Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

Bild:
<< vorherige Seite

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] derlich wo sie an Hungarn angräntzen/ ein fürtreffliches/
berühmtes und allenthalben wolbekanntes Gewächse/ zu
grossem Nutz der Jnnwohner geben/ indem sie bey guten
Jahren so gut und überflüssig wachsen/ daß offtermals
Fässer ermangeln/ solche einzufüllen.

Nicht weniger gibts auch um Retz/ Pulcka/ Retz-
bach/ Polstooff und der Orten/ starcke und kräfftige
Wein/ sonderlich wann sie abgelegen/ die aber meistes-
theils in Böhmen und Märhen verführet werden. Wie
auch der gantze Thonau-Strom von Jpps und Krembs
aus/ biß nach Wien und Preßburg etliche zwantzig Meil
wegs lang/ auf beeden Seiten/ nicht allein mit liebli-
chen Gärten/ Fruchtbringenden Feldern/ lustigen Auen/
und nutzbaren Weyden/ sondern auch mit den schönsten
und trächtigsten Weingebürgen bekrönet; von Vieh-
zucht/ Trayd- und Wein-Wachs Jährlich ein reiches
und überflüssiges Einkommen zu tragen pfleget.

Zu Varronis Zeiten sind weder in Teutschland noch
Franckreich Weinberge gewesen/ itzt aber ist die Do-
nau/ der Mayn/ der Rhein/ die Mosel und der Neccar/
damit überflüssig versehen. Wie aber und zu welcher
Zeit der Wein-Wachs in Oesterreich und ins gantze
Teutschland kommen/ ist leichtlich zu errahten/ daß es
durch die Römer/ die vor alten Zeiten ihre Colonias und
Besatzungen hin und wieder gehabt/ geschehen/ und die
Reben aus Jtalien in Friaul, von dar in Steyr/ Hun-
garn und Oesterreich/ und so fort durch gantz Teutsch-
land/ (wo es anders des Himmels und der Erden ge-
deyliche Einstimmung zugeben wollen/) ausgebreitet.
Wie in die Ost- und West-Jndianische Provintzen/
nunmehr aller ley von unsern Gewächsen von den See-
fahrenden Europaeern so wol hinein/ als von den Jhrigen
Fremden zu uns heraus geführt und gepflantzet worden
sind. Und wiewol viel der Meynung sind/ die Weingart-
Arbeit seye diejenige/ welche ihrem Herrn den Unkosten
am wenigsten bezahle/ und am öfftersten die Hoffnung
betriege/ so ist doch dißfalls ein gewisser Unterschied zu
[Spaltenumbruch] machen/ und erstlich/ wann der Grund nicht wol gear-
tet/ und die Lufft nicht darzu dienlich ist/ daher auch der
Wein entweder nicht wol gerahten/ oder doch schlecht
und sauer werden muß; Da ist freylich nicht zu rahten/
so viel Mühe und Unkosten anzuwenden/ da die Unmög-
lichkeit der Natur die Vergeltung hindert und zunichte
macht. Wo aber der Grund gut/ das Wetter leident-
lich/ und der Situs wol gelegen; da muß der Mangel
entweder herrühren/ daß man nicht rechte trächtige Re-
ben hat/ oder daß man deren nicht mit gebührendem Fleiß
wartet. Wo aber alles miteinander wol correspondirt,
so ist versichert der Weinbau eines von denen Sachen/ die
am meisten in der Wirthschafft eintragen/ und ihren
Platz/ samt denen darauf angewandten Unkosten/ Mü-
he und Arbeit/ wol bezahlen. Nicht rede ich von denen
dürfftigen und armen Hauß-Wirthen/ die/ aus Mangel
der Lebens-Mittel/ so bald der Most in den Keller ge-
bracht worden/ solchen alsobald verkauffen.

Wer aber die Wein/ die sich gerne vierdigen las-
sen/ und viel Jahr bleiben/ zur Zeit eines guten Wein-
Jahrs kan beysammen halten; einen tauglichen kalten
Keller hat/ sauber und aufsichtig darmit umgehet/ der
kan ihn so lang ligen lassen/ biß der Wein einmal in gu-
ten Werth kommt; und alsdann eine grosse Summa
miteinander darum einnehmen.

Wer von der Weingebürge nützlichen Fruchtbar-
keit will lesen/ der lese den alten Columellam lib. 3.
cap.
3. daß nach Catonis und Varronis Zeiten ein vier-
tel Weingarten 300 Eimer Wein gegeben/ und daß
noch zu seiner Zeit des Senecae Weinberg ein Viertel
160 Eimer; Ja daß es in seinem des Columellae eignen
Weingarten geschehen ist/ daß an einem Hecken-Stock
über 2000 Trauben gehangen haben/ sagt auch/ Er ha-
be 80 Stöcke/ die innerhalb zweyen Jahren 140 Eimer
Weins gebracht/ und Plinius setzt einen grossen Cata-
logum
derjenigen/ die ihrer Weingärten mit grossem
Nutzen gebauet haben.

