Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 139, Hamburg, 1. September 1731.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch]
ser, 2. grosse Stücke, so Steine schiessen, 8. Klei-
nere dergleichen Stücke, 500. Bomben, 2000.
Granaten, 100. Fässer Pulver, 2000. Stück-
Kugeln, einer überaus grosse Menge anderer bley-
ernen Kugeln, 1500. Flinten, 4000. Bajonetten,
3000. Degen, und noch anders mehr. Man hof-
fet, es werden die Rebellen, weil ihnen dieses al-
les hinweg genommen worden, nicht im Stand
seyn, die angefangene Belagerung fortsezen zu
können. Auf bemeldetem Schiff hatten sich auch
450. Corsen befunden, welche insgesammt gefan-
gen genommen worden sind, und dörfften diesel-
be ohne Zweiffel auf die Galeeren geschicket werde.

Man versichert, daß zwischen Ihro Majestät
unserm Könige und den Höfen zu Wien und Lon-
den ungemein wichtige Sachen in Berathschla-
gung sind und abgehandelt werden.

Der Graf von Harrach, Königl. Böhmischer
Gevollmächtigter auf dem Reichs-Tage zu Regen-
spurg, langte dieser Tage zu Bonn an, um die ihm
aufgetragene Commissionen abzulegen, welche ihm
vom Kayserl. Hofe aufgetragen worden. Er ist mit
dergleichen Abfertigung nach dem Trierischen
Hofe versehen. Man erwartet die unverzügliche
Ankunfft des Reichs-Hof-Raths von Binder, als
Kayserl. Residentens allhier.

Seine Königl. Majest. hatten sich neulich nach
Sonnenburg erhoben, allwo sie des jungen Marg-
grafen Prinz Carls Königliche Hoheit als Heer-
Meister des Johanniter-Ordens deutscher Nati-
on an dero jüngst verstorbenen Herrn Vaters Kö-
niglicher Hoheit höchstseeligen Andenckens Stel-
le erwehlet, auch am folgenden Tage der Ceremo-
nie des Ritterschlagens mit beygewohnet haben,
da bis 40. Ritter creiret worden, und haben Se.
Königl. Majestät bey dieser Gelegenheit ein präch-
tiges Festin gegeben.

An der Mittwoche ward ein Unter-Officier von
einem Caders bey Neudorff im Duell erstochen,
welcher heute eröffnet worden. Ein Theil der Se-
cundanten haben sich unsichtbar gemachet. Gestern
Abends sind Ihro Durchl. Johann Adolph zu
Sachsen Weissenfels in das Töplizer-Bad gereiset.
Es wird mit allem Fleiß fortgefahre, das Gewand-
haus äusserlich zu erneuern, und innerlich zu
[Spaltenumbruch]
meubliren, weil darinnen die allgemeine Ritter-
schafft ihre Zusammenkunfft haben soll. Man
hat heute eine Kinder-Mörderin geköpffet. Nach-
dem durch die hier angekommenen Herren Land-
Stände diese Residenz ziemlich volckreicher wor-
den, so ist von einer hohen Landes-Regierung das
Mandat, wegen des schnellen Fahrens und Rei-
tens auf den Gassen, zu jedermanns Wissen auf das
neue angehefftet worden. Nunmehro hat man in
den Evangel. Kirchen vor die hohe Schwanger-
schafft Ihro Hoheit der Königl. Cron-Princessin
zu bitten angefangen. Nachdem am Sonntage
geendigten Gottes-Dienst in der Evangl. Schloß-
Kirche verfügten sich die angekommenen Herren
Land-Stände insgesammt aufs Schloß in grossen
Ritter-Saal, und erwarteten Ihro Königl. Maj.
unter einem grossen Gefolge in selbigem; da sich
Selbige denn auf dero kostbar ausgeschmückten und
mit einen Baldachin bedeckten Thron sezten. Dar-
auf liessen sie den Ständen die Proposition von
dero Cantzlern, dem Herrn Erb-Marschalls-Dire-
ctorn überreichen, welcher eine wohlgesezte
Rede und Beantwortung hielt. Nach geschehe-
nen Ceremonien verfügten sich die Herren Stände
zurück, und beliebten die Proposition zur Dicta-
tur zu bringen.



