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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 136, Hamburg, 26. August 1789.

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Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Mittewochen, den 26 August.)    
Num. 136.



[Beginn Spaltensatz]

Aus dem Archipelagus erhalten wir die Nachricht,
daß sich die daselbst kreuzenden Rußischen Kriegsfahr-
zeuge schon auf 14 vermehrt haben.

Hier ist ein Sourigi von der Pforte angekommen,
mit dem Befehl, daß sich alles, was Gewehr tragen
kann, schleunig zur Armee begeben soll.

Seit dem 6ten des v. M sind hier einige Personen
an der Pest gestorben, die von außen eingebracht
worden.

Die Französische Fregatte, Jphigenie, ist von hier
nach den Dardanellen gesegelt. Am Bord derselben
befindet sich der Prinz von Rohan-Guemene, welcher
Constantinopel besehen will.

Der berühmte Cara Osmann Oglu, welcher zur
Beschützung der Jnsel Scio ernannt war, schickt nun
seinen Neffen dahin, der morgen mit 1000 Mann die
Reise antreten wird.


Die Deputirten der Admiralitäts Collegien sind hier
angekommen, um ihre Conferenzen anzufangen.

Se. Durchl. der Erbstatthalter, reisen Jhrer Ge-
mahlinn, Königl. Hoheit, bis Loo entgegen, um Sie
hieher zu begleiten.


Auch hier sind wieder Unruhen wegen des Nichttra-
gens von Orangezeichen vorgefallen. Die Regierung
hat deshalb bekannt gemacht, daß jeder ein sichtbares
Orangezeichen, entweder eine Cocarde oder Schnur
auf dem Huth, oder einen Band vor der Brust tragen
soll. Wer mit einem solchen Zeichen nicht erscheint,
soll das erstemal 3 Gulden, das zweytemal 6 Gulden,
und das drittemal eine willkührlich zu bestimmende
Strafe zum Besten der Armen erlegen. Da auch der
Anstifter der hiesigen Unruhen mit einem Jnstrumente
versehen gewesen, das mit Kugeln angefüllt war, der-
[Spaltenumbruch] gleichen Jnstrumente aber nicht getragen werden dür-
fen, so ist das Tragen derselben aufs neue verboten
worden.


Den 18ten ist hier bey der Lutherischen Gemeine an
die Stelle des Herrn Mutzenbecher Herr Rudolph
Jänisch, Prediger zu Altengamm bey Hamburg, be-
rufen worden.


Die Einleitung zu dem merkwürdigen Kayserl. Edict,
wodurch die Bischöflichen Seminarien wieder herge-
stellt werden, lautet folgendermaßen:

"Durch Unser Edict vom 16ten October 1786 haben
Wir in Löwen ein Generalseminarium errichtet, welches
zum moralischen und einförmigen Unterricht aller derer
von Unsern Unterthanen bestimmt war, welche sich dem
heil. Predigtamt widmen wollten. Wir haben bey die-
ser Einrichtung keine andere Absicht gehabt, als das
geistliche und zeitliche Wohl Unserer Niederländischen
Unterthanen zu sichern, indem Wir ihnen aufgeklärte
und mildthätige Prediger verschafften, die in allen
Wissenschaften unterrichtet, und in allen nöthigen
Tugenden geübt wären, um die Pflichten dieses wich-
tigen Amts in ihrem ganzen Umfange zu erfüllen. Jn-
dessen haben wir mit Schmerzen sehen müssen, daß der
größte Theil der Nation Unsere heilsamen Absichten
über diesen, so wie über so viel andere Punkte, ver-
kannt hat, und sich überreden lassen, daß die Errich-
tung einer einzigen theologischen Schule in dem ge-
dachten Seminario zum Gegenstande habe, eine neue,
unserer heiligen Religion entgegen gesetzte Lehre einzu-
führen, da doch ihr wahrer Gegenstand kein anderer
war, als die wahren Grundsätze Unserer göttlichen Re-
ligion in ihrer ganzen Reinigkeit wieder herzustellen.
Bey diesem Zustande der Sachen, und in Betracht des
fatalen Vorurtheils, welches sich fast aller Gemüther

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Mittewochen, den 26 Auguſt.)    
Num. 136.



[Beginn Spaltensatz]

Aus dem Archipelagus erhalten wir die Nachricht,
daß ſich die daſelbſt kreuzenden Rußiſchen Kriegsfahr-
zeuge ſchon auf 14 vermehrt haben.

