Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 27, 17. Februar 1801.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] mehr auseinander gelegt werden, und auch schon einige
Regimenter die Weisung zu neuen Standquartieren er-
halten haben. So wird z. B. das Cüraßier-Regiment
Herzog Albert von Brünn nach Neustadt verlegt etc.
Jm Ganzen aber will man wissen, daß die Ungarischen
Jnsurrections-Truppen weiter aufwärts rücken, und
dagegen Deutsche Regimenter, besonders Cavallerie,
nach Ungarn kommen werden.

Am 5ten dieses hat das sämmtliche Personale der
Kriegskanzley bey dem Erzherzog Carl die Glückwün-
sche zur erlangten Präsidentenstelle abgelegt, und sich
zu künftigen Gnaden empfohlen. Die Antwort des
Erzherzogs war in kurzem diese: "Jch rechne es mir
zum Vergnügen, der Chef einer so wichtigen Stelle zu
seyn, hoffe, daß unser gemeinschaftlicher Eifer zur Zu-
friedenheit des Monarchen und zum Nutzen des Staats
gereiche, und wünsche, daß der bisherige Geschäftsgang
mehr einsach geführt und abgekürzt werden möchte."

Von hier aus geht noch grobes Geschütz und Muni-
tion nach Preßburg, und von da aus weiter bis an die
Türkischen Gränzen. Einige Politiker wollen hieraus
auf einen neuen Krieg schließen, andre aber betrachten
diese Maaßregeln bloß als Vorsichtsanstalten gegen die
Rebellen in der Türkey.

Oeffentlichen Nachrichten zufolge haben sich die Ruß.
Kayserl. Truppen, die bisher an der Ostgallizischen
Gränze versammlet waren, gegen die Türkey in Marsch
gesetzt.


Die hiesige Zeitung enthält folgendes


"Die Kriegsrüstungen werden in allen Rußischen Hä-
fen mit dem größten Eifer betrieben. Se. Kayserl.
Majestät ertheilen denjenigen Befehlshabern, welche
sich dabey am thätigsten benehmen, ihr Allerhöchstes
Wohlwollen. Es soll eine Armee eingeschifft werden,
welche in Verbindung andrer Mächte, und vorzüglich
mit einer Französischen Armee, eine Landung in Jrland
versuchen wird."


Dem Vernehmen nach hat der Königl. Preuß. Hof
dem Großbrittannischen erklären lassen: daß, wenn das
in den Großbrittannischen Häfen auf die Dänischen
und Schwedischen Schiffe gelegte Embargo nicht wie-
der aufgehoben werden sollte, Preußen sich genöthigt
sehen würde, die Verbindungen zu erfüllen, welche es
mit den beyden Mächten eingegangen, um ihren Un-
terthanen die gehörigen Entschädigungen zu verschaffen.


Unsere Seerüstungen werden so eifrig betrieben,
daß die Flotten schon am Ende März zum Auslaufen
fertig seyn sollen, wenn anders die Häven bey dieser
Zeit von Eis frey sind.

Die Gerichtssache des Admiralitäts-Obersten, Grafen
von Wrangel, welcher bekanntlich die erste im Jahr
1798 von den Engländern aufgebrachte Schwedische
Convoy commandirte, ist nun vom Könige entschieden.
Dem zufolge ist der Graf verurtheilt worden, arquebu-
firt zu werden, und das Kriegs-Hofgericht hat wegen
dessen über ihn gefällten gelindern Ausspruch, der nur
den Verlust des Dienstes betraf, von Sr. Maj. einen
ernsthaften Verweis erhalten.

Jm verwichenen Jahre sind von Stockholm nach
dem Auslande exportirt: rohes Eisen von verschiedener
Art 204000 Schiffpfund, manufacturirte Schmiedewaa-
[Spaltenumbruch] ren von Eisen, Kupfer und andern Metallen 26000
Schiffpfund, und da die übrige Schwedische Metallen-
Ausfuhr gewöhnlich der Stockholmischen gleich kommt,
so wird die ganze vorjährige Ausfuhr von Bergwerks-
Producten des Reichs auf 400000 Schiffpfund gerech-
net. Dem ungeachtet sind doch wegen der in den letz-
tern Jahren sehr zugenommenen Bergwerks-Production
alle unsere Magazine und sogenannte Metallen-Waagen
mit Waaren von obiger Art angefüllt.

Der ehemalige Reichsrath, Graf von Bunge, ist im
70sten Jahre eines Alters hier gestorben.


Wie man vernimmt, dürfte ehestens zwischen Ruß-
land und unsrer Republik ein Freundschafts-Tractat
geschlossen werden.

Die Anstalten hier, ehestens das Friedensfest zu seyern,
dauern fort.

