Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 118, Hamburg, 25. Juli 1789.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Nachricht.

Ein Ungenannter giebt dem Publicum die gewiß sehr an-
genehme Nachricht, daß er zehn noch ungedruckte Epitres
philosophiques & morales,
und eine Erzählung von Friedrich
dem Großen in Händen habe, und nun als einen Beytrag zu
der immer noch unvollständigen Sammlung der Oeuvres de
Frederic
auf Unterzeichnung herauszugeben gesonnen sey. Er
hat sie im Jahre 1779 von dem Monarchen selbst mit einem
Briefe erhalten, aus dem wir nur folgende Stelle anführen:
"Sagen Sie mir Jhr Urtheil über die Stücke, die ich Jhnen
"schicke, ganz offenherzig. Jch habe sie zur Belehrung meiner
"Kleinneffen (petits-neveux) verfertigt, wenn sie im Stande
"seyn werden, sie mit einigem Vortheil zu lesen. Sie wer-
"den hier metaphysische und besonders moralische Grundsätze
"finden, die sie zu ihrem Nutzen verwenden können. Sie sind
"der erste, dem ich sie mittheile. Voltaire und d'Alembert
"würden mir gewisse Stellen, deren Jnhalt ihren Lehrsätzen
"gerade zu entgegen gesetzt ist, niemals verziehen haben, und
"deshalb ich dieser Gedichte auch nie in meinen Briefen an
"sie erwähnt, u. s. w." Von der Wahl der Gegenstände kann
man sich schon aus den Ueberschriften einen Begriff machen:
1) L'Esprit. 2) L'Imagination. 3) Le Caractere. 4) L'Amour-
propre. 5) L'Amour & L'Amitie. 6) La Conversation & la
Societe. 7) Le Prejuge & l'Opinion. 8) Le Ridicule. 9) Les
Femmes. 10) La complaisance qu'elles ont en leur beaute.
11) La matrone d'Ephese, conte.
Das Ganze wird wenig-
stens 30 Bogen gr. 8. betragen, und auf prächtiges Papier
mit schöner Schrift in London gedruckt. Die Subscription
bleibt bis Ende August offen. Der Preis ist 1 Rthlr. 22 Gr.
Conventionsgeld, der nachherige Ladenpreis 2 Rthlr. 14 Gr.
Jn Deutschland wendet man sich mit Bestellungen nach Gotha an
die Ettingersche Buchhandlung.




Jn Christian Gottlob Hilschers Buchhandlung in Leipzig sind in
der Jubilate-Messe 1789 folgende neue Bücher gedruckt:

Perfect's (Will.) auserlesene Fälle von verschiedenen Arten des
Wahnsinnes, nebst ihren Heilarten, 8. 16 Gr.

Anecdotenbuch für meine lieben Amtsbrüder, Priester und Le-
viten, 6ter Theil, 8. 1 Thlr.

Köppens (D. J.) das Recht der Fürsten, die Religions-Lehrer
auf ein veststehendes Symbol zu verpflichten, 8. 8 Gr.

Ueber das Schuldenwesen der Sächsischen Bauern, und einige
Mittel, sie wider den fernern Verfall zu sichern, 8. 5 Gr.

Catalogue raisonne de l'Oeuvres de feu G. F. Schmidt, 8.
20 Gr.

Böttiger (M. L. A.) über das beste Mittel, die Studirsucht
derer, die zu studiren keinen Beruf haben, zu hemmen
oder unschädlich zu machen, 8. 6 Gr.

Sendschreiben eines christlichen Layen, an den sogenannten
alten redlichen Prediger, und Verfasser des Briefs an des
Herrn Staatsministers von Wöllner Excellenz zu Berlin, 8.
3 Gr.

Kleine unterhaltende Romane und Erzählungen für die Muße-
Stunden gebildeter Leser, 1ster Band. 12 Gr.

Zeichenbuch für die ersten Anfänger in der Zeichenkunst, Fol.
16 Gr.

Unterhaltungen für Anfänger in der Zeichenkunft, 10ter Theil,
Fol. 8 Gr.

Wolffs Unterricht in allen Theilen der Musik, Fol. 3 Thlr.
Teyber trois Quatuor pour deux Violons, Alto & Basse, Fol.
1 Thlr. 16 Gr.

Koehler, zwölf Lieder mit Gesang, Quer-Folio. 16 Gr.
Prospecte von einigen Gegenden von Sachsen, Fyl. 1 Thlr.
16 Gr.

Münzen aller Länder, 8. 2 Gr.




Dem hiesigen Wohllöblichen Niedergerichte haben Teibche
Wallich, cum Curatore, Meyer Jonas Goldschmidt, uxor.
nom.
Teile, geb. Wallich, Jacob Simon Neustädel, ux. nom.
Hanna, geb. Wallich, Philipp Jsaac Gans, ux. nom. Ester,
geb. Wallich, Golde & Lutzee Wallich, cum Curatore, Elias
Wulff Abraham von Halle, Jacob Moses Schlesinger und Levin
Hertz, tut. nom. Moses, Levin & Beile Schlesiuger, durch ihren
Anwald abermals implorando zu vernehmen gegeben, welcher-
gestalt am 10ten April dieses Jahrs hieselbst der weyland
Herzogl. Mecklenburgische Hof-Agent, Daniel Salomon Wallich,
mit Hinterlassung ihrer der Jmplorantischen Wittwe und Erben
verstorben wäre. Ohnerachtet nun bey der genauesten Unter-
[Spaltenumbruch] suchung dessen Verlassenschaft solche in der größten und pünkt-
lichsten Ordnung befunden worden, und aus den Handlungs-
büchern nichts hervorgienge, daß irgend jemand einige An-
sprache daran zu machen hätte; so wollten sie dennoch in
Hinsicht ausgebreiteten Handlungsverkehrs, worinn ihr Erb-
lasser gestanden, und zur völligsten Sicherstellung gegen etwa-
nige unbekannte Gläubiger, nach Ablauf des ersten, um ein
öffentliches secundum Proclama dahin geziemend bitten, daß
alle und jede, welche an den Nachlaß des allhier verstorbenen
weyland Herzogl. Mecklenburgischen Hof-Agenten, Daniel
Salomon Wallich, ex quocunque capite vel causa Ansprache
und Forderung zu haben vermeynten, sich damit in termino
peremtorie praefigendo sub poena praeclusi et perpetui silentii

zu melden, und solche rechtlicher Art nach zu justificiren schul-
dig seyn sollten. Diesem Petito Proclamatis ist gerichtlich defe-
riret, und der 31ste August a. c. pro termino peremtorio an-
gesetzet worden.