Cap. II.
Warum das Weingebäu itzo nicht so hoch/ als bey den
Alten/ kommet.
[Spaltenumbruch]
WEr des Jtaliänischen Sprichwortes Krafft und
Eigenschafft verstehet/ wann sie sagen: Chi
vuole, vada, chi non vuole, manda,
der
wird leicht aufhören/ sich deßwegen zu verwundern. Jn-
dem die alten Weingarts-Jnnhaber sich selbst auf die
Reben verstanden/ wo nicht selbst mit Hand angelegt/
doch zum wenigsten ihren Arbeitern gute Anleitung und
Unterweisung geben können/ wie sie alles zu rechter Zeit/
und mit besserer Vernunfft angreiffen möchten; Da
hingegen itzt die wenigsten Herren/ so die meisten Wein-
berge besitzen/ das geringste davon verstehen/ oder zu ler-
nen begehren; sondern sich allein auf ihrer Weinziedel
ungewisse und zweiffelhaffte Versorgung und Treu ver-
lassen; welche/ mit Ersparung und Vernachlässigung
der erforderten Arbeiten/ nichts desto weniger die Unko-
sten verdoppeln/ der Reben übel warten/ die Wein-
berge in Abbau bringen/ und den Herren/ an statt ver-
hofften Genusses/ mit Schaden und Schulden belä-
stigen.
2. Weil man ins gemein sich selbsten überredet/ der
[Spaltenumbruch] schlechteste/ untauglichste Grund/ der weder Korn/
noch Gras/ noch Bäume trägt/ sey schon dienlich/ einen
Weinberg anzurichten/ da doch die Erkanntnus des
Grundes das vornehmste Stuck ist/ darauf man seine
Anstalt fussen solle. Jndem ein Erdreich/ das von sich
selbst weder Gras noch Kräuter trägt/ die Anzeigung
gibt/ daß ihre Schoß gantz erkaltet/ von widerwärtigen
mineralischen schädlichen Vermischungen an der Tracht
verhindert seye/ folgends auch die Reben allda nimmer-
mehr gedeyen/ oder da sie schon aufkommen/ doch ge-
ring und kleinwächsig bleiben/ und wenige den Unkosten
niemal vergeltende Früchte bringen können.
3. Jst man auch zu nachlässig/ entweder um gute
Reben/ oder rechte früchtige Arten zu trachten/ weil
nicht alle Stöcke an allen Orten gleich gerahten/ daher
ein fleissiger Haußvatter wol umzusehen/ was für Art/
in seiner Gegend an Güte und Fruchtbarkeit/ die andern
übertreffe/ solche ihm bey rechter Zeit zu bestellen/ und
soll dißfalls keinen Unkosten ansehen/ weil dieses das
Fundament der gantzen Wein-Wirthschafft ist/ und
wann

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] derlich wo ſie an Hungarn angraͤntzen/ ein fuͤrtreffliches/
beruͤhmtes und allenthalben wolbekanntes Gewaͤchſe/ zu
groſſem Nutz der Jnnwohner geben/ indem ſie bey guten
Jahren ſo gut und uͤberfluͤſſig wachſen/ daß offtermals
Faͤſſer ermangeln/ ſolche einzufuͤllen.

Nicht weniger gibts auch um Retz/ Pulcka/ Retz-
bach/ Polſtooff und der Orten/ ſtarcke und kraͤfftige
Wein/ ſonderlich wann ſie abgelegen/ die aber meiſtes-
theils in Boͤhmen und Maͤrhen verfuͤhret werden. Wie
auch der gantze Thonau-Strom von Jpps und Krembs
aus/ biß nach Wien und Preßburg etliche zwantzig Meil
wegs lang/ auf beeden Seiten/ nicht allein mit liebli-
chen Gaͤrten/ Fruchtbringenden Feldern/ luſtigen Auen/
und nutzbaren Weyden/ ſondern auch mit den ſchoͤnſten
und traͤchtigſten Weingebuͤrgen bekroͤnet; von Vieh-
zucht/ Trayd- und Wein-Wachs Jaͤhrlich ein reiches
und uͤberfluͤſſiges Einkommen zu tragen pfleget.

