Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 36, Hamburg, 29. August 1721.

Bild:
<< vorherige Seite
letzte Seite

[Spaltenumbruch] ben, und sich in ihre Quartiere zurück zu begeben
genöhtiget worden. Auch sollen die Einwohner
nach der Seiten des Gebirges von St. Croix sich
in grossen Elend befinden, weil wegen solcher Hi-
tze das Korn und andere Erd-Gewächse nicht fort-
kommen können, daher sie Brod von Mandeln und
dergleichen Früchten backen müssen. Morgen
oder Ubermorgen wird sich der Hoff von dem Ca-
steel von Balsain, daselbst er das neue Werck, so
daran gemacht wird, besehen hat, wieder nach dem
Escurial erheben.

Pohlnische Affairen.

Unsere Guarnison cam-
piret bis dato nicht weit von der Stadt, und wie-
wol man zeithero berichtet worden, daß selbige
nach Caminiec marchiren werde, so wird doch die-
ses alles wieder in Zweifel gezogen. Wegen der
Primatial-Vacantz bleibet alles noch im vorigen
Stande, wiewol einige glauben wollen, daß selbi-
ge der Bischoff von Ermland erhalten dürffte,
massen der Cracauische nicht so sehr auf diese Wür-
de, als vielmehr auf die mehresten Einkünffte sein
Absehen hat. Die Adelichen Gerichte werden
fleissig fortgesetzet, und der Herr General von
Groß-Pohlen hat gestern den Anfang gemachet,
die durch Appellation an ihm gediehene Rechts-
Sachen zu richten.

Von der Reichs-Versamlung zu Re-
genspurg.

So bald als
die Hochfürstliche Würtembergische und Hessen-
Casselsche Gesandten hier wieder ankommen wer-
den, sollen die Evangelischen zusammen kommen,
und ihre Antwort auf die Erklährung der Römi-
schen in der Religions-Sache aufstellen. Jnzwi-
schen hofft man, daß die darzu nöhtige Jnstructio-
nes von allen Höfen werden eingelauffen seyn;
diejenigen aber, die bereits einige Gesandte emp-
fangen, sollen starck darauf dringen, daß zuvor der
Haupt-Punct vom Recht zu reformiren solle recht
ausgemacht werden, weil die meisten Beschwer-
nissen in der Unter-Pfaltz daraus ihren Ursprung
genommen; und die Römischen Chur-Fürsten
wollen behaupten, daß sie dasselbe Recht in ihrer
Erb-Folge haben als der Reformirte Chur-Fürst
Carl Ludewich, der bey dem Westphälischen Frie-
den in dieselben Lande hergestellt ist. Sonst ste-
hets in der Pfaltz noch wie zuvor, und scheinet, als
wolle der Churfürstliche Hof von der Gegenwart
des Herrn von Reck zu Heydelberg nichts wissen.


[Spaltenumbruch]
Neben- Affairen.

Zu folge jüngsten
Nachrichten aus Töplitz, so seynd Jhro Königl.
Majest. Dienstag Abends aldort glücklich ange-
langet. Jhro Hoheit die Königl. Chur-Printzes-
sin gehen glücklich in dero hohen Schwangerschaft
fort, vor welche nur in hiesiger Catholischen Ca-
pelle gebehten wird, und werden noch vor Michae-
lis aus Lichtenburg alhier wieder anlangen. Die
alhier befindliche Königl. geheimten Rähte und
übrige hohe Collegia besuchen in Abwesenheit Jhr.
Königl. Majest. ihre Sessiones gar fleissig. Ab-
gewichenen Montag haben sich Seine Excellentz
der Herr General Feld-Marschall Graf von Flem-
ming auf der Post in Königl. Affairen nach Berlin
erhoben, dessen Rückkunfft man von dar in kurtzen
gewärtig ist. Gestern ist auch der Herr General
Wilcke nebst dem Herrn General-Major Grabert
mit einer Extra-Post übern grossen Hayn verreiset,
in was vor Angelegenheiten aber, ist noch nicht
bekandt; Deßgleichen ist auch gestern der Herr O-
ber-Hoff-Marschall, Baron von Löwendahl, nach
Elsterwerda abgangen, und werden sich in kurtzem
nach Kiel erheben. Sonst vernimmt man, daß
bereits die andere Ordre an die im Lande stehende
Regimenter, sich marschfertig zu halten, ergangen.

