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Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.

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XLVII.
Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau' dich an, und Wehmuth
Schleicht mir in's Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
Auf's Haupt dir legen sollt',
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

XLVIII.
Kind! Es wäre dein Verderben,
Und ich geb' mir selber Mühe,
Daß dein liebes Herz in Liebe
Nimmermehr für mich erglühe.
Nur daß mir's so leicht gelinget,
Will mich dennoch fast betrüben,
Und ich denke manchmal dennoch:
Möchtest du mich dennoch lieben!

XLVII.
Du biſt wie eine Blume,
So hold und ſchön und rein;
Ich ſchau' dich an, und Wehmuth
Schleicht mir in's Herz hinein.
Mir iſt, als ob ich die Hände
Auf's Haupt dir legen ſollt',
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und ſchön und hold.

XLVIII.
Kind! Es wäre dein Verderben,
Und ich geb' mir ſelber Mühe,
Daß dein liebes Herz in Liebe
Nimmermehr für mich erglühe.
Nur daß mir's ſo leicht gelinget,
Will mich dennoch faſt betrüben,
Und ich denke manchmal dennoch:
Möchteſt du mich dennoch lieben!

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[223/0231] XLVII. Du biſt wie eine Blume, So hold und ſchön und rein; Ich ſchau' dich an, und Wehmuth Schleicht mir in's Herz hinein. Mir iſt, als ob ich die Hände Auf's Haupt dir legen ſollt', Betend, daß Gott dich erhalte So rein und ſchön und hold. XLVIII. Kind! Es wäre dein Verderben, Und ich geb' mir ſelber Mühe, Daß dein liebes Herz in Liebe Nimmermehr für mich erglühe. Nur daß mir's ſo leicht gelinget, Will mich dennoch faſt betrüben, Und ich denke manchmal dennoch: Möchteſt du mich dennoch lieben!

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Zitationshilfe: Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827, S. 223. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heine_lieder_1827/231>, abgerufen am 22.05.2019.