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Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 132, Hamburg, 21. August 1731.

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"verbrennet, diejenigen aber, welche sie wegen
"solcher vermeynten und nur ihrer Seelen schäd-
"liche Hülffe zu sich forden lassen, mit der Knute
"und nach Befinden auch am Leben gestraffet wer-
"den. Jedoch würden obenerwehnte Betrüger
"solch ihr gottloß getriebenes Wesen bereuen, und
"ohne Angebung eines andern, sich selbst, wegen
"solches begangenes Verbrechens angeben: so soll
"selbigen ihr Verbrechen ohne einzige Untersu-
"chung pardonniret werden.


   
(L.S.)Gedruckt in Moscau beym Senat

Die zu Reval angekommene Schiffe haben sich
seit dem 12. dieses biß auf 46. vermehret. Von
Cronstadt sind heute abgesegelt: Cap. John Han-
net und Martin Kohl; auch sind am abgewichenen
Sonntag in See gegangen: Voppe Backer, Mar-
tin Bartilz und Andreas Bunzen. Dahingegen ist
diesen Abend daselbst wieder eingekommen: Cap.
John Pierey von Copenhagen mit Ballast an
Georg Cruckstanck.



Gestern sind Ihro Königl. Majestät des Königs,
und der Königin Majestät, nebst Ihro Königl. Hoh.
der Princessin Charlotta Amalia, nach Jägerpries
abgegangen; und werden sich daselbst einige Wo-
chen erlustigen. Ihro Königl. Hoheit nebst Ihro
Durchl. der Frau Marggräfin aber sind auf Frie-
densburg geblieben. Gestern Morgen sind 6.
Compagnien von der Leib-Garde zu Pferde vor
dem Oster-Thor gewesen, haben daselbst die Kriegs-
Uebungen mit der grösten Accuratesse gemacht; und
sollen, so bald Ihro Königl. Majestät wieder in
dieser Stadt zurück kommen, gemustert werden.



Gestern hielte der Primas Regni bey den Cron-
Jesuitern seine gewöhnliche Andacht; allwo Zeit
wehrender Heil. Messe der junge Fürst Sangusto
in Beyseyn dessen Hrn. Vaters, wie auch Hrn. Re-
gimentarii Poniatowski und dessen Frau Gemah-
lin sich befande, und zu dero bevorstehenden Ver-
mählung mit der Fräulein Dänhoff in Woywod-
zanka Polocka; um einen Seegen anhielten wel-
chen gedachter Prinz auch erhalten. Darauf
wurden diese beyde um 6. Uhr Nachmittags von
dem Primas Regni copuliret, und die allhier be-
findliche Herrschafften, so bey dieser Heil. Verrich-
tung gegenwärtig waren, herrlich bewirthet.


[Spaltenumbruch]

Der Herr Ordinat befindet sich mit dessen Frau
Gemahlin und Herrn Sohn allhier zugegen. Der
vor einiger Zeit anhaltende starcke Regen verursa-
chet, daß die Erndte schlecht von statten gehet, auch
das Wasser in dem Fluß San bey Jaroslaw starck
angewachsen ist.



Briefe aus der Ukraine berichten, daß die allda
streiffende Cosacken mit Rauben und andern Ge-
waltthätigkeiten noch immer fortführen; wie sie
denn neulich wiederum einen Einfall gethan, und
einer Pohlnischen Fahne, die unterm Commando
des Herrn Starostens von Sochazon stehet, 131.
Pferde von der Weyde hinweggeführet haben; und
zwar mit einer solchen Behendigkeit, daß man
nicht einmahl erfahren können, wo selbige mit
diesem Raub ihren Weg hingenommen haben.



Wie versichert wird, sollen, wegen der durch
den Todes-Fall des Herrn Grafens von Perschma
verledigten Landes Hauptmas-Stelle im Fürsten-
thum Wohlau, der Herr Graf von Wratislau der
stärckeste Competent seyn. Zufolge Briefen aus
Genua wären auch die Kayserl. Trouppen mit dem
Kayserl. commandirenden Herrn General-Herrn
Baron von Wachtendonck, bereits in der Insul
Corsica angekommen, und hätten die Genueser
ihrer seits zu Wasser fast alle Zugänge eines ver-
meynten Succurses besagter Insul benommen;
also dörffte in kurzen etwas neues zu hören seyn.
Kurz vor Abgang der Post hatte man von Praag
zu vernehmen, daß den 6ten dieses der alldasige
Erz-Bischoff Herr Graf von Kühnburg mit Tode
abgegangen sey.



