Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 37, Hamburg, 26. Oktober 1712.

Bild:
erste Seite
Num. 37.
AVISO. [Abbildung] Aon. 1712.
Der Hollsteinische unpartheyische
Correspondente
Durch EUROPA und andere Theile der Welt.

XXXVII. Auszug am Mittewochen/ den 26. Octobr.


[Beginn Spaltensatz]
HollsteinischeAffaires

Das Königl. Dä-
nische Lager bey dieser Stadt/ stehet noch in seinem
vorigen Campement: Es ist aber Ordre in demsel-
ben ergangen/ sich alle Stunde marschfertig zu hal-
ten; und gehet unter ihnen die Rede/ daß Morgen
oder Ubermorgen der Aufbruch in 3. Vertheilungen
geschehen werde; wohin aber ist noch unbekandt.
Sonst ist wegen denen Königl. Dänischen Gravami-
nibus und Satisfactions-Forderung gegen diese
Stadt/ noch nichts gewisses abgehandelt worden/
und haben Jhro Königl. Majest. unterschiedliche
Derer Ministern zu Commissarien ernennet/ mit
E. E. Raht weiter darüber zu tractiren.

Vom Nordischen Krieg in Pommern/
und Stifft Bremen.

Aus Pommern ist
nichts sonderlich remarquables eingelauffen/ ausser
daß die combinirte Armeen fleißig an der Linie arbei-
teten/ auch mit Baraquen sich versorgeten/ damit sie
die Winter-Campagne desto bequemer möchten ü-
berstehen können.

Aus
[Spaltenumbruch] dem Mecklenburgischen wird berichtet/ daß allda
die Rede starck ginge/ als wann die Schweden auff
der Jnsul Rügen und zu Stralsund diesen Winter
über/ wegen Mangel der Lebens-Mittel/ nicht wür-
den aushalten können/ sondern wohl mit dem ehe-
sten eine Battaille wagen müssen. Von den Rus-
sischen Gesandten/ welcher sich in Schwerin auff-
hielte/ wäre nichts anders zu vernehmen/ als daß
selbiger um Lieferung der Fourage nach Pommern
sollicitire.

Es ist ein Ge-
rücht entstanden/ ob wäre die Schwedische mit der
Rußischen und Sächsischen Armee in Pommern in
Action gewesen/ und daß beyderseits viel Volck solle
geblieben seyn; die Warheit muß man hiervon mit
der nächsten Post erwarten.

Vom Türckis. Frieden mit Moscau/ und
der Retour des Königs in Schweden.

Man hat allhier
gewisse Zeitung/ daß der Rußische Ambassadeur am
20. September zu Constantinopel arriviret/ und
bey angesteltem Feuer-Werck/ Musique/ item
unter Lösung der Canonen/ zum Zeichen ewiger

Freund-
Num. 37.
AVISO. [Abbildung] Aõ. 1712.
Der Hollſteiniſche unpartheyiſche
Correſpondente
Durch EUROPA und andere Theile der Welt.

XXXVII. Auszug am Mittewochen/ den 26. Octobr.


[Beginn Spaltensatz]
HollſteiniſcheAffaires

Das Koͤnigl. Daͤ-
niſche Lager bey dieſer Stadt/ ſtehet noch in ſeinem
vorigen Campement: Es iſt aber Ordre in demſel-
ben ergangen/ ſich alle Stunde marſchfertig zu hal-
ten; und gehet unter ihnen die Rede/ daß Morgen
oder Ubermorgen der Aufbruch in 3. Vertheilungen
geſchehen werde; wohin aber iſt noch unbekandt.
Sonſt iſt wegen denen Koͤnigl. Daͤniſchen Gravami-
nibus und Satisfactions-Forderung gegen dieſe
Stadt/ noch nichts gewiſſes abgehandelt worden/
und haben Jhro Koͤnigl. Majeſt. unterſchiedliche
Derer Miniſtern zu Commiſſarien ernennet/ mit
E. E. Raht weiter daruͤber zu tractiren.

