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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 71, Hamburg, 4. Mai 1790.

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[Spaltenumbruch]

"Schon längst hatte die hiesige Bürgerschaft sich
mit den benachbarten Städten, Nancy, Thionville,
Sarlonis, Pont a-Mousson, und noch mehreren, unter
der Hand verbunden, in allem gemeinsame Sache zu
machen, und sich im Nothfall nicht allein mit Geld,
sondern auch mit gewaffneter Mannschaft wechselseitig
zu unterstützen. Um diesen Bund recht feyerlich zu
beschließen, hatte man sich vorläufig vereinbaret, daß
am 15ten die Bürger aus Thionoille und Sarlouis
nach Metz kommen, sodann mit hiesigen Bürgern ver-
einigt am 16ten zum Haupt-Canton Nancy abgehen
sollten. Am 15ten zogen unsere patriotische Bürger
mit fliegenden Fahnen, klingendem Spiele und ge-
schultertem Gewehre zum Thionviller Thore hinaus,
um ihre Bundesgenossen abzuholen, wofür schon in
der Stadt die herrlichsten Mahlzeiten zugerichtet wur-
den. Allein, kaum hatten sie das Thor hinter sich,
als gleich die ganze Besatzung unter Gewehr rückte,
alle Zugänge der Stadt besetzte, und vor jedes Thor
4 Kanonen aufpflanzte. Nach einigen Stunden sah
man unsere Bürger mit ihren Alliirten sich unter lau-
tem Jubel der Stadt nähern, als auf einmal unser
Vestungs Gouverneur, der General Lieutenant, Mar-
quis von Bonille, mit 2 Escadrons Reuter und Hu-
saren auf sie zusprengte, und um die Absicht dieses
lärmenden Auftritts fragte. Nach einer erhaltenen
sehr trotzigen Antwort schwur ihnen der Herr General,
keinen Mann mit Gewehre in die Stadt einzulassen,
und drohete, Gewalt zu gebrauchen, im Fall sis sich
im geringsten dagegen sträuben würden. Dieser ernst-
hafte Ton schlug ihren Muth nieder; sie lagerten sich
ungesähr 2 Stunden lang unter freyem Himmel, und
zogen endlich nach Longwy, einem unweit von hier
entlegenen Flecken, ab."

"Am folgenden Tage schlich sich einer nach dem an-
dern in die Stadt hinein, und legte seine Waffen beym
Thore ab. Jndessen sann man auf Mittel, sich an
dem Gonverneur zu rächen, und beschloß, die hier in
Besatzung liegenden Regimenter, besonders die Fran-
zöfischen, Piceardie, Bourbonnis, Saintonge, la
Reine und Conde, gegen die 3 Deutschen Regimenter,
Salm-Salm, Nassau, und das Husaren-Regiment Co-
lonel General aufzuhetzen; man streuete sogar aus, alle
Franzöfische Grenadiere hätten die Parthey der
Bürger ergriffen; allein, erstere erhielten kaum
Nachricht davon, als sie sich gleich zum Gouver-
neur verfügten, und ihm unverbrüchliche Treue schwu-
ren. Gerührt über dies edle Betragen, wies dieser
ihnen 3 verschiedene Wirthshäuser an, wo sie auf seine
Rechnung zechen sollten. Dieses gieng ziemlich ordent-
lich und ruhig zu; allein, gestern brach der Lärm desto
gewaltiger aus. Man hatte ausgestreut, der Marquis
von Bouille hobe 600 Louisd'or vom Hofe für die Gar-
nison erhalten, und es sey ungerecht, diese den Grena-
dieren allein zufließen zu lassen. Jm Augenblicke rot-
teten sich über 4000 Mann von verschiedenen Regi-
mentern zusammen, zogen durch alle Straßen, plün-
derten, drangen in die vornehmsten Gasthöse und
Weinkeller ein, und was sie nicht aufzehren konnten,
suchten sie zu verheeren. Die in der Vestung liegenden
Regimenter, Salm-Salm, Conde und la Reine, muß-
[Spaltenumbruch] ten gleich ausrücken, und zwo starke Truppenabtheilun-
gen wurden an die beyden Brücken der Vestung hin-
gestellt. Um 2 Uhr Nachmittags kam endlich der ganze
Schwarm auf die Brücke los, überrumpelte das daselbst
stehende Detaschement, und drang mit Gewalt in die
Vestung hinein. Die ganze Regimentsmusik von Bour-
bonnois und Saintogne eröffnete den Zug. Ganze
Eimer voll Wein, Schinken, Pasteten, Liqueurs, etc.
wurden nachgetragen, und den in Schlachtordnung
aufgestellten 3 Regimentern unter friedfertigem Zuru-
fen angeboten. Allein, da sie sahen, daß dieste Ernst
zeigten, Feuer gaben, und unter sie einbrachen, nah-
men sie die Flucht, und ließen viele Verwundete zu-
rück, deren bereits einige in den Lazarethen gestorben
sind. Alle unsere Gefängnisse sind voll von Gefangenen,
und bis diesen Augenblick werden noch mehrere von
den ausgeschickten Picketen eingebracht. Die meisten
bekommen einen Abschied, und werden fortgejagt.
Hoffentlich wird auf solche Art die Ruhe bald wieder
hergestellt werden."