Zu Varronis Zeiten ſind weder in Teutſchland noch
Franckreich Weinberge geweſen/ itzt aber iſt die Do-
nau/ der Mayn/ der Rhein/ die Moſel und der Neccar/
damit uͤberfluͤſſig verſehen. Wie aber und zu welcher
Zeit der Wein-Wachs in Oeſterreich und ins gantze
Teutſchland kommen/ iſt leichtlich zu errahten/ daß es
durch die Roͤmer/ die vor alten Zeiten ihre Colonias und
Beſatzungen hin und wieder gehabt/ geſchehen/ und die
Reben aus Jtalien in Friaul, von dar in Steyr/ Hun-
garn und Oeſterreich/ und ſo fort durch gantz Teutſch-
land/ (wo es anders des Himmels und der Erden ge-
deyliche Einſtimmung zugeben wollen/) ausgebreitet.
Wie in die Oſt- und Weſt-Jndianiſche Provintzen/
nunmehr aller ley von unſern Gewaͤchſen von den See-
fahrenden Europæern ſo wol hinein/ als von den Jhrigen
Fremden zu uns heraus gefuͤhrt und gepflantzet worden
ſind. Und wiewol viel der Meynung ſind/ die Weingart-
Arbeit ſeye diejenige/ welche ihrem Herrn den Unkoſten
am wenigſten bezahle/ und am oͤffterſten die Hoffnung
betriege/ ſo iſt doch dißfalls ein gewiſſer Unterſchied zu
[Spaltenumbruch] machen/ und erſtlich/ wann der Grund nicht wol gear-
tet/ und die Lufft nicht darzu dienlich iſt/ daher auch der
Wein entweder nicht wol gerahten/ oder doch ſchlecht
und ſauer werden muß; Da iſt freylich nicht zu rahten/
ſo viel Muͤhe und Unkoſten anzuwenden/ da die Unmoͤg-
lichkeit der Natur die Vergeltung hindert und zunichte
macht. Wo aber der Grund gut/ das Wetter leident-
lich/ und der Situs wol gelegen; da muß der Mangel
entweder herruͤhren/ daß man nicht rechte traͤchtige Re-
ben hat/ oder daß man deren nicht mit gebuͤhrendem Fleiß
wartet. Wo aber alles miteinander wol correſpondirt,
ſo iſt verſichert der Weinbau eines von denẽ Sachen/ die
am meiſten in der Wirthſchafft eintragen/ und ihren
Platz/ ſamt denen darauf angewandten Unkoſten/ Muͤ-
he und Arbeit/ wol bezahlen. Nicht rede ich von denen
duͤrfftigen und armen Hauß-Wirthen/ die/ aus Mangel
der Lebens-Mittel/ ſo bald der Moſt in den Keller ge-
bracht worden/ ſolchen alſobald verkauffen.

Wer aber die Wein/ die ſich gerne vierdigen laſ-
ſen/ und viel Jahr bleiben/ zur Zeit eines guten Wein-
Jahrs kan beyſammen halten; einen tauglichen kalten
Keller hat/ ſauber und aufſichtig darmit umgehet/ der
kan ihn ſo lang ligen laſſen/ biß der Wein einmal in gu-
ten Werth kommt; und alsdann eine groſſe Summa
miteinander darum einnehmen.

Wer von der Weingebuͤrge nuͤtzlichen Fruchtbar-
keit will leſen/ der leſe den alten Columellam lib. 3.
cap.
3. daß nach Catonis und Varronis Zeiten ein vier-
tel Weingarten 300 Eimer Wein gegeben/ und daß
noch zu ſeiner Zeit des Senecæ Weinberg ein Viertel
160 Eimer; Ja daß es in ſeinem des Columellæ eignen
Weingarten geſchehen iſt/ daß an einem Hecken-Stock
uͤber 2000 Trauben gehangen haben/ ſagt auch/ Er ha-
be 80 Stoͤcke/ die innerhalb zweyen Jahren 140 Eimer
Weins gebracht/ und Plinius ſetzt einen groſſen Cata-
logum
derjenigen/ die ihrer Weingaͤrten mit groſſem
Nutzen gebauet haben.

Cap. II.
Warum das Weingebaͤu itzo nicht ſo hoch/ als bey den
Alten/ kommet.
[Spaltenumbruch]
WEr des Jtaliaͤniſchen Sprichwortes Krafft und
Eigenſchafft verſtehet/ wann ſie ſagen: Chi
vuole, vada, chi non vuole, manda,
der
wird leicht aufhoͤren/ ſich deßwegen zu verwundern. Jn-
dem die alten Weingarts-Jnnhaber ſich ſelbſt auf die
Reben verſtanden/ wo nicht ſelbſt mit Hand angelegt/
doch zum wenigſten ihren Arbeitern gute Anleitung und
Unterweiſung geben koͤnnen/ wie ſie alles zu rechter Zeit/
und mit beſſerer Vernunfft angreiffen moͤchten; Da
hingegen itzt die wenigſten Herren/ ſo die meiſten Wein-
berge beſitzen/ das geringſte davon verſtehen/ oder zu ler-
nen begehren; ſondern ſich allein auf ihrer Weinziedel
ungewiſſe und zweiffelhaffte Verſorgung und Treu ver-
laſſen; welche/ mit Erſparung und Vernachlaͤſſigung
der erforderten Arbeiten/ nichts deſto weniger die Unko-
ſten verdoppeln/ der Reben uͤbel warten/ die Wein-
berge in Abbau bringen/ und den Herren/ an ſtatt ver-
hofften Genuſſes/ mit Schaden und Schulden belaͤ-
ſtigen.