Vom Nordiſchen Krieg in Pommern/
und Stifft Bremen.

Aus Pommern iſt
nichts ſonderlich remarquables eingelauffen/ auſſer
daß die combinirte Armeen fleißig an der Linie arbei-
teten/ auch mit Baraquen ſich verſorgeten/ damit ſie
die Winter-Campagne deſto bequemer moͤchten uͤ-
berſtehen koͤnnen.

Aus
[Spaltenumbruch] dem Mecklenburgiſchen wird berichtet/ daß allda
die Rede ſtarck ginge/ als wann die Schweden auff
der Jnſul Ruͤgen und zu Stralſund dieſen Winter
uͤber/ wegen Mangel der Lebens-Mittel/ nicht wuͤr-
den aushalten koͤnnen/ ſondern wohl mit dem ehe-
ſten eine Battaille wagen muͤſſen. Von den Ruſ-
ſiſchen Geſandten/ welcher ſich in Schwerin auff-
hielte/ waͤre nichts anders zu vernehmen/ als daß
ſelbiger um Lieferung der Fourage nach Pommern
ſollicitire.

Es iſt ein Ge-
ruͤcht entſtanden/ ob waͤre die Schwediſche mit der
Rußiſchen und Saͤchſiſchen Armee in Pommern in
Action geweſen/ und daß beyderſeits viel Volck ſolle
geblieben ſeyn; die Warheit muß man hiervon mit
der naͤchſten Poſt erwarten.

Vom Tuͤrckiſ. Frieden mit Moſcau/ und
der Retour des Koͤnigs in Schweden.

Man hat allhier
gewiſſe Zeitung/ daß der Rußiſche Ambaſſadeur am
20. September zu Conſtantinopel arriviret/ und
bey angeſteltem Feuer-Werck/ Muſique/ item
unter Loͤſung der Canonen/ zum Zeichen ewiger