AVERTISSEMENT.

Nachdem von des verstorbenen Peter Schrammes gewesenen
Ausgedingers in dem unter E. E. Domstift St. Petri zu
Budißin gehörigem Dorfe Nimschütz hinterlassenen Söhnen,
Johann und Jacob Andreas Schramm, sich bereits seit resp.
25 und 24 Jahren außer Landes begeben, wovon der erstere,
der Kaufmannschaft nach, nach Reisch-Lemberg in Pohlen, und
der Letztere in die Schweiz sich gewendet haben soll, deren
allhier lebende Geschwister aber von ihrem Aufenthalte, Leben
oder Tode seit dieser Zeit nichts in Erfahrung bringen können,
und dahero auf deren Ansuchen, nach Anleitung des unterm
13ten November 1779 wegen Verkürzung der curae absentium
ins Land ergangenen gnädigsten Generalis, die obernannten
abwesenden Gebrüder, der Schramme, wie auch männiglich,
so an deren ihnen nach Ableben ihrer Eltern zugefallenen in
gerichtlicher Besorgung stehenden Vermögen, einen aus was
immer für einem Titel herrührenden Anspruch zu haben ver-
meynen, mittelst erlassener sowol an hiesiger Gerichtsstelle,
als auch unter denen Rathhäusern der hier ländigen Sechs-
Stadt Görlitz, der Churfürstl. Sächsischen Creys-Städte,
Meißen und Wittenberg, wie auch zu Reisch-Lemberg in Poh-
len, und zu Bern, in der Schweiz, öffentlich affigirten Edicta-
lien peremtoria und sub poena praeclusi, imgleichen bey Ver-
lust des Beneficii restitutionis in integrum, vorgeladen wor-
den, in dem auf dem 31sten December a. c. anberaumten
Edictal-Termine zu rechter früher Gerichtszeit vor der Dom-
stifts-Kanzley in Budißin sich anzugeben, ihr Succeßions-Recht
oder sonstige Ansprüche zu liquidiren und zu bescheinigen, unter
der Verwarnung, daß außerdem obernannte beyde Abwesen-
den für todt erkläret, auch sonst männiglich für präcludirt ge-
achtet, und das denen abwesenden Gebrüder, der Schramme,
zuständige Vermögen denen sich legitimirten nächsten Anver-
wandten zuerkannt, auch hierüber auf dem 17ten April 1790
ein Bescheid eröffnet werden soll: Als wird solches hierdurch
ebenfalls öffentlich bekannt gemacht. --


Domstifts-Kanzley daselbst.   



Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König von
Preußen, etc. etc.

Befehlen Euch, dem aus dem Arrest zu Stolzenberg ent-
wichenen dimittirten Hauptmann, nachherigen Förster,
Hans Siegfried von Thiele, in Termino den 25sten August
d. J. allhier bey Unserer Kammer Justiz-Deputation vor Un-
serm Deputato, dem Aßistenzrath Riedel, zu erscheinen, wegen
der unternommenen Flucht Rede und Antwort zu geben, und
das gegen Unser wider Euch gesprochenes Urtheil vom 6ten No-
vember 1787 eingewandte Rechtsmittel der weitern Verthei-
digung fortzusetzen; widrigenfalls und im Ausbleibungsfall
Jhr zu diesem Rechtsmittel nicht weiter verstattet, sondern da-
mit präcludiret, das gedachte Urtheil für Rechtskräftig erkläret,
der darinn auf 4340 Rthlr. 17 Gr. 9 einfünftel Pfenning be-
stimmte Cassendefect aus Eurem zurückgelassenen Vermögen,
so weit solches zureicht, beygetrieben, und der Euch salva fama
zuerkannte sechsläbrige Vestungs-Artest zu allen Zeiten, sobald
man Eurer habhaft werden kann, an Euch vollzogen werden
wird.


Königl. Westpreußische Krieges- und Domainen-
Kammer Justiz-Deputation.

[Spaltenumbruch]
Nachricht.

Ein Ungenannter giebt dem Publicum die gewiß ſehr an-
genehme Nachricht, daß er zehn noch ungedruckte Epitres
philoſophiques & morales,
und eine Erzählung von Friedrich
dem Großen in Händen habe, und nun als einen Beytrag zu
der immer noch unvollſtändigen Sammlung der Oeuvres de
Frederic
auf Unterzeichnung herauszugeben geſonnen ſey. Er
hat ſie im Jahre 1779 von dem Monarchen ſelbſt mit einem
Briefe erhalten, aus dem wir nur folgende Stelle anführen:
“Sagen Sie mir Jhr Urtheil über die Stücke, die ich Jhnen
“ſchicke, ganz offenherzig. Jch habe ſie zur Belehrung meiner
“Kleinneffen (petits-neveux) verfertigt, wenn ſie im Stande
“ſeyn werden, ſie mit einigem Vortheil zu leſen. Sie wer-
“den hier metaphyſiſche und beſonders moraliſche Grundſätze
“finden, die ſie zu ihrem Nutzen verwenden können. Sie ſind
“der erſte, dem ich ſie mittheile. Voltaire und d’Alembert
“würden mir gewiſſe Stellen, deren Jnhalt ihren Lehrſätzen
“gerade zu entgegen geſetzt iſt, niemals verziehen haben, und
“deshalb ich dieſer Gedichte auch nie in meinen Briefen an
“ſie erwähnt, u. ſ. w.” Von der Wahl der Gegenſtände kann
man ſich ſchon aus den Ueberſchriften einen Begriff machen:
1) L’Eſprit. 2) L’Imagination. 3) Le Caractère. 4) L’Amour-
propre. 5) L’Amour & L’Amitié. 6) La Converſation & la
Société. 7) Le Préjugé & l’Opinion. 8) Le Ridicule. 9) Les
Femmes. 10) La complaiſance qu’elles ont en leur beauté.
11) La matrone d’Ephèſe, conte.
Das Ganze wird wenig-
ſtens 30 Bogen gr. 8. betragen, und auf prächtiges Papier
mit ſchöner Schrift in London gedruckt. Die Subſcription
bleibt bis Ende Auguſt offen. Der Preis iſt 1 Rthlr. 22 Gr.
Conventionsgeld, der nachherige Ladenpreis 2 Rthlr. 14 Gr.
Jn Deutſchland wendet man ſich mit Beſtellungen nach Gotha an
die Ettingerſche Buchhandlung.




Jn Chriſtian Gottlob Hilſchers Buchhandlung in Leipzig ſind in
der Jubilate-Meſſe 1789 folgende neue Bücher gedruckt:

Perfect’s (Will.) auserleſene Fälle von verſchiedenen Arten des
Wahnſinnes, nebſt ihren Heilarten, 8. 16 Gr.