Von unserm Observations-Corps in Jtalien unter
dem General Murat sind folgende Depeschen einge-
gangen:

Murat, Commandant des Observations-Corps, an den
Cardinal-Minister Sr. Päbstl. Heiligkeit. Aus dem


Jch habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, Herr
Cardinal, daß der doppelte Zweck meines Einrückens
in die Staaten des heil. Vaters ist: 1) Ancona zu
besetzen, das durch den Waffenstillstand von Treviso der
Französ. Armee abgetreten worden; 2) Sr. Heiligkeit
den freyen Genuß Jhrer Staaten wieder zu geben,
indem ich die Neapolitaner zwinge, die Engelsburg
und das ganze Römische Gebiet zu räumen. Jch weiß,
daß Se. Heiligkeit verschiedenemale vergebens verlangt
haben, daß die Neapolitanischen Truppen Jhre Staa-
ten räumen möchten; aber ich hoffe, daß die Annähe-
rung der Franzosen die Neapolitaner zu gerechtern Ge-
sinnungen bringen werde. Jch wünsche sehr, daß sel-
bige durch die schnelle Räumung des Römischen Ge-
biets Sr. Heiligkeit die Unannehmlichkeit ersparen,
daß die Stadt, die Sie bewohnen, das Kriegstheater
werde. Auf jeden Fall habe ich den Besehl von mei-
ner Regierung, nicht über Citta-Castellana vorzurücken,
es sey denn, daß ich von Sr. Heiligkeit ganz bestimmt
dazu aufgefordert würde. Dies wird hinlänglich seyn,
um Jhnen die Hochachtung zu zeigen, die der Ober-
Consul für Sie hegt. Glauben Sie, Herr Cardinal,
an die Achtung, die ich für Sie habe.

(Unterz.) J. Murat.

Ancona ist am 27sten Januar von unsern Truppen
unter dem General Poulet besetzt worden, welcher, zu-
folge eines Berichts des Brigade-Generals Berthier
aus Florenz, an dem Fuße der Appenninen noch zahl-
reiche Räuberhaufen zu bekämpfen gehabt hatte.

Auf ein Schreiben, welches General Murat an den
Neapolitanischen General v[o]n Damas gesandt hatte,
erfolgte nachstehende

Antwort des Herrn von Damas an den General-Mu-
rat. Aus seinem Hauptquartier zu

Herr General,

Die Feindseligkeiten der Armee, die ich commandire,
bezogen sich beständig auf die der Kayserl. Armee.
Meine Jnstructionen seit der Eröffnung des Feldzugs
befahlen mir, die Jnstructionen des Herrn von Belle-
garde
zu empfangen und nach denselben zu verfahren.
Meine Bewegungen in Toscana waren mit den seini-

[Spaltenumbruch] mehr auseinander gelegt werden, und auch ſchon einige
Regimenter die Weiſung zu neuen Standquartieren er-
halten haben. So wird z. B. das Cuͤraßier-Regiment
Herzog Albert von Bruͤnn nach Neuſtadt verlegt ꝛc.
Jm Ganzen aber will man wiſſen, daß die Ungariſchen
Jnſurrections-Truppen weiter aufwaͤrts ruͤcken, und
dagegen Deutſche Regimenter, beſonders Cavallerie,
nach Ungarn kommen werden.

Am 5ten dieſes hat das ſaͤmmtliche Perſonale der
Kriegskanzley bey dem Erzherzog Carl die Gluͤckwuͤn-
ſche zur erlangten Praͤſidentenſtelle abgelegt, und ſich
zu kuͤnftigen Gnaden empfohlen. Die Antwort des
Erzherzogs war in kurzem dieſe: “Jch rechne es mir
zum Vergnuͤgen, der Chef einer ſo wichtigen Stelle zu
ſeyn, hoffe, daß unſer gemeinſchaftlicher Eifer zur Zu-
friedenheit des Monarchen und zum Nutzen des Staats
gereiche, und wuͤnſche, daß der bisherige Geſchaͤftsgang
mehr einſach gefuͤhrt und abgekuͤrzt werden moͤchte.”

Von hier aus geht noch grobes Geſchuͤtz und Muni-
tion nach Preßburg, und von da aus weiter bis an die
Tuͤrkiſchen Graͤnzen. Einige Politiker wollen hieraus
auf einen neuen Krieg ſchließen, andre aber betrachten
dieſe Maaßregeln bloß als Vorſichtsanſtalten gegen die
Rebellen in der Tuͤrkey.

Oeffentlichen Nachrichten zufolge haben ſich die Ruß.
Kayſerl. Truppen, die bisher an der Oſtgalliziſchen
Graͤnze verſammlet waren, gegen die Tuͤrkey in Marſch
geſetzt.


Die hieſige Zeitung enthaͤlt folgendes


“Die Kriegsruͤſtungen werden in allen Rußiſchen Haͤ-
fen mit dem groͤßten Eifer betrieben. Se. Kayſerl.
Majeſtaͤt ertheilen denjenigen Befehlshabern, welche
ſich dabey am thaͤtigſten benehmen, ihr Allerhoͤchſtes
Wohlwollen. Es ſoll eine Armee eingeſchifft werden,
welche in Verbindung andrer Maͤchte, und vorzuͤglich
mit einer Franzoͤſiſchen Armee, eine Landung in Jrland
verſuchen wird.”