Alhier ist der Herr
General Feld-Marschall Graf von Flemming aus
Dreßden vor einigen Tagen angelanget, er wird
von Königl. Bedienten bedienet, und in Königl.
Carossen gefahren: Was derselbe aber zu verrich-
ten, kan man zur Zeit noch nicht wissen, doch wird
vermuhtet, daß es was ausserordentlich wichtiges
seyn müsse. Die Staats-Ministers haben alle
nach ihren Rang bey ihme neulich einen Besuch
abgeleget. Hier ist die Judenschafft wegen des in
Schulden verstorbenen Juden Veits, der mehr als
100000. Rthlr. der Königl. Cassa schuldig seyn
sol, von denen aus dem Consistorio und denen Re-
gierungs Rähten verordneten Commissarien mit
gewissen Ceremonien in den Bann gethan und in
ihrer Synagog arrestiret worden; Denn da man
gemeynt, aus seinen Mitteln und Gütern sich erho-
len zu können, so hat man bey der Visitation u. Un-
tersuchung nur ledige Cammern vorgefunden.

Wie man ver-
nimt, so sol der Käyserl. Gesandte an dem Czaarn,
Hr. Graf Kinsky, der zu Prag etwas kranck wor-
den, nicht nur wieder hergestellt, sondern bereits
durch Berlin gezogen seyn.




Schiffbeck bey HAMBURG, Gedruckt und zu bekommen in der Hollischen privilegirten Buchdruckerey;
werden auch verkauft in Kiel auf dem Hoch-Fürstl. Post-Hause. Die Woche 2. Stück.

[Spaltenumbruch] ben, und ſich in ihre Quartiere zuruͤck zu begeben
genoͤhtiget worden. Auch ſollen die Einwohner
nach der Seiten des Gebirges von St. Croix ſich
in groſſen Elend befinden, weil wegen ſolcher Hi-
tze das Korn und andere Erd-Gewaͤchſe nicht fort-
kommen koͤnnen, daher ſie Brod von Mandeln und
dergleichen Fruͤchten backen muͤſſen. Morgen
oder Ubermorgen wird ſich der Hoff von dem Ca-
ſteel von Balſain, daſelbſt er das neue Werck, ſo
daran gemacht wird, beſehen hat, wieder nach dem
Eſcurial erheben.

Pohlniſche Affairen.

Unſere Guarniſon cam-
piret bis dato nicht weit von der Stadt, und wie-
wol man zeithero berichtet worden, daß ſelbige
nach Caminiec marchiren werde, ſo wird doch die-
ſes alles wieder in Zweifel gezogen. Wegen der
Primatial-Vacantz bleibet alles noch im vorigen
Stande, wiewol einige glauben wollen, daß ſelbi-
ge der Biſchoff von Ermland erhalten duͤrffte,
maſſen der Cracauiſche nicht ſo ſehr auf dieſe Wuͤr-
de, als vielmehr auf die mehreſten Einkuͤnffte ſein
Abſehen hat. Die Adelichen Gerichte werden
fleisſig fortgeſetzet, und der Herr General von
Groß-Pohlen hat geſtern den Anfang gemachet,
die durch Appellation an ihm gediehene Rechts-
Sachen zu richten.

Von der Reichs-Verſamlung zu Re-
genſpurg.