2. Weil man ins gemein ſich ſelbſten uͤberredet/ der
[Spaltenumbruch] ſchlechteſte/ untauglichſte Grund/ der weder Korn/
noch Gras/ noch Baͤume traͤgt/ ſey ſchon dienlich/ einen
Weinberg anzurichten/ da doch die Erkanntnus des
Grundes das vornehmſte Stuck iſt/ darauf man ſeine
Anſtalt fuſſen ſolle. Jndem ein Erdreich/ das von ſich
ſelbſt weder Gras noch Kraͤuter traͤgt/ die Anzeigung
gibt/ daß ihre Schoß gantz erkaltet/ von widerwaͤrtigen
mineraliſchen ſchaͤdlichen Vermiſchungen an der Tracht
verhindert ſeye/ folgends auch die Reben allda nimmer-
mehr gedeyen/ oder da ſie ſchon aufkommen/ doch ge-
ring und kleinwaͤchſig bleiben/ und wenige den Unkoſten
niemal vergeltende Fruͤchte bringen koͤnnen.
3. Jſt man auch zu nachlaͤſſig/ entweder um gute
Reben/ oder rechte fruͤchtige Arten zu trachten/ weil
nicht alle Stoͤcke an allen Orten gleich gerahten/ daher
ein fleiſſiger Haußvatter wol umzuſehen/ was fuͤr Art/
in ſeiner Gegend an Guͤte und Fruchtbarkeit/ die andern
uͤbertreffe/ ſolche ihm bey rechter Zeit zu beſtellen/ und
ſoll dißfalls keinen Unkoſten anſehen/ weil dieſes das
Fundament der gantzen Wein-Wirthſchafft iſt/ und
wann
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0348" n="330"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Des Adelichen Land- und Feld-Lebens</hi></fw><lb/><cb/>
derlich wo &#x017F;ie an Hungarn angra&#x0364;ntzen/ ein fu&#x0364;rtreffliches/<lb/>
beru&#x0364;hmtes und allenthalben wolbekanntes Gewa&#x0364;ch&#x017F;e/ zu<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;em Nutz der Jnnwohner geben/ indem &#x017F;ie bey guten<lb/>
Jahren &#x017F;o gut und u&#x0364;berflu&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig wach&#x017F;en/ daß offtermals<lb/>
Fa&#x0364;&#x017F;&#x017F;er ermangeln/ &#x017F;olche einzufu&#x0364;llen.</p><lb/>
            <p>Nicht weniger gibts auch um Retz/ Pulcka/ Retz-<lb/>
bach/ Pol&#x017F;tooff und der Orten/ &#x017F;tarcke und kra&#x0364;fftige<lb/>
Wein/ &#x017F;onderlich wann &#x017F;ie abgelegen/ die aber mei&#x017F;tes-<lb/>
theils in Bo&#x0364;hmen und Ma&#x0364;rhen verfu&#x0364;hret werden. Wie<lb/>
auch der gantze Thonau-Strom von Jpps und Krembs<lb/>
aus/ biß nach Wien und Preßburg etliche zwantzig Meil<lb/>
wegs lang/ auf beeden Seiten/ nicht allein mit liebli-<lb/>
chen Ga&#x0364;rten/ Fruchtbringenden Feldern/ lu&#x017F;tigen Auen/<lb/>
und nutzbaren Weyden/ &#x017F;ondern auch mit den &#x017F;cho&#x0364;n&#x017F;ten<lb/>
und tra&#x0364;chtig&#x017F;ten Weingebu&#x0364;rgen bekro&#x0364;net; von Vieh-<lb/>
zucht/ Trayd- und Wein-Wachs Ja&#x0364;hrlich ein reiches<lb/>
und u&#x0364;berflu&#x0364;&#x017F;&#x017F;iges Einkommen zu tragen pfleget.</p><lb/>
            <p>Zu <hi rendition="#aq">Varronis</hi> Zeiten &#x017F;ind weder in Teut&#x017F;chland noch<lb/>
Franckreich Weinberge gewe&#x017F;en/ itzt aber i&#x017F;t die Do-<lb/>
nau/ der Mayn/ der Rhein/ die Mo&#x017F;el und der Neccar/<lb/>
damit u&#x0364;berflu&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig ver&#x017F;ehen. Wie aber und zu welcher<lb/>
Zeit der Wein-Wachs in Oe&#x017F;terreich und ins gantze<lb/>
Teut&#x017F;chland kommen/ i&#x017F;t leichtlich zu errahten/ daß es<lb/>
durch die Ro&#x0364;mer/ die vor alten Zeiten ihre <hi rendition="#aq">Colonias</hi> und<lb/>
Be&#x017F;atzungen hin und wieder gehabt/ ge&#x017F;chehen/ und die<lb/>
Reben aus Jtalien in <hi rendition="#aq">Friaul,</hi> von dar in Steyr/ Hun-<lb/>
