Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

Bild:
<< vorherige Seite

Sechstes Buch/ Blumen-Garten.
[Spaltenumbruch] den von sich selbst; die Knöpfe davon/ ehe sie sich zur
Blühe öffnen/ werden in Essig und Saltzwasser einge-
macht/ hat einen röthlichten Saamen in Hülsen; die
Kappern sind grosser und kleinerer Gattung/ die kleinern
aber werden für schmackhaffter und besser gehalten; wie-
wol die grössern der Gesundheit fürträglicher.

Sie sind hitziger und trockner Natur/ bekommen
des Miltzes Verhärtung überaus wol/ treiben den Harn/
Menftrua provocant, die eingemachten wie Salat ge-
gessen/ wiederbringen den Appetit; die Wurtzen im
Mund gekäuet/ vertreibt den Zahnweh; der aus den
Blättern oder Wurtzen ausgepresste Safft/ tödtet die
Würmer in den Ohren.

Jch halte dafür/ was die Pflantzung antrifft/ weil
sie in Holland wachsen/ würden sie bey uns gleichmässig
fortzubringen seyn/ ausser daß sie (wie auch daselbst) für
der Winters-Kälte müssen verwahret/ an einer Mau-
ren gepflantzt/ vor den Nordwinden versichert/ und wi-
der die Kälte mit Dung oder Bedeckungen/ wie die Fei-
genbäum/ eingemacht werden. Und diß ist darum desto
lieber und leichter zu thun/ weil es eine Frucht/ deren Zei-
tigung man nicht erwarten darf/ indem man gleich die
ersten Knöpf/ ehe sie ausblühen/ zum einmachen abbre-
chen/ und also ihrer wol geniessen kan.

Man kan die Kappern/ nach Tanara Bericht fol.
248.
in Geschirr pflantzen/ daß man sie des Winters
möge einsetzen/ doch muß kein anders Gewächs zu ih-
nen gesetzt seyn.

Laurus Cerasus, oder Kirschen-Lorbeer/ wegen der
schwartzen Kirschenförmigen Frucht also geheissen/ ist
durch Carolum Clusium den hochberühmten Botanicum
und Medicum von Constantinopel erstlich 1583 nach
Wien gesandt/ und von dannen aus weiter fortgebracht/
[Spaltenumbruch] und nunmehr in den meisten und vornehmsten Gärten
bekannt und aufgenommen worden.

Die Blätter sind den Lorbeern/ aber mehr den Ci-
tron-Blättern/ die Frucht aber den schwartzen Kirschen
ähnlich/ sie behalten ihre grüne Blätter Winter und
Sommer/ und blühen im Junio, werden durch die Brut
und Schößling fortgebracht/ können auch wol mit ange-
bundenen Häfelein gemehret und weiter verpflantzet
werden.

Ledum, sind dessen viererley Gattungen/ wie sie
von Carolo Clusio erzehlet werden. Durantes nennet
eines darunter Ladanum oder Laudanum, das wachse
gern auf denen gegen der Sonnenschein gelegenen Hü-
geln/ auch an harten und felsichten Orten/ ist fast wie
der Cistus, hat aber längere und schwärtzere Blätter/
welche im Früling etwas Feistigkeit an sich haben/ aus
welchen/ nach Durantis Zeugnis/ der Safft Laudanum
seinen Ursprung habe. Den Schaafen und Geissen (setzt
er) welche solche Blätter abfressen/ bleibet eine zähe
Feuchtigkeit an der Wolle und an den Bärten hangen/
welche die Schäfer nachmals zu Hause herab nehmen/
schmeltzen/ percoliren oder durchseyhen/ zu gewissen Zelt-
lein formiren/ und zum Gebrauch bewahren.

Etliche spannen ein Seil über die Bäume/ oder
durchfahren die Bäume damit/ sammlen hernach die
Feisten/ so sich daran gehenckt hat/ davon ab/ und ma-
chen Zeltlein draus; das beste Ladanum hat einen gu-
ten Geruch/ ist grün an der Farb/ feist und lind anzugreif-
fen/ und das weder mit Sand noch etwas andern ver-
mischt; ist einer subtilen/ wärmenden/ zusammziehen-
den/ erweichenden und zertheilenden Eigenschafft; was
er sonsten in der Artzney dienlich/ weiß man in allen Apo-
theken/ und bezeugens die Herbaria und Artzneybücher.

Cap. XXXII.
Lorbeerbaum/ Lotus und Mastixbaum.
[Spaltenumbruch]

LOrbeerbaum/ Laurus, ist zweyerley Art/ Männ-
lich- und Weibliches Geschlechts/ und trägt al-
lein das Männliche/ wie etliche wollen/ muß a-
ber allzeit neben den andern stehen/ wo es fruchtbar seyn
solle. Jn unsern Landen bekümmert man sich nicht um
die Frucht/ weil es doch vergeblich/ und unterhält die
Bäume allein/ wegen ihrer allzeit grünenden und wolrie-
chenden Blätter; theils haben breite/ theils aber schmale
Blätter; haben eine kleine/ mosechte und weißgelbe
Blühe/ fällt aber bey uns meistens Fruchtlos ab.