Anecdotenbuch für meine lieben Amtsbrüder, Prieſter und Le-
viten, 6ter Theil, 8. 1 Thlr.

Köppens (D. J.) das Recht der Fürſten, die Religions-Lehrer
auf ein veſtſtehendes Symbol zu verpflichten, 8. 8 Gr.

Ueber das Schuldenweſen der Sächſiſchen Bauern, und einige
Mittel, ſie wider den fernern Verfall zu ſichern, 8. 5 Gr.

Catalogue raiſonné de l’Oeuvres de feu G. F. Schmidt, 8.
20 Gr.

Böttiger (M. L. A.) über das beſte Mittel, die Studirſucht
derer, die zu ſtudiren keinen Beruf haben, zu hemmen
oder unſchädlich zu machen, 8. 6 Gr.

Sendſchreiben eines chriſtlichen Layen, an den ſogenannten
alten redlichen Prediger, und Verfaſſer des Briefs an des
Herrn Staatsminiſters von Wöllner Excellenz zu Berlin, 8.
3 Gr.

Kleine unterhaltende Romane und Erzählungen für die Muße-
Stunden gebildeter Leſer, 1ſter Band. 12 Gr.

Zeichenbuch für die erſten Anfänger in der Zeichenkunſt, Fol.
16 Gr.

Unterhaltungen für Anfänger in der Zeichenkunft, 10ter Theil,
Fol. 8 Gr.

Wolffs Unterricht in allen Theilen der Muſik, Fol. 3 Thlr.
Teyber trois Quatuor pour deux Violons, Alto & Baſſe, Fol.
1 Thlr. 16 Gr.

Koehler, zwölf Lieder mit Geſang, Quer-Folio. 16 Gr.
Proſpecte von einigen Gegenden von Sachſen, Fyl. 1 Thlr.
16 Gr.

Münzen aller Länder, 8. 2 Gr.




Dem hieſigen Wohllöblichen Niedergerichte haben Teibche
Wallich, cum Curatore, Meyer Jonas Goldſchmidt, uxor.
nom.
Teile, geb. Wallich, Jacob Simon Neuſtädel, ux. nom.
Hanna, geb. Wallich, Philipp Jſaac Gans, ux. nom. Eſter,
geb. Wallich, Golde & Lutzee Wallich, cum Curatore, Elias
Wulff Abraham von Halle, Jacob Moſes Schleſinger und Levin
Hertz, tut. nom. Moſes, Levin & Beile Schleſiuger, durch ihren
Anwald abermals implorando zu vernehmen gegeben, welcher-
geſtalt am 10ten April dieſes Jahrs hieſelbſt der weyland
Herzogl. Mecklenburgiſche Hof-Agent, Daniel Salomon Wallich,
mit Hinterlaſſung ihrer der Jmplorantiſchen Wittwe und Erben
verſtorben wäre. Ohnerachtet nun bey der genaueſten Unter-
[Spaltenumbruch] ſuchung deſſen Verlaſſenſchaft ſolche in der größten und pünkt-
lichſten Ordnung befunden worden, und aus den Handlungs-
büchern nichts hervorgienge, daß irgend jemand einige An-
ſprache daran zu machen hätte; ſo wollten ſie dennoch in
Hinſicht ausgebreiteten Handlungsverkehrs, worinn ihr Erb-
laſſer geſtanden, und zur völligſten Sicherſtellung gegen etwa-
nige unbekannte Gläubiger, nach Ablauf des erſten, um ein
öffentliches ſecundum Proclama dahin geziemend bitten, daß
alle und jede, welche an den Nachlaß des allhier verſtorbenen
weyland Herzogl. Mecklenburgiſchen Hof-Agenten, Daniel
Salomon Wallich, ex quocunque capite vel cauſa Anſprache
und Forderung zu haben vermeynten, ſich damit in termino
peremtorie præfigendo ſub pœna præcluſi et perpetui ſilentii

zu melden, und ſolche rechtlicher Art nach zu juſtificiren ſchul-
dig ſeyn ſollten. Dieſem Petito Proclamatis iſt gerichtlich defe-
riret, und der 31ſte Auguſt a. c. pro termino peremtorio an-
geſetzet worden.




AVERTISSEMENT.

Nachdem von des verſtorbenen Peter Schrammes geweſenen
Ausgedingers in dem unter E. E. Domſtift St. Petri zu
Budißin gehörigem Dorfe Nimſchütz hinterlaſſenen Söhnen,
Johann und Jacob Andreas Schramm, ſich bereits ſeit reſp.
25 und 24 Jahren außer Landes begeben, wovon der erſtere,
der Kaufmannſchaft nach, nach Reiſch-Lemberg in Pohlen, und
der Letztere in die Schweiz ſich gewendet haben ſoll, deren
allhier lebende Geſchwiſter aber von ihrem Aufenthalte, Leben
oder Tode ſeit dieſer Zeit nichts in Erfahrung bringen können,
und dahero auf deren Anſuchen, nach Anleitung des unterm
13ten November 1779 wegen Verkürzung der curæ abſentium
ins Land ergangenen gnädigſten Generalis, die obernannten
abweſenden Gebrüder, der Schramme, wie auch männiglich,
ſo an deren ihnen nach Ableben ihrer Eltern zugefallenen in
gerichtlicher Beſorgung ſtehenden Vermögen, einen aus was
immer für einem Titel herrührenden Anſpruch zu haben ver-
meynen, mittelſt erlaſſener ſowol an hieſiger Gerichtsſtelle,
als auch unter denen Rathhäuſern der hier ländigen Sechs-
Stadt Görlitz, der Churfürſtl. Sächſiſchen Creys-Städte,
Meißen und Wittenberg, wie auch zu Reiſch-Lemberg in Poh-
len, und zu Bern, in der Schweiz, öffentlich affigirten Edicta-
lien peremtoria und ſub pœna præcluſi, imgleichen bey Ver-
luſt des Beneficii reſtitutionis in integrum, vorgeladen wor-
den, in dem auf dem 31ſten December a. c. anberaumten
Edictal-Termine zu rechter früher Gerichtszeit vor der Dom-
ſtifts-Kanzley in Budißin ſich anzugeben, ihr Succeßions-Recht
oder ſonſtige Anſprüche zu liquidiren und zu beſcheinigen, unter
der Verwarnung, daß außerdem obernannte beyde Abweſen-
den für todt erkläret, auch ſonſt männiglich für präcludirt ge-
achtet, und das denen abweſenden Gebrüder, der Schramme,
zuſtändige Vermögen denen ſich legitimirten nächſten Anver-
wandten zuerkannt, auch hierüber auf dem 17ten April 1790
ein Beſcheid eröffnet werden ſoll: Als wird ſolches hierdurch
ebenfalls öffentlich bekannt gemacht. —


Domſtifts-Kanzley daſelbſt.   



Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König von
Preußen, ꝛc. ꝛc.

Befehlen Euch, dem aus dem Arreſt zu Stolzenberg ent-
wichenen dimittirten Hauptmann, nachherigen Förſter,
Hans Siegfried von Thiele, in Termino den 25ſten Auguſt
d. J. allhier bey Unſerer Kammer Juſtiz-Deputation vor Un-
ſerm Deputato, dem Aßiſtenzrath Riedel, zu erſcheinen, wegen
der unternommenen Flucht Rede und Antwort zu geben, und
das gegen Unſer wider Euch geſprochenes Urtheil vom 6ten No-
vember 1787 eingewandte Rechtsmittel der weitern Verthei-
digung fortzuſetzen; widrigenfalls und im Ausbleibungsfall
Jhr zu dieſem Rechtsmittel nicht weiter verſtattet, ſondern da-
mit präcludiret, das gedachte Urtheil für Rechtskräftig erkläret,
der darinn auf 4340 Rthlr. 17 Gr. 9 einfünftel Pfenning be-
ſtimmte Caſſendefect aus Eurem zurückgelaſſenen Vermögen,
ſo weit ſolches zureicht, beygetrieben, und der Euch ſalva fama
zuerkannte ſechsläbrige Veſtungs-Arteſt zu allen Zeiten, ſobald
man Eurer habhaft werden kann, an Euch vollzogen werden
wird.