Am Dienstag hat sich der neue Chur-Braun-
schweig-Lüneburgische Comitial-Gesandte, Frey-
herr von Hugo, gehöriger Orten legitimiret, und
solches so fort, gewöhnlichermassen, kund thun las-
sen, und die Complimente darauf empfangen.
Verwichenen Donnerstag sind des nach Cölln und
selbigem Creyse bestimmten Gesandtens und Reichs-
Hof-Rahts, Baron von Binder Excellenz, mit
der Post allhier angelanget, welche sich ein paar
Tage allhier aufgehalten, um dero zu Wasser her-
auf gegangene Familie und Bagage abzuwarten.
Weil nun solche gestern würklich angelanget, so
stehen Se. Excellenz in Begriff, dero Reise ferner
fortzusezen.


[Spaltenumbruch]

„verbrennet, diejenigen aber, welche ſie wegen
„ſolcher vermeynten und nur ihrer Seelen ſchaͤd-
„liche Huͤlffe zu ſich forden laſſen, mit der Knute
„und nach Befinden auch am Leben geſtraffet wer-
„den. Jedoch wuͤrden obenerwehnte Betruͤger
„ſolch ihr gottloß getriebenes Weſen bereuen, und
„ohne Angebung eines andern, ſich ſelbſt, wegen
„ſolches begangenes Verbrechens angeben: ſo ſoll
„ſelbigen ihr Verbrechen ohne einzige Unterſu-
„chung pardonniret werden.


   
(L.S.)Gedruckt in Moscau beym Senat

Die zu Reval angekommene Schiffe haben ſich
ſeit dem 12. dieſes biß auf 46. vermehret. Von
Cronſtadt ſind heute abgeſegelt: Cap. John Han-
net und Martin Kohl; auch ſind am abgewichenen
Sonntag in See gegangen: Voppe Backer, Mar-
tin Bartilz und Andreas Bunzen. Dahingegen iſt
dieſen Abend daſelbſt wieder eingekommen: Cap.
John Pierey von Copenhagen mit Ballaſt an
Georg Cruckſtanck.



Geſtern ſind Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt des Koͤnigs,
und der Koͤnigin Majeſtaͤt, nebſt Ihro Koͤnigl. Hoh.
der Princeſſin Charlotta Amalia, nach Jaͤgerpries
abgegangen; und werden ſich daſelbſt einige Wo-
chen erluſtigen. Ihro Koͤnigl. Hoheit nebſt Ihro
Durchl. der Frau Marggraͤfin aber ſind auf Frie-
densburg geblieben. Geſtern Morgen ſind 6.
Compagnien von der Leib-Garde zu Pferde vor
dem Oſter-Thor geweſen, haben daſelbſt die Kriegs-
Uebungen mit der groͤſten Accurateſſe gemacht; und
ſollen, ſo bald Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt wieder in
dieſer Stadt zuruͤck kommen, gemuſtert werden.



Geſtern hielte der Primas Regni bey den Cron-
Jeſuitern ſeine gewoͤhnliche Andacht; allwo Zeit
wehrender Heil. Meſſe der junge Fuͤrſt Sangusto
in Beyſeyn deſſen Hrn. Vaters, wie auch Hrn. Re-
gimentarii Poniatowski und deſſen Frau Gemah-
lin ſich befande, und zu dero bevorſtehenden Ver-
maͤhlung mit der Fraͤulein Daͤnhoff in Woywod-
zanka Polocka; um einen Seegen anhielten wel-
chen gedachter Prinz auch erhalten. Darauf
wurden dieſe beyde um 6. Uhr Nachmittags von
dem Primas Regni copuliret, und die allhier be-
findliche Herrſchafften, ſo bey dieſer Heil. Verrich-
tung gegenwaͤrtig waren, herrlich bewirthet.


[Spaltenumbruch]

Der Herr Ordinat befindet ſich mit deſſen Frau
Gemahlin und Herrn Sohn allhier zugegen. Der
vor einiger Zeit anhaltende ſtarcke Regen verurſa-
chet, daß die Erndte ſchlecht von ſtatten gehet, auch
das Waſſer in dem Fluß San bey Jaroslaw ſtarck
angewachſen iſt.