So bald als
die Hochfuͤrſtliche Wuͤrtembergiſche und Heſſen-
Caſſelſche Geſandten hier wieder ankommen wer-
den, ſollen die Evangeliſchen zuſammen kommen,
und ihre Antwort auf die Erklaͤhrung der Roͤmi-
ſchen in der Religions-Sache aufſtellen. Jnzwi-
ſchen hofft man, daß die darzu noͤhtige Jnſtructio-
nes von allen Hoͤfen werden eingelauffen ſeyn;
diejenigen aber, die bereits einige Geſandte emp-
fangen, ſollen ſtarck darauf dringen, daß zuvor der
Haupt-Punct vom Recht zu reformiren ſolle recht
ausgemacht werden, weil die meiſten Beſchwer-
niſſen in der Unter-Pfaltz daraus ihren Urſprung
genommen; und die Roͤmiſchen Chur-Fuͤrſten
wollen behaupten, daß ſie daſſelbe Recht in ihrer
Erb-Folge haben als der Reformirte Chur-Fuͤrſt
Carl Ludewich, der bey dem Weſtphaͤliſchen Frie-
den in dieſelben Lande hergeſtellt iſt. Sonſt ſte-
hets in der Pfaltz noch wie zuvor, und ſcheinet, als
wolle der Churfuͤrſtliche Hof von der Gegenwart
des Herrn von Reck zu Heydelberg nichts wiſſen.


[Spaltenumbruch]
Neben- Affairen.

Zu folge juͤngſten
Nachrichten aus Toͤplitz, ſo ſeynd Jhro Koͤnigl.
Majeſt. Dienſtag Abends aldort gluͤcklich ange-
langet. Jhro Hoheit die Koͤnigl. Chur-Printzes-
ſin gehen gluͤcklich in dero hohen Schwangerſchaft
fort, vor welche nur in hieſiger Catholiſchen Ca-
pelle gebehten wird, und werden noch vor Michae-
lis aus Lichtenburg alhier wieder anlangen. Die
alhier befindliche Koͤnigl. geheimten Raͤhte und
uͤbrige hohe Collegia beſuchen in Abweſenheit Jhr.
Koͤnigl. Majeſt. ihre Sesſiones gar fleisſig. Ab-
gewichenen Montag haben ſich Seine Excellentz
der Herr General Feld-Marſchall Graf von Flem-
ming auf der Poſt in Koͤnigl. Affairen nach Berlin
erhoben, deſſen Ruͤckkunfft man von dar in kurtzen
gewaͤrtig iſt. Geſtern iſt auch der Herr General
Wilcke nebſt dem Herrn General-Major Grabert
mit einer Extra-Poſt uͤbern groſſen Hayn verreiſet,
in was vor Angelegenheiten aber, iſt noch nicht
bekandt; Deßgleichen iſt auch geſtern der Herr O-
ber-Hoff-Marſchall, Baron von Loͤwendahl, nach
Elſterwerda abgangen, und werden ſich in kurtzem
nach Kiel erheben. Sonſt vernimmt man, daß
bereits die andere Ordre an die im Lande ſtehende
Regimenter, ſich marſchfertig zu halten, ergangen.

Alhier iſt der Herr
General Feld-Marſchall Graf von Flemming aus
Dreßden vor einigen Tagen angelanget, er wird
von Koͤnigl. Bedienten bedienet, und in Koͤnigl.
Caroſſen gefahren: Was derſelbe aber zu verrich-
ten, kan man zur Zeit noch nicht wiſſen, doch wird
vermuhtet, daß es was auſſerordentlich wichtiges
ſeyn muͤſſe. Die Staats-Miniſters haben alle
nach ihren Rang bey ihme neulich einen Beſuch
abgeleget. Hier iſt die Judenſchafft wegen des in
Schulden verſtorbenen Juden Veits, der mehr als
100000. Rthlr. der Koͤnigl. Caſſa ſchuldig ſeyn
ſol, von denen aus dem Conſiſtorio und denen Re-
gierungs Raͤhten verordneten Commiſſarien mit
gewiſſen Ceremonien in den Bann gethan und in
ihrer Synagog arreſtiret worden; Denn da man
gemeynt, aus ſeinen Mitteln und Guͤtern ſich erho-
len zu koͤnnen, ſo hat man bey der Viſitation u. Un-
terſuchung nur ledige Cammern vorgefunden.