Von neuen merckwürdigen
gelehrten Sachen.

Herford. Herr Friederich Christian Borg-
meyer, Prediger im hiesigen Münster, arbeitet
an einem Wercke, welches er ehestens an das Licht
zu stellen hoffet; sich aber gleichwohl den Bey-
trag der Gelehrten ausbittet, die etwann dahin
gehörige Nachrichten besizen. Solches wird den
Titul bekommen: Prodromus Antiquitatum Her-
fordiensium
oder vorläuffige historische Nachrich-
ten von dem uralten Kayserl. Frey-Weltlichen-
Reichs-Stifft Herford. Man verspricht sich et-
was sehr bündiges von desselben gelehrten Feder.

Eben derselbe wird mit ehesten in einer beson-
dern Commentatione Historiam Labbadismi Her-
fordiensis
abhandeln; indem sich L'Abbadie mit
seinem schwärmerischen Anhang fast zwey Jahr in
Herford aufgehalten.

Aus Würzburg ist uns folgendes zugefer-
tiget worden: Allhier ist der von dem Abt Livery
in Paris verfertigte und daselbst gedruckte Tractat
dessen Titul: Traite de l'Atheisme? in das Deut-

[Spaltenumbruch]
ſer, 2. groſſe Stuͤcke, ſo Steine ſchieſſen, 8. Klei-
nere dergleichen Stuͤcke, 500. Bomben, 2000.
Granaten, 100. Faͤſſer Pulver, 2000. Stuͤck-
Kugeln, einer uͤberaus groſſe Menge anderer bley-
ernen Kugeln, 1500. Flinten, 4000. Bajonetten,
3000. Degen, und noch anders mehr. Man hof-
fet, es werden die Rebellen, weil ihnen dieſes al-
les hinweg genommen worden, nicht im Stand
ſeyn, die angefangene Belagerung fortſezen zu
koͤnnen. Auf bemeldetem Schiff hatten ſich auch
450. Corſen befunden, welche inſgeſammt gefan-
gen genommen worden ſind, und doͤrfften dieſel-
be ohne Zweiffel auf die Galeeren geſchicket werdē.

Man verſichert, daß zwiſchen Ihro Majeſtaͤt
unſerm Koͤnige und den Hoͤfen zu Wien und Lon-
den ungemein wichtige Sachen in Berathſchla-
gung ſind und abgehandelt werden.

Der Graf von Harrach, Koͤnigl. Boͤhmiſcher
Gevollmaͤchtigter auf dem Reichs-Tage zu Regen-
ſpurg, langte dieſer Tage zu Bonn an, um die ihm
aufgetragene Commiſſionen abzulegen, welche ihm
vom Kayſerl. Hofe aufgetragen worden. Er iſt mit
dergleichen Abfertigung nach dem Trieriſchen
Hofe verſehen. Man erwartet die unverzuͤgliche
Ankunfft des Reichs-Hof-Raths von Binder, als
Kayſerl. Reſidentens allhier.

Seine Koͤnigl. Majeſt. hatten ſich neulich nach
Sonnenburg erhoben, allwo ſie des jungen Marg-
grafen Prinz Carls Koͤnigliche Hoheit als Heer-
Meiſter des Johanniter-Ordens deutſcher Nati-
on an dero juͤngſt verſtorbenen Herrn Vaters Koͤ-
niglicher Hoheit hoͤchſtſeeligen Andenckens Stel-
le erwehlet, auch am folgenden Tage der Ceremo-
nie des Ritterſchlagens mit beygewohnet haben,
da bis 40. Ritter creiret worden, und haben Se.
Koͤnigl. Majeſtaͤt bey dieſer Gelegenheit ein praͤch-
tiges Feſtin gegeben.