Dem Vernehmen nach hat der Koͤnigl. Preuß. Hof
dem Großbrittanniſchen erklaͤren laſſen: daß, wenn das
in den Großbrittanniſchen Haͤfen auf die Daͤniſchen
und Schwediſchen Schiffe gelegte Embargo nicht wie-
der aufgehoben werden ſollte, Preußen ſich genoͤthigt
ſehen wuͤrde, die Verbindungen zu erfuͤllen, welche es
mit den beyden Maͤchten eingegangen, um ihren Un-
terthanen die gehoͤrigen Entſchaͤdigungen zu verſchaffen.


Unſere Seeruͤſtungen werden ſo eifrig betrieben,
daß die Flotten ſchon am Ende Maͤrz zum Auslaufen
fertig ſeyn ſollen, wenn anders die Haͤven bey dieſer
Zeit von Eis frey ſind.

Die Gerichtsſache des Admiralitaͤts-Oberſten, Grafen
von Wrangel, welcher bekanntlich die erſte im Jahr
1798 von den Englaͤndern aufgebrachte Schwediſche
Convoy commandirte, iſt nun vom Koͤnige entſchieden.
Dem zufolge iſt der Graf verurtheilt worden, arquebu-
firt zu werden, und das Kriegs-Hofgericht hat wegen
deſſen uͤber ihn gefaͤllten gelindern Ausſpruch, der nur
den Verluſt des Dienſtes betraf, von Sr. Maj. einen
ernſthaften Verweis erhalten.

Jm verwichenen Jahre ſind von Stockholm nach
dem Auslande exportirt: rohes Eiſen von verſchiedener
Art 204000 Schiffpfund, manufacturirte Schmiedewaa-
[Spaltenumbruch] ren von Eiſen, Kupfer und andern Metallen 26000
Schiffpfund, und da die uͤbrige Schwediſche Metallen-
Ausfuhr gewoͤhnlich der Stockholmiſchen gleich kommt,
ſo wird die ganze vorjaͤhrige Ausfuhr von Bergwerks-
Producten des Reichs auf 400000 Schiffpfund gerech-
net. Dem ungeachtet ſind doch wegen der in den letz-
tern Jahren ſehr zugenommenen Bergwerks-Production
alle unſere Magazine und ſogenannte Metallen-Waagen
mit Waaren von obiger Art angefuͤllt.

Der ehemalige Reichsrath, Graf von Bunge, iſt im
70ſten Jahre eines Alters hier geſtorben.


Wie man vernimmt, duͤrfte eheſtens zwiſchen Ruß-
land und unſrer Republik ein Freundſchafts-Tractat
geſchloſſen werden.

Die Anſtalten hier, eheſtens das Friedensfeſt zu ſeyern,
dauern fort.

Von unſerm Obſervations-Corps in Jtalien unter
dem General Murat ſind folgende Depeſchen einge-
gangen:

Murat, Commandant des Obſervations-Corps, an den
Cardinal-Miniſter Sr. Päbſtl. Heiligkeit. Aus dem


Jch habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, Herr
Cardinal, daß der doppelte Zweck meines Einruͤckens
in die Staaten des heil. Vaters iſt: 1) Ancona zu
beſetzen, das durch den Waffenſtillſtand von Treviſo der
Franzoͤſ. Armee abgetreten worden; 2) Sr. Heiligkeit
den freyen Genuß Jhrer Staaten wieder zu geben,
indem ich die Neapolitaner zwinge, die Engelsburg
und das ganze Roͤmiſche Gebiet zu raͤumen. Jch weiß,
daß Se. Heiligkeit verſchiedenemale vergebens verlangt
haben, daß die Neapolitaniſchen Truppen Jhre Staa-
ten raͤumen moͤchten; aber ich hoffe, daß die Annaͤhe-
rung der Franzoſen die Neapolitaner zu gerechtern Ge-
ſinnungen bringen werde. Jch wuͤnſche ſehr, daß ſel-
bige durch die ſchnelle Raͤumung des Roͤmiſchen Ge-
biets Sr. Heiligkeit die Unannehmlichkeit erſparen,
daß die Stadt, die Sie bewohnen, das Kriegstheater
werde. Auf jeden Fall habe ich den Beſehl von mei-
ner Regierung, nicht uͤber Citta-Caſtellana vorzuruͤcken,
es ſey denn, daß ich von Sr. Heiligkeit ganz beſtimmt
dazu aufgefordert wuͤrde. Dies wird hinlaͤnglich ſeyn,
um Jhnen die Hochachtung zu zeigen, die der Ober-
Conſul fuͤr Sie hegt. Glauben Sie, Herr Cardinal,
an die Achtung, die ich fuͤr Sie habe.

(Unterz.) J. Murat.

