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Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 29. August 1731.

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selle von Clermont unpäßlich befinde, ist die ver-
wittibte Prinzessin von Conti aus Tours allhier
angelanget. Nachdem dieselbe aber solche ausser
Gefahr gefunden; so hat sie sich wiederum zurück
nach Tours begeben, wo sich der Prinz, ihr Sohn,
gleichfalls unpäßlich befindet. Inzwischen wird
es mit der Mademoiselle von Clermont von Tag zu
Tag besser. Die Gendarmerie versammelte sich heute
auf der Fläche von St. Denys; um daselbst in zwey
Theile getheilet zu werden; davon sich der eine
Theil zu Versailles, der andere aber zu St. Germain
aufhalten soll; biß zu der Zeit, da sie der König
mustern wird: Alsdenn werden sie sich nach Nie-
der-Bretagne in die angewiesenen Quartiere bege-
ben. Der Graf von Rothenburg, unser Abgesand-
ter am Spanischen Hofe, soll sich zu Sevilien
sehr unpäßlich befinden. Von Metz und Thion-
ville schreibet man, daß man mit den dasigen Be-
festigungs-Wercken sehr weit gekommen sey, nach-
dem man drey Jahre daran gearbeitet, und alle
darum liegende Höhen flach gemacht: also daß
diese beyde Festungen künfftig die beträchtlichsten
von Europa seyn werden. Lezlich schlug der Don-
ner an verschiedlichen Orten in dieser Stadt ein,
und unter andern in die Kirche von der Heiligen
Genovefa, allwo ein Kind verlezet wurde; ferner
in die Kuppel der Kirche von Val de Grace; und in
Versailles tödtete er zween Gefangene. Wie man
vernimmt, so wird sich der König mit ehesten nach
Compiegne begeben: Die Königin aber wird in
Marly verbleiben. Der jungen Herzogin von Bour-
bon hat man, ihrer Unpäßlichkeit wegen, zur Ader
lassen müssen. Man erwartet in kurzen derselben
Bruder, den Prinzen von Hessen-Rheinfels all-
hier. Die Baronne Monmeranci-Fosseuse kam
den 11. dieses mit einem Sohne nieder, starb aber
den 13. darauf in dem 17. Jahre ihres Alters, nach-
dem sie kaum ein Jahr verheyrathet gewesen.



Vorgestern versammelten sich die Herren Staa-
ten von Holland und West-Frießland. Herr Hulst,
Resident des Fürstens und Bischoffs von Lüttich,
besprach sich mit dem Herrn von Wayen, dermahli-
gen Präsidenten der General-Staaten, und über-
gab demselbigen ein Memorial an Ihro Hochmö-
genden. Wie uns die Briefe aus Moscau versi-
chern, so sind Ihro Russ. Kayserl. Majestät ent-
schlossen, dem Wienerischen Tractat vom 16. Merz
beyzutreten, um den allgemeinen Frieden zu er-
[Spaltenumbruch] halten. Diesen Morgen hat der Prinz von Nas-
sau-Oranien von den Präsidenten der Generali-
täts-Collegien Abschied genommen, und ist in Be-
griff, über Amsterdam nach West-Frießland zu-
rück zu kehren.



Man vernimmt von Oudenarde, daß der Her-
zog von Lotthringen daselbst angelanget, und von
dasigem Gouverneur, dem Prinzen Alexander Chi-
mai, welcher mit einer Prinzeßin aus Lotthringen
nehmlich von Craon verheurathet ist, prächtig be-
wirthet worden. Nach der Mahlzeit nahmen Ih-
ro Königl. Hoheit das Regiment von Vehlen in Au-
genschein; welches der Baron von Rainshamb,
Obrist-Lieutenant commandirte, und über dessen
Fertigkeit in den Kriegs-Uebungen sich Ihro Kön.
Hoheit sehr vergnüget bezeigten. Den 21. sind
dieselben zu Ostende angelanget. Das Schiff, der
Apollo genennet, welches Preußische Flaggen füh-
ret, soll in einem Hafen eines gewissen Königreichs
aus Ost-Indien glücklich angelanget seyn. Es
stehe nun um die Zeitung, wie es wolle, so sind
doch nach dem Verlaut derselben, die Actien acht
auf das Hundert gestiegen.