"Am 13ten dieses, Abends gegen 9 Uhr, kamen Se.
Eminenz, unser Cardinal Bischof, Prinz von Mont-
moreney-Laval, hier an."


Morgen werden die frischen Executionstruppen zu
Stockem, Dilsen, Maaseick den ersten Besuch der
aufrührerischen Lütticher zu erwarten haben. Heute
paßirt schon wirklich ein Corps derselben, 5 bis 6000
Mann stark, in einer Entfernung von 2 Stunden von
hiestger Stadt bey Altenbiesen vorbey. Seit vorge-
stern geht hier die Rede, die Münsterschen hätten in
offenem Felde ihr Lager aufgeschlagen. Dagegen flüch-
tet sich alles aus dem Lütticher Lande, was entweder
die Executionstruppen, oder einen unerwarteten Besuch
der Köhler und Nagelschmisde nicht abwarten will.
Die halb Stadt Tongern hat sich feit 3 Tagen beynahe
zur Hälfte davon gemacht, und der größte Theil der
dasigen Einwohner befindet sich hier in Mastricht.

Die Lütticher haben einen Deputirten an die Execu-
tionstruppen geschickt, mit der Anfrage, was ihre Ab-
sicht sey. Die Antwort des Pfälzischen Generals
ist nicht klar genug gewesen. Es haben sich schon
25000 Lütticher zu Soldaten einschreiben lassen, und
15000 Landleute, etc. sind unterwegens, um zu Felde
zu ziehen.


Nun ist der Augenblick da, wo sich unser Patriotis-
mus zeigen soll. Die ganze Nation ist unter Waffen
und streitgerüstet. Ein Theil unserer Armee steht
unter dem Oberbefehl des Generals, Ritter von Don-
ceel, bey Stochum und Maaseyck, um die Grenzen zu
vertheidigen. Herr Bürgermeister von Chestret com-
mandirt als Oberster das Municipal Regiment; die
Bürger-Compagnien, Freywillige von allen Seiten,
und die Bewohner des platten Landes sind unserm
Truppencorps zugestößen. Heute ist das Geschütz, nebst
Verstärkung, nachgefolget, und 3000 Franchimonter
sind ebenfalls zur Armee aufgebrochen. Jn Huy ist
ein Corps Brabanter eingerückt, und wir erwarten
von da her noch mehr Verstärkung. Laut eingegan-
genen Nachrichten ziehen sich die Münsterschen und
Pfälzischen Truppen immer weiter zurück. -- Ein ein-

[Spaltenumbruch]