Ancona iſt am 27ſten Januar von unſern Truppen
unter dem General Poulet beſetzt worden, welcher, zu-
folge eines Berichts des Brigade-Generals Berthier
aus Florenz, an dem Fuße der Appenninen noch zahl-
reiche Raͤuberhaufen zu bekaͤmpfen gehabt hatte.

Auf ein Schreiben, welches General Murat an den
Neapolitaniſchen General v[o]n Damas geſandt hatte,
erfolgte nachſtehende

Antwort des Herrn von Damas an den General-Mu-
rat. Aus ſeinem Hauptquartier zu

Herr General,

Die Feindſeligkeiten der Armee, die ich commandire,
bezogen ſich beſtaͤndig auf die der Kayſerl. Armee.
Meine Jnſtructionen ſeit der Eroͤffnung des Feldzugs
befahlen mir, die Jnſtructionen des Herrn von Belle-
garde
zu empfangen und nach denſelben zu verfahren.
Meine Bewegungen in Toscana waren mit den ſeini-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <p><pb facs="#f0003" n="[3]"/><cb/>
mehr auseinander gelegt werden, und auch &#x017F;chon                             einige<lb/>
Regimenter die Wei&#x017F;ung zu neuen Standquartieren                             er-<lb/>
halten haben. So wird z. B. das                             Cu&#x0364;raßier-Regiment<lb/>
Herzog Albert von Bru&#x0364;nn nach                             Neu&#x017F;tadt verlegt &#xA75B;c.<lb/>
Jm Ganzen aber will man                             wi&#x017F;&#x017F;en, daß die Ungari&#x017F;chen<lb/>
Jn&#x017F;urrections-Tr<choice><sic>n</sic><corr>u</corr></choice>ppen weiter aufwa&#x0364;rts ru&#x0364;cken, und<lb/>
dagegen                             Deut&#x017F;che Regimenter, be&#x017F;onders Cavallerie,<lb/>
nach Ungarn                             kommen werden.</p><lb/>
            <p>Am 5ten die&#x017F;es hat das &#x017F;a&#x0364;mmtliche Per&#x017F;onale                             der<lb/>
Kriegskanzley bey dem Erzherzog Carl die                             Glu&#x0364;ckwu&#x0364;n-<lb/>
&#x017F;che zur erlangten                             Pra&#x0364;&#x017F;identen&#x017F;telle abgelegt, und &#x017F;ich<lb/>
zu                             ku&#x0364;nftigen Gnaden empfohlen. Die Antwort des<lb/>
Erzherzogs war                             in kurzem die&#x017F;e: &#x201C;Jch rechne es mir<lb/>
zum                             Vergnu&#x0364;gen, der Chef einer &#x017F;o wichtigen Stelle                             zu<lb/>
&#x017F;eyn, hoffe, daß un&#x017F;er gemein&#x017F;chaftlicher                             Eifer zur Zu-<lb/>
friedenheit des Monarchen und zum Nutzen des                             Staats<lb/>
gereiche, und wu&#x0364;n&#x017F;che, daß der bisherige                             Ge&#x017F;cha&#x0364;ftsgang<lb/>
mehr ein&#x017F;ach gefu&#x0364;hrt und                             abgeku&#x0364;rzt werden mo&#x0364;chte.&#x201D;</p><lb/>
            <p>Von hier aus geht noch grobes Ge&#x017F;chu&#x0364;tz und Muni-<lb/>
tion                             nach Preßburg, und von da aus weiter bis an                             die<lb/>
Tu&#x0364;rki&#x017F;chen Gra&#x0364;nzen. Einige Politiker                             wollen hieraus<lb/>
auf einen neuen Krieg &#x017F;chließen, andre aber                             betrachten<lb/>
die&#x017F;e Maaßregeln bloß als                             Vor&#x017F;ichtsan&#x017F;talten gegen die<lb/>
Rebellen in der                             Tu&#x0364;rkey.</p><lb/>
            <p>Oeffentlichen Nachrichten zufolge haben &#x017F;ich die Ruß.<lb/>
K<choice><sic>&#x0250;</sic><corr>a</corr></choice>y&#x017F;erl. Truppen, die bisher an der                             O&#x017F;tgallizi&#x017F;chen<lb/>
Gra&#x0364;nze ver&#x017F;ammlet                             waren, gegen die Tu&#x0364;rkey in Mar&#x017F;ch<lb/>
ge&#x017F;etzt.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Ko&#x0364;nigsberg,</hi> den 9                                 Februar.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Die hie&#x017F;ige Zeitung entha&#x0364;lt folgendes</p><lb/>
            <div type="jArticle">
              <dateline> <hi rendition="#et #fr">Schreiben aus Curland, vom 22 Januar.</hi> </dateline><lb/>
              <p>&#x201C;Die Kriegsru&#x0364;&#x017F;tungen werden in allen                                 Rußi&#x017F;chen Ha&#x0364;-<lb/>
fen mit dem gro&#x0364;ßten Eifer                                 betrieben. Se. Kay&#x017F;erl.<lb/>
Maje&#x017F;ta&#x0364;t ertheilen                                 denjenigen Befehlshabern, welche<lb/>
