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Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.

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II.
Ein Traum, gar seltsam schauerlich,
Ergötzte und erschreckte mich.
Noch schwebt mir vor manch grausig Bild,
Und in dem Herzen wogt's mir wild.
Da war ein Garten, wunderschön,
Da wollt' ich lustig mich ergehn;
Viel schöne Blumen sahn mich an,
Ich hatte meine Freude dran.
Es zwitscherten die Vögelein
Viel muntre Liebesmelodei'n;
Die Sonne war von Gold umstrahlt,
Die Blumen lustig bunt bemalt.
Viel Balsamduft aus Kräutern rinnt,
Die Lüfte wehen lieb und lind;
Und Alles schimmert, Alles lacht,
Und zeigt mir freundlich seine Pracht.
II.
Ein Traum, gar ſeltſam ſchauerlich,
Ergötzte und erſchreckte mich.
Noch ſchwebt mir vor manch grauſig Bild,
Und in dem Herzen wogt's mir wild.
Da war ein Garten, wunderſchön,
Da wollt' ich luſtig mich ergehn;
Viel ſchöne Blumen ſahn mich an,
Ich hatte meine Freude dran.
Es zwitſcherten die Vögelein
Viel muntre Liebesmelodei'n;
Die Sonne war von Gold umſtrahlt,
Die Blumen luſtig bunt bemalt.
Viel Balſamduft aus Kräutern rinnt,
Die Lüfte wehen lieb und lind;
Und Alles ſchimmert, Alles lacht,
Und zeigt mir freundlich ſeine Pracht.
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[6/0014] II. Ein Traum, gar ſeltſam ſchauerlich, Ergötzte und erſchreckte mich. Noch ſchwebt mir vor manch grauſig Bild, Und in dem Herzen wogt's mir wild. Da war ein Garten, wunderſchön, Da wollt' ich luſtig mich ergehn; Viel ſchöne Blumen ſahn mich an, Ich hatte meine Freude dran. Es zwitſcherten die Vögelein Viel muntre Liebesmelodei'n; Die Sonne war von Gold umſtrahlt, Die Blumen luſtig bunt bemalt. Viel Balſamduft aus Kräutern rinnt, Die Lüfte wehen lieb und lind; Und Alles ſchimmert, Alles lacht, Und zeigt mir freundlich ſeine Pracht.

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Zitationshilfe: Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827, S. 6. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heine_lieder_1827/14>, abgerufen am 24.05.2019.