Königl. Weſtpreußiſche Krieges- und Domainen-
Kammer Juſtiz-Deputation.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="jAnnouncements">
          <div type="jAn">
            <pb facs="#f0007" n="[7]"/>
            <cb/>
          </div>
          <div type="jAn">
            <head> <hi rendition="#c #fr">Nachricht.</hi> </head><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr">Ein Ungenannter giebt dem Publicum die gewiß &#x017F;ehr
                                 an-<lb/>
genehme Nachricht, daß er zehn noch ungedruckte <hi rendition="#aq">Epitres<lb/>
philo&#x017F;ophiques &amp;
                                     morales,</hi> und eine Erzählung von Friedrich<lb/>
dem Großen in
                                 Händen habe, und nun als einen Beytrag zu<lb/>
der immer noch
                                 unvoll&#x017F;tändigen Sammlung der <hi rendition="#aq">Oeuvres
                                     de<lb/>
Frederic</hi> auf Unterzeichnung herauszugeben
                                 ge&#x017F;onnen &#x017F;ey. Er<lb/>
hat &#x017F;ie im Jahre 1779 von
                                 dem Monarchen &#x017F;elb&#x017F;t mit einem<lb/>
Briefe erhalten,
                                 aus dem wir nur folgende Stelle anführen:<lb/>
&#x201C;Sagen Sie mir
                                 Jhr Urtheil über die Stücke, die ich
                                 Jhnen<lb/>
&#x201C;&#x017F;chicke, ganz offenherzig. Jch habe
                                 &#x017F;ie zur Belehrung meiner<lb/>
&#x201C;Kleinneffen <hi rendition="#aq">(petits-neveux)</hi> verfertigt, wenn &#x017F;ie
                                 im Stande<lb/>
&#x201C;&#x017F;eyn werden, &#x017F;ie mit einigem
                                 Vortheil zu le&#x017F;en. Sie wer-<lb/>
&#x201C;den hier
                                 metaphy&#x017F;i&#x017F;che und be&#x017F;onders morali&#x017F;che
                                 Grund&#x017F;ätze<lb/>
&#x201C;finden, die &#x017F;ie zu ihrem Nutzen
                                 verwenden können. Sie &#x017F;ind<lb/>
&#x201C;der er&#x017F;te, dem
                                 ich &#x017F;ie mittheile. Voltaire und
                                 d&#x2019;Alembert<lb/>
&#x201C;würden mir gewi&#x017F;&#x017F;e
                                 Stellen, deren Jnhalt ihren Lehr&#x017F;ätzen<lb/>
&#x201C;gerade zu
                                 entgegen ge&#x017F;etzt i&#x017F;t, niemals verziehen haben,
                                 und<lb/>
&#x201C;deshalb ich die&#x017F;er Gedichte auch nie in
                                 meinen Briefen an<lb/>
&#x201C;&#x017F;ie erwähnt, u. &#x017F;.
                                 w.&#x201D; Von der Wahl der Gegen&#x017F;tände kann<lb/>
man
                                 &#x017F;ich &#x017F;chon aus den Ueber&#x017F;chriften einen Begriff
                                 machen:<lb/>
1) <hi rendition="#aq">L&#x2019;E&#x017F;prit. 2)
                                     L&#x2019;Imagination. 3) Le Caractère. 4)
                                     L&#x2019;Amour-<lb/>
propre. 5) L&#x2019;Amour &amp;
                                     L&#x2019;Amitié. 6) La Conver&#x017F;ation &amp; la<lb/>
Société.
                                     7) Le Préjugé &amp; l&#x2019;Opinion. 8) Le Ridicule. 9)
                                     Les<lb/>
Femmes. 10) La complai&#x017F;ance qu&#x2019;elles ont
                                     en leur beauté.<lb/>
11) La matrone d&#x2019;Ephè&#x017F;e,
                                     conte.</hi> Das Ganze wird wenig-<lb/>
&#x017F;tens 30 Bogen gr.
                                 8. betragen, und auf prächtiges Papier<lb/>
mit &#x017F;chöner
                                 Schrift in London gedruckt. Die Sub&#x017F;cription<lb/>
bleibt bis
                                 Ende Augu&#x017F;t offen. Der Preis i&#x017F;t 1 Rthlr. 22
                                 Gr.<lb/>
Conventionsgeld, der nachherige Ladenpreis 2 Rthlr. 14
                                 Gr.<lb/>
Jn Deut&#x017F;chland wendet man &#x017F;ich mit
                                 Be&#x017F;tellungen nach Gotha an<lb/><hi rendition="#et">die
                                     Ettinger&#x017F;che Buchhandlung.</hi></hi> </p>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <div type="jAn">
            <head> <hi rendition="#fr">Jn Chri&#x017F;tian Gottlob Hil&#x017F;chers Buchhandlung in Leipzig
                             &#x017F;ind in<lb/>
der Jubilate-Me&#x017F;&#x017F;e 1789 folgende neue
                             Bücher gedruckt:</hi> </head>
            <p> <hi rendition="#fr">
                <list>
                  <item>Perfect&#x2019;s (Will.) auserle&#x017F;ene Fälle von
                             ver&#x017F;chiedenen Arten des<lb/>
Wahn&#x017F;innes, neb&#x017F;t ihren
                             Heilarten, 8. 16 Gr.</item><lb/>
                  <item>Anecdotenbuch für meine lieben Amtsbrüder,
                             Prie&#x017F;ter und Le-<lb/>
viten, 6ter Theil, 8. 1 Thlr.</item><lb/>
                  <item>Köppens (D. J.) das Recht der Für&#x017F;ten, die
                             Religions-Lehrer<lb/>
auf ein ve&#x017F;t&#x017F;tehendes Symbol zu
                             verpflichten, 8. 8 Gr.</item><lb/>
                  <item>Ueber das Schuldenwe&#x017F;en der Säch&#x017F;i&#x017F;chen Bauern,
                                         und einige<lb/>
Mittel, &#x017F;ie wider den fernern Verfall
                                         zu &#x017F;ichern, 8. 5 Gr.</item><lb/>
                  <item><hi rendition="#aq">Catalogue rai&#x017F;onné de l&#x2019;Oeuvres de
                                             feu G. F. Schmidt,</hi> 8.<lb/>
20 Gr.</item><lb/>
                  <item>Böttiger (<hi rendition="#aq">M.</hi> L. A.) über das be&#x017F;te
                                         Mittel, die Studir&#x017F;ucht<lb/>
derer, die zu
                                         &#x017F;tudiren keinen Beruf haben, zu hemmen<lb/>
oder
                                         un&#x017F;chädlich zu machen, 8. 6 Gr.</item><lb/>
                  <item>Send&#x017F;chreiben eines chri&#x017F;tlichen Layen, an den
                             &#x017F;ogenannten<lb/>
alten redlichen Prediger, und
                             Verfa&#x017F;&#x017F;er des Briefs an des<lb/>
Herrn
                             Staatsmini&#x017F;ters von Wöllner Excellenz zu Berlin, 8.<lb/>
3
                             Gr.</item><lb/>
                  <item>Kleine unterhaltende Romane und Erzählungen für die
                             Muße-<lb/>
Stunden gebildeter Le&#x017F;er, 1&#x017F;ter Band. 12
                             Gr.</item><lb/>
                  <item>Zeichenbuch für die er&#x017F;ten Anfänger in der
                             Zeichenkun&#x017F;t, Fol.<lb/>