&#x017F;ich dabey am                                 tha&#x0364;tig&#x017F;ten benehmen, ihr                                 Allerho&#x0364;ch&#x017F;tes<lb/>
Wohlwollen. Es &#x017F;oll eine                                 Armee einge&#x017F;chifft werden,<lb/>
welche in Verbindung andrer                                 Ma&#x0364;chte, und vorzu&#x0364;glich<lb/>
mit einer                                 Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;chen Armee, eine Landung in                                 Jrland<lb/>
ver&#x017F;uchen wird.&#x201D;</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Schreiben aus                                     Da&#x0364;nnemark,</hi> vom 10 Febr.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Dem Vernehmen nach hat der Ko&#x0364;nigl. Preuß. Hof<lb/>
dem                             Großbrittanni&#x017F;chen erkla&#x0364;ren la&#x017F;&#x017F;en: daß,                             wenn das<lb/>
in den Großbrittanni&#x017F;chen Ha&#x0364;fen auf die                             Da&#x0364;ni&#x017F;chen<lb/>
und Schwedi&#x017F;chen Schiffe gelegte                             Embargo nicht wie-<lb/>
der aufgehoben werden &#x017F;ollte, Preußen                             &#x017F;ich geno&#x0364;thigt<lb/>
&#x017F;ehen wu&#x0364;rde, die                             Verbindungen zu erfu&#x0364;llen, welche es<lb/>
mit den beyden                             Ma&#x0364;chten eingegangen, um ihren Un-<lb/>
terthanen die                             geho&#x0364;rigen Ent&#x017F;cha&#x0364;digungen zu                             ver&#x017F;chaffen.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Schreiben aus Stockholm,</hi> vom                                 6 Februar.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Un&#x017F;ere Seeru&#x0364;&#x017F;tungen werden &#x017F;o eifrig                             betrieben,<lb/>
daß die Flotten &#x017F;chon am Ende Ma&#x0364;rz zum                             Auslaufen<lb/>
fertig &#x017F;eyn &#x017F;ollen, wenn anders die                             Ha&#x0364;ven bey die&#x017F;er<lb/>
Zeit von Eis frey &#x017F;ind.</p><lb/>
            <p>Die Gerichts&#x017F;ache des Admiralita&#x0364;ts-Ober&#x017F;ten,                             Grafen<lb/>
von Wrangel, welcher bekanntlich die er&#x017F;te im                             Jahr<lb/>
1798 von den Engla&#x0364;ndern aufgebrachte                             Schwedi&#x017F;che<lb/>
Convoy commandirte, i&#x017F;t nun vom                             Ko&#x0364;nige ent&#x017F;chieden.<lb/>
Dem zufolge i&#x017F;t der Graf                             verurtheilt worden, arquebu-<lb/>
firt zu werden, und das                             Kriegs-Hofgericht hat wegen<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en u&#x0364;ber ihn                             gefa&#x0364;llten gelindern Aus&#x017F;pruch, der nur<lb/>
den                             Verlu&#x017F;t des Dien&#x017F;tes betraf, von Sr. Maj.                             einen<lb/>
ern&#x017F;thaften Verweis erhalten.</p><lb/>
            <p>Jm verwichenen Jahre &#x017F;ind von Stockholm nach<lb/>
dem Auslande                             exportirt: rohes Ei&#x017F;en von ver&#x017F;chiedener<lb/>
Art 204000                             Schiffpfund, manufacturirte Schmiedewaa-<lb/><cb/>
ren von Ei&#x017F;en,                             Kupfer und andern Metallen 26000<lb/>
Schiffpfund, und da die                             u&#x0364;brige Schwedi&#x017F;che Metallen-<lb/>
Ausfuhr                             gewo&#x0364;hnlich der Stockholmi&#x017F;chen gleich                             kommt,<lb/>
&#x017F;o wird die ganze vorja&#x0364;hrige Ausfuhr von                             Bergwerks-<lb/>
Producten des Reichs auf 400000 Schiffpfund                             gerech-<lb/>
net. Dem ungeachtet &#x017F;ind doch wegen der in den                             letz-<lb/>
tern Jahren &#x017F;ehr zugenommenen                             Bergwerks-Production<lb/>
alle un&#x017F;ere Magazine und                             &#x017F;ogenannte Metallen-Waagen<lb/>
mit Waaren von obiger Art                             angefu&#x0364;llt.</p><lb/>
            <p>Der ehemalige Reichsrath, Graf von Bunge, i&#x017F;t im<lb/>
