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Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 33, Hamburg, 12. Oktober 1712.

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[Spaltenumbruch] Majest. Bedencken getragen durch Pohlen zu paßi-
ren/ wäre ihme frey gestanden den Transitum durch
Moscau auch mit 50000. Türcken zu nehmen/ wenn
sie nur die Lebens-Mittel vor baar Geld bezahlen
wollen/ durch welche Sincerationes die Rußische Ge-
sandschafft dann erweisen wolte/ daß Se. Majest. de-
ro Abreise von einer Zeit zu der andern nur darum
differirten/ um neue Unruhe am Türckischen Hofe
zu stifften.

Von den Pohlnischen Troublen.

Briefe aus Posen melden/ daß man daselbst
beschäfftiget sey/ ein und andere Pohlnische von Adel
einzuholen/ um dieselbe mit Arrest zu belegen/ weiln
einige gefährliche Correspondentz gegen Jhro Kö-
nigl. Majest./ unserm allergnädigsten Herrn/ und
wider den Ruhestand des Reichs entdecket worden/
wovon der letzt-eingebrachte/ durch seine bey sich ge-
habte/ und ihm abgenommene Briefe/ der Sachen
eine noch mehrere Erleuterung gegeben/ und die
Confirmation festgestellet. Diese Briefe haben ei-
nem unbeschriebenen Papier gleich gesehen/ da man
aber die dabey gefundene pulverisirte Materie über
selbige gerieben/ sind die Schrifften ans Tagelicht
gekommen/ welche sofort durch einen Expressen an
Jhro Königl. Majest übersendet/ die 1200 Species
Ducaten/ aber so dabey gefunden/ confisciret worden.

Von der Schweitzerischen Unruhe.

Gestrige Briefe
aus der Schweitz bringen mit/ daß die beyde Can-
tons Zürich und Bern 2. Deputirte/ und zwar er-
ster den Hrn. Escher/ der andere aber den Hrn. Fi-
scher von Requebac/ den Aeltern/ benennet hätten/
anhero nach dieser Stadt zu gehen. Der zwischen erst
besagten beyden Cantons mit Lucern/ Ury Schweitz/
Unter-Walden und Zug getroffene Friede/ wäre zu
Baaden unter jeden Cantons grossen Siegel ausge-
fertigt und ausgewechselt worden/ also daß an der
Formalität nun weiter nichts abgienge. Der Lands-
oder Religions-Friede/ hatte am 25 passato in de-
nen gemeinschafftlichen Orthen publiciret werden
sollen. Man verlanget aber zu vernehmen/ wie sol-
ches in denen Oerthern/ wo der Hr. Bischoff von
Constantz die obere oder niedere Jurisdiction hätte/
abgelauffen seyn würde; Der Herr Abt von St.
Gallen aber wolte nicht anders/ als mit Approba-
tion
Jhrer Käyserl Majest. tractiren.

Vom Nieder-Ländischen Krieg/ u. dergl.

Der General
Tilly ist sehr kranck/ und gehet morgen nach Brüssel/
und wird der Erb- Printz von Hessen an seiner Stel-
le im Lager commandiren. Von der Jnfanterie ge-
[Spaltenumbruch] hen einige Regimenter nach Bethune/ Arien/ und an-
dere Plätze/ und zu Pferde einige nach der Maes.
Wie man vernimmt/ thun die Feinde auff Quesnoy
grossen Effort/ und sollen den bedeckten Weg im
Sturm erobert haben/ nun aber in die Wälle der
Stadt Bresche schiessen/ so daß sie in kurtzen Mei-
ster davon seyn werden. Auch soll Bouchain be-
rennet seyn/ und die Trencheen davor bald eröffnet
werden. Die Fourage müssen wir zum Theil weit
holen. Der General Yvoy soll hart bleßiret seyn.
Die Feinde geben vor/ daß sie vor Endigung dieser
Campagne Bethune noch belägern wollen.