16 Gr.</item><lb/>
                  <item>Unterhaltungen für Anfänger in der Zeichenkunft, 10ter
                             Theil,<lb/>
Fol. 8 Gr.</item><lb/>
                  <item>Wolffs Unterricht in allen Theilen der Mu&#x017F;ik, Fol. 3
                             Thlr.</item><lb/>
                  <item><hi rendition="#aq">Teyber trois Quatuor pour deux Violons, Alto &amp;
                                 Ba&#x017F;&#x017F;e, Fol.</hi><lb/>
1 Thlr. 16 Gr.</item><lb/>
                  <item><hi rendition="#aq">Koehler, zwölf Lieder mit Ge&#x017F;ang,
                                 Quer-Folio.</hi> 16 Gr.</item><lb/>
                  <item>Pro&#x017F;pecte von einigen Gegenden von Sach&#x017F;en, Fyl. 1
                             Thlr.<lb/>
16 Gr.</item><lb/>
                  <item>Münzen aller Länder, 8. 2 Gr.</item>
                </list>
              </hi> </p>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#fr">Dem hie&#x017F;igen Wohllöblichen Niedergerichte haben
                                 Teibche<lb/>
Wallich, <hi rendition="#aq">cum Curatore,</hi> Meyer
                                 Jonas Gold&#x017F;chmidt, <hi rendition="#aq">uxor.<lb/>
nom.</hi> Teile, geb. Wallich, Jacob Simon Neu&#x017F;tädel, <hi rendition="#aq">ux. nom.</hi><lb/>
Hanna, geb. Wallich, Philipp
                                 J&#x017F;aac Gans, <hi rendition="#aq">ux. nom.</hi> E&#x017F;ter,<lb/>
geb. Wallich, Golde &amp; Lutzee Wallich, <hi rendition="#aq">cum Curatore,</hi> Elias<lb/>
Wulff Abraham von
                                 Halle, Jacob Mo&#x017F;es Schle&#x017F;inger und Levin<lb/>
Hertz, <hi rendition="#aq">tut. nom.</hi> Mo&#x017F;es, Levin &amp;
                                 Beile Schle&#x017F;iuger, durch ihren<lb/>
Anwald abermals <hi rendition="#aq">implorando</hi> zu vernehmen gegeben,
                                 welcher-<lb/>
ge&#x017F;talt am 10ten April die&#x017F;es Jahrs
                                 hie&#x017F;elb&#x017F;t der weyland<lb/>
Herzogl.
                                 Mecklenburgi&#x017F;che Hof-Agent, Daniel Salomon Wallich,<lb/>
mit
                                 Hinterla&#x017F;&#x017F;ung ihrer der Jmploranti&#x017F;chen Wittwe
                                 und Erben<lb/>
ver&#x017F;torben wäre. Ohnerachtet nun bey der
                                 genaue&#x017F;ten Unter-<lb/><cb/>
&#x017F;uchung
                                 de&#x017F;&#x017F;en Verla&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft
                                 &#x017F;olche in der größten und pünkt-<lb/>
lich&#x017F;ten Ordnung
                                 befunden worden, und aus den Handlungs-<lb/>
büchern nichts
                                 hervorgienge, daß irgend jemand einige An-<lb/>
&#x017F;prache daran
                                 zu machen hätte; &#x017F;o wollten &#x017F;ie dennoch
                                 in<lb/>
Hin&#x017F;icht ausgebreiteten Handlungsverkehrs, worinn ihr
                                 Erb-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;er ge&#x017F;tanden, und zur
                                 völlig&#x017F;ten Sicher&#x017F;tellung gegen etwa-<lb/>
nige
                                 unbekannte Gläubiger, nach Ablauf des er&#x017F;ten, um
                                 ein<lb/>
öffentliches <hi rendition="#aq">&#x017F;ecundum</hi> Proclama dahin geziemend bitten, daß<lb/>
alle und jede, welche an
                                 den Nachlaß des allhier ver&#x017F;torbenen<lb/>
weyland Herzogl.
                                 Mecklenburgi&#x017F;chen Hof-Agenten, Daniel<lb/>
Salomon Wallich, <hi rendition="#aq">ex quocunque capite vel cau&#x017F;a</hi> An&#x017F;prache<lb/>
und Forderung zu haben vermeynten, &#x017F;ich
                                 damit <hi rendition="#aq">in termino<lb/>
peremtorie
                                     præfigendo &#x017F;ub p&#x0153;na præclu&#x017F;i
                                     et perpetui &#x017F;ilentii</hi><lb/>
zu melden, und
                                 &#x017F;olche rechtlicher Art nach zu ju&#x017F;tificiren
                                 &#x017F;chul-<lb/>
dig &#x017F;eyn &#x017F;ollten. Die&#x017F;em <hi rendition="#aq">Petito Proclamatis</hi> i&#x017F;t gerichtlich
                                 defe-<lb/>
riret, und der 31&#x017F;te Augu&#x017F;t <hi rendition="#aq">a. c. pro termino peremtorio</hi> an-<lb/>
ge&#x017F;etzet worden.</hi> </p>
            <closer>
              <dateline> <hi rendition="#fr">Hamburg, den 16ten Julii 1789.</hi> </dateline>
            </closer>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <div type="jAn">
            <head> <hi rendition="#aq #c"> <hi rendition="#g">AVERTISSEMENT.</hi> </hi> </head><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr">Nachdem von des ver&#x017F;torbenen Peter Schrammes
                                 gewe&#x017F;enen<lb/>
Ausgedingers in dem unter E. E. Dom&#x017F;tift
                                 St. Petri zu<lb/>
Budißin gehörigem Dorfe Nim&#x017F;chütz
                                 hinterla&#x017F;&#x017F;enen Söhnen,<lb/>
Johann und Jacob Andreas
                                 Schramm, &#x017F;ich bereits &#x017F;eit re&#x017F;p.<lb/>
25 und 24
                                 Jahren außer Landes begeben, wovon der er&#x017F;tere,<lb/>
der
                                 Kaufmann&#x017F;chaft nach, nach Rei&#x017F;ch-Lemberg in Pohlen,
                                 und<lb/>
der Letztere in die Schweiz &#x017F;ich gewendet haben
                                 &#x017F;oll, deren<lb/>
allhier lebende Ge&#x017F;chwi&#x017F;ter
                                 aber von ihrem Aufenthalte, Leben<lb/>
oder Tode &#x017F;eit
                                 die&#x017F;er Zeit nichts in Erfahrung bringen können,<lb/>
und
                                 dahero auf deren An&#x017F;uchen, nach Anleitung des
                                 unterm<lb/>
13ten November 1779 wegen Verkürzung der <hi rendition="#aq">curæ ab&#x017F;entium</hi><lb/>
ins Land
                                 ergangenen gnädig&#x017F;ten <hi rendition="#aq">Generalis,</hi> die
                                 obernannten<lb/>
abwe&#x017F;enden Gebrüder, der Schramme, wie auch
                                 männiglich,<lb/>
&#x017F;o an deren ihnen nach Ableben ihrer Eltern
                                 zugefallenen in<lb/>
gerichtlicher Be&#x017F;orgung &#x017F;tehenden
                                 Vermögen, einen aus was<lb/>
immer für einem Titel herrührenden
                                 An&#x017F;pruch zu haben ver-<lb/>
meynen, mittel&#x017F;t
                                 erla&#x017F;&#x017F;ener &#x017F;owol an hie&#x017F;iger