Wie man ver-
nimt, ſo ſol der Kaͤyſerl. Geſandte an dem Czaarn,
Hr. Graf Kinsky, der zu Prag etwas kranck wor-
den, nicht nur wieder hergeſtellt, ſondern bereits
durch Berlin gezogen ſeyn.




Schiffbeck bey HAMBURG, Gedruckt und zu bekom̃en in der Holliſchen privilegirten Buchdruckerey;
werden auch verkauft in Kiel auf dem Hoch-Fuͤrſtl. Poſt-Hauſe. Die Woche 2. Stuͤck.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <floatingText>
          <body>
            <div type="jPoliticalNews">
              <div type="jPoliticalNews">
                <div type="jArticle">
                  <p><pb facs="#f0006" n="[6]"/><cb/>
ben, und &#x017F;ich in ihre Quartiere zuru&#x0364;ck                                         zu begeben<lb/>
geno&#x0364;htiget worden. Auch &#x017F;ollen                                         die Einwohner<lb/>
nach der Seiten des Gebirges von St. Croix                                         &#x017F;ich<lb/>
in gro&#x017F;&#x017F;en Elend befinden,                                         weil wegen &#x017F;olcher Hi-<lb/>
tze das Korn und andere                                         Erd-Gewa&#x0364;ch&#x017F;e nicht fort-<lb/>
kommen                                         ko&#x0364;nnen, daher &#x017F;ie Brod von Mandeln                                         und<lb/>
dergleichen Fru&#x0364;chten backen                                         mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. Morgen<lb/>
oder Ubermorgen                                         wird &#x017F;ich der Hoff von dem Ca-<lb/>
&#x017F;teel von                                         Bal&#x017F;ain, da&#x017F;elb&#x017F;t er das neue Werck,                                         &#x017F;o<lb/>
daran gemacht wird, be&#x017F;ehen hat, wieder                                         nach dem<lb/>
E&#x017F;curial erheben.</p>
                </div>
              </div><lb/>
              <div type="jPoliticalNews">
                <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Pohlni&#x017F;che</hi> <hi rendition="#aq">Affairen.</hi> </hi> </head><lb/>
                <div type="jArticle">
                  <dateline><hi rendition="#fr">Po&#x017F;en/</hi> den 20. Aug.</dateline>
                  <p> Un&#x017F;ere                         Guarni&#x017F;on cam-<lb/>
piret bis dato nicht weit von der Stadt, und                         wie-<lb/>
wol man zeithero berichtet worden, daß &#x017F;elbige<lb/>
nach                         Caminiec marchiren werde, &#x017F;o wird doch die-<lb/>
&#x017F;es alles                         wieder in Zweifel gezogen. Wegen der<lb/>
Primatial-Vacantz bleibet alles                         noch im vorigen<lb/>
Stande, wiewol einige glauben wollen, daß                         &#x017F;elbi-<lb/>
ge der Bi&#x017F;choff von Ermland erhalten                         du&#x0364;rffte,<lb/>
ma&#x017F;&#x017F;en der Cracaui&#x017F;che nicht                         &#x017F;o &#x017F;ehr auf die&#x017F;e Wu&#x0364;r-<lb/>
de, als vielmehr auf                         die mehre&#x017F;ten Einku&#x0364;nffte &#x017F;ein<lb/>
Ab&#x017F;ehen hat.                         Die Adelichen Gerichte werden<lb/>
fleis&#x017F;ig fortge&#x017F;etzet, und                         der Herr General von<lb/>
Groß-Pohlen hat ge&#x017F;tern den Anfang                         gemachet,<lb/>