“Schon laͤngſt hatte die hieſige Buͤrgerſchaft ſich
mit den benachbarten Staͤdten, Nancy, Thionville,
Sarlonis, Pont a-Mouſſon, und noch mehreren, unter
der Hand verbunden, in allem gemeinſame Sache zu
machen, und ſich im Nothfall nicht allein mit Geld,
ſondern auch mit gewaffneter Mannſchaft wechſelſeitig
zu unterſtuͤtzen. Um dieſen Bund recht feyerlich zu
beſchließen, hatte man ſich vorlaͤufig vereinbaret, daß
am 15ten die Buͤrger aus Thionoille und Sarlouis
nach Metz kommen, ſodann mit hieſigen Buͤrgern ver-
einigt am 16ten zum Haupt-Canton Nancy abgehen
ſollten. Am 15ten zogen unſere patriotiſche Buͤrger
mit fliegenden Fahnen, klingendem Spiele und ge-
ſchultertem Gewehre zum Thionviller Thore hinaus,
um ihre Bundesgenoſſen abzuholen, wofuͤr ſchon in
der Stadt die herrlichſten Mahlzeiten zugerichtet wur-
den. Allein, kaum hatten ſie das Thor hinter ſich,
als gleich die ganze Beſatzung unter Gewehr ruͤckte,
alle Zugaͤnge der Stadt beſetzte, und vor jedes Thor
4 Kanonen aufpflanzte. Nach einigen Stunden ſah
man unſere Buͤrger mit ihren Alliirten ſich unter lau-
tem Jubel der Stadt naͤhern, als auf einmal unſer
Veſtungs Gouverneur, der General Lieutenant, Mar-
quis von Bonillé, mit 2 Eſcadrons Reuter und Hu-
ſaren auf ſie zuſprengte, und um die Abſicht dieſes
laͤrmenden Auftritts fragte. Nach einer erhaltenen
ſehr trotzigen Antwort ſchwur ihnen der Herr General,
keinen Mann mit Gewehre in die Stadt einzulaſſen,
und drohete, Gewalt zu gebrauchen, im Fall ſis ſich
im geringſten dagegen ſtraͤuben wuͤrden. Dieſer ernſt-
hafte Ton ſchlug ihren Muth nieder; ſie lagerten ſich
ungeſaͤhr 2 Stunden lang unter freyem Himmel, und
zogen endlich nach Longwy, einem unweit von hier
entlegenen Flecken, ab.”

“Am folgenden Tage ſchlich ſich einer nach dem an-
dern in die Stadt hinein, und legte ſeine Waffen beym
Thore ab. Jndeſſen ſann man auf Mittel, ſich an
dem Gonverneur zu raͤchen, und beſchloß, die hier in
Beſatzung liegenden Regimenter, beſonders die Fran-
zoͤfiſchen, Piceardie, Bourbonnis, Saintonge, la
Reine und Conde, gegen die 3 Deutſchen Regimenter,
Salm-Salm, Naſſau, und das Huſaren-Regiment Co-
lonel General aufzuhetzen; man ſtreuete ſogar aus, alle
Franzoͤfiſche Grenadiere haͤtten die Parthey der
Buͤrger ergriffen; allein, erſtere erhielten kaum
Nachricht davon, als ſie ſich gleich zum Gouver-
neur verfuͤgten, und ihm unverbruͤchliche Treue ſchwu-
ren. Geruͤhrt uͤber dies edle Betragen, wies dieſer
ihnen 3 verſchiedene Wirthshaͤuſer an, wo ſie auf ſeine
Rechnung zechen ſollten. Dieſes gieng ziemlich ordent-
lich und ruhig zu; allein, geſtern brach der Laͤrm deſto
gewaltiger aus. Man hatte ausgeſtreut, der Marquis
von Bouillé hobe 600 Louisd’or vom Hofe fuͤr die Gar-
niſon erhalten, und es ſey ungerecht, dieſe den Grena-
dieren allein zufließen zu laſſen. Jm Augenblicke rot-
teten ſich uͤber 4000 Mann von verſchiedenen Regi-
mentern zuſammen, zogen durch alle Straßen, pluͤn-
derten, drangen in die vornehmſten Gaſthoͤſe und
Weinkeller ein, und was ſie nicht aufzehren konnten,
ſuchten ſie zu verheeren. Die in der Veſtung liegenden
Regimenter, Salm-Salm, Conde und la Reine, muß-
[Spaltenumbruch] ten gleich ausruͤcken, und zwo ſtarke Truppenabtheilun-
gen wurden an die beyden Bruͤcken der Veſtung hin-
geſtellt. Um 2 Uhr Nachmittags kam endlich der ganze
Schwarm auf die Bruͤcke los, uͤberrumpelte das daſelbſt
ſtehende Detaſchement, und drang mit Gewalt in die
Veſtung hinein. Die ganze Regimentsmuſik von Bour-
bonnois und Saintogne eroͤffnete den Zug. Ganze
Eimer voll Wein, Schinken, Paſteten, Liqueurs, ꝛc.
wurden nachgetragen, und den in Schlachtordnung
aufgeſtellten 3 Regimentern unter friedfertigem Zuru-
fen angeboten. Allein, da ſie ſahen, daß dieſte Ernſt
zeigten, Feuer gaben, und unter ſie einbrachen, nah-
men ſie die Flucht, und ließen viele Verwundete zu-
ruͤck, deren bereits einige in den Lazarethen geſtorben
ſind. Alle unſere Gefaͤngniſſe ſind voll von Gefangenen,
und bis dieſen Augenblick werden noch mehrere von
den ausgeſchickten Picketen eingebracht. Die meiſten
bekommen einen Abſchied, und werden fortgejagt.
Hoffentlich wird auf ſolche Art die Ruhe bald wieder
hergeſtellt werden.”