garn und Oe&#x017F;terreich/ und &#x017F;o fort durch gantz Teut&#x017F;ch-<lb/>
land/ (wo es anders des Himmels und der Erden ge-<lb/>
deyliche Ein&#x017F;timmung zugeben wollen/) ausgebreitet.<lb/>
Wie in die O&#x017F;t- und We&#x017F;t-Jndiani&#x017F;che Provintzen/<lb/>
nunmehr aller ley von un&#x017F;ern Gewa&#x0364;ch&#x017F;en von den See-<lb/>
fahrenden <hi rendition="#aq">Europæ</hi>ern &#x017F;o wol hinein/ als von den Jhrigen<lb/>
Fremden zu uns heraus gefu&#x0364;hrt und gepflantzet worden<lb/>
&#x017F;ind. Und wiewol viel der Meynung &#x017F;ind/ die Weingart-<lb/>
Arbeit &#x017F;eye diejenige/ welche ihrem Herrn den Unko&#x017F;ten<lb/>
am wenig&#x017F;ten bezahle/ und am o&#x0364;ffter&#x017F;ten die Hoffnung<lb/>
betriege/ &#x017F;o i&#x017F;t doch dißfalls ein gewi&#x017F;&#x017F;er Unter&#x017F;chied zu<lb/><cb/>
machen/ und er&#x017F;tlich/ wann der Grund nicht wol gear-<lb/>
tet/ und die Lufft nicht darzu dienlich i&#x017F;t/ daher auch der<lb/>
Wein entweder nicht wol gerahten/ oder doch &#x017F;chlecht<lb/>
und &#x017F;auer werden muß; Da i&#x017F;t freylich nicht zu rahten/<lb/>
&#x017F;o viel Mu&#x0364;he und Unko&#x017F;ten anzuwenden/ da die Unmo&#x0364;g-<lb/>
lichkeit der Natur die Vergeltung hindert und zunichte<lb/>
macht. Wo aber der Grund gut/ das Wetter leident-<lb/>
lich/ und der <hi rendition="#aq">Situs</hi> wol gelegen; da muß der Mangel<lb/>
entweder herru&#x0364;hren/ daß man nicht rechte tra&#x0364;chtige Re-<lb/>
ben hat/ oder daß man deren nicht mit gebu&#x0364;hrendem Fleiß<lb/>
wartet. Wo aber alles miteinander wol <hi rendition="#aq">corre&#x017F;pondirt,</hi><lb/>
&#x017F;o i&#x017F;t ver&#x017F;ichert der Weinbau eines von dene&#x0303; Sachen/ die<lb/>
am mei&#x017F;ten in der Wirth&#x017F;chafft eintragen/ und ihren<lb/>
Platz/ &#x017F;amt denen darauf angewandten Unko&#x017F;ten/ Mu&#x0364;-<lb/>
he und Arbeit/ wol bezahlen. Nicht rede ich von denen<lb/>
du&#x0364;rfftigen und armen Hauß-Wirthen/ die/ aus Mangel<lb/>
der Lebens-Mittel/ &#x017F;o bald der Mo&#x017F;t in den Keller ge-<lb/>
bracht worden/ &#x017F;olchen al&#x017F;obald verkauffen.</p><lb/>
            <p>Wer aber die Wein/ die &#x017F;ich gerne vierdigen la&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en/ und viel Jahr bleiben/ zur Zeit eines guten Wein-<lb/>
Jahrs kan bey&#x017F;ammen halten; einen tauglichen kalten<lb/>
Keller hat/ &#x017F;auber und auf&#x017F;ichtig darmit umgehet/ der<lb/>
kan ihn &#x017F;o lang ligen la&#x017F;&#x017F;en/ biß der Wein einmal in gu-<lb/>
ten Werth kommt; und alsdann eine gro&#x017F;&#x017F;e Summa<lb/>
miteinander darum einnehmen.</p><lb/>
            <p>Wer von der Weingebu&#x0364;rge nu&#x0364;tzlichen Fruchtbar-<lb/>
keit will le&#x017F;en/ der le&#x017F;e den alten <hi rendition="#aq">Columellam lib. 3.<lb/>
cap.</hi> 3. daß nach <hi rendition="#aq">Catonis</hi> und <hi rendition="#aq">Varronis</hi> Zeiten ein vier-<lb/>
tel Weingarten 300 Eimer Wein gegeben/ und daß<lb/>
noch zu &#x017F;einer Zeit des <hi rendition="#aq">Senecæ</hi> Weinberg ein Viertel<lb/>
160 Eimer; Ja daß es in &#x017F;einem des <hi rendition="#aq">Columellæ</hi> eignen<lb/>
Weingarten ge&#x017F;chehen i&#x017F;t/ daß an einem Hecken-Stock<lb/>
u&#x0364;ber 2000 Trauben gehangen haben/ &#x017F;agt auch/ Er ha-<lb/>
be 80 Sto&#x0364;cke/ die innerhalb zweyen Jahren 140 Eimer<lb/>