                                 Gerichts&#x017F;telle,<lb/>
als auch unter denen Rathhäu&#x017F;ern
                                 der hier ländigen Sechs-<lb/>
Stadt Görlitz, der Churfür&#x017F;tl.
                                 Säch&#x017F;i&#x017F;chen Creys-Städte,<lb/>
Meißen und Wittenberg,
                                 wie auch zu Rei&#x017F;ch-Lemberg in Poh-<lb/>
len, und zu Bern, in
                                 der Schweiz, öffentlich affigirten Edicta-<lb/>
lien <hi rendition="#aq">peremtoria</hi> und <hi rendition="#aq">&#x017F;ub p&#x0153;na præclu&#x017F;i,</hi> imgleichen
                                 bey Ver-<lb/>
lu&#x017F;t des <hi rendition="#aq">Beneficii
                                     re&#x017F;titutionis in integrum,</hi> vorgeladen wor-<lb/>
den,
                                 in dem auf dem 31&#x017F;ten December <hi rendition="#aq">a. c.</hi> anberaumten<lb/>
Edictal-Termine zu rechter früher Gerichtszeit vor
                                 der Dom-<lb/>
&#x017F;tifts-Kanzley in Budißin &#x017F;ich anzugeben,
                                 ihr Succeßions-Recht<lb/>
oder &#x017F;on&#x017F;tige
                                 An&#x017F;prüche zu liquidiren und zu be&#x017F;cheinigen,
                                 unter<lb/>
der Verwarnung, daß außerdem obernannte beyde
                                 Abwe&#x017F;en-<lb/>
den für todt erkläret, auch &#x017F;on&#x017F;t
                                 männiglich für präcludirt ge-<lb/>
achtet, und das denen
                                 abwe&#x017F;enden Gebrüder, der Schramme,<lb/>
zu&#x017F;tändige
                                 Vermögen denen &#x017F;ich legitimirten näch&#x017F;ten
                                 Anver-<lb/>
wandten zuerkannt, auch hierüber auf dem 17ten April
                                 1790<lb/>
ein Be&#x017F;cheid eröffnet werden &#x017F;oll: Als wird
                                 &#x017F;olches hierdurch<lb/>
ebenfalls öffentlich bekannt gemacht.
                                 &#x2014; </hi> </p>
            <closer>
              <dateline> <hi rendition="#fr">Budißin, den 9ten<lb/>
Julii 1789.</hi> </dateline><lb/>
              <signed> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#right">Dom&#x017F;tifts-Kanzley da&#x017F;elb&#x017F;t.<space dim="horizontal"/></hi> </hi> </signed>
            </closer>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <div type="jAn">
            <head>Wir <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k #g">Friedrich Wilhelm,</hi></hi> von Gottes Gnaden König von<lb/>
Preußen, &#xA75B;c.
                         &#xA75B;c.</head><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">B</hi>efehlen Euch, dem aus dem Arre&#x017F;t zu
                         Stolzenberg ent-<lb/>
wichenen dimittirten Hauptmann, nachherigen
                         För&#x017F;ter,<lb/>
Hans Siegfried von Thiele, <hi rendition="#aq">in Termino</hi> den 25&#x017F;ten Augu&#x017F;t<lb/>
d. J. allhier bey
                         Un&#x017F;erer Kammer Ju&#x017F;tiz-Deputation vor Un-<lb/>
&#x017F;erm
                         Deputato, dem Aßi&#x017F;tenzrath Riedel, zu er&#x017F;cheinen,
                         wegen<lb/>
der unternommenen Flucht Rede und Antwort zu geben, und<lb/>
das
                         gegen Un&#x017F;er wider Euch ge&#x017F;prochenes Urtheil vom 6ten
                         No-<lb/>
vember 1787 eingewandte Rechtsmittel der weitern Verthei-<lb/>
digung
                         fortzu&#x017F;etzen; widrigenfalls und im Ausbleibungsfall<lb/>
Jhr zu
                         die&#x017F;em Rechtsmittel nicht weiter ver&#x017F;tattet, &#x017F;ondern
                         da-<lb/>
mit präcludiret, das gedachte Urtheil für
                         Rechtskräftig erkläret,<lb/>
der darinn auf 4340 Rthlr. 17
                         Gr. 9 einfünftel Pfenning be-<lb/>
&#x017F;timmte
                         Ca&#x017F;&#x017F;endefect aus Eurem zurückgela&#x017F;&#x017F;enen
                         Vermögen,<lb/>
&#x017F;o weit &#x017F;olches zureicht, beygetrieben,
                         und der Euch <hi rendition="#aq">&#x017F;alva fama</hi><lb/>
zuerkannte
                         &#x017F;echsläbrige Ve&#x017F;tungs-Arte&#x017F;t zu allen Zeiten,
                         &#x017F;obald<lb/>
man Eurer habhaft werden kann, an Euch vollzogen
                         werden<lb/>
wird. </hi> </p>
            <closer>
              <dateline> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#aq">Signatum</hi> Marienwerder, den 11ten
                         May 1789.</hi> </dateline><lb/>
              <signed> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#right">Königl. We&#x017F;tpreußi&#x017F;che Krieges- und
                             Domainen-</hi><lb/> <hi rendition="#c">Kammer Ju&#x017F;tiz-Deputation.</hi> </hi> </signed>
            </closer><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[7]/0007] Nachricht. Ein Ungenannter giebt dem Publicum die gewiß ſehr an- genehme Nachricht, daß er zehn noch ungedruckte Epitres philoſophiques & morales, und eine Erzählung von Friedrich dem Großen in Händen habe, und nun als einen Beytrag zu der immer noch unvollſtändigen Sammlung der Oeuvres de Frederic auf Unterzeichnung herauszugeben geſonnen ſey. Er hat ſie im Jahre 1779 von dem Monarchen ſelbſt mit einem Briefe erhalten, aus dem wir nur folgende Stelle anführen: “Sagen Sie mir Jhr Urtheil über die Stücke, die ich Jhnen “ſchicke, ganz offenherzig. Jch habe ſie zur Belehrung meiner “Kleinneffen (petits-neveux) verfertigt, wenn ſie im Stande “ſeyn werden, ſie mit einigem Vortheil zu leſen. Sie wer- “den hier metaphyſiſche und beſonders moraliſche Grundſätze “finden, die ſie zu ihrem Nutzen verwenden können. Sie ſind “der erſte, dem ich ſie mittheile. Voltaire und d’Alembert “würden mir gewiſſe Stellen, deren Jnhalt ihren Lehrſätzen “gerade zu entgegen geſetzt iſt, niemals verziehen haben, und “deshalb ich dieſer Gedichte auch nie in meinen Briefen an “ſie erwähnt, u. ſ. w.” Von der Wahl der Gegenſtände kann man ſich ſchon aus den Ueberſchriften einen Begriff machen: 1) L’Eſprit. 2) L’Imagination. 3) Le Caractère. 4) L’Amour- propre. 5) L’Amour & L’Amitié. 6) La Converſation & la Société. 7) Le Préjugé & l’Opinion. 8) Le Ridicule. 9) Les Femmes. 10) La complaiſance qu’elles ont en leur beauté. 11) La matrone d’Ephèſe, conte. Das Ganze wird wenig- ſtens 30 Bogen gr. 8. betragen, und auf prächtiges Papier mit ſchöner Schrift in London gedruckt. Die Subſcription bleibt bis Ende Auguſt offen. Der Preis iſt 1 Rthlr. 22 Gr. Conventionsgeld, der nachherige Ladenpreis 2 Rthlr. 14 Gr. Jn Deutſchland wendet man ſich mit Beſtellungen nach Gotha an die Ettingerſche Buchhandlung. Jn Chriſtian Gottlob Hilſchers Buchhandlung in Leipzig ſind in der Jubilate-Meſſe 1789 folgende neue Bücher gedruckt: Perfect’s (Will.) auserleſene Fälle von verſchiedenen Arten des Wahnſinnes, nebſt ihren Heilarten, 8. 