Nachdem die Feinde
zwischen der Maes und Sambre sich bewegen/ und
an Huy Ombrage geben/ als sind ehegestern aus der
Armee vier Regimenter zu Pferde alhier paßiret/
so von andern sollen gefolget werden/ dem Feinde
das Auslanffen zu verwehren. Den dritten des Mor-
gens haben die Frantzosen von den Batterien auffm
bedeckten Weg Bresche in die Wälle von Quesnoy
zu schiessen angefangen/ und sollen ihre Linien vor
Bouchain nun fertig seyn/ um die Belagerung mit
Ernst fortzusetzen. So gleich erhält man mit Brie-
fen aus Valencyn/ daß der Obrist-Lieutenant St.
Martin ehegestern Abend aus dem Lager gekommen
mit Bericht an den Chur-Fürsten von Cöln/ daß die
Garnison von Quesnoy Nachmittags um 3. Uhren
die Chamade geschlagen/ und sich zu Kriegs-Gefan-
gene ergeben.

Jn Dovay sollen die Bür-
ger von den Soldaten übel tractiret werden/ und
wo einer saget/ daß es bey den Alliirten besser gewe-
sen/ als jetzo bey den Frantzosen/ muß er die Stadt
räumen/ desgleichen jagen sie auch alle Reformirte
aus der Stadt weg.

Der Kayserl. Minister/
Hr. Baron von Heems/ ist nach Amsterdam wieder
abgereiset/ um daselbst eine gewisse Summa Geldes
zu negotiiren. Der hier residirende Pohlnische Mi-
nister hat auff Ordre seines hohen Principalen an
Jhro Hochm. declariren müssen/ daß im Fall diesel-
ben nicht schleunige Ordre zu Bezahlung der Säch-
sischen Trouppen stelleten/ Jhr. Königl. Maj. genö-
thiget seyn würde/ gedachte Trouppen zu revociren.

Briefe von Bergen
in Hennegan vom 5. dieses berichten/ daß die Stadt
Quesnoy verwichenen Dienstag Nachmittag um 3.
Uhr auff Discretion an die Frantzosen übergangen.

Von den Friedens- Tractaten in Engel-
land/ und dergleichen.

Man glaubet ingemein/
daß der Friede zwischen Groß-Brittannien und den

zwey

[Spaltenumbruch] Majeſt. Bedencken getragen durch Pohlen zu paßi-
ren/ waͤre ihme frey geſtanden den Tranſitum durch
Moſcau auch mit 50000. Tuͤrcken zu nehmen/ wenn
ſie nur die Lebens-Mittel vor baar Geld bezahlen
wollen/ durch welche Sincerationes die Rußiſche Ge-
ſandſchafft dann erweiſen wolte/ daß Se. Majeſt. de-
ro Abreiſe von einer Zeit zu der andern nur darum
differirten/ um neue Unruhe am Tuͤrckiſchen Hofe
zu ſtifften.

Von den Pohlniſchen Troublen.

Briefe aus Poſen melden/ daß man daſelbſt
beſchaͤfftiget ſey/ ein und andere Pohlniſche von Adel
einzuholen/ um dieſelbe mit Arreſt zu belegen/ weiln
einige gefaͤhrliche Correſpondentz gegen Jhro Koͤ-
nigl. Majeſt./ unſerm allergnaͤdigſten Herrn/ und
wider den Ruheſtand des Reichs entdecket worden/
wovon der letzt-eingebrachte/ durch ſeine bey ſich ge-
habte/ und ihm abgenommene Briefe/ der Sachen
eine noch mehrere Erleuterung gegeben/ und die
Confirmation feſtgeſtellet. Dieſe Briefe haben ei-
nem unbeſchriebenen Papier gleich geſehen/ da man
aber die dabey gefundene pulveriſirte Materie uͤber
ſelbige gerieben/ ſind die Schrifften ans Tagelicht
gekommen/ welche ſofort durch einen Expreſſen an
Jhro Koͤnigl. Majeſt uͤberſendet/ die 1200 Species
Ducaten/ aber ſo dabey gefunden/ confiſciret worden.