Hier iſt ein Sourigi von der Pforte angekommen,
mit dem Befehl, daß ſich alles, was Gewehr tragen
kann, ſchleunig zur Armee begeben ſoll.

Seit dem 6ten des v. M ſind hier einige Perſonen
an der Peſt geſtorben, die von außen eingebracht
worden.

Die Franzoͤſiſche Fregatte, Jphigenie, iſt von hier
nach den Dardanellen geſegelt. Am Bord derſelben
befindet ſich der Prinz von Rohan-Guemene, welcher
Conſtantinopel beſehen will.

Der beruͤhmte Cara Osmann Oglu, welcher zur
Beſchuͤtzung der Jnſel Scio ernannt war, ſchickt nun
ſeinen Neffen dahin, der morgen mit 1000 Mann die
Reiſe antreten wird.


Die Deputirten der Admiralitaͤts Collegien ſind hier
angekommen, um ihre Conferenzen anzufangen.

Se. Durchl. der Erbſtatthalter, reiſen Jhrer Ge-
mahlinn, Koͤnigl. Hoheit, bis Loo entgegen, um Sie
hieher zu begleiten.


Auch hier ſind wieder Unruhen wegen des Nichttra-
gens von Orangezeichen vorgefallen. Die Regierung
hat deshalb bekannt gemacht, daß jeder ein ſichtbares
Orangezeichen, entweder eine Cocarde oder Schnur
auf dem Huth, oder einen Band vor der Bruſt tragen
ſoll. Wer mit einem ſolchen Zeichen nicht erſcheint,
ſoll das erſtemal 3 Gulden, das zweytemal 6 Gulden,
und das drittemal eine willkuͤhrlich zu beſtimmende
Strafe zum Beſten der Armen erlegen. Da auch der
Anſtifter der hieſigen Unruhen mit einem Jnſtrumente
verſehen geweſen, das mit Kugeln angefuͤllt war, der-
[Spaltenumbruch] gleichen Jnſtrumente aber nicht getragen werden duͤr-
fen, ſo iſt das Tragen derſelben aufs neue verboten
worden.


Den 18ten iſt hier bey der Lutheriſchen Gemeine an
die Stelle des Herrn Mutzenbecher Herr Rudolph
Jaͤniſch, Prediger zu Altengamm bey Hamburg, be-
rufen worden.


Die Einleitung zu dem merkwuͤrdigen Kayſerl. Edict,
wodurch die Biſchoͤflichen Seminarien wieder herge-
ſtellt werden, lautet folgendermaßen:

“Durch Unſer Edict vom 16ten October 1786 haben
Wir in Loͤwen ein Generalſeminarium errichtet, welches
zum moraliſchen und einfoͤrmigen Unterricht aller derer
von Unſern Unterthanen beſtimmt war, welche ſich dem
heil. Predigtamt widmen wollten. Wir haben bey die-
ſer Einrichtung keine andere Abſicht gehabt, als das
geiſtliche und zeitliche Wohl Unſerer Niederlaͤndiſchen
Unterthanen zu ſichern, indem Wir ihnen aufgeklaͤrte
und mildthaͤtige Prediger verſchafften, die in allen
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Tugenden geuͤbt waͤren, um die Pflichten dieſes wich-
tigen Amts in ihrem ganzen Umfange zu erfuͤllen. Jn-
deſſen haben wir mit Schmerzen ſehen muͤſſen, daß der
groͤßte Theil der Nation Unſere heilſamen Abſichten
uͤber dieſen, ſo wie uͤber ſo viel andere Punkte, ver-
kannt hat, und ſich uͤberreden laſſen, daß die Errich-
tung einer einzigen theologiſchen Schule in dem ge-
dachten Seminario zum Gegenſtande habe, eine neue,
unſerer heiligen Religion entgegen geſetzte Lehre einzu-
fuͤhren, da doch ihr wahrer Gegenſtand kein anderer
war, als die wahren Grundſaͤtze Unſerer goͤttlichen Re-
ligion in ihrer ganzen Reinigkeit wieder herzuſtellen.
Bey dieſem Zuſtande der Sachen, und in Betracht des
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[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- tung des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1789. (Am Mittewochen, den 26 Auguſt.) Num. 136. Smirna, den 1 Julii. Aus dem Archipelagus erhalten wir die Nachricht, daß ſich die daſelbſt kreuzenden Rußiſchen Kriegsfahr- zeuge ſchon auf 14 vermehrt haben. Hier iſt ein Sourigi von der Pforte angekommen, mit dem Befehl, daß ſich alles, was Gewehr tragen kann, ſchleunig zur Armee begeben ſoll. Seit dem 6ten des v. M ſind hier einige Perſonen an der Peſt geſtorben, die von außen eingebracht worden. Die Franzoͤſiſche Fregatte, Jphigenie, iſt von hier nach den Dardanellen geſegelt. Am Bord derſelben befindet ſich der Prinz von Rohan-Guemene, welcher Conſtantinopel beſehen will. Der beruͤhmte Cara Osmann Oglu, welcher zur Beſchuͤtzung der Jnſel Scio ernannt war, ſchickt nun ſeinen Neffen dahin, der morgen mit 1000 Mann die Reiſe antreten wird. Haag, den 22 Auguſt. Die Deputirten der Admiralitaͤts Collegien ſind hier angekommen, um ihre Conferenzen anzufangen. Se. Durchl. der Erbſtatthalter, reiſen Jhrer Ge- mahlinn, Koͤnigl. Hoheit, bis Loo entgegen, um Sie hieher zu begleiten. Dordrecht, den 22 Auguſt. Auch hier ſind wieder Unruhen wegen des Nichttra- gens von Orangezeichen vorgefallen. Die Regierung hat deshalb bekannt gemacht, daß jeder ein ſichtbares Orangezeichen, entweder eine Cocarde oder Schnur auf dem Huth, oder einen Band vor der Bruſt tragen ſoll. Wer mit einem ſolchen Zeichen nicht erſcheint, ſoll das erſtemal 3 Gulden, das zweytemal 6 Gulden, und das drittemal eine willkuͤhrlich zu beſtimmende Strafe zum Beſten der Armen erlegen. Da auch der Anſtifter der hieſigen Unruhen mit einem Jnſtrumente verſehen geweſen, das mit Kugeln angefuͤllt war, der- gleichen Jnſtrumente aber nicht getragen werden duͤr- fen, ſo iſt das Tragen derſelben aufs neue verboten worden. Amſterdam, den 22 Auguſt. Den 18ten iſt hier bey der Lutheriſchen Gemeine an die Stelle des Herrn Mutzenbecher Herr Rudolph Jaͤniſch, Prediger zu Altengamm bey Hamburg, be- rufen worden. Bruͤſſel, den 18 Auguſt. Die Einleitung zu dem merkwuͤrdigen Kayſerl. Edict, wodurch die Biſchoͤflichen Seminarien wieder herge- ſtellt werden, lautet folgendermaßen: “Durch Unſer Edict vom 16ten October 1786 haben Wir in Loͤwen ein Generalſeminarium errichtet, welches zum moraliſchen und einfoͤrmigen Unterricht aller derer von Unſern Unterthanen beſtimmt war, welche ſich dem heil. Predigtamt widmen wollten. Wir haben bey die- ſer Einrichtung keine andere Abſicht gehabt, als das geiſtliche und zeitliche Wohl Unſerer Niederlaͤndiſchen Unterthanen zu ſichern, indem Wir ihnen aufgeklaͤrte und mildthaͤtige Prediger verſchafften, die in allen Wiſſenſchaften unterrichtet, und in allen noͤthigen Tugenden geuͤbt waͤren, um die Pflichten dieſes wich- tigen Amts in ihrem ganzen Umfange zu erfuͤllen. Jn- deſſen haben wir mit Schmerzen ſehen muͤſſen, daß der groͤßte Theil der Nation Unſere heilſamen Abſichten uͤber dieſen, ſo wie uͤber ſo viel andere Punkte, ver- kannt hat, und ſich uͤberreden laſſen, daß die Errich- tung einer einzigen theologiſchen Schule in dem ge- dachten Seminario zum Gegenſtande habe, eine neue, unſerer heiligen Religion entgegen geſetzte Lehre einzu- fuͤhren, da doch ihr wahrer Gegenſtand kein anderer war, als die wahren Grundſaͤtze Unſerer goͤttlichen Re- ligion in ihrer ganzen Reinigkeit wieder herzuſtellen. Bey dieſem Zuſtande der Sachen, und in Betracht des fatalen Vorurtheils, welches ſich faſt aller Gemuͤther

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 136, Hamburg, 26. August 1789, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1362608_1789/1>, abgerufen am 18.09.2020.