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Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841.

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An Deutschland.
Zerbrich das schwere Joch, darunter du gebunden!
O Deutschland, wach doch auf, faß wieder einen Muth!
Gebrauch dein altes Herz und widersteh der Wuth,
Die dich und die Freiheit durch dich selbst überwunden!
Straf nu die Tyrannei, die dich schier gar geschunden,
Und lösch doch endlich aus die dich verzehrend Glut!
Nicht mit deim eignen Schweiß, sondern dem bösen Blut
Fließend aus deiner Feind und falschen Brüder Wunden.
Verlassend dich auf Gott, folg denen Fürsten nach,
Die sein gerechte Hand will, so du willst, bewahren
Zu der Getreuen Trost, zu der Treulosen Rach.
So laß nu alle Furcht und nicht die Zeit hinfahren,
Und Gott wird aller Welt, daß nichts dann Schand und
Schmach

Des Feinds Meineid und Stolz gezeuget, offenbaren.

Georg Rudolf Weckherlin,
+ wahrsch. 1651.


An Deutſchland.
Zerbrich das ſchwere Joch, darunter du gebunden!
O Deutſchland, wach doch auf, faß wieder einen Muth!
Gebrauch dein altes Herz und widerſteh der Wuth,
Die dich und die Freiheit durch dich ſelbſt überwunden!
Straf nu die Tyrannei, die dich ſchier gar geſchunden,
Und löſch doch endlich aus die dich verzehrend Glut!
Nicht mit deim eignen Schweiß, ſondern dem böſen Blut
Fließend aus deiner Feind und falſchen Brüder Wunden.
Verlaſſend dich auf Gott, folg denen Fürſten nach,
Die ſein gerechte Hand will, ſo du willſt, bewahren
Zu der Getreuen Troſt, zu der Treuloſen Rach.
So laß nu alle Furcht und nicht die Zeit hinfahren,
Und Gott wird aller Welt, daß nichts dann Schand und
Schmach

Des Feinds Meineid und Stolz gezeuget, offenbaren.

Georg Rudolf Weckherlin,
† wahrſch. 1651.


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[187/0207] An Deutſchland. Zerbrich das ſchwere Joch, darunter du gebunden! O Deutſchland, wach doch auf, faß wieder einen Muth! Gebrauch dein altes Herz und widerſteh der Wuth, Die dich und die Freiheit durch dich ſelbſt überwunden! Straf nu die Tyrannei, die dich ſchier gar geſchunden, Und löſch doch endlich aus die dich verzehrend Glut! Nicht mit deim eignen Schweiß, ſondern dem böſen Blut Fließend aus deiner Feind und falſchen Brüder Wunden. Verlaſſend dich auf Gott, folg denen Fürſten nach, Die ſein gerechte Hand will, ſo du willſt, bewahren Zu der Getreuen Troſt, zu der Treuloſen Rach. So laß nu alle Furcht und nicht die Zeit hinfahren, Und Gott wird aller Welt, daß nichts dann Schand und Schmach Des Feinds Meineid und Stolz gezeuget, offenbaren. Georg Rudolf Weckherlin, † wahrſch. 1651.

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Zitationshilfe: Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841, S. 187. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hoffmann_unpolitische02_1841/207>, abgerufen am 22.05.2019.