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Heine, Heinrich: Reisebilder. Bd. 1. Hamburg, 1826.

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XL.
Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.
Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.
Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes, bleiches Antlitz
Spielt' das rothe Sonnengold.
Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.
XL.
Wie der Mond ſich leuchtend draͤnget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Alſo taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.
Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren ſtolz hinab den Rhein,
Und die ſommergruͤnen Ufer
Gluͤhn im Abendſonnenſchein.
Sinnend ſaß ich zu den Fuͤßen
Einer Dame, ſchoͤn und hold;
In ihr liebes, bleiches Antlitz
Spielt' das rothe Sonnengold.
Lauten klangen, Buben ſangen,
Wunderbare Froͤhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.
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[43/0055] XL. Wie der Mond ſich leuchtend draͤnget Durch den dunkeln Wolkenflor, Alſo taucht aus dunkeln Zeiten Mir ein lichtes Bild hervor. Saßen all auf dem Verdecke, Fuhren ſtolz hinab den Rhein, Und die ſommergruͤnen Ufer Gluͤhn im Abendſonnenſchein. Sinnend ſaß ich zu den Fuͤßen Einer Dame, ſchoͤn und hold; In ihr liebes, bleiches Antlitz Spielt' das rothe Sonnengold. Lauten klangen, Buben ſangen, Wunderbare Froͤhlichkeit! Und der Himmel wurde blauer, Und die Seele wurde weit.

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Zitationshilfe: Heine, Heinrich: Reisebilder. Bd. 1. Hamburg, 1826, S. 43. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heine_reisebilder01_1826/55>, abgerufen am 26.03.2019.