Zwey Stecken dieses Holtzes zusammen geschla-
gen/ geben so viel Feuer von sich (wie Durantes schreibt)
daß man einen Schwefel damit anzünden kan.

Es ist ihm/ sowol grosse Kälte/ als übermässige Hitze
zuwider/ liebt Sonnen/ guten Grund/ und öfftere Be-
feuchtigung/ oder einen Stand unferne vom Wasser;
ist warmer und trockener Natur im dritten Grad.

Er verjünget sich durch seine Nebenschößlein/ so er
Jährlich neben dem Stammen austreibet/ doch wach-
sen sie von den Beeren fast williger und geschwinder/ als
von den Nebenschössen/ solche müssen vier Finger tief/
und einen Schuch weit voneinander gesetzt werden.

Wann diese Schößling oder junge Pflantzen Dau-
mens dick worden/ ist die beste Zeit sie zu verpflantzen/
was kleiner oder grösser ist/ gedeyet nicht so leicht; er lei-
[Spaltenumbruch] det das Messer nicht gerne/ und verdirbt leicht davon/
wofern der Schnitt nicht alsobald mit Baumwachs ver-
strichen wird.

P. Ferrarius erzehlet noch einen aus Jndia gebrach-
ten und in den Farnesischen Gärten stehenden Lorbeer/
dessen Rinden liechtgrün und frisch/ die Blätter aber et-
was wenigs grösser/ und schier wie an den Citronen sind/
die Blumen sind beysammen Träubelweise und weiß-
licht/ und die Beer werden fast den Oliven gleich/ aber
nicht so dunckel und etwas grösser/ will feuchten und fet-
ten Grunde/ und liebt die Sonne und Wärme; man
muß ihn nicht starck beschneiden/ wird so wol von dem
Saamen/ als auch von den Beyschössen vermehret.

Laurus tinus coerulea bacca, ist ein andere wilde
Art; dieser hat in der Jugend breite rundlichte Blät-
ter/ welche bey zunehmendem Alter schmähler werden/
und sich je länger je mehr zuspitzen. Auf der rechten Sei-
ten sind die Blätter alle glatt/ auf der andern Seiten
aber haben sie gemeiniglich etwas rauhes/ wo sich die
Adern anfangen/ er wird durch seine häuffig-treibende
Neben-Brut vermehret.

Der Holländische Gärtner setzet noch eine andere
Art/ die noch gantz rar ist/ und aus America kommt/ des-
sen Rinde soll die Zimmetrinden seyn/ müssen Sommers

wol
H h h h

Sechſtes Buch/ Blumen-Garten.
[Spaltenumbruch] den von ſich ſelbſt; die Knoͤpfe davon/ ehe ſie ſich zur
Bluͤhe oͤffnen/ werden in Eſſig und Saltzwaſſer einge-
macht/ hat einen roͤthlichten Saamen in Huͤlſen; die
Kappern ſind groſſer und kleinerer Gattung/ die kleinern
aber werden fuͤr ſchmackhaffter und beſſer gehalten; wie-
wol die groͤſſern der Geſundheit fuͤrtraͤglicher.

Sie ſind hitziger und trockner Natur/ bekommen
des Miltzes Verhaͤrtung uͤberaus wol/ treiben den Harn/
Menftrua provocant, die eingemachten wie Salat ge-
geſſen/ wiederbringen den Appetit; die Wurtzen im
Mund gekaͤuet/ vertreibt den Zahnweh; der aus den
Blaͤttern oder Wurtzen ausgepreſſte Safft/ toͤdtet die
Wuͤrmer in den Ohren.

Jch halte dafuͤr/ was die Pflantzung antrifft/ weil
ſie in Holland wachſen/ wuͤrden ſie bey uns gleichmaͤſſig
fortzubringen ſeyn/ auſſer daß ſie (wie auch daſelbſt) fuͤr
der Winters-Kaͤlte muͤſſen verwahret/ an einer Mau-
ren gepflantzt/ vor den Nordwinden verſichert/ und wi-
der die Kaͤlte mit Dung oder Bedeckungen/ wie die Fei-
genbaͤum/ eingemacht werden. Und diß iſt darum deſto
lieber und leichter zu thun/ weil es eine Frucht/ deren Zei-
tigung man nicht erwarten darf/ indem man gleich die
erſten Knoͤpf/ ehe ſie ausbluͤhen/ zum einmachen abbre-
chen/ und alſo ihrer wol genieſſen kan.

Man kan die Kappern/ nach Tanara Bericht fol.
248.
in Geſchirr pflantzen/ daß man ſie des Winters
moͤge einſetzen/ doch muß kein anders Gewaͤchs zu ih-
nen geſetzt ſeyn.

