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Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841.

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Kriegslied.

Alle.

Hört wie die Trommel schlägt!
Seht wie das Volk sich regt!
Die Fahne voran!
Wir folgen Mann für Mann.
Hinaus, hinaus
Von Hof und Haus!
Ihr Weiber und Kinder, gute Nacht!
Wir ziehen hinaus, hinaus in die Schlacht
Mit Gott für König und Vaterland.

Ein Nachtwächter von 1813.

O Gott! wofür? wofür?
Für Fürsten-Willkür, Ruhm und Macht
Zur Schlacht?
Für Hofgeschmeiß und Junker hinaus
Zum Strauß?
Für unsers Volks Unmündigkeit
Zum Streit?
Für Most-, Schlacht-, Mahl- und Klassensteuer
Ins Feuer?
Und für Regal und für Censur
Nur
Ganz unterthänigst zum Gefechte?
Ich dächte, dächte --
Kriegslied.

Alle.

Hört wie die Trommel ſchlägt!
Seht wie das Volk ſich regt!
Die Fahne voran!
Wir folgen Mann für Mann.
Hinaus, hinaus
Von Hof und Haus!
Ihr Weiber und Kinder, gute Nacht!
Wir ziehen hinaus, hinaus in die Schlacht
Mit Gott für König und Vaterland.

Ein Nachtwächter von 1813.

O Gott! wofür? wofür?
Für Fürſten-Willkür, Ruhm und Macht
Zur Schlacht?
Für Hofgeſchmeiß und Junker hinaus
Zum Strauß?
Für unſers Volks Unmündigkeit
Zum Streit?
Für Moſt-, Schlacht-, Mahl- und Klaſſenſteuer
Ins Feuer?
Und für Regal und für Cenſur
Nur
Ganz unterthänigſt zum Gefechte?
Ich dächte, dächte —
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[151/0171] Kriegslied. Alle. Hört wie die Trommel ſchlägt! Seht wie das Volk ſich regt! Die Fahne voran! Wir folgen Mann für Mann. Hinaus, hinaus Von Hof und Haus! Ihr Weiber und Kinder, gute Nacht! Wir ziehen hinaus, hinaus in die Schlacht Mit Gott für König und Vaterland. Ein Nachtwächter von 1813. O Gott! wofür? wofür? Für Fürſten-Willkür, Ruhm und Macht Zur Schlacht? Für Hofgeſchmeiß und Junker hinaus Zum Strauß? Für unſers Volks Unmündigkeit Zum Streit? Für Moſt-, Schlacht-, Mahl- und Klaſſenſteuer Ins Feuer? Und für Regal und für Cenſur Nur Ganz unterthänigſt zum Gefechte? Ich dächte, dächte —

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Zitationshilfe: Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841, S. 151. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hoffmann_unpolitische02_1841/171>, abgerufen am 09.08.2020.