Weins gebracht/ und <hi rendition="#aq">Plinius</hi> &#x017F;etzt einen gro&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#aq">Cata-<lb/>
logum</hi> derjenigen/ die ihrer Weinga&#x0364;rten mit gro&#x017F;&#x017F;em<lb/>
Nutzen gebauet haben.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Cap.</hi> II.</hi> </hi><lb/> <hi rendition="#fr">Warum das Weingeba&#x0364;u itzo nicht &#x017F;o hoch/ als bey den<lb/>
Alten/ kommet.</hi> </head><lb/>
            <cb/>
            <list>
              <item><hi rendition="#in">W</hi>Er des Jtalia&#x0364;ni&#x017F;chen Sprichwortes Krafft und<lb/>
Eigen&#x017F;chafft ver&#x017F;tehet/ wann &#x017F;ie &#x017F;agen: <hi rendition="#aq">Chi<lb/>
vuole, vada, chi non vuole, manda,</hi> der<lb/>
wird leicht aufho&#x0364;ren/ &#x017F;ich deßwegen zu verwundern. Jn-<lb/>
dem die alten Weingarts-Jnnhaber &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t auf die<lb/>
Reben ver&#x017F;tanden/ wo nicht &#x017F;elb&#x017F;t mit Hand angelegt/<lb/>
doch zum wenig&#x017F;ten ihren Arbeitern gute Anleitung und<lb/>
Unterwei&#x017F;ung geben ko&#x0364;nnen/ wie &#x017F;ie alles zu rechter Zeit/<lb/>
und mit be&#x017F;&#x017F;erer Vernunfft angreiffen mo&#x0364;chten; Da<lb/>
hingegen itzt die wenig&#x017F;ten Herren/ &#x017F;o die mei&#x017F;ten Wein-<lb/>
berge be&#x017F;itzen/ das gering&#x017F;te davon ver&#x017F;tehen/ oder zu ler-<lb/>
nen begehren; &#x017F;ondern &#x017F;ich allein auf ihrer Weinziedel<lb/>
ungewi&#x017F;&#x017F;e und zweiffelhaffte Ver&#x017F;orgung und Treu ver-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en; welche/ mit Er&#x017F;parung und Vernachla&#x0364;&#x017F;&#x017F;igung<lb/>
der erforderten Arbeiten/ nichts de&#x017F;to weniger die Unko-<lb/>
&#x017F;ten verdoppeln/ der Reben u&#x0364;bel warten/ die Wein-<lb/>
berge in Abbau bringen/ und den Herren/ an &#x017F;tatt ver-<lb/>
hofften Genu&#x017F;&#x017F;es/ mit Schaden und Schulden bela&#x0364;-<lb/>
&#x017F;tigen.</item><lb/>
              <item>2. Weil man ins gemein &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;ten u&#x0364;berredet/ der<lb/><cb/>
&#x017F;chlechte&#x017F;te/ untauglich&#x017F;te Grund/ der weder Korn/<lb/>
noch Gras/ noch Ba&#x0364;ume tra&#x0364;gt/ &#x017F;ey &#x017F;chon dienlich/ einen<lb/>
Weinberg anzurichten/ da doch die Erkanntnus des<lb/>
Grundes das vornehm&#x017F;te Stuck i&#x017F;t/ darauf man &#x017F;eine<lb/>
An&#x017F;talt fu&#x017F;&#x017F;en &#x017F;olle. Jndem ein Erdreich/ das von &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t weder Gras noch Kra&#x0364;uter tra&#x0364;gt/ die Anzeigung<lb/>
gibt/ daß ihre Schoß gantz erkaltet/ von widerwa&#x0364;rtigen<lb/><hi rendition="#aq">minerali</hi>&#x017F;chen &#x017F;cha&#x0364;dlichen Vermi&#x017F;chungen an der Tracht<lb/>
verhindert &#x017F;eye/ folgends auch die Reben allda nimmer-<lb/>
mehr gedeyen/ oder da &#x017F;ie &#x017F;chon aufkommen/ doch ge-<lb/>
ring und kleinwa&#x0364;ch&#x017F;ig bleiben/ und wenige den Unko&#x017F;ten<lb/>
niemal vergeltende Fru&#x0364;chte bringen ko&#x0364;nnen.</item><lb/>
              <item>3. J&#x017F;t man auch zu nachla&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig/ entweder um gute<lb/>
Reben/ oder rechte fru&#x0364;chtige Arten zu trachten/ weil<lb/>
nicht alle Sto&#x0364;cke an allen Orten gleich gerahten/ daher<lb/>