An der Mittwoche ward ein Unter-Officier von
einem Caders bey Neudorff im Duell erſtochen,
welcher heute eroͤffnet worden. Ein Theil der Se-
cundanten haben ſich unſichtbar gemachet. Geſtern
Abends ſind Ihro Durchl. Johann Adolph zu
Sachſen Weiſſenfels in das Toͤplizer-Bad gereiſet.
Es wird mit allem Fleiß fortgefahrē, das Gewand-
haus aͤuſſerlich zu erneuern, und innerlich zu
[Spaltenumbruch]
meubliren, weil darinnen die allgemeine Ritter-
ſchafft ihre Zuſammenkunfft haben ſoll. Man
hat heute eine Kinder-Moͤrderin gekoͤpffet. Nach-
dem durch die hier angekommenen Herren Land-
Staͤnde dieſe Reſidenz ziemlich volckreicher wor-
den, ſo iſt von einer hohen Landes-Regierung das
Mandat, wegen des ſchnellen Fahrens und Rei-
tens auf den Gaſſen, zu jedermanns Wiſſen auf das
neue angehefftet worden. Nunmehro hat man in
den Evangel. Kirchen vor die hohe Schwanger-
ſchafft Ihro Hoheit der Koͤnigl. Cron-Princeſſin
zu bitten angefangen. Nachdem am Sonntage
geendigten Gottes-Dienſt in der Evangl. Schloß-
Kirche verfuͤgten ſich die angekommenen Herren
Land-Staͤnde insgeſammt aufs Schloß in groſſen
Ritter-Saal, und erwarteten Ihro Koͤnigl. Maj.
unter einem groſſen Gefolge in ſelbigem; da ſich
Selbige deñ auf dero koſtbar ausgeſchmuͤckten und
mit einen Baldachin bedeckten Thron ſezten. Dar-
auf lieſſen ſie den Staͤnden die Propoſition von
dero Cantzlern, dem Herrn Erb-Marſchalls-Dire-
ctorn uͤberreichen, welcher eine wohlgeſezte
Rede und Beantwortung hielt. Nach geſchehe-
nen Ceremonien verfuͤgten ſich die Herren Staͤnde
zuruͤck, und beliebten die Propoſition zur Dicta-
tur zu bringen.



Von neuen merckwuͤrdigen
gelehrten Sachen.

Herford. Herr Friederich Chriſtian Borg-
meyer, Prediger im hieſigen Muͤnſter, arbeitet
an einem Wercke, welches er eheſtens an das Licht
zu ſtellen hoffet; ſich aber gleichwohl den Bey-
trag der Gelehrten ausbittet, die etwann dahin
gehoͤrige Nachrichten beſizen. Solches wird den
Titul bekommen: Prodromus Antiquitatum Her-
fordienſium
oder vorlaͤuffige hiſtoriſche Nachrich-
ten von dem uralten Kayſerl. Frey-Weltlichen-
Reichs-Stifft Herford. Man verſpricht ſich et-
was ſehr buͤndiges von deſſelben gelehrten Feder.

Eben derſelbe wird mit eheſten in einer beſon-
dern Commentatione Hiſtoriam Labbadiſmi Her-
fordienſis
abhandeln; indem ſich L’Abbadie mit
ſeinem ſchwaͤrmeriſchen Anhang faſt zwey Jahr in
Herford aufgehalten.