Laurus Ceraſus, oder Kirſchen-Lorbeer/ wegen der
ſchwartzen Kirſchenfoͤrmigen Frucht alſo geheiſſen/ iſt
durch Carolum Cluſium den hochberuͤhmten Botanicum
und Medicum von Conſtantinopel erſtlich 1583 nach
Wien geſandt/ und von dannen aus weiter fortgebracht/
[Spaltenumbruch] und nunmehr in den meiſten und vornehmſten Gaͤrten
bekannt und aufgenommen worden.

Die Blaͤtter ſind den Lorbeern/ aber mehr den Ci-
tron-Blaͤttern/ die Frucht aber den ſchwartzen Kirſchen
aͤhnlich/ ſie behalten ihre gruͤne Blaͤtter Winter und
Sommer/ und bluͤhen im Junio, werden durch die Brut
und Schoͤßling fortgebracht/ koͤnnen auch wol mit ange-
bundenen Haͤfelein gemehret und weiter verpflantzet
werden.

Ledum, ſind deſſen viererley Gattungen/ wie ſie
von Carolo Cluſio erzehlet werden. Durantes nennet
eines darunter Ladanum oder Laudanum, das wachſe
gern auf denen gegen der Sonnenſchein gelegenen Huͤ-
geln/ auch an harten und felſichten Orten/ iſt faſt wie
der Ciſtus, hat aber laͤngere und ſchwaͤrtzere Blaͤtter/
welche im Fruͤling etwas Feiſtigkeit an ſich haben/ aus
welchen/ nach Durantis Zeugnis/ der Safft Laudanum
ſeinen Urſprung habe. Den Schaafen und Geiſſen (ſetzt
er) welche ſolche Blaͤtter abfreſſen/ bleibet eine zaͤhe
Feuchtigkeit an der Wolle und an den Baͤrten hangen/
welche die Schaͤfer nachmals zu Hauſe herab nehmen/
ſchmeltzen/ percoliren oder durchſeyhen/ zu gewiſſen Zelt-
lein formiren/ und zum Gebrauch bewahren.

Etliche ſpannen ein Seil uͤber die Baͤume/ oder
durchfahren die Baͤume damit/ ſammlen hernach die
Feiſten/ ſo ſich daran gehenckt hat/ davon ab/ und ma-
chen Zeltlein draus; das beſte Ladanum hat einen gu-
ten Geruch/ iſt gruͤn an der Farb/ feiſt und lind anzugreif-
fen/ und das weder mit Sand noch etwas andern ver-
miſcht; iſt einer ſubtilen/ waͤrmenden/ zuſammziehen-
den/ erweichenden und zertheilenden Eigenſchafft; was
er ſonſten in der Artzney dienlich/ weiß man in allen Apo-
theken/ und bezeugens die Herbaria und Artzneybuͤcher.

Cap. XXXII.
Lorbeerbaum/ Lotus und Maſtixbaum.
[Spaltenumbruch]

LOrbeerbaum/ Laurus, iſt zweyerley Art/ Maͤnn-
lich- und Weibliches Geſchlechts/ und traͤgt al-
lein das Maͤnnliche/ wie etliche wollen/ muß a-
ber allzeit neben den andern ſtehen/ wo es fruchtbar ſeyn
ſolle. Jn unſern Landen bekuͤmmert man ſich nicht um
die Frucht/ weil es doch vergeblich/ und unterhaͤlt die
Baͤume allein/ wegen ihrer allzeit gruͤnenden und wolrie-
chenden Blaͤtter; theils haben breite/ theils aber ſchmale
Blaͤtter; haben eine kleine/ moſechte und weißgelbe
Bluͤhe/ faͤllt aber bey uns meiſtens Fruchtlos ab.

Zwey Stecken dieſes Holtzes zuſammen geſchla-
gen/ geben ſo viel Feuer von ſich (wie Durantes ſchreibt)
daß man einen Schwefel damit anzuͤnden kan.

Es iſt ihm/ ſowol groſſe Kaͤlte/ als uͤbermaͤſſige Hitze
zuwider/ liebt Sonnen/ guten Grund/ und oͤfftere Be-
feuchtigung/ oder einen Stand unferne vom Waſſer;
iſt warmer und trockener Natur im dritten Grad.

Er verjuͤnget ſich durch ſeine Nebenſchoͤßlein/ ſo er
Jaͤhrlich neben dem Stammen austreibet/ doch wach-
ſen ſie von den Beeren faſt williger und geſchwinder/ als
von den Nebenſchoͤſſen/ ſolche muͤſſen vier Finger tief/
und einen Schuch weit voneinander geſetzt werden.

Wann dieſe Schoͤßling oder junge Pflantzen Dau-
mens dick worden/ iſt die beſte Zeit ſie zu verpflantzen/
was kleiner oder groͤſſer iſt/ gedeyet nicht ſo leicht; er lei-
[Spaltenumbruch] det das Meſſer nicht gerne/ und verdirbt leicht davon/
wofern der Schnitt nicht alſobald mit Baumwachs ver-
ſtrichen wird.

