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Herder, Johann Gottfried von: Briefe zu Beförderung der Humanität. Bd. 10. Riga, 1797.

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122.

Sie scheinen zu glauben, daß eine Ge-
schichte der Menschheit nicht statt habe,
solange man den Ausgang der Dinge
nicht weiß, oder wie man zu sagen pflegt,
den jüngsten Tag noch nicht erlebt hat.
Ich bin nicht dieser Meinung. Möge sich
das Menschengeschlecht verbessern oder ver-
schlimmern, möge es einst zu Engeln oder
Dämonen, zu Sylphen oder zu Gnomen
werden; wir wissen, was wir zu thun

122.

Sie ſcheinen zu glauben, daß eine Ge-
ſchichte der Menſchheit nicht ſtatt habe,
ſolange man den Ausgang der Dinge
nicht weiß, oder wie man zu ſagen pflegt,
den juͤngſten Tag noch nicht erlebt hat.
Ich bin nicht dieſer Meinung. Moͤge ſich
das Menſchengeſchlecht verbeſſern oder ver-
ſchlimmern, moͤge es einſt zu Engeln oder
Daͤmonen, zu Sylphen oder zu Gnomen
werden; wir wiſſen, was wir zu thun

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[173/0180] 122. Sie ſcheinen zu glauben, daß eine Ge- ſchichte der Menſchheit nicht ſtatt habe, ſolange man den Ausgang der Dinge nicht weiß, oder wie man zu ſagen pflegt, den juͤngſten Tag noch nicht erlebt hat. Ich bin nicht dieſer Meinung. Moͤge ſich das Menſchengeſchlecht verbeſſern oder ver- ſchlimmern, moͤge es einſt zu Engeln oder Daͤmonen, zu Sylphen oder zu Gnomen werden; wir wiſſen, was wir zu thun

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Zitationshilfe: Herder, Johann Gottfried von: Briefe zu Beförderung der Humanität. Bd. 10. Riga, 1797, S. 173. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/herder_humanitaet10_1797/180>, abgerufen am 15.11.2019.