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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] dentlicher Zeit geschihet/ sie in drey Jahren so groß
wachsen/ daß man alles wieder ausheben und verneu-
ren muß.

Wann man keine junge Schößlinge mit der Wur-
tzen haben kan (sagt P. Timotheus von Roll) so wach-
sen auch wol die abgebrochene junge Schößlein/ doch
daß sie altes Holtz haben/ gehört aber fleissige Begies-
sung darzu. Wann die Gefrier den Buchs etwas
aus der Erden ziehet/ muß er alsobald im folgenden Frü-
ling wieder befestet seyn; und ist dieses nohtwendig zu
mercken/ daß alle Früling oder Herbst/ wann man um-
gräbet/ die Wurtzen von dem Buchsbaum/ die sich ein-
wärts gegen dem Bettlein erstrecken/ mit einer scharffen
Schauffel/ oder einem Messer abgestossen und abge-
schnitten werden/ damit er dem Blumwerck ihre Nah-
rung nicht entziehe/ so treibt er desto kleinere Blätter/
und überwächst sich nicht so bald. Daher auch etliche
den Buchsbaum gar aus den Gärten ausmustern/ und
die Bettlein mit Latten oder Brettern einfangen/ und
geben für/ die Bette mit riechenden Kräutern oder
Buchsbaum besetzt/ verwachsen oder veralten bald/ daß
[Spaltenumbruch] man fast alle vier Jahr neue Mühe damit haben muß/
sie in der Ordnung zu erhalten; zu dem sind die Wurtzen
auch den Gewächsen hinderlich.

P. Johann Baptista Ferrarius lib. 1. cap. 3. seiner
Florae vermeynet/ es sey am sichersten/ wann die Bett-
lein mit gebrannten Ziegeln/ die nach der Kunst sich dar-
zu schicken/ ausgefüttert werden/ müssen aber wol ge-
brennt/ glasirt/ sonderlich grün (welches am schönesten)
und gebogen/ oder gerad nach der Bettlein Austheilung
eingerichtet/ und nach der Länge/ nicht nach der Quer o-
der Breiten in die Erden eingegraben seyn; ausser der
Erden sollen sie nicht mehr als drey Finger hoch sehen/
sie müssen nach der Meßschnur gerad in die Erden kom-
men/ und mit guten Kalch oder Steinlein (welches bes-
ser) gefügt werden. Die Haubtgänge mag man ma-
chen/ wie man die Korn-Tenne zu schlagen pflegt/ so
werden sie von der Hitze nicht zerspalten/ noch vom Re-
gen koticht werden/ noch einiges Unkraut tragen/ noch
Unzifer einnisten lassen; davon P. Ferrarius weiter zu
besehen.

[Abbildung]
Cap. LIV.
Von den Blumen- und Garten-Geschirren.
[Spaltenumbruch]

DJese Geschirre werden theils von Hafner-Er-
den/ für die kleinern Gewächse; theils aber von
Holtz/ als Bodingen und Kübel/ rund oder vier-
eckicht/ nach Belieben gemacht; theils lassen nur etliche
Eimer haltende Eychene Weinfaß voneinander schnei-
den/ mit eisernen Reiffen und Handheben beschlagen/
und accommodiren sie also nach Grösse der Gewächse.
Je zierlicher/ fester und stärcker aber diß alles verfer-
tigt wird/ je schöner stehet es/ weil es einem schönen sau-
bern Garten nicht ein geringer Ubelstand ist/ wann schö-
[Spaltenumbruch] ne Gewächse/ in schlechten/ unachtbaren und unansehn-
lichen Geschirren fürgewiesen werden.

Die Hafner-Geschirr/ wäre gut/ daß sie nach dem
Alphabeth/ oder nach Zifern/ oder andern Zeichen/ nach
Belieben; wie auch die höltzernen Geschirr/ mit einge-
schnittenen Numeris bemercket würden/ damit mans in
ein ordentlich Register nach den Numern eintragen/ und
was in jedem Geschirr vorhanden (sonderlich in den
Blumen/ die deß Winters über ihr Kraut verlieren)
allzeit wissen möchte. Welche Zeichen/ wann mans

allzeit

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] dentlicher Zeit geſchihet/ ſie in drey Jahren ſo groß
wachſen/ daß man alles wieder ausheben und verneu-
ren muß.