Freund-
<TEI>
  <text>
    <front>
      <pb facs="#f0001" n="[1]"/>
      <titlePage type="heading">
        <docTitle>
          <titlePart type="sub"> <hi rendition="#right"> <hi rendition="#aq">Num.                         37.</hi> </hi> </titlePart><lb/>
          <titlePart type="sub"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">AVISO.<figure/>Ao&#x0303;.</hi> 1712.</hi> </titlePart><lb/>
          <titlePart type="main"> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#b">Der                         Holl&#x017F;teini&#x017F;che unpartheyi&#x017F;che</hi> </hi><lb/> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">C</hi>orre&#x017F;pondente</hi> </hi> </hi><lb/>
          </titlePart>
          <titlePart type="sub"> <hi rendition="#c">Durch <hi rendition="#aq">EUROPA</hi> und andere                         Theile der Welt.</hi> </titlePart><lb/>
        </docTitle>
        <docImprint>
          <docDate> <hi rendition="#c"><hi rendition="#aq">XXXVII.</hi> Auszug am Mittewochen/ den 26.                         Octobr.</hi> </docDate><lb/>
        </docImprint>
      </titlePage>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
    </front>
    <body>
      <cb type="start"/>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jPoliticalNews">
            <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Holl&#x017F;teini&#x017F;che</hi> <hi rendition="#aq">Affaires</hi> </hi> </head>
            <div type="jArticle">
              <dateline> Hamburg/ vom 25. Octobr.</dateline>
              <p>Das Ko&#x0364;nigl. Da&#x0364;-<lb/>
ni&#x017F;che Lager bey die&#x017F;er                         Stadt/ &#x017F;tehet noch in &#x017F;einem<lb/>
vorigen Campement: Es                         i&#x017F;t aber Ordre in dem&#x017F;el-<lb/>
ben ergangen/ &#x017F;ich alle                         Stunde mar&#x017F;chfertig zu hal-<lb/>
ten; und gehet unter ihnen die Rede/                         daß Morgen<lb/>
oder Ubermorgen der Aufbruch in 3.                         Vertheilungen<lb/>
ge&#x017F;chehen werde; wohin aber i&#x017F;t noch                         unbekandt.<lb/>
Son&#x017F;t i&#x017F;t wegen denen Ko&#x0364;nigl.                         Da&#x0364;ni&#x017F;chen Gravami-<lb/>
nibus und Satisfactions-Forderung                         gegen die&#x017F;e<lb/>
Stadt/ noch nichts gewi&#x017F;&#x017F;es abgehandelt                         worden/<lb/>
und haben Jhro Ko&#x0364;nigl. Maje&#x017F;t.                         unter&#x017F;chiedliche<lb/>
Derer Mini&#x017F;tern zu                         Commi&#x017F;&#x017F;arien ernennet/ mit<lb/>
E. E. Raht weiter                         daru&#x0364;ber zu tractiren.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div type="jPoliticalNews">
            <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Vom Nordi&#x017F;chen Krieg in Pommern/<lb/>
und Stifft                             Bremen.</hi> </hi> </head><lb/>
            <div type="jArticle">
              <dateline> Berlin/ vom 22. Octobr.</dateline>
              <p>Aus Pommern i&#x017F;t<lb/>
nichts &#x017F;onderlich remarquables                         eingelauffen/ au&#x017F;&#x017F;er<lb/>
daß die combinirte Armeen fleißig an                         der Linie arbei-<lb/>
teten/ auch mit Baraquen &#x017F;ich                         ver&#x017F;orgeten/ damit &#x017F;ie<lb/>
die Winter-Campagne de&#x017F;to                         bequemer mo&#x0364;chten u&#x0364;-<lb/>
ber&#x017F;tehen ko&#x0364;nnen.</p>
            </div><lb/>
            <div type="jArticle">
              <dateline> Aus dem Holl&#x017F;teini&#x017F;chen/ vom 25. Octobr.</dateline>
              <p>Aus<lb/><cb/>
dem Mecklenburgi&#x017F;chen wird berichtet/ daß allda<lb/>
die                         Rede &#x017F;tarck ginge/ als wann die Schweden auff<lb/>
der Jn&#x017F;ul                         Ru&#x0364;gen und zu Stral&#x017F;und die&#x017F;en Winter<lb/>
u&#x0364;ber/                         wegen Mangel der Lebens-Mittel/ nicht wu&#x0364;r-<lb/>
den aushalten                         ko&#x0364;nnen/ &#x017F;ondern wohl mit dem ehe-<lb/>
&#x017F;ten eine                         Battaille wagen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. Von den                         Ru&#x017F;-<lb/>
&#x017F;i&#x017F;chen Ge&#x017F;andten/ welcher &#x017F;ich                         in Schwerin auff-<lb/>
