord Kanzler aber glaubt, es waͤre beſſer, wenn gar keine Notiz davon genommen wuͤrde. Der Briefſteller muß ohne Zweifel ein großer Mann ſeyn. In ſeinen Briefen iſt weit mehr wider den Koͤ- nig und die Regierung geſagt, als in Nr. 45. des North- Briton von Wilkes. Die Oſtindiſche Compagnie hat einen Expreſſen von Madraß uͤber Land erhalten, und dieſer bringt lauter erwuͤnſchte Zeitungen von der bluͤhenden Engliſchen Handlung in Oſtindien mit. Die Nabobs beeifern ſich alle um die Freundſchaft der Compagnie, und ihre Macht wird eben ſo ſehr gefuͤrchtet, als geehrt. Dies macht in England und Holland neuen Muth, den Oſtin- diſchen Stock hoͤher zu treiben. Jetzt iſt er 226 pr. Ct. Geſtern kam der Chevalier d’Eon zum Lord Mayor, und beſchwor in ſeiner Gegenwart eine Declaration, welche er ſelbſt in Franzoͤſiſcher Sprache aufgeſetzt hatte. Der Inhalt derſelben war uͤberhaupt, daß er in keinem Stuͤcke einigen Antheil an den Policen und Wetten habe, die ſeinetwegen geſchehen waͤren, und daß er ſie fuͤr niedertraͤchtige Beleidigungen ſeiner Perſon anſaͤhe. Er wuͤrde auch in Abſicht ſeines Geſchlechts niemals einige Unterhandlung vornehmen, ob ihm gleich dafuͤr eine Summe von 25000 Pf. Sterl. angeboten worden. Seine Reiſe habe er bloß ſeiner Geſundheit und beſon- derer Angelegenheiten wegen gethan.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T12:30:46Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (einfach erfasst).

I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1121307_1771
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1121307_1771/2
Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 112, Hamburg, 13. Julii 1771, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1121307_1771/2>, abgerufen am 28.05.2020.