Wann man keine junge Schoͤßlinge mit der Wur-
tzen haben kan (ſagt P. Timotheus von Roll) ſo wach-
ſen auch wol die abgebrochene junge Schoͤßlein/ doch
daß ſie altes Holtz haben/ gehoͤrt aber fleiſſige Begieſ-
ſung darzu. Wann die Gefrier den Buchs etwas
aus der Erden ziehet/ muß er alſobald im folgenden Fruͤ-
ling wieder befeſtet ſeyn; und iſt dieſes nohtwendig zu
mercken/ daß alle Fruͤling oder Herbſt/ wann man um-
graͤbet/ die Wurtzen von dem Buchsbaum/ die ſich ein-
waͤrts gegen dem Bettlein erſtrecken/ mit einer ſcharffen
Schauffel/ oder einem Meſſer abgeſtoſſen und abge-
ſchnitten werden/ damit er dem Blumwerck ihre Nah-
rung nicht entziehe/ ſo treibt er deſto kleinere Blaͤtter/
und uͤberwaͤchſt ſich nicht ſo bald. Daher auch etliche
den Buchsbaum gar aus den Gaͤrten ausmuſtern/ und
die Bettlein mit Latten oder Brettern einfangen/ und
geben fuͤr/ die Bette mit riechenden Kraͤutern oder
Buchsbaum beſetzt/ verwachſen oder veralten bald/ daß
[Spaltenumbruch] man faſt alle vier Jahr neue Muͤhe damit haben muß/
ſie in der Ordnung zu erhalten; zu dem ſind die Wurtzen
auch den Gewaͤchſen hinderlich.

P. Johann Baptiſta Ferrarius lib. 1. cap. 3. ſeiner
Floræ vermeynet/ es ſey am ſicherſten/ wann die Bett-
lein mit gebrannten Ziegeln/ die nach der Kunſt ſich dar-
zu ſchicken/ ausgefuͤttert werden/ muͤſſen aber wol ge-
brennt/ glaſirt/ ſonderlich gruͤn (welches am ſchoͤneſten)
und gebogen/ oder gerad nach der Bettlein Austheilung
eingerichtet/ und nach der Laͤnge/ nicht nach der Quer o-
der Breiten in die Erden eingegraben ſeyn; auſſer der
Erden ſollen ſie nicht mehr als drey Finger hoch ſehen/
ſie muͤſſen nach der Meßſchnur gerad in die Erden kom-
men/ und mit guten Kalch oder Steinlein (welches beſ-
ſer) gefuͤgt werden. Die Haubtgaͤnge mag man ma-
chen/ wie man die Korn-Tenne zu ſchlagen pflegt/ ſo
werden ſie von der Hitze nicht zerſpalten/ noch vom Re-
gen koticht werden/ noch einiges Unkraut tragen/ noch
Unzifer einniſten laſſen; davon P. Ferrarius weiter zu
beſehen.

[Abbildung]
Cap. LIV.
Von den Blumen- und Garten-Geſchirren.
[Spaltenumbruch]

DJeſe Geſchirre werden theils von Hafner-Er-
den/ fuͤr die kleinern Gewaͤchſe; theils aber von
Holtz/ als Bodingen und Kuͤbel/ rund oder vier-
eckicht/ nach Belieben gemacht; theils laſſen nur etliche
Eimer haltende Eychene Weinfaß voneinander ſchnei-
den/ mit eiſernen Reiffen und Handheben beſchlagen/
und accommodiren ſie alſo nach Groͤſſe der Gewaͤchſe.
Je zierlicher/ feſter und ſtaͤrcker aber diß alles verfer-
tigt wird/ je ſchoͤner ſtehet es/ weil es einem ſchoͤnen ſau-
bern Garten nicht ein geringer Ubelſtand iſt/ wann ſchoͤ-
[Spaltenumbruch] ne Gewaͤchſe/ in ſchlechten/ unachtbaren und unanſehn-
lichen Geſchirren fuͤrgewieſen werden.

Die Hafner-Geſchirr/ waͤre gut/ daß ſie nach dem
Alphabeth/ oder nach Zifern/ oder andern Zeichen/ nach
Belieben; wie auch die hoͤltzernen Geſchirr/ mit einge-
ſchnittenen Numeris bemercket wuͤrden/ damit mans in
ein ordentlich Regiſter nach den Numern eintragen/ und
was in jedem Geſchirr vorhanden (ſonderlich in den
Blumen/ die deß Winters uͤber ihr Kraut verlieren)
allzeit wiſſen moͤchte. Welche Zeichen/ wann mans