Verwichenen Mittwochen wurde der biß dahin
verschobene Nahmens-Tag Ihro Durchl. der Erz-
Herzoginn Maria Magdalena bey Hofe in schöner
Galla gefeyert; auch wird wegen Ihro Maj. der
regierenden Kayserin auf den 28. dieses einfal-
lenden hohen Gebuhrts-Tag an einer prächtigen
Italiänischen Schau-Spiels-Vorstellung, so in
dem Kayserl. Favorita-Garten unterm freyen Him-
mel gehalten werden soll, starck gearbeitet. Die-
ser Tagen ist abermahls eine grosse Anzahl neuge-
worbener Leute vor das Guido-Stahrenbergische
Regiment, so aus Mähren kommen, hindurch
nach der Steyermarck marschiret; auch ist der 2te
Transport von Presburg aus, von 365. der schön-
sten Neugeworbenen, unter Begleitung von 34. al-
ten commandirten, nach Mantua zu dem Graf-
Palsischen Regiment abgeschicket worden. Von
Genua wird bekräfftiget, daß der commandiren-
de Kayserl. General Wachtendonck mit seinen
Völckern bey der Insul Corsica ankommen sey,
und Deputirte an die Corsicaner mit grossen Be-
drohungen abgeschicket habe; denen sie geant-
wortet, daß, wenn man ihnen ihre alte Privilegia
wieder ertheilte und die neuen entsezlichen Anla-
[Spaltenumbruch]

ſelle von Clermont unpaͤßlich befinde, iſt die ver-
wittibte Prinzeſſin von Conti aus Tours allhier
angelanget. Nachdem dieſelbe aber ſolche auſſer
Gefahr gefunden; ſo hat ſie ſich wiederum zuruͤck
nach Tours begeben, wo ſich der Prinz, ihr Sohn,
gleichfalls unpaͤßlich befindet. Inzwiſchen wird
es mit der Mademoiſelle von Clermont von Tag zu
Tag beſſer. Die Gendarmerie verſam̃elte ſich heute
auf der Flaͤche von St. Denys; um daſelbſt in zwey
Theile getheilet zu werden; davon ſich der eine
Theil zu Verſailles, der andere aber zu St. Germain
aufhalten ſoll; biß zu der Zeit, da ſie der Koͤnig
muſtern wird: Alsdenn werden ſie ſich nach Nie-
der-Bretagne in die angewieſenen Quartiere bege-
ben. Der Graf von Rothenburg, unſer Abgeſand-
ter am Spaniſchen Hofe, ſoll ſich zu Sevilien
ſehr unpaͤßlich befinden. Von Metz und Thion-
ville ſchreibet man, daß man mit den daſigen Be-
feſtigungs-Wercken ſehr weit gekommen ſey, nach-
dem man drey Jahre daran gearbeitet, und alle
darum liegende Hoͤhen flach gemacht: alſo daß
dieſe beyde Feſtungen kuͤnfftig die betraͤchtlichſten
von Europa ſeyn werden. Lezlich ſchlug der Don-
ner an verſchiedlichen Orten in dieſer Stadt ein,
und unter andern in die Kirche von der Heiligen
Genovefa, allwo ein Kind verlezet wurde; ferner
in die Kuppel der Kirche von Val de Grace; und in
Verſailles toͤdtete er zween Gefangene. Wie man
vernimmt, ſo wird ſich der Koͤnig mit eheſten nach
Compiegne begeben: Die Koͤnigin aber wird in
Marly verbleiben. Der jungen Herzogin von Bour-
bon hat man, ihrer Unpaͤßlichkeit wegen, zur Ader
laſſen muͤſſen. Man erwartet in kurzen derſelben
Bruder, den Prinzen von Heſſen-Rheinfels all-
hier. Die Baronne Monmeranci-Foſſeuſe kam
den 11. dieſes mit einem Sohne nieder, ſtarb aber
den 13. darauf in dem 17. Jahre ihres Alters, nach-
dem ſie kaum ein Jahr verheyrathet geweſen.



Vorgeſtern verſammelten ſich die Herren Staa-
ten von Holland und Weſt-Frießland. Herr Hulſt,
Reſident des Fuͤrſtens und Biſchoffs von Luͤttich,
beſprach ſich mit dem Herrn von Wayen, dermahli-
gen Praͤſidenten der General-Staaten, und uͤber-
gab demſelbigen ein Memorial an Ihro Hochmoͤ-
genden. Wie uns die Briefe aus Moſcau verſi-
chern, ſo ſind Ihro Ruſſ. Kayſerl. Majeſtaͤt ent-
ſchloſſen, dem Wieneriſchen Tractat vom 16. Merz
beyzutreten, um den allgemeinen Frieden zu er-
[Spaltenumbruch] halten. Dieſen Morgen hat der Prinz von Naſ-
ſau-Oranien von den Praͤſidenten der Generali-
taͤts-Collegien Abſchied genommen, und iſt in Be-
griff, uͤber Amſterdam nach Weſt-Frießland zu-
ruͤck zu kehren.



