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Herder, Johann Gottfried von: Briefe zu Beförderung der Humanität. Bd. 4. Riga, 1794.

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44.

Von den heilenden Kräutern Deutschlands
wandte sich der Genius des Menschenge-
schlechts zu Pflanzen, die die Natur jeder
Zone, ihr angemessen, schenkte. Sie gab

-- -- des Betels Gewächs den Völ-
kern am Indus,
Und die Rhabarbar dem Tartar der kalten
Tungusischen Steppe,
Gab die Ginseng-Wurzel dem feuchten
Sinesischen Reisland,
Ließ die Dolde der Squilla Kanopischen
Sümpfen entblühen,
Und in Balsamthränen zerfließen die Staude
der Myrrha;
44.

Von den heilenden Kraͤutern Deutſchlands
wandte ſich der Genius des Menſchenge-
ſchlechts zu Pflanzen, die die Natur jeder
Zone, ihr angemeſſen, ſchenkte. Sie gab

— — des Betels Gewaͤchs den Voͤl-
kern am Indus,
Und die Rhabarbar dem Tartar der kalten
Tunguſiſchen Steppe,
Gab die Ginſeng-Wurzel dem feuchten
Sineſiſchen Reisland,
Ließ die Dolde der Squilla Kanopiſchen
Suͤmpfen entbluͤhen,
Und in Balſamthraͤnen zerfließen die Staude
der Myrrha;
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[56/0061] 44. Von den heilenden Kraͤutern Deutſchlands wandte ſich der Genius des Menſchenge- ſchlechts zu Pflanzen, die die Natur jeder Zone, ihr angemeſſen, ſchenkte. Sie gab — — des Betels Gewaͤchs den Voͤl- kern am Indus, Und die Rhabarbar dem Tartar der kalten Tunguſiſchen Steppe, Gab die Ginſeng-Wurzel dem feuchten Sineſiſchen Reisland, Ließ die Dolde der Squilla Kanopiſchen Suͤmpfen entbluͤhen, Und in Balſamthraͤnen zerfließen die Staude der Myrrha;

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Zitationshilfe: Herder, Johann Gottfried von: Briefe zu Beförderung der Humanität. Bd. 4. Riga, 1794, S. 56. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/herder_humanitaet04_1794/61>, abgerufen am 18.11.2019.