P. Ferrarius erzehlet noch einen aus Jndia gebrach-
ten und in den Farneſiſchen Gaͤrten ſtehenden Lorbeer/
deſſen Rinden liechtgruͤn und friſch/ die Blaͤtter aber et-
was wenigs groͤſſer/ und ſchier wie an den Citronen ſind/
die Blumen ſind beyſammen Traͤubelweiſe und weiß-
licht/ und die Beer werden faſt den Oliven gleich/ aber
nicht ſo dunckel und etwas groͤſſer/ will feuchten und fet-
ten Grunde/ und liebt die Sonne und Waͤrme; man
muß ihn nicht ſtarck beſchneiden/ wird ſo wol von dem
Saamen/ als auch von den Beyſchoͤſſen vermehret.

Laurus tinus cœruleâ baccâ, iſt ein andere wilde
Art; dieſer hat in der Jugend breite rundlichte Blaͤt-
ter/ welche bey zunehmendem Alter ſchmaͤhler werden/
und ſich je laͤnger je mehr zuſpitzen. Auf der rechten Sei-
ten ſind die Blaͤtter alle glatt/ auf der andern Seiten
aber haben ſie gemeiniglich etwas rauhes/ wo ſich die
Adern anfangen/ er wird durch ſeine haͤuffig-treibende
Neben-Brut vermehret.

Der Hollaͤndiſche Gaͤrtner ſetzet noch eine andere
Art/ die noch gantz rar iſt/ und aus America kommt/ deſ-
ſen Rinde ſoll die Zimmetrinden ſeyn/ muͤſſen Sommers