allzeit
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[636[634]/0672] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens dentlicher Zeit geſchihet/ ſie in drey Jahren ſo groß wachſen/ daß man alles wieder ausheben und verneu- ren muß. Wann man keine junge Schoͤßlinge mit der Wur- tzen haben kan (ſagt P. Timotheus von Roll) ſo wach- ſen auch wol die abgebrochene junge Schoͤßlein/ doch daß ſie altes Holtz haben/ gehoͤrt aber fleiſſige Begieſ- ſung darzu. Wann die Gefrier den Buchs etwas aus der Erden ziehet/ muß er alſobald im folgenden Fruͤ- ling wieder befeſtet ſeyn; und iſt dieſes nohtwendig zu mercken/ daß alle Fruͤling oder Herbſt/ wann man um- graͤbet/ die Wurtzen von dem Buchsbaum/ die ſich ein- waͤrts gegen dem Bettlein erſtrecken/ mit einer ſcharffen Schauffel/ oder einem Meſſer abgeſtoſſen und abge- ſchnitten werden/ damit er dem Blumwerck ihre Nah- rung nicht entziehe/ ſo treibt er deſto kleinere Blaͤtter/ und uͤberwaͤchſt ſich nicht ſo bald. Daher auch etliche den Buchsbaum gar aus den Gaͤrten ausmuſtern/ und die Bettlein mit Latten oder Brettern einfangen/ und geben fuͤr/ die Bette mit riechenden Kraͤutern oder Buchsbaum beſetzt/ verwachſen oder veralten bald/ daß man faſt alle vier Jahr neue Muͤhe damit haben muß/ ſie in der Ordnung zu erhalten; zu dem ſind die Wurtzen auch den Gewaͤchſen hinderlich. P. Johann Baptiſta Ferrarius lib. 1. cap. 3. ſeiner Floræ vermeynet/ es ſey am ſicherſten/ wann die Bett- lein mit gebrannten Ziegeln/ die nach der Kunſt ſich dar- zu ſchicken/ ausgefuͤttert werden/ muͤſſen aber wol ge- brennt/ glaſirt/ ſonderlich gruͤn (welches am ſchoͤneſten) und gebogen/ oder gerad nach der Bettlein Austheilung eingerichtet/ und nach der Laͤnge/ nicht nach der Quer o- der Breiten in die Erden eingegraben ſeyn; auſſer der Erden ſollen ſie nicht mehr als drey Finger hoch ſehen/ ſie muͤſſen nach der Meßſchnur gerad in die Erden kom- men/ und mit guten Kalch oder Steinlein (welches beſ- ſer) gefuͤgt werden. Die Haubtgaͤnge mag man ma- chen/ wie man die Korn-Tenne zu ſchlagen pflegt/ ſo werden ſie von der Hitze nicht zerſpalten/ noch vom Re- gen koticht werden/ noch einiges Unkraut tragen/ noch Unzifer einniſten laſſen; davon P. Ferrarius weiter zu beſehen. [Abbildung] Cap. LIV. Von den Blumen- und Garten-Geſchirren. DJeſe Geſchirre werden theils von Hafner-Er- den/ fuͤr die kleinern Gewaͤchſe; theils aber von Holtz/ als Bodingen und Kuͤbel/ rund oder vier- eckicht/ nach Belieben gemacht; theils laſſen nur etliche Eimer haltende Eychene Weinfaß voneinander ſchnei- den/ mit eiſernen Reiffen und Handheben beſchlagen/ und accommodiren ſie alſo nach Groͤſſe der Gewaͤchſe. Je zierlicher/ feſter und ſtaͤrcker aber diß alles verfer- tigt wird/ je ſchoͤner ſtehet es/ weil es einem ſchoͤnen ſau- bern Garten nicht ein geringer Ubelſtand iſt/ wann ſchoͤ- ne Gewaͤchſe/ in ſchlechten/ unachtbaren und unanſehn- lichen Geſchirren fuͤrgewieſen werden. Die Hafner-Geſchirr/ waͤre gut/ daß ſie nach dem Alphabeth/ oder nach Zifern/ oder andern Zeichen/ nach Belieben; wie auch die hoͤltzernen Geſchirr/ mit einge- ſchnittenen Numeris bemercket wuͤrden/ damit mans in ein ordentlich Regiſter nach den Numern eintragen/ und was in jedem Geſchirr vorhanden (ſonderlich in den Blumen/ die deß Winters uͤber ihr Kraut verlieren) allzeit wiſſen moͤchte. Welche Zeichen/ wann mans allzeit

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 636[634]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/672>, abgerufen am 12.11.2019.