hielte/ wa&#x0364;re nichts anders zu vernehmen/ als                         daß<lb/>
&#x017F;elbiger um Lieferung der Fourage nach                         Pommern<lb/>
&#x017F;ollicitire.</p>
            </div><lb/>
            <div type="jArticle">
              <dateline> Ein anders/ vom obigen dito.</dateline>
              <p>Es i&#x017F;t ein Ge-<lb/>
ru&#x0364;cht ent&#x017F;tanden/ ob wa&#x0364;re                         die Schwedi&#x017F;che mit der<lb/>
Rußi&#x017F;chen und                         Sa&#x0364;ch&#x017F;i&#x017F;chen Armee in Pommern in<lb/>
Action                         gewe&#x017F;en/ und daß beyder&#x017F;eits viel Volck                         &#x017F;olle<lb/>
geblieben &#x017F;eyn; die Warheit muß man hiervon                         mit<lb/>
der na&#x0364;ch&#x017F;ten Po&#x017F;t erwarten.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div type="jPoliticalNews">
            <head> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Vom Tu&#x0364;rcki&#x017F;.                                     Frieden mit Mo&#x017F;cau/ und<lb/>
der Retour des Ko&#x0364;nigs                                     in Schweden.</hi> </hi> </head><lb/>
            <div type="jArticle">
              <dateline> War&#x017F;chau/ vom 14. Octobr.</dateline>
              <p>Man hat allhier<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;e Zeitung/ daß der                                 Rußi&#x017F;che Amba&#x017F;&#x017F;adeur am<lb/>
20. September zu                                 Con&#x017F;tantinopel arriviret/ und<lb/>
bey ange&#x017F;teltem                                 Feuer-Werck/ Mu&#x017F;ique/ item<lb/>
unter Lo&#x0364;&#x017F;ung                                 der Canonen/ zum Zeichen ewiger<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Freund-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[1]/0001] Num. 37. AVISO. [Abbildung] Aõ. 1712. Der Hollſteiniſche unpartheyiſche Correſpondente Durch EUROPA und andere Theile der Welt. XXXVII. Auszug am Mittewochen/ den 26. Octobr. HollſteiniſcheAffaires Hamburg/ vom 25. Octobr. Das Koͤnigl. Daͤ- niſche Lager bey dieſer Stadt/ ſtehet noch in ſeinem vorigen Campement: Es iſt aber Ordre in demſel- ben ergangen/ ſich alle Stunde marſchfertig zu hal- ten; und gehet unter ihnen die Rede/ daß Morgen oder Ubermorgen der Aufbruch in 3. Vertheilungen geſchehen werde; wohin aber iſt noch unbekandt. Sonſt iſt wegen denen Koͤnigl. Daͤniſchen Gravami- nibus und Satisfactions-Forderung gegen dieſe Stadt/ noch nichts gewiſſes abgehandelt worden/ und haben Jhro Koͤnigl. Majeſt. unterſchiedliche Derer Miniſtern zu Commiſſarien ernennet/ mit E. E. Raht weiter daruͤber zu tractiren. Vom Nordiſchen Krieg in Pommern/ und Stifft Bremen. Berlin/ vom 22. Octobr. Aus Pommern iſt nichts ſonderlich remarquables eingelauffen/ auſſer daß die combinirte Armeen fleißig an der Linie arbei- teten/ auch mit Baraquen ſich verſorgeten/ damit ſie die Winter-Campagne deſto bequemer moͤchten uͤ- berſtehen koͤnnen. Aus dem Hollſteiniſchen/ vom 25. Octobr. Aus dem Mecklenburgiſchen wird berichtet/ daß allda die Rede ſtarck ginge/ als wann die Schweden auff der Jnſul Ruͤgen und zu Stralſund dieſen Winter uͤber/ wegen Mangel der Lebens-Mittel/ nicht wuͤr- den aushalten koͤnnen/ ſondern wohl mit dem ehe- ſten eine Battaille wagen muͤſſen. Von den Ruſ- ſiſchen Geſandten/ welcher ſich in Schwerin auff- hielte/ waͤre nichts anders zu vernehmen/ als daß ſelbiger um Lieferung der Fourage nach Pommern ſollicitire. Ein anders/ vom obigen dito. Es iſt ein Ge- ruͤcht entſtanden/ ob waͤre die Schwediſche mit der Rußiſchen und Saͤchſiſchen Armee in Pommern in Action geweſen/ und daß beyderſeits viel Volck ſolle geblieben ſeyn; die Warheit muß man hiervon mit der naͤchſten Poſt erwarten. Vom Tuͤrckiſ. Frieden mit Moſcau/ und der Retour des Koͤnigs in Schweden. Warſchau/ vom 14. Octobr. Man hat allhier gewiſſe Zeitung/ daß der Rußiſche Ambaſſadeur am 20. September zu Conſtantinopel arriviret/ und bey angeſteltem Feuer-Werck/ Muſique/ item unter Loͤſung der Canonen/ zum Zeichen ewiger Freund-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_372910_1712
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_372910_1712/1
Zitationshilfe: Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 37, Hamburg, 26. Oktober 1712, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_372910_1712/1>, abgerufen am 28.05.2020.