Briefe aus der Ukraine berichten, daß die allda
ſtreiffende Coſacken mit Rauben und andern Ge-
waltthaͤtigkeiten noch immer fortfuͤhren; wie ſie
denn neulich wiederum einen Einfall gethan, und
einer Pohlniſchen Fahne, die unterm Commando
des Herrn Staroſtens von Sochazon ſtehet, 131.
Pferde von der Weyde hinweggefuͤhret haben; und
zwar mit einer ſolchen Behendigkeit, daß man
nicht einmahl erfahren koͤnnen, wo ſelbige mit
dieſem Raub ihren Weg hingenommen haben.



Wie verſichert wird, ſollen, wegen der durch
den Todes-Fall des Herrn Grafens von Perſchma
verledigten Landes Hauptmas-Stelle im Fuͤrſten-
thum Wohlau, der Herr Graf von Wratislau der
staͤrckeſte Competent ſeyn. Zufolge Briefen aus
Genua waͤren auch die Kayſerl. Trouppen mit dem
Kayſerl. commandirenden Herrn General-Herrn
Baron von Wachtendonck, bereits in der Inſul
Corſica angekommen, und haͤtten die Genueſer
ihrer ſeits zu Waſſer faſt alle Zugaͤnge eines ver-
meynten Succurſes beſagter Inſul benommen;
alſo doͤrffte in kurzen etwas neues zu hoͤren ſeyn.
Kurz vor Abgang der Poſt hatte man von Praag
zu vernehmen, daß den 6ten dieſes der alldaſige
Erz-Biſchoff Herr Graf von Kuͤhnburg mit Tode
abgegangen ſey.



Am Dienſtag hat ſich der neue Chur-Braun-
ſchweig-Luͤneburgiſche Comitial-Geſandte, Frey-
herr von Hugo, gehoͤriger Orten legitimiret, und
ſolches ſo fort, gewoͤhnlichermaſſen, kund thun laſ-
ſen, und die Complimente darauf empfangen.
Verwichenen Donnerſtag ſind des nach Coͤlln und
ſelbigem Creyſe beſtim̃ten Geſandtens und Reichs-
Hof-Rahts, Baron von Binder Excellenz, mit
der Poſt allhier angelanget, welche ſich ein paar
Tage allhier aufgehalten, um dero zu Waſſer her-
auf gegangene Familie und Bagage abzuwarten.
Weil nun ſolche geſtern wuͤrklich angelanget, ſo
ſtehen Se. Excellenz in Begriff, dero Reiſe ferner
fortzuſezen.