Aus Wuͤrzburg iſt uns folgendes zugefer-
tiget worden: Allhier iſt der von dem Abt Livery
in Paris verfertigte und daſelbſt gedruckte Tractat
deſſen Titul: Traité de l’Atheiſme? in das Deut-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jPoliticalNews">
        <div type="jArticle">
          <p><pb facs="#f0003" n="[3]"/><cb/><lb/>
&#x017F;er, 2. gro&#x017F;&#x017F;e Stu&#x0364;cke, &#x017F;o Steine &#x017F;chie&#x017F;&#x017F;en, 8. Klei-<lb/>
nere dergleichen                   Stu&#x0364;cke, 500. Bomben, 2000.<lb/>
Granaten, 100. Fa&#x0364;&#x017F;&#x017F;er Pulver, 2000. Stu&#x0364;ck-<lb/>
Kugeln, einer u&#x0364;beraus gro&#x017F;&#x017F;e Menge                   anderer bley-<lb/>
ernen Kugeln, 1500. Flinten, 4000. Bajonetten,<lb/>
3000. Degen,                   und noch anders mehr. Man hof-<lb/>
fet, es werden die Rebellen, weil ihnen die&#x017F;es                   al-<lb/>
les hinweg genommen worden, nicht im Stand<lb/>
&#x017F;eyn, die angefangene                   Belagerung fort&#x017F;ezen zu<lb/>
ko&#x0364;nnen. Auf bemeldetem Schiff hatten &#x017F;ich auch<lb/>
450. Cor&#x017F;en befunden, welche in&#x017F;ge&#x017F;ammt gefan-<lb/>
gen genommen worden &#x017F;ind,                   und do&#x0364;rfften die&#x017F;el-<lb/>
be ohne Zweiffel auf die Galeeren ge&#x017F;chicket werd&#x0113;.</p>
        </div>
        <div type="jArticle">
          <dateline> <hi rendition="#c">Ca&#x017F;&#x017F;el, den 21. Aug.</hi> </dateline>
          <p>Man ver&#x017F;ichert, daß zwi&#x017F;chen Ihro Maje&#x017F;ta&#x0364;t<lb/>
un&#x017F;erm Ko&#x0364;nige und den Ho&#x0364;fen zu                   Wien und Lon-<lb/>
den ungemein wichtige Sachen in Berath&#x017F;chla-<lb/>
gung &#x017F;ind und                   abgehandelt werden.</p>
        </div>
        <div type="jArticle">
          <dateline> <hi rendition="#c">Co&#x0364;lln, den 24. Augu&#x017F;t.</hi> </dateline>
          <p>Der Graf von Harrach, Ko&#x0364;nigl. Bo&#x0364;hmi&#x017F;cher<lb/>
Gevollma&#x0364;chtigter auf dem                   Reichs-Tage zu Regen-<lb/>
&#x017F;purg, langte die&#x017F;er Tage zu Bonn an, um die ihm<lb/>
aufgetragene Commi&#x017F;&#x017F;ionen abzulegen, welche ihm<lb/>
vom Kay&#x017F;erl. Hofe                   aufgetragen worden. Er i&#x017F;t mit<lb/>
dergleichen Abfertigung nach dem Trieri&#x017F;chen<lb/>
Hofe ver&#x017F;ehen. Man erwartet die unverzu&#x0364;gliche<lb/>
Ankunfft des                   Reichs-Hof-Raths von Binder, als<lb/>
Kay&#x017F;erl. Re&#x017F;identens allhier.</p>
        </div>
        <div type="jArticle">
          <dateline> <hi rendition="#c">Berlin, den 27 Aug.</hi> </dateline>
          <p>Seine Ko&#x0364;nigl. Maje&#x017F;t. hatten &#x017F;ich neulich nach<lb/>
Sonnenburg erhoben, allwo &#x017F;ie                   des jungen Marg-<lb/>
grafen Prinz Carls Ko&#x0364;nigliche Hoheit als Heer-<lb/>
Mei&#x017F;ter                   des Johanniter-Ordens deut&#x017F;cher Nati-<lb/>
on an dero ju&#x0364;ng&#x017F;t ver&#x017F;torbenen Herrn                   Vaters Ko&#x0364;-<lb/>
niglicher Hoheit ho&#x0364;ch&#x017F;t&#x017F;eeligen Andenckens Stel-<lb/>
le erwehlet,                   auch am folgenden Tage der Ceremo-<lb/>
nie des Ritter&#x017F;chlagens mit beygewohnet                   haben,<lb/>