wol
H h h h
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0647" n="611[609]"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Sech&#x017F;tes Buch/ Blumen-Garten.</hi></fw><lb/><cb/>
den von &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t; die Kno&#x0364;pfe davon/ ehe &#x017F;ie &#x017F;ich zur<lb/>
Blu&#x0364;he o&#x0364;ffnen/ werden in E&#x017F;&#x017F;ig und Saltzwa&#x017F;&#x017F;er einge-<lb/>
macht/ hat einen ro&#x0364;thlichten Saamen in Hu&#x0364;l&#x017F;en; die<lb/>
Kappern &#x017F;ind gro&#x017F;&#x017F;er und kleinerer Gattung/ die kleinern<lb/>
aber werden fu&#x0364;r &#x017F;chmackhaffter und be&#x017F;&#x017F;er gehalten; wie-<lb/>
wol die gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ern der Ge&#x017F;undheit fu&#x0364;rtra&#x0364;glicher.</p><lb/>
            <p>Sie &#x017F;ind hitziger und trockner Natur/ bekommen<lb/>
des Miltzes Verha&#x0364;rtung u&#x0364;beraus wol/ treiben den Harn/<lb/><hi rendition="#aq">Menftrua provocant,</hi> die eingemachten wie Salat ge-<lb/>
ge&#x017F;&#x017F;en/ wiederbringen den Appetit; die Wurtzen im<lb/>
Mund geka&#x0364;uet/ vertreibt den Zahnweh; der aus den<lb/>
Bla&#x0364;ttern oder Wurtzen ausgepre&#x017F;&#x017F;te Safft/ to&#x0364;dtet die<lb/>
Wu&#x0364;rmer in den Ohren.</p><lb/>
            <p>Jch halte dafu&#x0364;r/ was die Pflantzung antrifft/ weil<lb/>
&#x017F;ie in Holland wach&#x017F;en/ wu&#x0364;rden &#x017F;ie bey uns gleichma&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig<lb/>
fortzubringen &#x017F;eyn/ au&#x017F;&#x017F;er daß &#x017F;ie (wie auch da&#x017F;elb&#x017F;t) fu&#x0364;r<lb/>
der Winters-Ka&#x0364;lte mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en verwahret/ an einer Mau-<lb/>
ren gepflantzt/ vor den Nordwinden ver&#x017F;ichert/ und wi-<lb/>
der die Ka&#x0364;lte mit Dung oder Bedeckungen/ wie die Fei-<lb/>
genba&#x0364;um/ eingemacht werden. Und diß i&#x017F;t darum de&#x017F;to<lb/>
lieber und leichter zu thun/ weil es eine Frucht/ deren Zei-<lb/>
tigung man nicht erwarten darf/ indem man gleich die<lb/>
er&#x017F;ten Kno&#x0364;pf/ ehe &#x017F;ie ausblu&#x0364;hen/ zum einmachen abbre-<lb/>
chen/ und al&#x017F;o ihrer wol genie&#x017F;&#x017F;en kan.</p><lb/>
            <p>Man kan die Kappern/ nach <hi rendition="#aq">Tanara</hi> Bericht <hi rendition="#aq">fol.<lb/>
248.</hi> in Ge&#x017F;chirr pflantzen/ daß man &#x017F;ie des Winters<lb/>
mo&#x0364;ge ein&#x017F;etzen/ doch muß kein anders Gewa&#x0364;chs zu ih-<lb/>
nen ge&#x017F;etzt &#x017F;eyn.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">Laurus Cera&#x017F;us,</hi> oder Kir&#x017F;chen-Lorbeer/ wegen der<lb/>
&#x017F;chwartzen Kir&#x017F;chenfo&#x0364;rmigen Frucht al&#x017F;o gehei&#x017F;&#x017F;en/ i&#x017F;t<lb/>
durch <hi rendition="#aq">Carolum Clu&#x017F;ium</hi> den hochberu&#x0364;hmten <hi rendition="#aq">Botanicum</hi><lb/>
und <hi rendition="#aq">Medicum</hi> von Con&#x017F;tantinopel er&#x017F;tlich 1583 nach<lb/>
Wien ge&#x017F;andt/ und von dannen aus weiter fortgebracht/<lb/><cb/>
und nunmehr in den mei&#x017F;ten und vornehm&#x017F;ten Ga&#x0364;rten<lb/>
bekannt und aufgenommen worden.</p><lb/>
            <p>Die Bla&#x0364;tter &#x017F;ind den Lorbeern/ aber mehr den Ci-<lb/>
tron-Bla&#x0364;ttern/ die Frucht aber den &#x017F;chwartzen Kir&#x017F;chen<lb/>
a&#x0364;hnlich/ &#x017F;ie behalten ihre gru&#x0364;ne Bla&#x0364;tter Winter und<lb/>
Sommer/ und blu&#x0364;hen im <hi rendition="#aq">Junio,</hi> werden durch die Brut<lb/>
und Scho&#x0364;ßling fortgebracht/ ko&#x0364;nnen auch wol mit ange-<lb/>
bundenen Ha&#x0364;felein gemehret und weiter verpflantzet<lb/>
werden.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">Ledum,</hi> &#x017F;ind de&#x017F;&#x017F;en viererley Gattungen/ wie &#x017F;ie<lb/>
von <hi rendition="#aq">Carolo Clu&#x017F;io</hi> erzehlet werden. <hi rendition="#aq">Durantes</hi> nennet<lb/>
eines darunter <hi rendition="#aq">Ladanum</hi> oder <hi rendition="#aq">Laudanum,</hi> das wach&#x017F;e<lb/>
gern auf denen gegen der Sonnen&#x017F;chein gelegenen Hu&#x0364;-<lb/>
geln/ auch an harten und fel&#x017F;ichten Orten/ i&#x017F;t fa&#x017F;t wie<lb/>
