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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 99, Hamburg, 23. Juni 1789.

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[Spaltenumbruch] Abkommen getroffen; so haben Allerhöchstdieselben
mit Genehmigung der Markgräflich-Schwedtschen
hohen Allodial-Erben, Königl. Hoheiten, die Herrschaft
Schwedt heute in wirklichen Besitz nehmen zu lassen
geruhet. Es trafen zu dem Ende Se. Excellenz, der
wirkliche geheime Staats-Minister, Herr von Wöllner,
bereits gestern hier ein, und in Gegenwart gedachter
Sr. Excellenz ist heute die Uebergabe an den dazu
allerhöchst deputirten geheimen Finanzrath, Herrn
Schütz, feyerlich vollzogen. Sie geschah von dem Hof-
und Kammer-Gerichts Director, Herrn Kircheisen,
und dem Hof- und Kammer Gerichtsrath, Herrn
Mayer, als Commissarien in der Markgräflich-Schwedt-
schen Erbschafts-Sache, und zwar in einer großen Ver-
sammlung, welche aus der Geistlichkeit, den Mark-
gräflichen Kammer und Justiz-Bedienten, dem hiesi-
gen Magistrat und den Stadt-Verordneten bestand.
Se. Excellenz, der Herr Staats-Minister von Wöllner,
machten zugleich insbesondere Namens Sr. Majestät,
des Königs, bekannt, daß Höchstgedachte Se. Königl.
Majestät die Administration der Herrschaft Schwedt,
unter Allerhöchstderoselben unmittelbaren Befehlen, dem
gedachten Ober-Finanzrath Schütz, aus besonderm Ver-
trauen aufzutragen geruhet haben, und letzterer leistete
hierauf in seiner neuen Qualität den Eid in die Hände
Sr. Excellenz. Hierauf erfolgte die feyerliche Huldi-
gung des Magistrats und der Bürgerschaft, welche sich
mit einem wiederholten: "Es lebe der König!" be-
schloß. Auch ist der ganze übrige Tag mit allen den
Kennzeichen der Fre[u]de gefeyert worden, welche sich
von den Unterthanen eines so allgemein geliebten Kö-
nigs erwarten läßt, und die von Sr. Majestät, dem
Könige, geschehene Annahme der Markgräflichen
Kammer- und Justiz-Bedienten in den Königlichen
Dienst, hat die allgemeine Zufriedenheit noch mehr
erhöhet.


Den 14ten dieses Monats starb allhier der Hofrath,
ehemaliger Kammercomponist, Johann Wilhelm Her-
tel,
an einem Schlagflusse im 63sten Jahre seines Alters.
Er war ein vortrefflicher Componist, der sich nach C.
P. E. Bach, Haße und Graun gebildet hatte, und ein
braver Clavier- und Violinspieler. Einige seiner Werke
find gedruckt, die mehrsten aber nur im Manuscript
bekannt. Diese letzten Jahre seines Lebens beschäfftigte
er sich mit der Blumistik, und ist auch von dieser
Seite seinen Herren Mit-Collegen rühmlichst bekannt.


Vorgestern gieng der Rußisch Kayserl. Courier, Cor-
[r]onosky, von Copenhagen kommend, durch diese Stadt
nach Petersburg, und gestern gieng der Preußische
Feldjäger, Günther, als Courier, von Berlin kom-
mend, hier durch nach Copenhagen.




Von gelehrten Sachen.
Epigrammenlese oder Sammlung von Sinnge-
dichten aus den vorzüglichsten ältern und neuern
Epigrammatisten der Deutschen, nebst einem Anhang
über das Epigramm,
herausgegeben von R. H. Jördens.


Unter allen den verschiedenen Dichtungsarten ist
wohl keine, die ein so allgemeines Jnteresse für jeder-
[Spaltenumbruch] mann haben könnte, als die des Sinngedichts. Die
Kürze desselben, verbunden mit Anmuth, Feinheit,
Witz und Scharfsinn, macht, daß es bey jedem Leser
Eingang findet, und daß sowohl der Geschäfftsmann,
der zu Lesung längerer Gedichte keine Muße übrig be-
hält, sich an diesen kleinen Naivitäten gleichsam zur
Erholung ergötzt, als auch selbst die Dame an der Toi-
lette gern einige Augenblicke denselben schenkt. Der
Herr Herausgeber hat sich also durch eine gut gerathene
Auswahl aus den vorzüglichsten Deutschen Epigramma-
tisten, die er periodenweise geordnet hat, kein geringes
Verdienst erworben, und sein Werkchen auch für Ge-
lehrte dadurch brauchbar gemacht, daß er in einem
kurzen Anhange über das Epigramm zu gleicher Zeit
Nachrichten von den in dieser Sammlung vorkommen-
den Dichtern gegeben hat. (Kostet in der Bohnschen
Buchhandlung 2 Mk.)