die durch Appellation an ihm gediehene Rechts-<lb/>
Sachen zu                         richten.</p>
                </div>
              </div><lb/>
              <div type="jPoliticalNews">
                <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Von der Reichs-Ver&#x017F;amlung zu                             Re-<lb/>
gen&#x017F;purg.</hi> </hi> </head><lb/>
                <div type="jArticle">
                  <dateline><hi rendition="#fr">Regen&#x017F;purg/</hi> den 16. Augu&#x017F;ti.</dateline>
                  <p> So bald                         als<lb/>
die Hochfu&#x0364;r&#x017F;tliche Wu&#x0364;rtembergi&#x017F;che und                         He&#x017F;&#x017F;en-<lb/>
Ca&#x017F;&#x017F;el&#x017F;che Ge&#x017F;andten                         hier wieder ankommen wer-<lb/>
den, &#x017F;ollen die Evangeli&#x017F;chen                         zu&#x017F;ammen kommen,<lb/>
und ihre Antwort auf die Erkla&#x0364;hrung der                         Ro&#x0364;mi-<lb/>
&#x017F;chen in der Religions-Sache auf&#x017F;tellen.                         Jnzwi-<lb/>
&#x017F;chen hofft man, daß die darzu no&#x0364;htige                         Jn&#x017F;tructio-<lb/>
nes von allen Ho&#x0364;fen werden eingelauffen                         &#x017F;eyn;<lb/>
diejenigen aber, die bereits einige Ge&#x017F;andte                         emp-<lb/>
fangen, &#x017F;ollen &#x017F;tarck darauf dringen, daß zuvor                         der<lb/>
Haupt-Punct vom Recht zu reformiren &#x017F;olle                         recht<lb/>
ausgemacht werden, weil die mei&#x017F;ten                         Be&#x017F;chwer-<lb/>
ni&#x017F;&#x017F;en in der Unter-Pfaltz daraus ihren                         Ur&#x017F;prung<lb/>
genommen; und die Ro&#x0364;mi&#x017F;chen                         Chur-Fu&#x0364;r&#x017F;ten<lb/>
wollen behaupten, daß &#x017F;ie                         da&#x017F;&#x017F;elbe Recht in ihrer<lb/>
Erb-Folge haben als der Reformirte                         Chur-Fu&#x0364;r&#x017F;t<lb/>
Carl Ludewich, der bey dem                         We&#x017F;tpha&#x0364;li&#x017F;chen Frie-<lb/>
den in die&#x017F;elben Lande                         herge&#x017F;tellt i&#x017F;t. Son&#x017F;t &#x017F;te-<lb/>
hets in der                         Pfaltz noch wie zuvor, und &#x017F;cheinet, als<lb/>
wolle der                         Churfu&#x0364;r&#x017F;tliche Hof von der Gegenwart<lb/>
des Herrn von Reck                         zu Heydelberg nichts wi&#x017F;&#x017F;en.</p>
                </div>
              </div><lb/>
              <cb/>
              <div type="jPoliticalNews">
                <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Neben-</hi> <hi rendition="#aq">Affairen.</hi> </hi> </head><lb/>
                <div type="jArticle">
                  <dateline><hi rendition="#fr">Dreßden/</hi> den 22. Augu&#x017F;ti.</dateline>
                  <p> Zu folge                         ju&#x0364;ng&#x017F;ten<lb/>
Nachrichten aus To&#x0364;plitz, &#x017F;o                         &#x017F;eynd Jhro Ko&#x0364;nigl.<lb/>
Maje&#x017F;t. Dien&#x017F;tag Abends                         aldort glu&#x0364;cklich ange-<lb/>
langet. Jhro Hoheit die Ko&#x0364;nigl.                         Chur-Printzes-<lb/>
&#x017F;in gehen glu&#x0364;cklich in dero hohen                         Schwanger&#x017F;chaft<lb/>