“Am 13ten dieſes, Abends gegen 9 Uhr, kamen Se.
Eminenz, unſer Cardinal Biſchof, Prinz von Mont-
moreney-Laval, hier an.”


Morgen werden die friſchen Executionstruppen zu
Stockem, Dilſen, Maaſeick den erſten Beſuch der
aufruͤhreriſchen Luͤtticher zu erwarten haben. Heute
paßirt ſchon wirklich ein Corps derſelben, 5 bis 6000
Mann ſtark, in einer Entfernung von 2 Stunden von
hieſtger Stadt bey Altenbieſen vorbey. Seit vorge-
ſtern geht hier die Rede, die Muͤnſterſchen haͤtten in
offenem Felde ihr Lager aufgeſchlagen. Dagegen fluͤch-
tet ſich alles aus dem Luͤtticher Lande, was entweder
die Executionstruppen, oder einen unerwarteten Beſuch
der Koͤhler und Nagelſchmisde nicht abwarten will.
Die halb Stadt Tongern hat ſich feit 3 Tagen beynahe
zur Haͤlfte davon gemacht, und der groͤßte Theil der
daſigen Einwohner befindet ſich hier in Maſtricht.

Die Luͤtticher haben einen Deputirten an die Execu-
tionstruppen geſchickt, mit der Anfrage, was ihre Ab-
ſicht ſey. Die Antwort des Pfaͤlziſchen Generals
iſt nicht klar genug geweſen. Es haben ſich ſchon
25000 Luͤtticher zu Soldaten einſchreiben laſſen, und
15000 Landleute, ꝛc. ſind unterwegens, um zu Felde
zu ziehen.


Nun iſt der Augenblick da, wo ſich unſer Patriotis-
mus zeigen ſoll. Die ganze Nation iſt unter Waffen
und ſtreitgeruͤſtet. Ein Theil unſerer Armee ſteht
unter dem Oberbefehl des Generals, Ritter von Don-
ceel, bey Stochum und Maaſeyck, um die Grenzen zu
vertheidigen. Herr Buͤrgermeiſter von Cheſtret com-
mandirt als Oberſter das Municipal Regiment; die
Buͤrger-Compagnien, Freywillige von allen Seiten,
und die Bewohner des platten Landes ſind unſerm
Truppencorps zugeſtoͤßen. Heute iſt das Geſchuͤtz, nebſt
Verſtaͤrkung, nachgefolget, und 3000 Franchimonter
ſind ebenfalls zur Armee aufgebrochen. Jn Huy iſt
ein Corps Brabanter eingeruͤckt, und wir erwarten
von da her noch mehr Verſtaͤrkung. Laut eingegan-
genen Nachrichten ziehen ſich die Muͤnſterſchen und
Pfaͤlziſchen Truppen immer weiter zuruͤck. — Ein ein-