Man vernimmt von Oudenarde, daß der Her-
zog von Lotthringen daſelbſt angelanget, und von
daſigem Gouverneur, dem Prinzen Alexander Chi-
mai, welcher mit einer Prinzeßin aus Lotthringen
nehmlich von Craon verheurathet iſt, praͤchtig be-
wirthet worden. Nach der Mahlzeit nahmen Ih-
ro Koͤnigl. Hoheit das Regiment von Vehlen in Au-
genſchein; welches der Baron von Rainshamb,
Obriſt-Lieutenant commandirte, und uͤber deſſen
Fertigkeit in den Kriegs-Uebungen ſich Ihro Koͤn.
Hoheit ſehr vergnuͤget bezeigten. Den 21. ſind
dieſelben zu Oſtende angelanget. Das Schiff, der
Apollo genennet, welches Preußiſche Flaggen fuͤh-
ret, ſoll in einem Hafen eines gewiſſen Koͤnigreichs
aus Oſt-Indien gluͤcklich angelanget ſeyn. Es
ſtehe nun um die Zeitung, wie es wolle, ſo ſind
doch nach dem Verlaut derſelben, die Actien acht
auf das Hundert geſtiegen.



Verwichenen Mittwochen wurde der biß dahin
verſchobene Nahmens-Tag Ihro Durchl. der Erz-
Herzoginn Maria Magdalena bey Hofe in ſchoͤner
Galla gefeyert; auch wird wegen Ihro Maj. der
regierenden Kayſerin auf den 28. dieſes einfal-
lenden hohen Gebuhrts-Tag an einer praͤchtigen
Italiaͤniſchen Schau-Spiels-Vorſtellung, ſo in
dem Kayſerl. Favorita-Garten unterm freyen Him-
mel gehalten werden ſoll, ſtarck gearbeitet. Die-
ſer Tagen iſt abermahls eine groſſe Anzahl neuge-
worbener Leute vor das Guido-Stahrenbergiſche
Regiment, ſo aus Maͤhren kommen, hindurch
nach der Steyermarck marſchiret; auch iſt der 2te
Tranſport von Presburg aus, von 365. der ſchoͤn-
ſten Neugeworbenen, unter Begleitung von 34. al-
ten commandirten, nach Mantua zu dem Graf-
Palſiſchen Regiment abgeſchicket worden. Von
Genua wird bekraͤfftiget, daß der commandiren-
de Kayſerl. General Wachtendonck mit ſeinen
Voͤlckern bey der Inſul Corſica ankommen ſey,
und Deputirte an die Corſicaner mit groſſen Be-
drohungen abgeſchicket habe; denen ſie geant-
wortet, daß, wenn man ihnen ihre alte Privilegia
wieder ertheilte und die neuen entſezlichen Anla-
[Spaltenumbruch]