der <hi rendition="#aq">Ci&#x017F;tus,</hi> hat aber la&#x0364;ngere und &#x017F;chwa&#x0364;rtzere Bla&#x0364;tter/<lb/>
welche im Fru&#x0364;ling etwas Fei&#x017F;tigkeit an &#x017F;ich haben/ aus<lb/>
welchen/ nach <hi rendition="#aq">Durantis</hi> Zeugnis/ der Safft <hi rendition="#aq">Laudanum</hi><lb/>
&#x017F;einen Ur&#x017F;prung habe. Den Schaafen und Gei&#x017F;&#x017F;en (&#x017F;etzt<lb/>
er) welche &#x017F;olche Bla&#x0364;tter abfre&#x017F;&#x017F;en/ bleibet eine za&#x0364;he<lb/>
Feuchtigkeit an der Wolle und an den Ba&#x0364;rten hangen/<lb/>
welche die Scha&#x0364;fer nachmals zu Hau&#x017F;e herab nehmen/<lb/>
&#x017F;chmeltzen/ <hi rendition="#aq">percoli</hi>ren oder durch&#x017F;eyhen/ zu gewi&#x017F;&#x017F;en Zelt-<lb/>
lein formiren/ und zum Gebrauch bewahren.</p><lb/>
            <p>Etliche &#x017F;pannen ein Seil u&#x0364;ber die Ba&#x0364;ume/ oder<lb/>
durchfahren die Ba&#x0364;ume damit/ &#x017F;ammlen hernach die<lb/>
Fei&#x017F;ten/ &#x017F;o &#x017F;ich daran gehenckt hat/ davon ab/ und ma-<lb/>
chen Zeltlein draus; das be&#x017F;te <hi rendition="#aq">Ladanum</hi> hat einen gu-<lb/>
ten Geruch/ i&#x017F;t gru&#x0364;n an der Farb/ fei&#x017F;t und lind anzugreif-<lb/>
fen/ und das weder mit Sand noch etwas andern ver-<lb/>
mi&#x017F;cht; i&#x017F;t einer &#x017F;ubtilen/ wa&#x0364;rmenden/ zu&#x017F;ammziehen-<lb/>
den/ erweichenden und zertheilenden Eigen&#x017F;chafft; was<lb/>
er &#x017F;on&#x017F;ten in der Artzney dienlich/ weiß man in allen Apo-<lb/>
theken/ und bezeugens die <hi rendition="#aq">Herbaria</hi> und Artzneybu&#x0364;cher.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Cap.</hi> XXXII.</hi> </hi><lb/> <hi rendition="#fr">Lorbeerbaum/</hi> <hi rendition="#aq">Lotus</hi> <hi rendition="#fr">und Ma&#x017F;tixbaum.</hi> </head><lb/>
            <cb/>
            <p><hi rendition="#in">L</hi>Orbeerbaum/ <hi rendition="#aq">Laurus,</hi> i&#x017F;t zweyerley Art/ Ma&#x0364;nn-<lb/>
lich- und Weibliches Ge&#x017F;chlechts/ und tra&#x0364;gt al-<lb/>
lein das Ma&#x0364;nnliche/ wie etliche wollen/ muß a-<lb/>
ber allzeit neben den andern &#x017F;tehen/ wo es fruchtbar &#x017F;eyn<lb/>
&#x017F;olle. Jn un&#x017F;ern Landen beku&#x0364;mmert man &#x017F;ich nicht um<lb/>
die Frucht/ weil es doch vergeblich/ und unterha&#x0364;lt die<lb/>
Ba&#x0364;ume allein/ wegen ihrer allzeit gru&#x0364;nenden und wolrie-<lb/>
chenden Bla&#x0364;tter; theils haben breite/ theils aber &#x017F;chmale<lb/>
Bla&#x0364;tter; haben eine kleine/ mo&#x017F;echte und weißgelbe<lb/>
Blu&#x0364;he/ fa&#x0364;llt aber bey uns mei&#x017F;tens Fruchtlos ab.</p><lb/>
            <p>Zwey Stecken die&#x017F;es Holtzes zu&#x017F;ammen ge&#x017F;chla-<lb/>
gen/ geben &#x017F;o viel Feuer von &#x017F;ich (wie <hi rendition="#aq">Durantes</hi> &#x017F;chreibt)<lb/>
daß man einen Schwefel damit anzu&#x0364;nden kan.</p><lb/>
            <p>Es i&#x017F;t ihm/ &#x017F;owol gro&#x017F;&#x017F;e Ka&#x0364;lte/ als u&#x0364;berma&#x0364;&#x017F;&#x017F;ige Hitze<lb/>
zuwider/ liebt Sonnen/ guten Grund/ und o&#x0364;fftere Be-<lb/>
feuchtigung/ oder einen Stand unferne vom Wa&#x017F;&#x017F;er;<lb/>
i&#x017F;t warmer und trockener Natur im dritten Grad.</p><lb/>
            <p>Er verju&#x0364;nget &#x017F;ich durch &#x017F;eine Neben&#x017F;cho&#x0364;ßlein/ &#x017F;o er<lb/>
Ja&#x0364;hrlich neben dem Stammen austreibet/ doch wach-<lb/>
&#x017F;en &#x017F;ie von den Beeren fa&#x017F;t williger und ge&#x017F;chwinder/ als<lb/>
von den Neben&#x017F;cho&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ &#x017F;olche mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en vier Finger tief/<lb/>
und einen Schuch weit voneinander ge&#x017F;etzt werden.</p><lb/>
            <p>Wann die&#x017F;e Scho&#x0364;ßling oder junge Pflantzen Dau-<lb/>
mens dick worden/ i&#x017F;t die be&#x017F;te Zeit &#x017F;ie zu verpflantzen/<lb/>
was kleiner oder gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;er i&#x017F;t/ gedeyet nicht &#x017F;o leicht; er lei-<lb/><cb/>
det das Me&#x017F;&#x017F;er nicht gerne/ und verdirbt leicht davon/<lb/>
wofern der Schnitt nicht al&#x017F;obald mit Baumwachs ver-<lb/>