K.



Tabellarisches Verzeichniß der in der Churmark
Brandenburg einheimischen Schmetterlinge. Erstes
Heft. mit einer ausgemahlten Kupfertafel.
Berlin,
1789. Bey Wilhelm Vieweg, dem jüngern.

Es erscheint hiermit das erste Heft dieses angekün-
digten Werks, das keinesweges überflüßig ist, sondern
vielmehr allen Liebhabern der Entomologie äußerst will-
kommen seyn muß. Die Herren Verfasser verdienen
den herzlichsten Dank, daß sie es sich haben so sehr an-
gelegen seyn lassen, einem Mangel abzuhelfen, der
noch so manche Verwirrungen veranlaßte, und daß sie
dies mit vielem Glück gethan haben, davon werden
sich Kenner und Liebhaber leicht überzeugen. Die aus-
gemahlte Kupfertafel ist sehr sauber und richtig.

M.



Bey dem Herrn Commißionsrath Lastrop, in Braun-
schweig in der Heinenstraße, sind zur 35sten Braun-
schweiger Lotterie, 2te Classe, die den 20sten Julii a. c.
gezogen wird, einige Kauf-Loose zu 3 Rthlr. 4 gGr. und
Plane gratis zu bekommen.




AVERTISSEMENT.

Nachdem unter dem 5ten September vorigen Jahrs die Frau
Gertrude, Wittwe Twisck, (nicht Troisck) gebohrne Meyer, in
St. Petersburg, mit Tode abgegangen, und mich Endes[g]enann-
ten zum testamentarischen Curator erwählet und angeordnet:
Als werden alle und jede, welche an dem Nachlasse erwähnter
verftorbenen Twisck, gebohrne Meyer, creditorio haereditario
vel alio quocunque nomine
etwas zu fordern, oder sonst eine
rechtliche Ansprache an derselben zu haben oder formiren zu
können vermeynen, hiemittelst ersuchet, sich innerhalb 3 Mo-
naten a Dato dieses Proclamatis, entweder in Person oder
durch hinlänglich instruirte Gevollmächtigte bey Endesunter-
zeichnetem in St. Petersburg zu melden, und falls sich jemand
nicht im Laufe dieser Zeit melden würde, so wird der Nachlaß
nur unter die sich gemeldeten nach Jnhalt des Testaments ver-
theilet.


Pieter Martensz, vereidigter Mackler.



Hamburg.

Da die Ziehung der 1sten Classe der 35sten
Braunschweigschen [L]otterie den 8ten Junii bereits beendiget
ist; so kann mit Nachschlagung sämmtlicher 6000 Nummern
gedienet werden auf St. Petri-Kirchhof Norder-Seite, im
Hause Nr. 76. und können die allda in der 1sten Classe ge-
fallenen Gewinne gegen Einlieferung der Original-Loose sofort
in Empfang genommen werden. Auch sind daselbst ganze,
halbe und Viertel-Kaufloose zur 2ten Classe planmäßig, wie
auch Plane gratis zu bekommen. Die Appellirung zur 2ten
Classe muß unfehlbar vor dem 13ten Julii geschehen.