da bis 40. Ritter creiret worden, und haben Se.<lb/>
Ko&#x0364;nigl.                   Maje&#x017F;ta&#x0364;t bey die&#x017F;er Gelegenheit ein pra&#x0364;ch-<lb/>
tiges Fe&#x017F;tin gegeben.</p>
        </div>
        <div type="jArticle">
          <dateline> <hi rendition="#c">Dreßden, den 21. Aug.</hi> </dateline>
          <p>An der Mittwoche ward ein Unter-Officier von<lb/>
einem Caders bey Neudorff im                   Duell er&#x017F;tochen,<lb/>
welcher heute ero&#x0364;ffnet worden. Ein Theil der                   Se-<lb/>
cundanten haben &#x017F;ich un&#x017F;ichtbar gemachet. Ge&#x017F;tern<lb/>
Abends &#x017F;ind Ihro                   Durchl. Johann Adolph zu<lb/>
Sach&#x017F;en Wei&#x017F;&#x017F;enfels in das To&#x0364;plizer-Bad gerei&#x017F;et.<lb/>
Es wird mit allem Fleiß fortgefahr&#x0113;, das Gewand-<lb/>
haus a&#x0364;u&#x017F;&#x017F;erlich zu                   erneuern, und innerlich zu<lb/><cb/><lb/>
meubliren, weil darinnen die allgemeine Ritter-<lb/>
&#x017F;chafft ihre                   Zu&#x017F;ammenkunfft haben &#x017F;oll. Man<lb/>
hat heute eine Kinder-Mo&#x0364;rderin geko&#x0364;pffet.                   Nach-<lb/>
dem durch die hier angekommenen Herren Land-<lb/>
Sta&#x0364;nde die&#x017F;e Re&#x017F;idenz                   ziemlich volckreicher wor-<lb/>
den, &#x017F;o i&#x017F;t von einer hohen Landes-Regierung das<lb/>
Mandat, wegen des &#x017F;chnellen Fahrens und Rei-<lb/>
tens auf den Ga&#x017F;&#x017F;en, zu                   jedermanns Wi&#x017F;&#x017F;en auf das<lb/>
neue angehefftet worden. Nunmehro hat man in<lb/>
den Evangel. Kirchen vor die hohe Schwanger-<lb/>
&#x017F;chafft Ihro Hoheit der                   Ko&#x0364;nigl. Cron-Prince&#x017F;&#x017F;in<lb/>
zu bitten angefangen. Nachdem am Sonntage<lb/>
geendigten Gottes-Dien&#x017F;t in der Evangl. Schloß-<lb/>
Kirche verfu&#x0364;gten &#x017F;ich                   die angekommenen Herren<lb/>
Land-Sta&#x0364;nde insge&#x017F;ammt aufs Schloß in gro&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Ritter-Saal, und erwarteten Ihro Ko&#x0364;nigl. Maj.<lb/>
unter einem gro&#x017F;&#x017F;en                   Gefolge in &#x017F;elbigem; da &#x017F;ich<lb/>
Selbige den&#x0303; auf dero ko&#x017F;tbar ausge&#x017F;chmu&#x0364;ckten                   und<lb/>
mit einen Baldachin bedeckten Thron &#x017F;ezten. Dar-<lb/>
auf lie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ie den                   Sta&#x0364;nden die Propo&#x017F;ition von<lb/>
dero Cantzlern, dem Herrn                   Erb-Mar&#x017F;challs-Dire-<lb/>
ctorn u&#x0364;berreichen, welcher eine wohlge&#x017F;ezte<lb/>
Rede                   und Beantwortung hielt. Nach ge&#x017F;chehe-<lb/>
nen Ceremonien verfu&#x0364;gten &#x017F;ich die                   Herren Sta&#x0364;nde<lb/>
zuru&#x0364;ck, und beliebten die Propo&#x017F;ition zur Dicta-<lb/>
tur zu                   bringen.</p>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        </div>
      </div>
      <div type="jFeuilleton">
        <head> <hi rendition="#c">Von neuen merckwu&#x0364;rdigen<lb/>
gelehrten Sachen. </hi> </head>
        <div type="jArticle">
          <p><hi rendition="#fr">Herford.</hi> Herr Friederich Chri&#x017F;tian Borg-<lb/>