ein flei&#x017F;&#x017F;iger Haußvatter wol umzu&#x017F;ehen/ was fu&#x0364;r Art/<lb/>
in &#x017F;einer Gegend an Gu&#x0364;te und Fruchtbarkeit/ die andern<lb/>
u&#x0364;bertreffe/ &#x017F;olche ihm bey rechter Zeit zu be&#x017F;tellen/ und<lb/>
&#x017F;oll dißfalls keinen Unko&#x017F;ten an&#x017F;ehen/ weil die&#x017F;es das<lb/>
Fundament der gantzen Wein-Wirth&#x017F;chafft i&#x017F;t/ und<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">wann</fw><lb/></item>
            </list>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[330/0348] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens derlich wo ſie an Hungarn angraͤntzen/ ein fuͤrtreffliches/ beruͤhmtes und allenthalben wolbekanntes Gewaͤchſe/ zu groſſem Nutz der Jnnwohner geben/ indem ſie bey guten Jahren ſo gut und uͤberfluͤſſig wachſen/ daß offtermals Faͤſſer ermangeln/ ſolche einzufuͤllen. Nicht weniger gibts auch um Retz/ Pulcka/ Retz- bach/ Polſtooff und der Orten/ ſtarcke und kraͤfftige Wein/ ſonderlich wann ſie abgelegen/ die aber meiſtes- theils in Boͤhmen und Maͤrhen verfuͤhret werden. Wie auch der gantze Thonau-Strom von Jpps und Krembs aus/ biß nach Wien und Preßburg etliche zwantzig Meil wegs lang/ auf beeden Seiten/ nicht allein mit liebli- chen Gaͤrten/ Fruchtbringenden Feldern/ luſtigen Auen/ und nutzbaren Weyden/ ſondern auch mit den ſchoͤnſten und traͤchtigſten Weingebuͤrgen bekroͤnet; von Vieh- zucht/ Trayd- und Wein-Wachs Jaͤhrlich ein reiches und uͤberfluͤſſiges Einkommen zu tragen pfleget. Zu Varronis Zeiten ſind weder in Teutſchland noch Franckreich Weinberge geweſen/ itzt aber iſt die Do- nau/ der Mayn/ der Rhein/ die Moſel und der Neccar/ damit uͤberfluͤſſig verſehen. Wie aber und zu welcher Zeit der Wein-Wachs in Oeſterreich und ins gantze Teutſchland kommen/ iſt leichtlich zu errahten/ daß es durch die Roͤmer/ die vor alten Zeiten ihre Colonias und Beſatzungen hin und wieder gehabt/ geſchehen/ und die Reben aus Jtalien in Friaul, von dar in Steyr/ Hun- garn und Oeſterreich/ und ſo fort durch gantz Teutſch- land/ (wo es anders des Himmels und der Erden ge- deyliche Einſtimmung zugeben wollen/) ausgebreitet. Wie in die Oſt- und Weſt-Jndianiſche Provintzen/ nunmehr aller ley von unſern Gewaͤchſen von den See- fahrenden Europæern ſo wol hinein/ als von den Jhrigen Fremden zu uns heraus gefuͤhrt und gepflantzet worden ſind. Und wiewol viel der Meynung ſind/ die Weingart- Arbeit ſeye diejenige/ welche ihrem Herrn den Unkoſten am wenigſten bezahle/ und am oͤffterſten die Hoffnung betriege/ ſo iſt doch dißfalls ein gewiſſer Unterſchied zu machen/ und erſtlich/ wann der Grund nicht wol gear- tet/ und die Lufft nicht darzu dienlich iſt/ daher auch der Wein entweder nicht wol gerahten/ oder doch ſchlecht und ſauer werden muß; Da iſt freylich nicht zu rahten/ ſo viel Muͤhe und Unkoſten anzuwenden/ da die Unmoͤg- lichkeit der Natur die Vergeltung hindert und zunichte macht. Wo aber der Grund gut/ das Wetter leident- lich/ und der Situs wol gelegen; da muß der Mangel entweder herruͤhren/ daß man nicht rechte traͤchtige Re- ben hat/ oder daß man deren nicht mit gebuͤhrendem Fleiß wartet. Wo aber alles miteinander wol correſpondirt, ſo iſt verſichert der Weinbau eines von denẽ Sachen/ die am meiſten in der Wirthſchafft eintragen/ und ihren Platz/ ſamt denen darauf angewandten Unkoſten/ Muͤ- he und Arbeit/ wol bezahlen. Nicht rede ich von denen duͤrfftigen und armen Hauß-Wirthen/ die/ aus