[Ende Spaltensatz]

[Spaltenumbruch] Abkommen getroffen; ſo haben Allerhoͤchſtdieſelben
mit Genehmigung der Markgraͤflich-Schwedtſchen
hohen Allodial-Erben, Koͤnigl. Hoheiten, die Herrſchaft
Schwedt heute in wirklichen Beſitz nehmen zu laſſen
geruhet. Es trafen zu dem Ende Se. Excellenz, der
wirkliche geheime Staats-Miniſter, Herr von Woͤllner,
bereits geſtern hier ein, und in Gegenwart gedachter
Sr. Excellenz iſt heute die Uebergabe an den dazu
allerhoͤchſt deputirten geheimen Finanzrath, Herrn
Schuͤtz, feyerlich vollzogen. Sie geſchah von dem Hof-
und Kammer-Gerichts Director, Herrn Kircheiſen,
und dem Hof- und Kammer Gerichtsrath, Herrn
Mayer, als Commiſſarien in der Markgraͤflich-Schwedt-
ſchen Erbſchafts-Sache, und zwar in einer großen Ver-
ſammlung, welche aus der Geiſtlichkeit, den Mark-
graͤflichen Kammer und Juſtiz-Bedienten, dem hieſi-
gen Magiſtrat und den Stadt-Verordneten beſtand.
Se. Excellenz, der Herr Staats-Miniſter von Woͤllner,
machten zugleich insbeſondere Namens Sr. Majeſtaͤt,
des Koͤnigs, bekannt, daß Hoͤchſtgedachte Se. Koͤnigl.
Majeſtaͤt die Adminiſtration der Herrſchaft Schwedt,
unter Allerhoͤchſtderoſelben unmittelbaren Befehlen, dem
gedachten Ober-Finanzrath Schuͤtz, aus beſonderm Ver-
trauen aufzutragen geruhet haben, und letzterer leiſtete
hierauf in ſeiner neuen Qualitaͤt den Eid in die Haͤnde
Sr. Excellenz. Hierauf erfolgte die feyerliche Huldi-
gung des Magiſtrats und der Buͤrgerſchaft, welche ſich
mit einem wiederholten: “Es lebe der Koͤnig!” be-
ſchloß. Auch iſt der ganze uͤbrige Tag mit allen den
Kennzeichen der Fre[u]de gefeyert worden, welche ſich
von den Unterthanen eines ſo allgemein geliebten Koͤ-
nigs erwarten laͤßt, und die von Sr. Majeſtaͤt, dem
Koͤnige, geſchehene Annahme der Markgraͤflichen
Kammer- und Juſtiz-Bedienten in den Koͤniglichen
Dienſt, hat die allgemeine Zufriedenheit noch mehr
erhoͤhet.


Den 14ten dieſes Monats ſtarb allhier der Hofrath,
ehemaliger Kammercomponiſt, Johann Wilhelm Her-
tel,
an einem Schlagfluſſe im 63ſten Jahre ſeines Alters.
Er war ein vortrefflicher Componiſt, der ſich nach C.
P. E. Bach, Haße und Graun gebildet hatte, und ein
braver Clavier- und Violinſpieler. Einige ſeiner Werke
find gedruckt, die mehrſten aber nur im Manuſcript
bekannt. Dieſe letzten Jahre ſeines Lebens beſchaͤfftigte
er ſich mit der Blumiſtik, und iſt auch von dieſer
Seite ſeinen Herren Mit-Collegen ruͤhmlichſt bekannt.


Vorgeſtern gieng der Rußiſch Kayſerl. Courier, Cor-
[r]onosky, von Copenhagen kommend, durch dieſe Stadt
nach Petersburg, und geſtern gieng der Preußiſche
Feldjaͤger, Guͤnther, als Courier, von Berlin kom-
mend, hier durch nach Copenhagen.




Von gelehrten Sachen.
Epigrammenleſe oder Sammlung von Sinnge-
dichten aus den vorzuͤglichſten aͤltern und neuern
Epigrammatiſten der Deutſchen, nebſt einem Anhang
uͤber das Epigramm,
herausgegeben von R. H. Joͤrdens.


Unter allen den verſchiedenen Dichtungsarten iſt
wohl keine, die ein ſo allgemeines Jntereſſe fuͤr jeder-
[Spaltenumbruch] mann haben koͤnnte, als die des Sinngedichts. Die
Kuͤrze deſſelben, verbunden mit Anmuth, Feinheit,
Witz und Scharfſinn, macht, daß es bey jedem Leſer
Eingang findet, und daß ſowohl der Geſchaͤfftsmann,
der zu Leſung laͤngerer Gedichte keine Muße uͤbrig be-
haͤlt, ſich an dieſen kleinen Naivitaͤten gleichſam zur
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lette gern einige Augenblicke denſelben ſchenkt. Der
Herr Herausgeber hat ſich alſo durch eine gut gerathene
Auswahl aus den vorzuͤglichſten Deutſchen Epigramma-
tiſten, die er periodenweiſe geordnet hat, kein geringes
Verdienſt erworben, und ſein Werkchen auch fuͤr Ge-
lehrte dadurch brauchbar gemacht, daß er in einem
kurzen Anhange uͤber das Epigramm zu gleicher Zeit
Nachrichten von den in dieſer Sammlung vorkommen-
den Dichtern gegeben hat. (Koſtet in der Bohnſchen
Buchhandlung 2 Mk.)