Von der Schweitzeriſchen Unruhe.

Geſtrige Briefe
aus der Schweitz bringen mit/ daß die beyde Can-
tons Zuͤrich und Bern 2. Deputirte/ und zwar er-
ſter den Hrn. Eſcher/ der andere aber den Hrn. Fi-
ſcher von Requebac/ den Aeltern/ benennet haͤtten/
anhero nach dieſer Stadt zu gehen. Der zwiſchen erſt
beſagten beyden Cantons mit Lucern/ Ury Schweitz/
Unter-Walden und Zug getroffene Friede/ waͤre zu
Baaden unter jeden Cantons groſſen Siegel ausge-
fertigt und ausgewechſelt worden/ alſo daß an der
Formalitaͤt nun weiter nichts abgienge. Der Lands-
oder Religions-Friede/ hatte am 25 paſſato in de-
nen gemeinſchafftlichen Orthen publiciret werden
ſollen. Man verlanget aber zu vernehmen/ wie ſol-
ches in denen Oerthern/ wo der Hr. Biſchoff von
Conſtantz die obere oder niedere Jurisdiction haͤtte/
abgelauffen ſeyn wuͤrde; Der Herr Abt von St.
Gallen aber wolte nicht anders/ als mit Approba-
tion
Jhrer Kaͤyſerl Majeſt. tractiren.

Vom Nieder-Laͤndiſchen Krieg/ u. dergl.

Der General
Tilly iſt ſehr kranck/ und gehet morgen nach Bruͤſſel/
und wird der Erb- Printz von Heſſen an ſeiner Stel-
le im Lager commandiren. Von der Jnfanterie ge-
[Spaltenumbruch] hen einige Regimenter nach Bethune/ Arien/ und an-
dere Plaͤtze/ und zu Pferde einige nach der Maes.
Wie man vernimmt/ thun die Feinde auff Quesnoy
groſſen Effort/ und ſollen den bedeckten Weg im
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Stadt Breſche ſchieſſen/ ſo daß ſie in kurtzen Mei-
ſter davon ſeyn werden. Auch ſoll Bouchain be-
rennet ſeyn/ und die Trencheen davor bald eroͤffnet
werden. Die Fourage muͤſſen wir zum Theil weit
holen. Der General Yvoy ſoll hart bleßiret ſeyn.
Die Feinde geben vor/ daß ſie vor Endigung dieſer
Campagne Bethune noch belaͤgern wollen.

Nachdem die Feinde
zwiſchen der Maes und Sambre ſich bewegen/ und
an Huy Ombrage geben/ als ſind ehegeſtern aus der
Armee vier Regimenter zu Pferde alhier paßiret/
ſo von andern ſollen gefolget werden/ dem Feinde
das Auslanffen zu verwehren. Den dritten des Mor-
gens haben die Frantzoſen von den Batterien auffm
bedeckten Weg Breſche in die Waͤlle von Quesnoy
zu ſchieſſen angefangen/ und ſollen ihre Linien vor
Bouchain nun fertig ſeyn/ um die Belagerung mit
Ernſt fortzuſetzen. So gleich erhaͤlt man mit Brie-
fen aus Valencyn/ daß der Obriſt-Lieutenant St.
Martin ehegeſtern Abend aus dem Lager gekommen
mit Bericht an den Chur-Fuͤrſten von Coͤln/ daß die
Garniſon von Quesnoy Nachmittags um 3. Uhren
die Chamade geſchlagen/ und ſich zu Kriegs-Gefan-
gene ergeben.

Jn Dovay ſollen die Buͤr-
ger von den Soldaten uͤbel tractiret werden/ und
wo einer ſaget/ daß es bey den Alliirten beſſer gewe-
ſen/ als jetzo bey den Frantzoſen/ muß er die Stadt
raͤumen/ desgleichen jagen ſie auch alle Reformirte
aus der Stadt weg.