70&#x017F;ten                             Jahre eines Alters hier ge&#x017F;torben.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <div type="jArticle">
              <dateline> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Schreiben aus Paris,</hi> vom                                     6 Februar.</hi> </dateline><lb/>
              <p>Wie man vernimmt, du&#x0364;rfte ehe&#x017F;tens zwi&#x017F;chen                                 Ruß-<lb/>
land und un&#x017F;rer Republik ein                                 Freund&#x017F;chafts-Tractat<lb/>
ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en                                 werden.</p><lb/>
              <p>Die An&#x017F;talten hier, ehe&#x017F;tens das Friedensfe&#x017F;t zu                                 &#x017F;eyern,<lb/>
dauern fort.</p><lb/>
              <p>Von un&#x017F;erm Ob&#x017F;ervations-Corps in Jtalien unter<lb/>
dem                                 General <hi rendition="#fr">Murat</hi> &#x017F;ind folgende                                 Depe&#x017F;chen einge-<lb/>
gangen:</p>
            </div><lb/>
            <div type="letter">
              <head> <hi rendition="#fr #right">Murat, Commandant des                                     Ob&#x017F;ervations-Corps, an den<lb/><hi rendition="#et">Cardinal-Mini&#x017F;ter Sr. Päb&#x017F;tl. Heiligkeit. Aus                                         dem</hi></hi> </head><lb/>
              <dateline> <hi rendition="#fr #et">Hauptquartier zu Florenz den 4ten                                     Pluvio&#x017F;e (24&#x017F;ten.<lb/>
Januar.)</hi> </dateline><lb/>
              <p>Jch habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, Herr<lb/>
Cardinal, daß der                                 doppelte Zweck meines Einru&#x0364;ckens<lb/>
in die Staaten des                                 heil. Vaters i&#x017F;t: 1) <hi rendition="#fr">Ancona</hi> zu<lb/>
be&#x017F;etzen, das durch den Waffen&#x017F;till&#x017F;tand                                 von Trevi&#x017F;o der<lb/>
Franzo&#x0364;&#x017F;. Armee abgetreten                                 worden; 2) Sr. Heiligkeit<lb/>
den freyen Genuß Jhrer Staaten wieder                                 zu geben,<lb/>
indem ich die Neapolitaner zwinge, die                                 Engelsburg<lb/>
und das ga<choice><sic>u</sic><corr>n</corr></choice>ze Ro&#x0364;mi&#x017F;che Gebiet zu ra&#x0364;umen. Jch                                 weiß,<lb/>
daß Se. Heiligkeit ver&#x017F;chiedenemale vergebens                                 verlangt<lb/>
haben, daß die Neapolitani&#x017F;chen Truppen Jhre                                 Staa-<lb/>
ten ra&#x0364;umen mo&#x0364;chten; aber ich hoffe, daß                                 die Anna&#x0364;he-<lb/>
rung der Franzo&#x017F;en die Neapolitaner                                 zu gerechtern Ge-<lb/>
&#x017F;innungen bringen werde. Jch                                 wu&#x0364;n&#x017F;che &#x017F;ehr, daß &#x017F;el-<lb/>
bige durch                                 die &#x017F;chnelle Ra&#x0364;umung des Ro&#x0364;mi&#x017F;chen                                 Ge-<lb/>
biets Sr. Heiligkeit die Unannehmlichkeit                                 er&#x017F;paren,<lb/>
daß die Stadt, die Sie bewohnen, das                                 Kriegstheater<lb/>
werde. Auf jeden Fall habe ich den Be&#x017F;ehl                                 von mei-<lb/>
ner Regierung, nicht u&#x0364;ber                                 Citta-Ca&#x017F;tellana vorzuru&#x0364;cken,<lb/>
es &#x017F;ey denn,                                 daß ich von Sr. Heiligkeit ganz be&#x017F;timmt<lb/>
dazu                                 aufgefordert wu&#x0364;rde. Dies wird hinla&#x0364;nglich                                 &#x017F;eyn,<lb/>
um Jhnen die Hochachtung zu zeigen, die der                                 Ober-<lb/>
Con&#x017F;ul fu&#x0364;r Sie hegt. Glauben Sie, Herr                                 Cardinal,<lb/>
an die Achtung, die ich fu&#x0364;r Sie habe.</p><lb/>
              <closer>
                <signed> <hi rendition="#et">(Unterz.) <hi rendition="#fr">J.                                         Murat.</hi></hi> </signed>
              </closer>
            </div><lb/>
            <div type="jArticle">
              <p><hi rendition="#fr">Ancona</hi> i&#x017F;t am 27&#x017F;ten Januar                                 von un&#x017F;ern Truppen<lb/>