&#x017F;trichen wird.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">P. Ferrarius</hi> erzehlet noch einen aus Jndia gebrach-<lb/>
ten und in den Farne&#x017F;i&#x017F;chen Ga&#x0364;rten &#x017F;tehenden Lorbeer/<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en Rinden liechtgru&#x0364;n und fri&#x017F;ch/ die Bla&#x0364;tter aber et-<lb/>
was wenigs gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;er/ und &#x017F;chier wie an den Citronen &#x017F;ind/<lb/>
die Blumen &#x017F;ind bey&#x017F;ammen Tra&#x0364;ubelwei&#x017F;e und weiß-<lb/>
licht/ und die Beer werden fa&#x017F;t den Oliven gleich/ aber<lb/>
nicht &#x017F;o dunckel und etwas gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;er/ will feuchten und fet-<lb/>
ten Grunde/ und liebt die Sonne und Wa&#x0364;rme; man<lb/>
muß ihn nicht &#x017F;tarck be&#x017F;chneiden/ wird &#x017F;o wol von dem<lb/>
Saamen/ als auch von den Bey&#x017F;cho&#x0364;&#x017F;&#x017F;en vermehret.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">Laurus tinus c&#x0153;ruleâ baccâ,</hi> i&#x017F;t ein andere wilde<lb/>
Art; die&#x017F;er hat in der Jugend breite rundlichte Bla&#x0364;t-<lb/>
ter/ welche bey zunehmendem Alter &#x017F;chma&#x0364;hler werden/<lb/>
und &#x017F;ich je la&#x0364;nger je mehr zu&#x017F;pitzen. Auf der rechten Sei-<lb/>
ten &#x017F;ind die Bla&#x0364;tter alle glatt/ auf der andern Seiten<lb/>
aber haben &#x017F;ie gemeiniglich etwas rauhes/ wo &#x017F;ich die<lb/>
Adern anfangen/ er wird durch &#x017F;eine ha&#x0364;uffig-treibende<lb/>
Neben-Brut vermehret.</p><lb/>
            <p>Der Holla&#x0364;ndi&#x017F;che Ga&#x0364;rtner &#x017F;etzet noch eine andere<lb/>
Art/ die noch gantz rar i&#x017F;t/ und aus <hi rendition="#aq">America</hi> kommt/ de&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en Rinde &#x017F;oll die Zimmetrinden &#x017F;eyn/ mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en Sommers<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">H h h h</fw><fw place="bottom" type="catch">wol</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[611[609]/0647] Sechſtes Buch/ Blumen-Garten. den von ſich ſelbſt; die Knoͤpfe davon/ ehe ſie ſich zur Bluͤhe oͤffnen/ werden in Eſſig und Saltzwaſſer einge- macht/ hat einen roͤthlichten Saamen in Huͤlſen; die Kappern ſind groſſer und kleinerer Gattung/ die kleinern aber werden fuͤr ſchmackhaffter und beſſer gehalten; wie- wol die groͤſſern der Geſundheit fuͤrtraͤglicher. Sie ſind hitziger und trockner Natur/ bekommen des Miltzes Verhaͤrtung uͤberaus wol/ treiben den Harn/ Menftrua provocant, die eingemachten wie Salat ge- geſſen/ wiederbringen den Appetit; die Wurtzen im Mund gekaͤuet/ vertreibt den Zahnweh; der aus den Blaͤttern oder Wurtzen ausgepreſſte Safft/ toͤdtet die Wuͤrmer in den Ohren. Jch halte dafuͤr/ was die Pflantzung antrifft/ weil ſie in Holland wachſen/ wuͤrden ſie bey uns gleichmaͤſſig fortzubringen ſeyn/ auſſer daß ſie (wie auch daſelbſt) fuͤr der Winters-Kaͤlte muͤſſen verwahret/ an einer Mau- ren gepflantzt/ vor den Nordwinden verſichert/ und wi- der die Kaͤlte mit Dung oder Bedeckungen/ wie die Fei- genbaͤum/ eingemacht werden. Und diß iſt darum deſto lieber und leichter zu thun/ weil es eine Frucht/ deren Zei- tigung man nicht erwarten darf/ indem man gleich die erſten Knoͤpf/ ehe ſie ausbluͤhen/ zum einmachen abbre- chen/ und alſo ihrer wol genieſſen kan. Man kan die Kappern/ nach Tanara Bericht fol. 248. in Geſchirr pflantzen/ daß man ſie des Winters moͤge einſetzen/ doch muß kein anders Gewaͤchs zu ih- nen geſetzt ſeyn. Laurus Ceraſus, oder Kirſchen-Lorbeer/ wegen der ſchwartzen Kirſchenfoͤrmigen Frucht alſo geheiſſen/ iſt durch Carolum Cluſium den hochberuͤhmten Botanicum und Medicum von Conſtantinopel erſtlich 1583 nach Wien geſandt/ und von dannen aus weiter fortgebracht/ und nunmehr in den meiſten und vornehmſten Gaͤrten bekannt und aufgenommen worden. Die Blaͤtter ſind den Lorbeern/ aber mehr den Ci- tron-Blaͤttern/ die Frucht aber den ſchwartzen Kirſchen aͤhnlich/ ſie behalten ihre gruͤne Blaͤtter Winter und Sommer/ und bluͤhen im Junio, werden durch die Brut und Schoͤßling fortgebracht/ koͤnnen auch