Der Kayſerl. Miniſter/
Hr. Baron von Heems/ iſt nach Amſterdam wieder
abgereiſet/ um daſelbſt eine gewiſſe Summa Geldes
zu negotiiren. Der hier reſidirende Pohlniſche Mi-
niſter hat auff Ordre ſeines hohen Principalen an
Jhro Hochm. declariren muͤſſen/ daß im Fall dieſel-
ben nicht ſchleunige Ordre zu Bezahlung der Saͤch-
ſiſchen Trouppen ſtelleten/ Jhr. Koͤnigl. Maj. genoͤ-
thiget ſeyn wuͤrde/ gedachte Trouppen zu revociren.

Briefe von Bergen
in Hennegan vom 5. dieſes berichten/ daß die Stadt
Quesnoy verwichenen Dienſtag Nachmittag um 3.
Uhr auff Diſcretion an die Frantzoſen uͤbergangen.

Von den Friedens- Tractaten in Engel-
land/ und dergleichen.

Man glaubet ingemein/
daß der Friede zwiſchen Groß-Brittannien und den

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[[3]/0003] Majeſt. Bedencken getragen durch Pohlen zu paßi- ren/ waͤre ihme frey geſtanden den Tranſitum durch Moſcau auch mit 50000. Tuͤrcken zu nehmen/ wenn ſie nur die Lebens-Mittel vor baar Geld bezahlen wollen/ durch welche Sincerationes die Rußiſche Ge- ſandſchafft dann erweiſen wolte/ daß Se. Majeſt. de- ro Abreiſe von einer Zeit zu der andern nur darum differirten/ um neue Unruhe am Tuͤrckiſchen Hofe zu ſtifften. Von den Pohlniſchen Troublen. Von der Graͤntze aus Klein-Pohlen/ vom 1. Oc- tober. Briefe aus Poſen melden/ daß man daſelbſt beſchaͤfftiget ſey/ ein und andere Pohlniſche von Adel einzuholen/ um dieſelbe mit Arreſt zu belegen/ weiln einige gefaͤhrliche Correſpondentz gegen Jhro Koͤ- nigl. Majeſt./ unſerm allergnaͤdigſten Herrn/ und wider den Ruheſtand des Reichs entdecket worden/ wovon der letzt-eingebrachte/ durch ſeine bey ſich ge- habte/ und ihm abgenommene Briefe/ der Sachen eine noch mehrere Erleuterung gegeben/ und die Confirmation feſtgeſtellet. Dieſe Briefe haben ei- nem unbeſchriebenen Papier gleich geſehen/ da man aber die dabey gefundene pulveriſirte Materie uͤber ſelbige gerieben/ ſind die Schrifften ans Tagelicht gekommen/ welche ſofort durch einen Expreſſen an Jhro Koͤnigl. Majeſt uͤberſendet/ die 1200 Species Ducaten/ aber ſo dabey gefunden/ confiſciret worden. Von der Schweitzeriſchen Unruhe. Regenſpurg/ vom 3. Octobr. Geſtrige Briefe aus der Schweitz bringen mit/ daß die beyde Can- tons Zuͤrich und Bern 2. Deputirte/ und zwar er- ſter den Hrn. Eſcher/ der andere aber den Hrn. Fi- ſcher von Requebac/ den Aeltern/ benennet haͤtten/ anhero nach dieſer Stadt zu gehen. Der zwiſchen erſt beſagten beyden Cantons mit Lucern/ Ury Schweitz/ Unter-Walden und Zug getroffene Friede/ waͤre zu Baaden unter jeden Cantons groſſen Siegel ausge- fertigt und ausgewechſelt worden/ alſo daß an der Formalitaͤt nun weiter nichts abgienge. Der Lands- oder Religions-Friede/ hatte am 25 paſſato in de- nen gemeinſchafftlichen Orthen publiciret werden ſollen. Man verlanget aber zu vernehmen/ wie ſol- ches in denen Oerthern/ wo der Hr. Biſchoff von Conſtantz die obere oder niedere Jurisdiction haͤtte/ abgelauffen ſeyn wuͤrde; Der Herr Abt von St. Gallen aber wolte nicht