meyer,                   Prediger im hie&#x017F;igen Mu&#x0364;n&#x017F;ter, arbeitet<lb/>
an einem Wercke, welches er ehe&#x017F;tens                   an das Licht<lb/>
zu &#x017F;tellen hoffet; &#x017F;ich aber gleichwohl den Bey-<lb/>
trag der                   Gelehrten ausbittet, die etwann dahin<lb/>
geho&#x0364;rige Nachrichten be&#x017F;izen. Solches                   wird den<lb/>
Titul bekommen: <hi rendition="#aq">Prodromus Antiquitatum                      Her-<lb/>
fordien&#x017F;ium </hi>oder vorla&#x0364;uffige hi&#x017F;tori&#x017F;che Nachrich-<lb/>
ten von                   dem uralten Kay&#x017F;erl. Frey-Weltlichen-<lb/>
Reichs-Stifft Herford. Man ver&#x017F;pricht                   &#x017F;ich et-<lb/>
was &#x017F;ehr bu&#x0364;ndiges von de&#x017F;&#x017F;elben gelehrten Feder.</p>
          <p>Eben der&#x017F;elbe wird mit ehe&#x017F;ten in einer be&#x017F;on-<lb/>
dern <hi rendition="#aq">Commentatione Hi&#x017F;toriam Labbadi&#x017F;mi Her-<lb/>
fordien&#x017F;is</hi> abhandeln;                   indem &#x017F;ich <hi rendition="#aq">L&#x2019;Abbadie</hi> mit<lb/>
&#x017F;einem                &#x017F;chwa&#x0364;rmeri&#x017F;chen Anhang fa&#x017F;t zwey Jahr in<lb/>
Herford aufgehalten.<lb/></p>
        </div>
        <div type="jArticle">
          <p>Aus <hi rendition="#fr">Wu&#x0364;rzburg</hi> i&#x017F;t uns folgendes zugefer-<lb/>
tiget                   worden: Allhier i&#x017F;t der von dem Abt Livery<lb/>
in Paris verfertigte und da&#x017F;elb&#x017F;t                   gedruckte Tractat<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en Titul: <hi rendition="#aq">Traité de                      l&#x2019;Athei&#x017F;me?</hi> in das Deut-<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[3]/0003] ſer, 2. groſſe Stuͤcke, ſo Steine ſchieſſen, 8. Klei- nere dergleichen Stuͤcke, 500. Bomben, 2000. Granaten, 100. Faͤſſer Pulver, 2000. Stuͤck- Kugeln, einer uͤberaus groſſe Menge anderer bley- ernen Kugeln, 1500. Flinten, 4000. Bajonetten, 3000. Degen, und noch anders mehr. Man hof- fet, es werden die Rebellen, weil ihnen dieſes al- les hinweg genommen worden, nicht im Stand ſeyn, die angefangene Belagerung fortſezen zu koͤnnen. Auf bemeldetem Schiff hatten ſich auch 450. Corſen befunden, welche inſgeſammt gefan- gen genommen worden ſind, und doͤrfften dieſel- be ohne Zweiffel auf die Galeeren geſchicket werdē. Caſſel, den 21. Aug. Man verſichert, daß zwiſchen Ihro Majeſtaͤt unſerm Koͤnige und den Hoͤfen zu Wien und Lon- den ungemein wichtige Sachen in Berathſchla- gung ſind und abgehandelt werden. Coͤlln, den 24. Auguſt. Der Graf von Harrach, Koͤnigl. Boͤhmiſcher Gevollmaͤchtigter auf dem Reichs-Tage zu Regen- ſpurg, langte dieſer Tage zu Bonn an, um die ihm aufgetragene Commiſſionen abzulegen, welche ihm vom Kayſerl. Hofe aufgetragen worden. Er iſt mit dergleichen Abfertigung nach dem Trieriſchen Hofe verſehen. Man erwartet die unverzuͤgliche Ankunfft des Reichs-Hof-Raths von Binder, als Kayſerl. Reſidentens allhier. Berlin, den 27 Aug. Seine Koͤnigl. Majeſt. hatten ſich neulich nach Sonnenburg erhoben, allwo ſie des jungen Marg- grafen Prinz Carls Koͤnigliche Hoheit als Heer- Meiſter des Johanniter-Ordens deutſcher Nati- on an dero juͤngſt verſtorbenen Herrn Vaters Koͤ- niglicher