wol mit ange- bundenen Haͤfelein gemehret und weiter verpflantzet werden. Ledum, ſind deſſen viererley Gattungen/ wie ſie von Carolo Cluſio erzehlet werden. Durantes nennet eines darunter Ladanum oder Laudanum, das wachſe gern auf denen gegen der Sonnenſchein gelegenen Huͤ- geln/ auch an harten und felſichten Orten/ iſt faſt wie der Ciſtus, hat aber laͤngere und ſchwaͤrtzere Blaͤtter/ welche im Fruͤling etwas Feiſtigkeit an ſich haben/ aus welchen/ nach Durantis Zeugnis/ der Safft Laudanum ſeinen Urſprung habe. Den Schaafen und Geiſſen (ſetzt er) welche ſolche Blaͤtter abfreſſen/ bleibet eine zaͤhe Feuchtigkeit an der Wolle und an den Baͤrten hangen/ welche die Schaͤfer nachmals zu Hauſe herab nehmen/ ſchmeltzen/ percoliren oder durchſeyhen/ zu gewiſſen Zelt- lein formiren/ und zum Gebrauch bewahren. Etliche ſpannen ein Seil uͤber die Baͤume/ oder durchfahren die Baͤume damit/ ſammlen hernach die Feiſten/ ſo ſich daran gehenckt hat/ davon ab/ und ma- chen Zeltlein draus; das beſte Ladanum hat einen gu- ten Geruch/ iſt gruͤn an der Farb/ feiſt und lind anzugreif- fen/ und das weder mit Sand noch etwas andern ver- miſcht; iſt einer ſubtilen/ waͤrmenden/ zuſammziehen- den/ erweichenden und zertheilenden Eigenſchafft; was er ſonſten in der Artzney dienlich/ weiß man in allen Apo- theken/ und bezeugens die Herbaria und Artzneybuͤcher. Cap. XXXII. Lorbeerbaum/ Lotus und Maſtixbaum. LOrbeerbaum/ Laurus, iſt zweyerley Art/ Maͤnn- lich- und Weibliches Geſchlechts/ und traͤgt al- lein das Maͤnnliche/ wie etliche wollen/ muß a- ber allzeit neben den andern ſtehen/ wo es fruchtbar ſeyn ſolle. Jn unſern Landen bekuͤmmert man ſich nicht um die Frucht/ weil es doch vergeblich/ und unterhaͤlt die Baͤume allein/ wegen ihrer allzeit gruͤnenden und wolrie- chenden Blaͤtter; theils haben breite/ theils aber ſchmale Blaͤtter; haben eine kleine/ moſechte und weißgelbe Bluͤhe/ faͤllt aber bey uns meiſtens Fruchtlos ab. Zwey Stecken dieſes Holtzes zuſammen geſchla- gen/ geben ſo viel Feuer von ſich (wie Durantes ſchreibt) daß man einen Schwefel damit anzuͤnden kan. Es iſt ihm/ ſowol groſſe Kaͤlte/ als uͤbermaͤſſige Hitze zuwider/ liebt Sonnen/ guten Grund/ und oͤfftere Be- feuchtigung/ oder einen Stand unferne vom Waſſer; iſt warmer und trockener Natur im dritten Grad. Er verjuͤnget ſich durch ſeine Nebenſchoͤßlein/ ſo er Jaͤhrlich neben dem Stammen austreibet/ doch wach- ſen ſie von den Beeren faſt williger und geſchwinder/ als von den Nebenſchoͤſſen/ ſolche muͤſſen vier Finger tief/ und einen Schuch weit voneinander geſetzt werden. Wann dieſe Schoͤßling oder junge Pflantzen Dau- mens dick worden/ iſt die beſte Zeit ſie zu verpflantzen/ was kleiner oder groͤſſer iſt/ gedeyet nicht ſo leicht; er lei- det das Meſſer nicht gerne/ und verdirbt leicht davon/ wofern der Schnitt nicht alſobald mit Baumwachs ver- ſtrichen wird. P. Ferrarius erzehlet noch einen aus Jndia gebrach- ten und in den Farneſiſchen Gaͤrten ſtehenden Lorbeer/ deſſen Rinden liechtgruͤn und friſch/ die Blaͤtter aber et- was wenigs groͤſſer/ und ſchier wie an den Citronen ſind/ die Blumen ſind beyſammen Traͤubelweiſe und weiß- licht/ und die Beer werden faſt den Oliven gleich/ aber nicht ſo dunckel und etwas groͤſſer/ will feuchten und fet- ten Grunde/ und liebt die Sonne und Waͤrme; man muß ihn nicht ſtarck beſchneiden/ wird ſo wol von dem Saamen/ als auch von den Beyſchoͤſſen vermehret. Laurus tinus cœruleâ baccâ, iſt ein andere wilde Art; dieſer hat in der Jugend breite rundlichte Blaͤt- ter/ welche bey zunehmendem Alter ſchmaͤhler werden/ und ſich je laͤnger je mehr zuſpitzen. Auf der rechten Sei- ten ſind die Blaͤtter alle glatt/ auf der andern Seiten aber haben ſie gemeiniglich etwas rauhes/ wo ſich die Adern anfangen/ er wird durch ſeine haͤuffig-treibende Neben-Brut vermehret. Der Hollaͤndiſche Gaͤrtner ſetzet noch eine andere Art/ die noch gantz rar iſt/ und aus America kommt/ deſ- ſen Rinde ſoll die Zimmetrinden ſeyn/ muͤſſen Sommers wol H h h h

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/647
Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 611[609]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/647>, abgerufen am 17.10.2019.