unter dem General Poulet                                 be&#x017F;etzt worden, welcher, zu-<lb/>
folge eines Berichts des                                 Brigade-Generals Berthier<lb/>
aus Florenz, an dem Fuße der                                 Appenninen noch zahl-<lb/>
reiche Ra&#x0364;uberhaufen zu                                 beka&#x0364;mpfen gehabt hatte.</p><lb/>
              <p>Auf ein Schreiben, welches General Murat an                                 den<lb/>
Neapolitani&#x017F;chen General v<supplied cert="high">o</supplied>n Damas ge&#x017F;andt hatte,<lb/>
erfolgte                                 nach&#x017F;tehende</p>
            </div><lb/>
            <div type="letter">
              <head> <hi rendition="#fr">Antwort des Herrn von Damas an den                                         General-Mu-<lb/><hi rendition="#et">rat. Aus &#x017F;einem                                         Hauptquartier zu</hi></hi> </head>
              <dateline> <hi rendition="#fr">Viterbo, den<lb/><hi rendition="#et">22&#x017F;ten Januar 1801.</hi></hi> </dateline><lb/>
              <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Herr General,</hi> </hi> </head><lb/>
              <p>Die Feind&#x017F;eligkeiten der Armee, die ich                                 commandire,<lb/>
bezogen &#x017F;ich be&#x017F;ta&#x0364;ndig auf die                                 der Kay&#x017F;erl. Armee.<lb/>
Meine Jn&#x017F;tructionen                                 &#x017F;eit der Ero&#x0364;ffnung des Feldzugs<lb/>
befahlen mir, die                                 Jn&#x017F;tructionen des Herrn <hi rendition="#fr">von                                     Belle-<lb/>
garde</hi> zu empfangen und nach den&#x017F;elben zu                                 verfahren.<lb/>
Meine Bewegungen in Toscana waren mit den                                     &#x017F;eini-<lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[3]/0003] mehr auseinander gelegt werden, und auch ſchon einige Regimenter die Weiſung zu neuen Standquartieren er- halten haben. So wird z. B. das Cuͤraßier-Regiment Herzog Albert von Bruͤnn nach Neuſtadt verlegt ꝛc. Jm Ganzen aber will man wiſſen, daß die Ungariſchen Jnſurrections-Truppen weiter aufwaͤrts ruͤcken, und dagegen Deutſche Regimenter, beſonders Cavallerie, nach Ungarn kommen werden. Am 5ten dieſes hat das ſaͤmmtliche Perſonale der Kriegskanzley bey dem Erzherzog Carl die Gluͤckwuͤn- ſche zur erlangten Praͤſidentenſtelle abgelegt, und ſich zu kuͤnftigen Gnaden empfohlen. Die Antwort des Erzherzogs war in kurzem dieſe: “Jch rechne es mir zum Vergnuͤgen, der Chef einer ſo wichtigen Stelle zu ſeyn, hoffe, daß unſer gemeinſchaftlicher Eifer zur Zu- friedenheit des Monarchen und zum Nutzen des Staats gereiche, und wuͤnſche, daß der bisherige Geſchaͤftsgang mehr einſach gefuͤhrt und abgekuͤrzt werden moͤchte.” Von hier aus geht noch grobes Geſchuͤtz und Muni- tion nach Preßburg, und von da aus weiter bis an die Tuͤrkiſchen Graͤnzen. Einige Politiker wollen hieraus auf einen neuen Krieg ſchließen, andre aber betrachten dieſe Maaßregeln bloß als Vorſichtsanſtalten gegen die Rebellen in der Tuͤrkey. Oeffentlichen Nachrichten zufolge haben ſich die Ruß. Kayſerl. Truppen, die bisher an der Oſtgalliziſchen Graͤnze verſammlet waren, gegen die Tuͤrkey in Marſch geſetzt. Koͤnigsberg, den 9 Februar. Die hieſige Zeitung enthaͤlt folgendes Schreiben aus Curland, vom 22 Januar. “Die Kriegsruͤſtungen werden in allen Rußiſchen Haͤ- fen mit dem groͤßten Eifer betrieben. Se. Kayſerl. Majeſtaͤt ertheilen denjenigen Befehlshabern, welche ſich dabey am thaͤtigſten benehmen, ihr Allerhoͤchſtes Wohlwollen. Es ſoll eine Armee eingeſchifft werden, welche in Verbindung andrer Maͤchte, und vorzuͤglich mit einer Franzoͤſiſchen Armee, eine Landung in Jrland verſuchen wird.” Schreiben aus Daͤnnemark, vom 10 Febr. Dem Vernehmen nach hat der Koͤnigl. Preuß. Hof dem Großbrittanniſchen erklaͤren laſſen: daß, wenn das in den Großbrittanniſchen Haͤfen auf die Daͤniſchen und Schwediſchen Schiffe gelegte Embargo nicht wie- der aufgehoben werden ſollte, Preußen ſich genoͤthigt ſehen wuͤrde, die Verbindungen zu erfuͤllen, welche es mit den beyden Maͤchten eingegangen, um ihren Un- terthanen die gehoͤrigen Entſchaͤdigungen zu verſchaffen. Schreiben aus Stockholm, vom 6 Februar. Unſere Seeruͤſtungen werden ſo eifrig betrieben, daß