fort, vor welche nur in hie&#x017F;iger                         Catholi&#x017F;chen Ca-<lb/>
pelle gebehten wird, und werden noch vor                         Michae-<lb/>
lis aus Lichtenburg alhier wieder anlangen. Die<lb/>
alhier                         befindliche Ko&#x0364;nigl. geheimten Ra&#x0364;hte und<lb/>
u&#x0364;brige                         hohe Collegia be&#x017F;uchen in Abwe&#x017F;enheit Jhr.<lb/>
Ko&#x0364;nigl.                         Maje&#x017F;t. ihre Ses&#x017F;iones gar fleis&#x017F;ig. Ab-<lb/>
gewichenen                         Montag haben &#x017F;ich Seine Excellentz<lb/>
der Herr General                         Feld-Mar&#x017F;chall Graf von Flem-<lb/>
ming auf der Po&#x017F;t in                         Ko&#x0364;nigl. Affairen nach Berlin<lb/>
erhoben, de&#x017F;&#x017F;en                         Ru&#x0364;ckkunfft man von dar in kurtzen<lb/>
gewa&#x0364;rtig i&#x017F;t.                         Ge&#x017F;tern i&#x017F;t auch der Herr General<lb/>
Wilcke neb&#x017F;t dem                         Herrn General-Major Grabert<lb/>
mit einer Extra-Po&#x017F;t u&#x0364;bern                         gro&#x017F;&#x017F;en Hayn verrei&#x017F;et,<lb/>
in was vor Angelegenheiten                         aber, i&#x017F;t noch nicht<lb/>
bekandt; Deßgleichen i&#x017F;t auch                         ge&#x017F;tern der Herr O-<lb/>
ber-Hoff-Mar&#x017F;chall, Baron von                         Lo&#x0364;wendahl, nach<lb/>
El&#x017F;terwerda abgangen, und werden                         &#x017F;ich in kurtzem<lb/>
nach Kiel erheben. Son&#x017F;t vernimmt man,                         daß<lb/>
bereits die andere Ordre an die im Lande                         &#x017F;tehende<lb/>
Regimenter, &#x017F;ich mar&#x017F;chfertig zu halten,                         ergangen.</p>
                </div><lb/>
                <div type="jArticle">
                  <dateline><hi rendition="#fr">Berlin/</hi> den 25. Augu&#x017F;ti.</dateline>
                  <p> Alhier i&#x017F;t                         der Herr<lb/>
General Feld-Mar&#x017F;chall Graf von Flemming aus<lb/>
Dreßden                         vor einigen Tagen angelanget, er wird<lb/>
von Ko&#x0364;nigl. Bedienten                         bedienet, und in Ko&#x0364;nigl.<lb/>
Caro&#x017F;&#x017F;en gefahren: Was                         der&#x017F;elbe aber zu verrich-<lb/>
ten, kan man zur Zeit noch nicht                         wi&#x017F;&#x017F;en, doch wird<lb/>
vermuhtet, daß es was                         au&#x017F;&#x017F;erordentlich wichtiges<lb/>
&#x017F;eyn                         mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e. Die Staats-Mini&#x017F;ters haben alle<lb/>
nach                         ihren Rang bey ihme neulich einen Be&#x017F;uch<lb/>
abgeleget. Hier                         i&#x017F;t die Juden&#x017F;chafft wegen des in<lb/>
Schulden                         ver&#x017F;torbenen Juden Veits, der mehr als<lb/>
100000. Rthlr. der                         Ko&#x0364;nigl. Ca&#x017F;&#x017F;a &#x017F;chuldig                         &#x017F;eyn<lb/>
&#x017F;ol, von denen aus dem Con&#x017F;i&#x017F;torio und                         denen Re-<lb/>
gierungs Ra&#x0364;hten verordneten Commi&#x017F;&#x017F;arien                         mit<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;en Ceremonien in den Bann gethan und                         in<lb/>