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[[2]/0002] ſelle von Clermont unpaͤßlich befinde, iſt die ver- wittibte Prinzeſſin von Conti aus Tours allhier angelanget. Nachdem dieſelbe aber ſolche auſſer Gefahr gefunden; ſo hat ſie ſich wiederum zuruͤck nach Tours begeben, wo ſich der Prinz, ihr Sohn, gleichfalls unpaͤßlich befindet. Inzwiſchen wird es mit der Mademoiſelle von Clermont von Tag zu Tag beſſer. Die Gendarmerie verſam̃elte ſich heute auf der Flaͤche von St. Denys; um daſelbſt in zwey Theile getheilet zu werden; davon ſich der eine Theil zu Verſailles, der andere aber zu St. Germain aufhalten ſoll; biß zu der Zeit, da ſie der Koͤnig muſtern wird: Alsdenn werden ſie ſich nach Nie- der-Bretagne in die angewieſenen Quartiere bege- ben. Der Graf von Rothenburg, unſer Abgeſand- ter am Spaniſchen Hofe, ſoll ſich zu Sevilien ſehr unpaͤßlich befinden. Von Metz und Thion- ville ſchreibet man, daß man mit den daſigen Be- feſtigungs-Wercken ſehr weit gekommen ſey, nach- dem man drey Jahre daran gearbeitet, und alle darum liegende Hoͤhen flach gemacht: alſo daß dieſe beyde Feſtungen kuͤnfftig die betraͤchtlichſten von Europa ſeyn werden. Lezlich ſchlug der Don- ner an verſchiedlichen Orten in dieſer Stadt ein, und unter andern in die Kirche von der Heiligen Genovefa, allwo ein Kind verlezet wurde; ferner in die Kuppel der Kirche von Val de Grace; und in Verſailles toͤdtete er zween Gefangene. Wie man vernimmt, ſo wird ſich der Koͤnig mit eheſten nach Compiegne begeben: Die Koͤnigin aber wird in Marly verbleiben. Der jungen Herzogin von Bour- bon hat man, ihrer Unpaͤßlichkeit wegen, zur Ader laſſen muͤſſen. Man erwartet in kurzen derſelben Bruder, den Prinzen von Heſſen-Rheinfels all- hier. Die Baronne Monmeranci-Foſſeuſe kam den 11. dieſes mit einem Sohne nieder, ſtarb aber den 13. darauf in dem 17. Jahre ihres Alters, nach- dem ſie kaum ein Jahr verheyrathet geweſen. Haag, den 24. Auguſt. Vorgeſtern verſammelten ſich die Herren Staa- ten von Holland und Weſt-Frießland. Herr Hulſt, Reſident des Fuͤrſtens und Biſchoffs von Luͤttich, beſprach ſich mit dem Herrn von Wayen, dermahli- gen Praͤſidenten der General-Staaten, und uͤber- gab demſelbigen ein Memorial an Ihro Hochmoͤ- genden. Wie uns die Briefe aus Moſcau verſi- chern, ſo ſind Ihro Ruſſ. Kayſerl. Majeſtaͤt ent- ſchloſſen, dem Wieneriſchen Tractat vom 16. Merz beyzutreten, um den allgemeinen Frieden zu er- halten. Dieſen Morgen hat der Prinz von Naſ- ſau-Oranien von den Praͤſidenten der Generali- taͤts-Collegien Abſchied genommen, und iſt in Be- griff, uͤber Amſterdam nach Weſt-Frießland zu- ruͤck zu kehren. Bruͤſſel, den 23. Auguſt. Man vernimmt von Oudenarde, daß der Her- zog von Lotthringen daſelbſt angelanget, und von daſigem Gouverneur, dem Prinzen Alexander Chi- mai, welcher mit einer Prinzeßin aus Lotthringen nehmlich von Craon verheurathet iſt, praͤchtig be- wirthet worden. Nach der Mahlzeit nahmen Ih- ro Koͤnigl. Hoheit das Regiment von Vehlen in Au- genſchein; welches der Baron von Rainshamb, Obriſt-Lieutenant commandirte, und uͤber deſſen Fertigkeit in den Kriegs-Uebungen ſich Ihro Koͤn. Hoheit ſehr vergnuͤget bezeigten. Den 21. ſind dieſelben zu Oſtende angelanget. Das Schiff, der Apollo genennet, welches Preußiſche Flaggen fuͤh- ret, ſoll in einem Hafen eines gewiſſen Koͤnigreichs aus Oſt-Indien gluͤcklich angelanget ſeyn. Es ſtehe nun um die Zeitung, wie es wolle, ſo ſind doch nach dem Verlaut derſelben, die Actien acht auf das Hundert geſtiegen. Wien, den 18. Aug. Verwichenen Mittwochen wurde der biß dahin verſchobene Nahmens-Tag Ihro Durchl. der Erz- Herzoginn Maria Magdalena bey Hofe in ſchoͤner Galla gefeyert; auch wird wegen Ihro Maj. der regierenden Kayſerin auf den 28. dieſes einfal- lenden hohen Gebuhrts-Tag an einer praͤchtigen Italiaͤniſchen Schau-Spiels-Vorſtellung, ſo in dem Kayſerl. Favorita-Garten unterm freyen Him- mel gehalten werden ſoll, ſtarck gearbeitet. Die- ſer Tagen iſt abermahls eine groſſe Anzahl neuge- worbener Leute vor das Guido-Stahrenbergiſche Regiment, ſo aus Maͤhren kommen, hindurch nach der Steyermarck marſchiret; auch iſt der 2te Tranſport von Presburg aus, von 365. der ſchoͤn- ſten Neugeworbenen, unter Begleitung von 34. al- ten commandirten, nach Mantua zu dem Graf- Palſiſchen Regiment abgeſchicket worden. Von Genua wird bekraͤfftiget, daß der commandiren- de Kayſerl. General Wachtendonck mit ſeinen Voͤlckern bey der Inſul Corſica ankommen ſey, und Deputirte an die Corſicaner mit groſſen Be- drohungen abgeſchicket habe; denen ſie geant- wortet, daß, wenn man ihnen ihre alte Privilegia wieder ertheilte und die neuen entſezlichen Anla-

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Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 29. August 1731, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1372908_1731/2>, abgerufen am 22.10.2018.