die Flotten ſchon am Ende Maͤrz zum Auslaufen fertig ſeyn ſollen, wenn anders die Haͤven bey dieſer Zeit von Eis frey ſind. Die Gerichtsſache des Admiralitaͤts-Oberſten, Grafen von Wrangel, welcher bekanntlich die erſte im Jahr 1798 von den Englaͤndern aufgebrachte Schwediſche Convoy commandirte, iſt nun vom Koͤnige entſchieden. Dem zufolge iſt der Graf verurtheilt worden, arquebu- firt zu werden, und das Kriegs-Hofgericht hat wegen deſſen uͤber ihn gefaͤllten gelindern Ausſpruch, der nur den Verluſt des Dienſtes betraf, von Sr. Maj. einen ernſthaften Verweis erhalten. Jm verwichenen Jahre ſind von Stockholm nach dem Auslande exportirt: rohes Eiſen von verſchiedener Art 204000 Schiffpfund, manufacturirte Schmiedewaa- ren von Eiſen, Kupfer und andern Metallen 26000 Schiffpfund, und da die uͤbrige Schwediſche Metallen- Ausfuhr gewoͤhnlich der Stockholmiſchen gleich kommt, ſo wird die ganze vorjaͤhrige Ausfuhr von Bergwerks- Producten des Reichs auf 400000 Schiffpfund gerech- net. Dem ungeachtet ſind doch wegen der in den letz- tern Jahren ſehr zugenommenen Bergwerks-Production alle unſere Magazine und ſogenannte Metallen-Waagen mit Waaren von obiger Art angefuͤllt. Der ehemalige Reichsrath, Graf von Bunge, iſt im 70ſten Jahre eines Alters hier geſtorben. Schreiben aus Paris, vom 6 Februar. Wie man vernimmt, duͤrfte eheſtens zwiſchen Ruß- land und unſrer Republik ein Freundſchafts-Tractat geſchloſſen werden. Die Anſtalten hier, eheſtens das Friedensfeſt zu ſeyern, dauern fort. Von unſerm Obſervations-Corps in Jtalien unter dem General Murat ſind folgende Depeſchen einge- gangen: Murat, Commandant des Obſervations-Corps, an den Cardinal-Miniſter Sr. Päbſtl. Heiligkeit. Aus dem Hauptquartier zu Florenz den 4ten Pluvioſe (24ſten. Januar.) Jch habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, Herr Cardinal, daß der doppelte Zweck meines Einruͤckens in die Staaten des heil. Vaters iſt: 1) Ancona zu beſetzen, das durch den Waffenſtillſtand von Treviſo der Franzoͤſ. Armee abgetreten worden; 2) Sr. Heiligkeit den freyen Genuß Jhrer Staaten wieder zu geben, indem ich die Neapolitaner zwinge, die Engelsburg und das ganze Roͤmiſche Gebiet zu raͤumen. Jch weiß, daß Se. Heiligkeit verſchiedenemale vergebens verlangt haben, daß die Neapolitaniſchen Truppen Jhre Staa- ten raͤumen moͤchten; aber ich hoffe, daß die Annaͤhe- rung der Franzoſen die Neapolitaner zu gerechtern Ge- ſinnungen bringen werde. Jch wuͤnſche ſehr, daß ſel- bige durch die ſchnelle Raͤumung des Roͤmiſchen Ge- biets Sr. Heiligkeit die Unannehmlichkeit erſparen, daß die Stadt, die Sie bewohnen, das Kriegstheater werde. Auf jeden Fall habe ich den Beſehl von mei- ner Regierung, nicht uͤber Citta-Caſtellana vorzuruͤcken, es ſey denn, daß ich von Sr. Heiligkeit ganz beſtimmt dazu aufgefordert wuͤrde. Dies wird hinlaͤnglich ſeyn, um Jhnen die Hochachtung zu zeigen, die der Ober- Conſul fuͤr Sie hegt. Glauben Sie, Herr Cardinal, an die Achtung, die ich fuͤr Sie habe. (Unterz.) J. Murat. Ancona iſt am 27ſten Januar von unſern Truppen unter dem General Poulet beſetzt worden, welcher, zu- folge eines Berichts des Brigade-Generals Berthier aus Florenz, an dem Fuße der Appenninen noch zahl- reiche Raͤuberhaufen zu bekaͤmpfen gehabt hatte. Auf ein Schreiben, welches General Murat an den Neapolitaniſchen General von Damas geſandt hatte, erfolgte nachſtehende Antwort des Herrn von Damas an den General-Mu- rat. Aus ſeinem Hauptquartier zu Viterbo, den 22ſten Januar 1801. Herr General, Die Feindſeligkeiten der Armee, die ich commandire, bezogen ſich beſtaͤndig auf die der Kayſerl. Armee. Meine Jnſtructionen ſeit der Eroͤffnung des Feldzugs befahlen mir, die Jnſtructionen des Herrn von Belle- garde zu empfangen und nach denſelben zu verfahren. Meine Bewegungen in Toscana waren mit den ſeini-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-08-05T10:58:50Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: wie Vorlage; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (&#xa75b;): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: wie Vorlage; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_271702_1801
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_271702_1801/3
Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 27, 17. Februar 1801, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_271702_1801/3>, abgerufen am 25.03.2019.