K.



Tabellariſches Verzeichniß der in der Churmark
Brandenburg einheimiſchen Schmetterlinge. Erſtes
Heft. mit einer ausgemahlten Kupfertafel.
Berlin,
1789. Bey Wilhelm Vieweg, dem juͤngern.

Es erſcheint hiermit das erſte Heft dieſes angekuͤn-
digten Werks, das keinesweges uͤberfluͤßig iſt, ſondern
vielmehr allen Liebhabern der Entomologie aͤußerſt will-
kommen ſeyn muß. Die Herren Verfaſſer verdienen
den herzlichſten Dank, daß ſie es ſich haben ſo ſehr an-
gelegen ſeyn laſſen, einem Mangel abzuhelfen, der
noch ſo manche Verwirrungen veranlaßte, und daß ſie
dies mit vielem Gluͤck gethan haben, davon werden
ſich Kenner und Liebhaber leicht uͤberzeugen. Die aus-
gemahlte Kupfertafel iſt ſehr ſauber und richtig.

M.



Bey dem Herrn Commißionsrath Laſtrop, in Braun-
ſchweig in der Heinenſtraße, ſind zur 35ſten Braun-
ſchweiger Lotterie, 2te Claſſe, die den 20ſten Julii a. c.
gezogen wird, einige Kauf-Looſe zu 3 Rthlr. 4 gGr. und
Plane gratis zu bekommen.




AVERTISSEMENT.

Nachdem unter dem 5ten September vorigen Jahrs die Frau
Gertrude, Wittwe Twisck, (nicht Troisck) gebohrne Meyer, in
St. Petersburg, mit Tode abgegangen, und mich Endes[g]enann-
ten zum teſtamentariſchen Curator erwählet und angeordnet:
Als werden alle und jede, welche an dem Nachlaſſe erwähnter
verftorbenen Twisck, gebohrne Meyer, creditorio hæreditario
vel alio quocunque nomine
etwas zu fordern, oder ſonſt eine
rechtliche Anſprache an derſelben zu haben oder formiren zu
können vermeynen, hiemittelſt erſuchet, ſich innerhalb 3 Mo-
naten a Dato dieſes Proclamatis, entweder in Perſon oder
durch hinlänglich inſtruirte Gevollmächtigte bey Endesunter-
zeichnetem in St. Petersburg zu melden, und falls ſich jemand
nicht im Laufe dieſer Zeit melden würde, ſo wird der Nachlaß
nur unter die ſich gemeldeten nach Jnhalt des Teſtaments ver-
theilet.


Pieter Martensz, vereidigter Mackler.



Hamburg.

Da die Ziehung der 1ſten Claſſe der 35ſten
Braunſchweigſchen [L]otterie den 8ten Junii bereits beendiget
iſt; ſo kann mit Nachſchlagung ſämmtlicher 6000 Nummern
gedienet werden auf St. Petri-Kirchhof Norder-Seite, im
Hauſe Nr. 76. und können die allda in der 1ſten Claſſe ge-
fallenen Gewinne gegen Einlieferung der Original-Looſe ſofort
in Empfang genommen werden. Auch ſind daſelbſt ganze,
halbe und Viertel-Kauflooſe zur 2ten Claſſe planmäßig, wie
auch Plane gratis zu bekommen. Die Appellirung zur 2ten
Claſſe muß unfehlbar vor dem 13ten Julii geſchehen.

