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Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841.

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Guter Rath.

Mel. Das Grab ist tief und stille.

Die Frösche mit den Unken,
Wie sie so schrecklich schrei'n!
Ich kann vor den Hallunken
Nicht ruhig schlafen ein.
Sollt' ihnen Freiheit fehlen?
Ach nein, das kann nicht sein:
Wer wird darum sich quälen?
Danach so schrecklich schrei'n?
Macht's doch, ihr Frösch' und Unken,
Wie wir, und trinket Wein!
Denn habt ihr erst getrunken,
So laßt ihr auch das Schrei'n.
Ihr werdet Lieder singen
Vom freien deutschen Rhein,
Und dann vor allen Dingen
Auch ruhig schlafen ein.

Guter Rath.

Mel. Das Grab iſt tief und ſtille.

Die Fröſche mit den Unken,
Wie ſie ſo ſchrecklich ſchrei'n!
Ich kann vor den Hallunken
Nicht ruhig ſchlafen ein.
Sollt' ihnen Freiheit fehlen?
Ach nein, das kann nicht ſein:
Wer wird darum ſich quälen?
Danach ſo ſchrecklich ſchrei'n?
Macht's doch, ihr Fröſch' und Unken,
Wie wir, und trinket Wein!
Denn habt ihr erſt getrunken,
So laßt ihr auch das Schrei'n.
Ihr werdet Lieder ſingen
Vom freien deutſchen Rhein,
Und dann vor allen Dingen
Auch ruhig ſchlafen ein.

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[32/0052] Guter Rath. Mel. Das Grab iſt tief und ſtille. Die Fröſche mit den Unken, Wie ſie ſo ſchrecklich ſchrei'n! Ich kann vor den Hallunken Nicht ruhig ſchlafen ein. Sollt' ihnen Freiheit fehlen? Ach nein, das kann nicht ſein: Wer wird darum ſich quälen? Danach ſo ſchrecklich ſchrei'n? Macht's doch, ihr Fröſch' und Unken, Wie wir, und trinket Wein! Denn habt ihr erſt getrunken, So laßt ihr auch das Schrei'n. Ihr werdet Lieder ſingen Vom freien deutſchen Rhein, Und dann vor allen Dingen Auch ruhig ſchlafen ein.

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Zitationshilfe: Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841, S. 32. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hoffmann_unpolitische02_1841/52>, abgerufen am 19.05.2019.