anders/ als mit Approba- tion Jhrer Kaͤyſerl Majeſt. tractiren. Vom Nieder-Laͤndiſchen Krieg/ u. dergl. Jm Lager zu Neuville/ den 3. Oct. Der General Tilly iſt ſehr kranck/ und gehet morgen nach Bruͤſſel/ und wird der Erb- Printz von Heſſen an ſeiner Stel- le im Lager commandiren. Von der Jnfanterie ge- hen einige Regimenter nach Bethune/ Arien/ und an- dere Plaͤtze/ und zu Pferde einige nach der Maes. Wie man vernimmt/ thun die Feinde auff Quesnoy groſſen Effort/ und ſollen den bedeckten Weg im Sturm erobert haben/ nun aber in die Waͤlle der Stadt Breſche ſchieſſen/ ſo daß ſie in kurtzen Mei- ſter davon ſeyn werden. Auch ſoll Bouchain be- rennet ſeyn/ und die Trencheen davor bald eroͤffnet werden. Die Fourage muͤſſen wir zum Theil weit holen. Der General Yvoy ſoll hart bleßiret ſeyn. Die Feinde geben vor/ daß ſie vor Endigung dieſer Campagne Bethune noch belaͤgern wollen. Bruͤſſel/ vom 6. Oct. Nachdem die Feinde zwiſchen der Maes und Sambre ſich bewegen/ und an Huy Ombrage geben/ als ſind ehegeſtern aus der Armee vier Regimenter zu Pferde alhier paßiret/ ſo von andern ſollen gefolget werden/ dem Feinde das Auslanffen zu verwehren. Den dritten des Mor- gens haben die Frantzoſen von den Batterien auffm bedeckten Weg Breſche in die Waͤlle von Quesnoy zu ſchieſſen angefangen/ und ſollen ihre Linien vor Bouchain nun fertig ſeyn/ um die Belagerung mit Ernſt fortzuſetzen. So gleich erhaͤlt man mit Brie- fen aus Valencyn/ daß der Obriſt-Lieutenant St. Martin ehegeſtern Abend aus dem Lager gekommen mit Bericht an den Chur-Fuͤrſten von Coͤln/ daß die Garniſon von Quesnoy Nachmittags um 3. Uhren die Chamade geſchlagen/ und ſich zu Kriegs-Gefan- gene ergeben. Gent/ vom 5. Octobr. Jn Dovay ſollen die Buͤr- ger von den Soldaten uͤbel tractiret werden/ und wo einer ſaget/ daß es bey den Alliirten beſſer gewe- ſen/ als jetzo bey den Frantzoſen/ muß er die Stadt raͤumen/ desgleichen jagen ſie auch alle Reformirte aus der Stadt weg. Haag/ den 8. Octobr. Der Kayſerl. Miniſter/ Hr. Baron von Heems/ iſt nach Amſterdam wieder abgereiſet/ um daſelbſt eine gewiſſe Summa Geldes zu negotiiren. Der hier reſidirende Pohlniſche Mi- niſter hat auff Ordre ſeines hohen Principalen an Jhro Hochm. declariren muͤſſen/ daß im Fall dieſel- ben nicht ſchleunige Ordre zu Bezahlung der Saͤch- ſiſchen Trouppen ſtelleten/ Jhr. Koͤnigl. Maj. genoͤ- thiget ſeyn wuͤrde/ gedachte Trouppen zu revociren. Antwerpen/ vom 7. Octobr. Briefe von Bergen in Hennegan vom 5. dieſes berichten/ daß die Stadt Quesnoy verwichenen Dienſtag Nachmittag um 3. Uhr auff Diſcretion an die Frantzoſen uͤbergangen. Von den Friedens- Tractaten in Engel- land/ und dergleichen. Londen/ vom 30. Sept. Man glaubet ingemein/ daß der Friede zwiſchen Groß-Brittannien und den zwey

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Zitationshilfe: Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 33, Hamburg, 12. Oktober 1712, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_331210_1712/3>, abgerufen am 21.05.2019.