16 Gr. Anecdotenbuch für meine lieben Amtsbrüder, Prieſter und Le- viten, 6ter Theil, 8. 1 Thlr. Köppens (D. J.) das Recht der Fürſten, die Religions-Lehrer auf ein veſtſtehendes Symbol zu verpflichten, 8. 8 Gr. Ueber das Schuldenweſen der Sächſiſchen Bauern, und einige Mittel, ſie wider den fernern Verfall zu ſichern, 8. 5 Gr. Catalogue raiſonné de l’Oeuvres de feu G. F. Schmidt, 8. 20 Gr. Böttiger (M. L. A.) über das beſte Mittel, die Studirſucht derer, die zu ſtudiren keinen Beruf haben, zu hemmen oder unſchädlich zu machen, 8. 6 Gr. Sendſchreiben eines chriſtlichen Layen, an den ſogenannten alten redlichen Prediger, und Verfaſſer des Briefs an des Herrn Staatsminiſters von Wöllner Excellenz zu Berlin, 8. 3 Gr. Kleine unterhaltende Romane und Erzählungen für die Muße- Stunden gebildeter Leſer, 1ſter Band. 12 Gr. Zeichenbuch für die erſten Anfänger in der Zeichenkunſt, Fol. 16 Gr. Unterhaltungen für Anfänger in der Zeichenkunft, 10ter Theil, Fol. 8 Gr. Wolffs Unterricht in allen Theilen der Muſik, Fol. 3 Thlr. Teyber trois Quatuor pour deux Violons, Alto & Baſſe, Fol. 1 Thlr. 16 Gr. Koehler, zwölf Lieder mit Geſang, Quer-Folio. 16 Gr. Proſpecte von einigen Gegenden von Sachſen, Fyl. 1 Thlr. 16 Gr. Münzen aller Länder, 8. 2 Gr. Dem hieſigen Wohllöblichen Niedergerichte haben Teibche Wallich, cum Curatore, Meyer Jonas Goldſchmidt, uxor. nom. Teile, geb. Wallich, Jacob Simon Neuſtädel, ux. nom. Hanna, geb. Wallich, Philipp Jſaac Gans, ux. nom. Eſter, geb. Wallich, Golde & Lutzee Wallich, cum Curatore, Elias Wulff Abraham von Halle, Jacob Moſes Schleſinger und Levin Hertz, tut. nom. Moſes, Levin & Beile Schleſiuger, durch ihren Anwald abermals implorando zu vernehmen gegeben, welcher- geſtalt am 10ten April dieſes Jahrs hieſelbſt der weyland Herzogl. Mecklenburgiſche Hof-Agent, Daniel Salomon Wallich, mit Hinterlaſſung ihrer der Jmplorantiſchen Wittwe und Erben verſtorben wäre. Ohnerachtet nun bey der genaueſten Unter- ſuchung deſſen Verlaſſenſchaft ſolche in der größten und pünkt- lichſten Ordnung befunden worden, und aus den Handlungs- büchern nichts hervorgienge, daß irgend jemand einige An- ſprache daran zu machen hätte; ſo wollten ſie dennoch in Hinſicht ausgebreiteten Handlungsverkehrs, worinn ihr Erb- laſſer geſtanden, und zur völligſten Sicherſtellung gegen etwa- nige unbekannte Gläubiger, nach Ablauf des erſten, um ein öffentliches ſecundum Proclama dahin geziemend bitten, daß alle und jede, welche an den Nachlaß des allhier verſtorbenen weyland Herzogl. Mecklenburgiſchen Hof-Agenten, Daniel Salomon Wallich, ex quocunque capite vel cauſa Anſprache und Forderung zu haben vermeynten, ſich damit in termino peremtorie præfigendo ſub pœna præcluſi et perpetui ſilentii zu melden, und ſolche rechtlicher Art nach zu juſtificiren ſchul- dig ſeyn ſollten. Dieſem Petito Proclamatis iſt gerichtlich defe- riret, und der 31ſte Auguſt a. c. pro termino peremtorio an- geſetzet worden. Hamburg, den 16ten Julii 1789. AVERTISSEMENT. Nachdem von des verſtorbenen Peter Schrammes geweſenen Ausgedingers in dem unter E. E. Domſtift St. Petri zu Budißin gehörigem Dorfe Nimſchütz hinterlaſſenen Söhnen, Johann und Jacob Andreas Schramm, ſich bereits ſeit reſp. 25 und 24 Jahren außer Landes begeben, wovon der erſtere, der Kaufmannſchaft nach, nach Reiſch-Lemberg in Pohlen, und der Letztere in die Schweiz ſich gewendet haben ſoll, deren allhier lebende Geſchwiſter aber von ihrem Aufenthalte, Leben oder Tode ſeit dieſer Zeit nichts in Erfahrung bringen können, und dahero auf deren Anſuchen, nach Anleitung des unterm 13ten November 1779 wegen Verkürzung der curæ abſentium ins Land ergangenen gnädigſten Generalis, die obernannten abweſenden Gebrüder, der Schramme, wie auch männiglich, ſo an deren ihnen nach Ableben ihrer Eltern zugefallenen in gerichtlicher Beſorgung ſtehenden Vermögen, einen aus was immer für einem Titel herrührenden Anſpruch zu haben ver- meynen, mittelſt erlaſſener ſowol an hieſiger Gerichtsſtelle, als auch unter denen Rathhäuſern der hier ländigen Sechs- Stadt Görlitz, der Churfürſtl. Sächſiſchen Creys-Städte, Meißen und Wittenberg, wie auch zu Reiſch-Lemberg in Poh- len, und zu Bern, in der Schweiz, öffentlich affigirten Edicta- lien peremtoria und ſub pœna præcluſi, imgleichen bey Ver- luſt des Beneficii reſtitutionis in integrum, vorgeladen wor- den, in dem auf dem 31ſten December a. c. anberaumten Edictal-Termine zu rechter früher Gerichtszeit vor der Dom- ſtifts-Kanzley in Budißin ſich anzugeben, ihr Succeßions-Recht oder ſonſtige Anſprüche zu liquidiren und zu beſcheinigen, unter der Verwarnung, daß außerdem obernannte beyde Abweſen- den für todt erkläret, auch ſonſt männiglich für präcludirt ge- achtet, und das denen abweſenden Gebrüder, der Schramme, zuſtändige Vermögen denen ſich legitimirten nächſten Anver- wandten zuerkannt, auch hierüber auf dem 17ten April 1790 ein Beſcheid eröffnet werden ſoll: Als wird ſolches hierdurch ebenfalls öffentlich bekannt gemacht. — Budißin, den 9ten Julii 1789. Domſtifts-Kanzley daſelbſt. Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, ꝛc. ꝛc. Befehlen Euch, dem aus dem Arreſt zu Stolzenberg ent- wichenen dimittirten Hauptmann, nachherigen Förſter, Hans Siegfried von Thiele, in Termino den 25ſten Auguſt d. J. allhier bey Unſerer Kammer Juſtiz-Deputation vor Un- ſerm Deputato, dem Aßiſtenzrath Riedel, zu erſcheinen, wegen der unternommenen Flucht Rede und Antwort zu geben, und das gegen Unſer wider Euch geſprochenes Urtheil vom 6ten No- vember 1787 eingewandte Rechtsmittel der weitern Verthei- digung fortzuſetzen; widrigenfalls und im Ausbleibungsfall Jhr zu dieſem Rechtsmittel nicht weiter verſtattet, ſondern da- mit präcludiret, das gedachte Urtheil für Rechtskräftig erkläret, der darinn auf 4340 Rthlr. 17 Gr. 9 einfünftel Pfenning be- ſtimmte Caſſendefect aus Eurem zurückgelaſſenen Vermögen, ſo weit ſolches zureicht, beygetrieben, und der Euch ſalva fama zuerkannte ſechsläbrige Veſtungs-Arteſt zu allen Zeiten, ſobald man Eurer habhaft werden kann, an Euch vollzogen werden wird. Signatum Marienwerder, den 11ten May 1789. Königl. Weſtpreußiſche Krieges- und Domainen- Kammer Juſtiz-Deputation.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T10:32:49Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: wie Vorlage; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: dokumentiert; rundes r (&#xa75b;): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: wie Vorlage; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1182507_1789
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1182507_1789/7
Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 118, Hamburg, 25. Juli 1789, S. [7]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1182507_1789/7>, abgerufen am 22.08.2019.