Mangel der Lebens-Mittel/ ſo bald der Moſt in den Keller ge- bracht worden/ ſolchen alſobald verkauffen. Wer aber die Wein/ die ſich gerne vierdigen laſ- ſen/ und viel Jahr bleiben/ zur Zeit eines guten Wein- Jahrs kan beyſammen halten; einen tauglichen kalten Keller hat/ ſauber und aufſichtig darmit umgehet/ der kan ihn ſo lang ligen laſſen/ biß der Wein einmal in gu- ten Werth kommt; und alsdann eine groſſe Summa miteinander darum einnehmen. Wer von der Weingebuͤrge nuͤtzlichen Fruchtbar- keit will leſen/ der leſe den alten Columellam lib. 3. cap. 3. daß nach Catonis und Varronis Zeiten ein vier- tel Weingarten 300 Eimer Wein gegeben/ und daß noch zu ſeiner Zeit des Senecæ Weinberg ein Viertel 160 Eimer; Ja daß es in ſeinem des Columellæ eignen Weingarten geſchehen iſt/ daß an einem Hecken-Stock uͤber 2000 Trauben gehangen haben/ ſagt auch/ Er ha- be 80 Stoͤcke/ die innerhalb zweyen Jahren 140 Eimer Weins gebracht/ und Plinius ſetzt einen groſſen Cata- logum derjenigen/ die ihrer Weingaͤrten mit groſſem Nutzen gebauet haben. Cap. II. Warum das Weingebaͤu itzo nicht ſo hoch/ als bey den Alten/ kommet. WEr des Jtaliaͤniſchen Sprichwortes Krafft und Eigenſchafft verſtehet/ wann ſie ſagen: Chi vuole, vada, chi non vuole, manda, der wird leicht aufhoͤren/ ſich deßwegen zu verwundern. Jn- dem die alten Weingarts-Jnnhaber ſich ſelbſt auf die Reben verſtanden/ wo nicht ſelbſt mit Hand angelegt/ doch zum wenigſten ihren Arbeitern gute Anleitung und Unterweiſung geben koͤnnen/ wie ſie alles zu rechter Zeit/ und mit beſſerer Vernunfft angreiffen moͤchten; Da hingegen itzt die wenigſten Herren/ ſo die meiſten Wein- berge beſitzen/ das geringſte davon verſtehen/ oder zu ler- nen begehren; ſondern ſich allein auf ihrer Weinziedel ungewiſſe und zweiffelhaffte Verſorgung und Treu ver- laſſen; welche/ mit Erſparung und Vernachlaͤſſigung der erforderten Arbeiten/ nichts deſto weniger die Unko- ſten verdoppeln/ der Reben uͤbel warten/ die Wein- berge in Abbau bringen/ und den Herren/ an ſtatt ver- hofften Genuſſes/ mit Schaden und Schulden belaͤ- ſtigen. 2. Weil man ins gemein ſich ſelbſten uͤberredet/ der ſchlechteſte/ untauglichſte Grund/ der weder Korn/ noch Gras/ noch Baͤume traͤgt/ ſey ſchon dienlich/ einen Weinberg anzurichten/ da doch die Erkanntnus des Grundes das vornehmſte Stuck iſt/ darauf man ſeine Anſtalt fuſſen ſolle. Jndem ein Erdreich/ das von ſich ſelbſt weder Gras noch Kraͤuter traͤgt/ die Anzeigung gibt/ daß ihre Schoß gantz erkaltet/ von widerwaͤrtigen mineraliſchen ſchaͤdlichen Vermiſchungen an der Tracht verhindert ſeye/ folgends auch die Reben allda nimmer- mehr gedeyen/ oder da ſie ſchon aufkommen/ doch ge- ring und kleinwaͤchſig bleiben/ und wenige den Unkoſten niemal vergeltende Fruͤchte bringen koͤnnen. 3. Jſt man auch zu nachlaͤſſig/ entweder um gute Reben/ oder rechte fruͤchtige Arten zu trachten/ weil nicht alle Stoͤcke an allen Orten gleich gerahten/ daher ein fleiſſiger Haußvatter wol umzuſehen/ was fuͤr Art/ in ſeiner Gegend an Guͤte und Fruchtbarkeit/ die andern uͤbertreffe/ ſolche ihm bey rechter Zeit zu beſtellen/ und ſoll dißfalls keinen Unkoſten anſehen/ weil dieſes das Fundament der gantzen Wein-Wirthſchafft iſt/ und wann

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/348
Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 330. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/348>, abgerufen am 19.10.2019.