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[[2]/0002] Metz, den 20 April. “Schon laͤngſt hatte die hieſige Buͤrgerſchaft ſich mit den benachbarten Staͤdten, Nancy, Thionville, Sarlonis, Pont a-Mouſſon, und noch mehreren, unter der Hand verbunden, in allem gemeinſame Sache zu machen, und ſich im Nothfall nicht allein mit Geld, ſondern auch mit gewaffneter Mannſchaft wechſelſeitig zu unterſtuͤtzen. Um dieſen Bund recht feyerlich zu beſchließen, hatte man ſich vorlaͤufig vereinbaret, daß am 15ten die Buͤrger aus Thionoille und Sarlouis nach Metz kommen, ſodann mit hieſigen Buͤrgern ver- einigt am 16ten zum Haupt-Canton Nancy abgehen ſollten. Am 15ten zogen unſere patriotiſche Buͤrger mit fliegenden Fahnen, klingendem Spiele und ge- ſchultertem Gewehre zum Thionviller Thore hinaus, um ihre Bundesgenoſſen abzuholen, wofuͤr ſchon in der Stadt die herrlichſten Mahlzeiten zugerichtet wur- den. 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Ganze Eimer voll Wein, Schinken, Paſteten, Liqueurs, ꝛc. wurden nachgetragen, und den in Schlachtordnung aufgeſtellten 3 Regimentern unter friedfertigem Zuru- fen angeboten. Allein, da ſie ſahen, daß dieſte Ernſt zeigten, Feuer gaben, und unter ſie einbrachen, nah- men ſie die Flucht, und ließen viele Verwundete zu- ruͤck, deren bereits einige in den Lazarethen geſtorben ſind. Alle unſere Gefaͤngniſſe ſind voll von Gefangenen, und bis dieſen Augenblick werden noch mehrere von den ausgeſchickten Picketen eingebracht. Die meiſten bekommen einen Abſchied, und werden fortgejagt. Hoffentlich wird auf ſolche Art die Ruhe bald wieder hergeſtellt werden.” “Am 13ten dieſes, Abends gegen 9 Uhr, kamen Se. Eminenz, unſer Cardinal Biſchof, Prinz von Mont- moreney-Laval, hier an.” Maſtricht, den 27 April. Morgen werden die friſchen Executionstruppen zu Stockem, Dilſen, Maaſeick den erſten Beſuch der aufruͤhreriſchen Luͤtticher zu erwarten haben. Heute paßirt ſchon wirklich ein Corps derſelben, 5 bis 6000 Mann ſtark, in einer Entfernung von 2 Stunden von hieſtger Stadt bey Altenbieſen vorbey. Seit vorge- ſtern geht hier die Rede, die Muͤnſterſchen haͤtten in offenem Felde ihr Lager aufgeſchlagen. Dagegen fluͤch- tet ſich alles aus dem Luͤtticher Lande, was entweder die Executionstruppen, oder einen unerwarteten Beſuch der Koͤhler und Nagelſchmisde nicht abwarten will. Die halb Stadt Tongern hat ſich feit 3 Tagen beynahe zur Haͤlfte davon gemacht, und der groͤßte Theil der daſigen Einwohner befindet ſich hier in Maſtricht. Die Luͤtticher haben einen Deputirten an die Execu- tionstruppen geſchickt, mit der Anfrage, was ihre Ab- ſicht ſey. Die Antwort des Pfaͤlziſchen Generals iſt nicht klar genug geweſen. Es haben ſich ſchon 25000 Luͤtticher zu Soldaten einſchreiben laſſen, und 15000 Landleute, ꝛc. ſind unterwegens, um zu Felde zu ziehen. Schreiben aus Luͤttich, vom 28 April. Nun iſt der Augenblick da, wo ſich unſer Patriotis- mus zeigen ſoll. Die ganze Nation iſt unter Waffen und ſtreitgeruͤſtet. Ein Theil unſerer Armee ſteht unter dem Oberbefehl des Generals, Ritter von Don- ceel, bey Stochum und Maaſeyck, um die Grenzen zu vertheidigen. Herr Buͤrgermeiſter von Cheſtret com- mandirt als Oberſter das Municipal Regiment; die Buͤrger-Compagnien, Freywillige von allen Seiten, und die Bewohner des platten Landes ſind unſerm Truppencorps zugeſtoͤßen. Heute iſt das Geſchuͤtz, nebſt Verſtaͤrkung, nachgefolget, und 3000 Franchimonter ſind ebenfalls zur Armee aufgebrochen. Jn Huy iſt ein Corps Brabanter eingeruͤckt, und wir erwarten von da her noch mehr Verſtaͤrkung. Laut eingegan- genen Nachrichten ziehen ſich die Muͤnſterſchen und Pfaͤlziſchen Truppen immer weiter zuruͤck. — Ein ein-

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 71, Hamburg, 4. Mai 1790, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_710405_1790/2>, abgerufen am 13.08.2020.