ihrer Synagog arre&#x017F;tiret worden; Denn da man<lb/>
gemeynt, aus                         &#x017F;einen Mitteln und Gu&#x0364;tern &#x017F;ich erho-<lb/>
len zu                         ko&#x0364;nnen, &#x017F;o hat man bey der Vi&#x017F;itation u.                         Un-<lb/>
ter&#x017F;uchung nur ledige Cammern vorgefunden.</p>
                </div><lb/>
                <div type="jArticle">
                  <dateline><hi rendition="#fr">Braun&#x017F;chweig/</hi> den 25. Aug.</dateline>
                  <p> Wie man                         ver-<lb/>
nimt, &#x017F;o &#x017F;ol der Ka&#x0364;y&#x017F;erl.                         Ge&#x017F;andte an dem Czaarn,<lb/>
Hr. Graf Kinsky, der zu Prag etwas kranck                         wor-<lb/>
den, nicht nur wieder herge&#x017F;tellt, &#x017F;ondern                         bereits<lb/>
durch Berlin gezogen &#x017F;eyn.</p>
                </div>
              </div>
            </div><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
            <div type="imprint">
              <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Schiffbeck</hi> bey <hi rendition="#aq">HAMBURG,</hi> Gedruckt und zu bekom&#x0303;en in der <hi rendition="#aq">Holli</hi>&#x017F;chen <hi rendition="#aq">privilegirt</hi>en Buchdruckerey;<lb/>
werden auch verkauft in <hi rendition="#fr">Kiel</hi> auf dem Hoch-Fu&#x0364;r&#x017F;tl.                         Po&#x017F;t-Hau&#x017F;e. Die Woche 2. Stu&#x0364;ck.</hi> </p>
            </div>
          </body>
        </floatingText>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[6]/0006] ben, und ſich in ihre Quartiere zuruͤck zu begeben genoͤhtiget worden. Auch ſollen die Einwohner nach der Seiten des Gebirges von St. Croix ſich in groſſen Elend befinden, weil wegen ſolcher Hi- tze das Korn und andere Erd-Gewaͤchſe nicht fort- kommen koͤnnen, daher ſie Brod von Mandeln und dergleichen Fruͤchten backen muͤſſen. Morgen oder Ubermorgen wird ſich der Hoff von dem Ca- ſteel von Balſain, daſelbſt er das neue Werck, ſo daran gemacht wird, beſehen hat, wieder nach dem Eſcurial erheben. Pohlniſche Affairen. Poſen/ den 20. Aug. Unſere Guarniſon cam- piret bis dato nicht weit von der Stadt, und wie- wol man zeithero berichtet worden, daß ſelbige nach Caminiec marchiren werde, ſo wird doch die- ſes alles wieder in Zweifel gezogen. Wegen der Primatial-Vacantz bleibet alles noch im vorigen Stande, wiewol einige glauben wollen, daß ſelbi- ge der Biſchoff von Ermland erhalten duͤrffte, maſſen der Cracauiſche nicht ſo ſehr auf dieſe Wuͤr- de, als vielmehr auf die mehreſten Einkuͤnffte ſein Abſehen hat. Die Adelichen Gerichte werden fleisſig fortgeſetzet, und der Herr General von Groß-Pohlen hat geſtern den Anfang gemachet, die durch Appellation an ihm gediehene Rechts- Sachen zu richten. Von der Reichs-Verſamlung zu Re- genſpurg. Regenſpurg/ den 16. Auguſti. So bald als die Hochfuͤrſtliche Wuͤrtembergiſche und Heſſen- Caſſelſche Geſandten hier wieder ankommen wer- den, ſollen die Evangeliſchen zuſammen kommen, und ihre Antwort auf die Erklaͤhrung der Roͤmi- ſchen in der Religions-Sache aufſtellen. Jnzwi- ſchen hofft man, daß die darzu noͤhtige Jnſtructio- nes von allen Hoͤfen werden eingelauffen ſeyn; diejenigen aber, die bereits einige Geſandte emp- fangen, ſollen ſtarck darauf dringen, daß zuvor der Haupt-Punct vom Recht zu