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[6/0006] Abkommen getroffen; ſo haben Allerhoͤchſtdieſelben mit Genehmigung der Markgraͤflich-Schwedtſchen hohen Allodial-Erben, Koͤnigl. Hoheiten, die Herrſchaft Schwedt heute in wirklichen Beſitz nehmen zu laſſen geruhet. Es trafen zu dem Ende Se. Excellenz, der wirkliche geheime Staats-Miniſter, Herr von Woͤllner, bereits geſtern hier ein, und in Gegenwart gedachter Sr. Excellenz iſt heute die Uebergabe an den dazu allerhoͤchſt deputirten geheimen Finanzrath, Herrn Schuͤtz, feyerlich vollzogen. Sie geſchah von dem Hof- und Kammer-Gerichts Director, Herrn Kircheiſen, und dem Hof- und Kammer Gerichtsrath, Herrn Mayer, als Commiſſarien in der Markgraͤflich-Schwedt- ſchen Erbſchafts-Sache, und zwar in einer großen Ver- ſammlung, welche aus der Geiſtlichkeit, den Mark- graͤflichen Kammer und Juſtiz-Bedienten, dem hieſi- gen Magiſtrat und den Stadt-Verordneten beſtand. Se. Excellenz, der Herr Staats-Miniſter von Woͤllner, machten zugleich insbeſondere Namens Sr. Majeſtaͤt, des Koͤnigs, bekannt, daß Hoͤchſtgedachte Se. Koͤnigl. Majeſtaͤt die Adminiſtration der Herrſchaft Schwedt, unter Allerhoͤchſtderoſelben unmittelbaren Befehlen, dem gedachten Ober-Finanzrath Schuͤtz, aus beſonderm Ver- trauen aufzutragen geruhet haben, und letzterer leiſtete hierauf in ſeiner neuen Qualitaͤt den Eid in die Haͤnde Sr. Excellenz. Hierauf erfolgte die feyerliche Huldi- gung des Magiſtrats und der Buͤrgerſchaft, welche ſich mit einem wiederholten: “Es lebe der Koͤnig!” be- ſchloß. Auch iſt der ganze uͤbrige Tag mit allen den Kennzeichen der Freude gefeyert worden, welche ſich von den Unterthanen eines ſo allgemein geliebten Koͤ- nigs erwarten laͤßt, und die von Sr. Majeſtaͤt, dem Koͤnige, geſchehene Annahme der Markgraͤflichen Kammer- und Juſtiz-Bedienten in den Koͤniglichen Dienſt, hat die allgemeine Zufriedenheit noch mehr erhoͤhet. Schwerin, den 18 Junii. Den 14ten dieſes Monats ſtarb allhier der Hofrath, ehemaliger Kammercomponiſt, Johann Wilhelm Her- tel, an einem Schlagfluſſe im 63ſten Jahre ſeines Alters. Er war ein vortrefflicher Componiſt, der ſich nach C. P. E. Bach, Haße und Graun gebildet hatte, und ein braver Clavier- und Violinſpieler. Einige ſeiner Werke find gedruckt, die mehrſten aber nur im Manuſcript bekannt. Dieſe letzten Jahre ſeines Lebens beſchaͤfftigte er ſich mit der Blumiſtik, und iſt auch von dieſer Seite ſeinen Herren Mit-Collegen ruͤhmlichſt bekannt. Hamburg, den 22 Junii. Vorgeſtern gieng der Rußiſch Kayſerl. Courier, Cor- ronosky, von Copenhagen kommend, durch dieſe Stadt nach Petersburg, und geſtern gieng der Preußiſche Feldjaͤger, Guͤnther, als Courier, von Berlin kom- mend, hier durch nach Copenhagen. Von gelehrten Sachen. Epigrammenleſe oder Sammlung von Sinnge- dichten aus den vorzuͤglichſten aͤltern und neuern Epigrammatiſten der Deutſchen, nebſt einem Anhang uͤber das Epigramm, herausgegeben von R. H. Joͤrdens. Berlin, 1789. Bey Wilhelm Vieweg, dem juͤngern. Unter allen den verſchiedenen Dichtungsarten iſt wohl keine, die ein ſo allgemeines Jntereſſe fuͤr jeder- mann haben koͤnnte, als die des Sinngedichts. Die Kuͤrze deſſelben, verbunden mit Anmuth, Feinheit, Witz und Scharfſinn, macht, daß es bey jedem Leſer Eingang findet, und daß ſowohl der Geſchaͤfftsmann, der zu