Hoheit hoͤchſtſeeligen Andenckens Stel- le erwehlet, auch am folgenden Tage der Ceremo- nie des Ritterſchlagens mit beygewohnet haben, da bis 40. Ritter creiret worden, und haben Se. Koͤnigl. Majeſtaͤt bey dieſer Gelegenheit ein praͤch- tiges Feſtin gegeben. Dreßden, den 21. Aug. An der Mittwoche ward ein Unter-Officier von einem Caders bey Neudorff im Duell erſtochen, welcher heute eroͤffnet worden. Ein Theil der Se- cundanten haben ſich unſichtbar gemachet. Geſtern Abends ſind Ihro Durchl. Johann Adolph zu Sachſen Weiſſenfels in das Toͤplizer-Bad gereiſet. Es wird mit allem Fleiß fortgefahrē, das Gewand- haus aͤuſſerlich zu erneuern, und innerlich zu meubliren, weil darinnen die allgemeine Ritter- ſchafft ihre Zuſammenkunfft haben ſoll. Man hat heute eine Kinder-Moͤrderin gekoͤpffet. Nach- dem durch die hier angekommenen Herren Land- Staͤnde dieſe Reſidenz ziemlich volckreicher wor- den, ſo iſt von einer hohen Landes-Regierung das Mandat, wegen des ſchnellen Fahrens und Rei- tens auf den Gaſſen, zu jedermanns Wiſſen auf das neue angehefftet worden. Nunmehro hat man in den Evangel. Kirchen vor die hohe Schwanger- ſchafft Ihro Hoheit der Koͤnigl. Cron-Princeſſin zu bitten angefangen. Nachdem am Sonntage geendigten Gottes-Dienſt in der Evangl. Schloß- Kirche verfuͤgten ſich die angekommenen Herren Land-Staͤnde insgeſammt aufs Schloß in groſſen Ritter-Saal, und erwarteten Ihro Koͤnigl. Maj. unter einem groſſen Gefolge in ſelbigem; da ſich Selbige deñ auf dero koſtbar ausgeſchmuͤckten und mit einen Baldachin bedeckten Thron ſezten. Dar- auf lieſſen ſie den Staͤnden die Propoſition von dero Cantzlern, dem Herrn Erb-Marſchalls-Dire- ctorn uͤberreichen, welcher eine wohlgeſezte Rede und Beantwortung hielt. Nach geſchehe- nen Ceremonien verfuͤgten ſich die Herren Staͤnde zuruͤck, und beliebten die Propoſition zur Dicta- tur zu bringen. Von neuen merckwuͤrdigen gelehrten Sachen. Herford. Herr Friederich Chriſtian Borg- meyer, Prediger im hieſigen Muͤnſter, arbeitet an einem Wercke, welches er eheſtens an das Licht zu ſtellen hoffet; ſich aber gleichwohl den Bey- trag der Gelehrten ausbittet, die etwann dahin gehoͤrige Nachrichten beſizen. Solches wird den Titul bekommen: Prodromus Antiquitatum Her- fordienſium oder vorlaͤuffige hiſtoriſche Nachrich- ten von dem uralten Kayſerl. Frey-Weltlichen- Reichs-Stifft Herford. Man verſpricht ſich et- was ſehr buͤndiges von deſſelben gelehrten Feder. Eben derſelbe wird mit eheſten in einer beſon- dern Commentatione Hiſtoriam Labbadiſmi Her- fordienſis abhandeln; indem ſich L’Abbadie mit ſeinem ſchwaͤrmeriſchen Anhang faſt zwey Jahr in Herford aufgehalten. Aus Wuͤrzburg iſt uns folgendes zugefer- tiget worden: Allhier iſt der von dem Abt Livery in Paris verfertigte und daſelbſt gedruckte Tractat deſſen Titul: Traité de l’Atheiſme? in das Deut-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T10:12:03Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (einfach erfasst).

I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1390109_1731
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1390109_1731/3
Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 139, Hamburg, 1. September 1731, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1390109_1731/3>, abgerufen am 13.12.2019.