reformiren ſolle recht ausgemacht werden, weil die meiſten Beſchwer- niſſen in der Unter-Pfaltz daraus ihren Urſprung genommen; und die Roͤmiſchen Chur-Fuͤrſten wollen behaupten, daß ſie daſſelbe Recht in ihrer Erb-Folge haben als der Reformirte Chur-Fuͤrſt Carl Ludewich, der bey dem Weſtphaͤliſchen Frie- den in dieſelben Lande hergeſtellt iſt. Sonſt ſte- hets in der Pfaltz noch wie zuvor, und ſcheinet, als wolle der Churfuͤrſtliche Hof von der Gegenwart des Herrn von Reck zu Heydelberg nichts wiſſen. Neben- Affairen. Dreßden/ den 22. Auguſti. Zu folge juͤngſten Nachrichten aus Toͤplitz, ſo ſeynd Jhro Koͤnigl. Majeſt. Dienſtag Abends aldort gluͤcklich ange- langet. Jhro Hoheit die Koͤnigl. Chur-Printzes- ſin gehen gluͤcklich in dero hohen Schwangerſchaft fort, vor welche nur in hieſiger Catholiſchen Ca- pelle gebehten wird, und werden noch vor Michae- lis aus Lichtenburg alhier wieder anlangen. Die alhier befindliche Koͤnigl. geheimten Raͤhte und uͤbrige hohe Collegia beſuchen in Abweſenheit Jhr. Koͤnigl. Majeſt. ihre Sesſiones gar fleisſig. Ab- gewichenen Montag haben ſich Seine Excellentz der Herr General Feld-Marſchall Graf von Flem- ming auf der Poſt in Koͤnigl. Affairen nach Berlin erhoben, deſſen Ruͤckkunfft man von dar in kurtzen gewaͤrtig iſt. Geſtern iſt auch der Herr General Wilcke nebſt dem Herrn General-Major Grabert mit einer Extra-Poſt uͤbern groſſen Hayn verreiſet, in was vor Angelegenheiten aber, iſt noch nicht bekandt; Deßgleichen iſt auch geſtern der Herr O- ber-Hoff-Marſchall, Baron von Loͤwendahl, nach Elſterwerda abgangen, und werden ſich in kurtzem nach Kiel erheben. Sonſt vernimmt man, daß bereits die andere Ordre an die im Lande ſtehende Regimenter, ſich marſchfertig zu halten, ergangen. Berlin/ den 25. Auguſti. Alhier iſt der Herr General Feld-Marſchall Graf von Flemming aus Dreßden vor einigen Tagen angelanget, er wird von Koͤnigl. Bedienten bedienet, und in Koͤnigl. Caroſſen gefahren: Was derſelbe aber zu verrich- ten, kan man zur Zeit noch nicht wiſſen, doch wird vermuhtet, daß es was auſſerordentlich wichtiges ſeyn muͤſſe. Die Staats-Miniſters haben alle nach ihren Rang bey ihme neulich einen Beſuch abgeleget. Hier iſt die Judenſchafft wegen des in Schulden verſtorbenen Juden Veits, der mehr als 100000. Rthlr. der Koͤnigl. Caſſa ſchuldig ſeyn ſol, von denen aus dem Conſiſtorio und denen Re- gierungs Raͤhten verordneten Commiſſarien mit gewiſſen Ceremonien in den Bann gethan und in ihrer Synagog arreſtiret worden; Denn da man gemeynt, aus ſeinen Mitteln und Guͤtern ſich erho- len zu koͤnnen, ſo hat man bey der Viſitation u. Un- terſuchung nur ledige Cammern vorgefunden. Braunſchweig/ den 25. Aug. Wie man ver- nimt, ſo ſol der Kaͤyſerl. Geſandte an dem Czaarn, Hr. Graf Kinsky, der zu Prag etwas kranck wor- den, nicht nur wieder hergeſtellt, ſondern bereits durch Berlin gezogen ſeyn. Schiffbeck bey HAMBURG, Gedruckt und zu bekom̃en in der Holliſchen privilegirten Buchdruckerey; werden auch verkauft in Kiel auf dem Hoch-Fuͤrſtl. Poſt-Hauſe. Die Woche 2. Stuͤck.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_362908_1721
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_362908_1721/6
Zitationshilfe: Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 36, Hamburg, 29. August 1721, S. [6]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_362908_1721/6>, abgerufen am 08.08.2020.