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[[2]/0002] „verbrennet, diejenigen aber, welche ſie wegen „ſolcher vermeynten und nur ihrer Seelen ſchaͤd- „liche Huͤlffe zu ſich forden laſſen, mit der Knute „und nach Befinden auch am Leben geſtraffet wer- „den. Jedoch wuͤrden obenerwehnte Betruͤger „ſolch ihr gottloß getriebenes Weſen bereuen, und „ohne Angebung eines andern, ſich ſelbſt, wegen „ſolches begangenes Verbrechens angeben: ſo ſoll „ſelbigen ihr Verbrechen ohne einzige Unterſu- „chung pardonniret werden. (L.S.)Gedruckt in Moscau beym Senat den 20. May 1731. Aus den Rußiſchen See-Havens, den 21. Jul. 1. Aug. Die zu Reval angekommene Schiffe haben ſich ſeit dem 12. dieſes biß auf 46. vermehret. Von Cronſtadt ſind heute abgeſegelt: Cap. John Han- net und Martin Kohl; auch ſind am abgewichenen Sonntag in See gegangen: Voppe Backer, Mar- tin Bartilz und Andreas Bunzen. Dahingegen iſt dieſen Abend daſelbſt wieder eingekommen: Cap. John Pierey von Copenhagen mit Ballaſt an Georg Cruckſtanck. Copenhagen, den 14. Aug. Geſtern ſind Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt des Koͤnigs, und der Koͤnigin Majeſtaͤt, nebſt Ihro Koͤnigl. Hoh. der Princeſſin Charlotta Amalia, nach Jaͤgerpries abgegangen; und werden ſich daſelbſt einige Wo- chen erluſtigen. Ihro Koͤnigl. Hoheit nebſt Ihro Durchl. der Frau Marggraͤfin aber ſind auf Frie- densburg geblieben. Geſtern Morgen ſind 6. Compagnien von der Leib-Garde zu Pferde vor dem Oſter-Thor geweſen, haben daſelbſt die Kriegs- Uebungen mit der groͤſten Accurateſſe gemacht; und ſollen, ſo bald Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt wieder in dieſer Stadt zuruͤck kommen, gemuſtert werden. Warſchau, den 9. Auguſt. Geſtern hielte der Primas Regni bey den Cron- Jeſuitern ſeine gewoͤhnliche Andacht; allwo Zeit wehrender Heil. Meſſe der junge Fuͤrſt Sangusto in Beyſeyn deſſen Hrn. Vaters, wie auch Hrn. Re- gimentarii Poniatowski und deſſen Frau Gemah- lin ſich befande, und zu dero bevorſtehenden Ver- maͤhlung mit der Fraͤulein Daͤnhoff in Woywod- zanka Polocka; um einen Seegen anhielten wel- chen gedachter Prinz auch erhalten. Darauf wurden dieſe beyde um 6. Uhr Nachmittags von dem Primas Regni copuliret, und die allhier be- findliche Herrſchafften, ſo bey dieſer Heil. Verrich- tung gegenwaͤrtig waren, herrlich bewirthet. Zamoſc, den 2. Aug. Der Herr Ordinat befindet ſich mit deſſen Frau Gemahlin und Herrn Sohn allhier zugegen. Der vor einiger Zeit anhaltende ſtarcke Regen verurſa- chet, daß die Erndte ſchlecht von ſtatten gehet, auch das Waſſer in dem Fluß San bey Jaroslaw ſtarck angewachſen iſt. Kaminiec, den 30. Julii. Briefe aus der Ukraine berichten, daß die allda ſtreiffende Coſacken mit Rauben und andern Ge- waltthaͤtigkeiten noch immer fortfuͤhren; wie ſie denn neulich wiederum einen Einfall gethan, und einer Pohlniſchen Fahne, die unterm Commando des Herrn Staroſtens von Sochazon ſtehet, 131. Pferde von der Weyde hinweggefuͤhret haben; und zwar mit einer ſolchen Behendigkeit, daß man nicht einmahl erfahren koͤnnen, wo ſelbige mit dieſem Raub ihren Weg hingenommen haben. Wien, den 8. Aug. Wie verſichert wird, ſollen, wegen der durch den Todes-Fall des Herrn Grafens von Perſchma verledigten Landes Hauptmas-Stelle im Fuͤrſten- thum Wohlau, der Herr Graf von Wratislau der staͤrckeſte Competent ſeyn. Zufolge Briefen aus Genua waͤren auch die Kayſerl. Trouppen mit dem Kayſerl. commandirenden Herrn General-Herrn Baron von Wachtendonck, bereits in der Inſul Corſica angekommen, und haͤtten die Genueſer ihrer ſeits zu Waſſer faſt alle Zugaͤnge eines ver- meynten Succurſes beſagter Inſul benommen; alſo doͤrffte in kurzen etwas neues zu hoͤren ſeyn. Kurz vor Abgang der Poſt hatte man von Praag zu vernehmen, daß den 6ten dieſes der alldaſige Erz-Biſchoff Herr Graf von Kuͤhnburg mit Tode abgegangen ſey. Regenſpurg, den 6. Aug. Am Dienſtag hat ſich der neue Chur-Braun- ſchweig-Luͤneburgiſche Comitial-Geſandte, Frey- herr von Hugo, gehoͤriger Orten legitimiret, und ſolches ſo fort, gewoͤhnlichermaſſen, kund thun laſ- ſen, und die Complimente darauf empfangen. Verwichenen Donnerſtag ſind des nach Coͤlln und ſelbigem Creyſe beſtim̃ten Geſandtens und Reichs- Hof-Rahts, Baron von Binder Excellenz, mit der Poſt allhier angelanget, welche ſich ein paar Tage allhier aufgehalten, um dero zu Waſſer her- auf gegangene Familie und Bagage abzuwarten. Weil nun ſolche geſtern wuͤrklich angelanget, ſo ſtehen Se. Excellenz in Begriff, dero Reiſe ferner fortzuſezen.

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Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 132, Hamburg, 21. August 1731, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1322108_1731/2>, abgerufen am 20.03.2019.