Leſung laͤngerer Gedichte keine Muße uͤbrig be- haͤlt, ſich an dieſen kleinen Naivitaͤten gleichſam zur Erholung ergoͤtzt, als auch ſelbſt die Dame an der Toi- lette gern einige Augenblicke denſelben ſchenkt. Der Herr Herausgeber hat ſich alſo durch eine gut gerathene Auswahl aus den vorzuͤglichſten Deutſchen Epigramma- tiſten, die er periodenweiſe geordnet hat, kein geringes Verdienſt erworben, und ſein Werkchen auch fuͤr Ge- lehrte dadurch brauchbar gemacht, daß er in einem kurzen Anhange uͤber das Epigramm zu gleicher Zeit Nachrichten von den in dieſer Sammlung vorkommen- den Dichtern gegeben hat. (Koſtet in der Bohnſchen Buchhandlung 2 Mk.) K. Tabellariſches Verzeichniß der in der Churmark Brandenburg einheimiſchen Schmetterlinge. Erſtes Heft. mit einer ausgemahlten Kupfertafel. Berlin, 1789. Bey Wilhelm Vieweg, dem juͤngern. Es erſcheint hiermit das erſte Heft dieſes angekuͤn- digten Werks, das keinesweges uͤberfluͤßig iſt, ſondern vielmehr allen Liebhabern der Entomologie aͤußerſt will- kommen ſeyn muß. Die Herren Verfaſſer verdienen den herzlichſten Dank, daß ſie es ſich haben ſo ſehr an- gelegen ſeyn laſſen, einem Mangel abzuhelfen, der noch ſo manche Verwirrungen veranlaßte, und daß ſie dies mit vielem Gluͤck gethan haben, davon werden ſich Kenner und Liebhaber leicht uͤberzeugen. Die aus- gemahlte Kupfertafel iſt ſehr ſauber und richtig. M. Bey dem Herrn Commißionsrath Laſtrop, in Braun- ſchweig in der Heinenſtraße, ſind zur 35ſten Braun- ſchweiger Lotterie, 2te Claſſe, die den 20ſten Julii a. c. gezogen wird, einige Kauf-Looſe zu 3 Rthlr. 4 gGr. und Plane gratis zu bekommen. AVERTISSEMENT. Nachdem unter dem 5ten September vorigen Jahrs die Frau Gertrude, Wittwe Twisck, (nicht Troisck) gebohrne Meyer, in St. Petersburg, mit Tode abgegangen, und mich Endesgenann- ten zum teſtamentariſchen Curator erwählet und angeordnet: Als werden alle und jede, welche an dem Nachlaſſe erwähnter verftorbenen Twisck, gebohrne Meyer, creditorio hæreditario vel alio quocunque nomine etwas zu fordern, oder ſonſt eine rechtliche Anſprache an derſelben zu haben oder formiren zu können vermeynen, hiemittelſt erſuchet, ſich innerhalb 3 Mo- naten a Dato dieſes Proclamatis, entweder in Perſon oder durch hinlänglich inſtruirte Gevollmächtigte bey Endesunter- zeichnetem in St. Petersburg zu melden, und falls ſich jemand nicht im Laufe dieſer Zeit melden würde, ſo wird der Nachlaß nur unter die ſich gemeldeten nach Jnhalt des Teſtaments ver- theilet. St. Petersburg, den 8ten May 1789. Pieter Martensz, vereidigter Mackler. Hamburg. Da die Ziehung der 1ſten Claſſe der 35ſten Braunſchweigſchen Lotterie den 8ten Junii bereits beendiget iſt; ſo kann mit Nachſchlagung ſämmtlicher 6000 Nummern gedienet werden auf St. Petri-Kirchhof Norder-Seite, im Hauſe Nr. 76. und können die allda in der 1ſten Claſſe ge- fallenen Gewinne gegen Einlieferung der Original-Looſe ſofort in Empfang genommen werden. Auch ſind daſelbſt ganze, halbe und Viertel-Kauflooſe zur 2ten Claſſe planmäßig, wie auch Plane gratis zu bekommen. Die Appellirung zur 2ten Claſſe muß unfehlbar vor dem 13ten Julii geſchehen.

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 99, Hamburg, 23. Juni 1789, S. 6. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_992306_1789/6>, abgerufen am 19.03.2019.