Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.

Bild:
<< vorherige Seite
Und findest du einen Verliebten,
Der einsam klagt sein Leid,
So tröst' ihn, wie du mich selber
Getröstet in alter Zeit.

LXXII.
Und bist du erst mein eh'lich Weib,
Dann bist du zu beneiden,
Dann lebst du in lauter Zeitvertreib,
In lauter Plaisir und Freuden.
Und wenn du schiltst und wenn du tobst,
Ich werd' es geduldig leiden;
Doch wenn du meine Verse nicht lobst,
Laß ich mich von dir scheiden.

Und findeſt du einen Verliebten,
Der einſam klagt ſein Leid,
So tröſt' ihn, wie du mich ſelber
Getröſtet in alter Zeit.

LXXII.
Und biſt du erſt mein eh'lich Weib,
Dann biſt du zu beneiden,
Dann lebſt du in lauter Zeitvertreib,
In lauter Plaiſir und Freuden.
Und wenn du ſchiltſt und wenn du tobſt,
Ich werd' es geduldig leiden;
Doch wenn du meine Verſe nicht lobſt,
Laß ich mich von dir ſcheiden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <pb facs="#f0253" n="245"/>
            <lg n="5">
              <l>Und finde&#x017F;t du einen Verliebten,</l><lb/>
              <l>Der ein&#x017F;am klagt &#x017F;ein Leid,</l><lb/>
              <l>So trö&#x017F;t' ihn, wie du mich &#x017F;elber</l><lb/>
              <l>Getrö&#x017F;tet in alter Zeit.</l><lb/>
            </lg>
          </lg>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">LXXII.</hi><lb/>
          </head>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l>Und bi&#x017F;t du er&#x017F;t mein eh'lich Weib,</l><lb/>
              <l>Dann bi&#x017F;t du zu beneiden,</l><lb/>
              <l>Dann leb&#x017F;t du in lauter Zeitvertreib,</l><lb/>
              <l>In lauter Plai&#x017F;ir und Freuden.</l><lb/>
            </lg>
            <lg n="2">
              <l>Und wenn du &#x017F;chilt&#x017F;t und wenn du tob&#x017F;t,</l><lb/>
              <l>Ich werd' es geduldig leiden;</l><lb/>
              <l>Doch wenn du meine Ver&#x017F;e nicht lob&#x017F;t,</l><lb/>
              <l>Laß ich mich von dir &#x017F;cheiden.</l><lb/>
            </lg>
          </lg>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[245/0253] Und findeſt du einen Verliebten, Der einſam klagt ſein Leid, So tröſt' ihn, wie du mich ſelber Getröſtet in alter Zeit. LXXII. Und biſt du erſt mein eh'lich Weib, Dann biſt du zu beneiden, Dann lebſt du in lauter Zeitvertreib, In lauter Plaiſir und Freuden. Und wenn du ſchiltſt und wenn du tobſt, Ich werd' es geduldig leiden; Doch wenn du meine Verſe nicht lobſt, Laß ich mich von dir ſcheiden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/heine_lieder_1827
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/heine_lieder_1827/253
Zitationshilfe: Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827, S. 245. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heine_lieder_1827/253>, abgerufen am 14.12.2018.