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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] in dessen Ermanglung mit grossem Nutzen/ wie Duran-
tes
sagt/ dafür gebraucht werden/ macht Niesen/ daher
es auch Sternutamentaria oder Sternutaria von etlichen
genennet wird.

Bringt eine zierliche Blume/ liechtbraun oder
Pfersichblühefarb/ wird im April angesäet/ und ver-
[Spaltenumbruch] mehret sich hernach selbst/ wächst gerne auf bergichten
und steinichten Gründen/ daher nimmt es im Garten
bald verlieb/ ist hitzig im andern/ und trocken im dritten
Grad. Das Pulver von dem gedörrten Kraut in die
Nasen gethan/ machet niesen. Die Wurtzen im Munde
gekäuet/ mildert die Zahnschmertzen.

Cap. XCV.
Ranunculus hortensis, Sanicula montana
und Saponaria.
[Spaltenumbruch]

RAnunculus dulcis hortensis, der gelb-gefüllte
Hanenfuß/ wird ins gemein in Oesterreich Ruck-
herzu genennet/ ist von zweyerley Gattungen/ nie-
drig und etwas höher/ hat schöne liechtgelbe glitzerende
Blumen/ als wären sie geschmeltzt/ bedarff auch keiner
so starcken und mühsamen Wartung/ als die andern
Ranunculen/ deren droben gedacht worden.

Sind keiner so brennenden Natur/ sondern schaden
nichts/ auch in dem Leib gebraucht/ daher die wilden
und einfachen von den Bauren Schmaltzblumen genen-
net sind/ weil/ ihrer Meynung nach/ die Kühe sehr viel
Milch geben/ und viel Schmaltz daher zu sammlen hof-
fen; hat zwar ein Kraut/ wie der beissende Hanenfuß/
brennt aber nicht also auf der Zungen; wann es in den
Gärten einen guten feuchten Grund findet/ setzet es sehr
zu/ und mag durch Zertheilung der Stöcke leicht gemeh-
ret werden.

Sanicula montana, Berg-Sanickel/ hat kleine
schwartzgraulichte Wurtzen/ schier wie schwartze Nieß-
wurtz/ davon wachsen (wie Tabernaemontanus sagt)
im Früling herfür viel runder/ eckichter/ dicker Blätter/
jedes an seinem besondern Stiel/ die Blätter sind in
viel kleine Einschnitt abgetheilt/ und darzwischen zer-
kerbt/ oben voller Adern/ gläntzig und ein wenig wollicht/
in der Mitten wächst ein gerader/ runder/ starcker und
blosser Stengel ohne Blätter/ doch etwas häricht/ auf
welchem zu Ende des Mayens und im Brachmonat
schöne purpurrothe Röslein sich erzeigen/ schier wie die
kleinen Glöcklein/ doch auch etlichermassen den Schlüs-
selblumen und auriculae ursinae nachahmende/ inwen-
dig am Boden sind sie weißlicht/ daraus wachsen kleine
gelbe Fäseln/ sind eines lieblichen und angenehmen Ge-
ruchs.

[Spaltenumbruch]

Wächset gern in den hohen Alpen und Gebürgen/
wollen einen kühlen steinicht- und schattichten Grund/
und mögen die Hitze nicht leiden; soll ein treffliches
Wundkraut seyn. Das Kraut gestossen und aufgelegt/
oder den daraus gepressten Safft eingeträufft/ auch mit
darinn genetzten Tüchlein überlegt; auch sagen (nach
Tabernaemontani Zeugnus) die Hirten/ daß es fürtreff-
lich gut sey wider die Husten der Schaaf und des Rind-
viehes/ das Kraut gepulvert und mit Saltz fürgegeben/
soll auch das frisch zerschnittene und den Pferden unter
anderm Futter fürgegebene Kräutlein/ ihnen für das
Keuchen und schweren Athem gut seyn.

Saponaria, Seiffenkraut/ soll den Nahmen daher
haben/ weil die gemeinen Leute das wilde/ an statt der
Seiffen zu Säuberung ihres Leingewands/ gebrauchen/
in die Gärten aber wird allein das gefüllte gebracht/ das
rothgefüllte ist etwas gemeiner und daurhaffter/ das
weisse aber seltener/ und bedarff bessere Obsicht/ wäch-
set zimlich hoch/ mit einem wollichten Stengel/ der viel
Nebenästlein und länglichte/ an den äussersten Enden
schmale/ und in der Mitten breitere Blätter hat/ ist hi-
tzig und trockener Eigenschafft/ erwärmet/ zertreibet/ rei-
niget/ öffnet/ macht dünn/ und fördert den Schweiß.
Jn gutem Grunde setzt es häuffig zu/ im Früling kan
man die Stöcke zertheilen und weiter setzen.

Petrus Borellus schreibt in seinen Observationibus
Medico-Physicis observat.
18. daß der gepulverte
Saame vom Seiffenkraut einmal im Monat/ und drey-
mal nacheinander allzeit im Neumonden einer drachma
schwer genommen/ die Frayß und hinsallende Kranck-
heit/ wo nicht gar ausreute/ doch alle Krafft dieser
Kranckheit nehme und bezähme/ und er habe es selbst an
seiner Tochter/ die 25 Jahr alt war/ cum felici suc-
cessu
probirt.

Cap. XCVI.
Smilax aspera,
Strohblumen/ Trachelium seu Cervicaria.
[Spaltenumbruch]

SMilax aspera, stechende Winde. Viel sind/ die diß
Gewächs/ als eine Gattung der Salsaparilla, und
nicht von viel ungleicher Wirckung halten/ ja daß sie
einerley Gestalt und Wirckung habe/ wie Lucas Chi-
nus, Gabriel Fallopius
und andere bezeugen. Davon
der erste etliche Proben gethan hat/ wie Matthiolus lib.
1. Dioscoridis. cap.
111. schreibet.

Hat Blätter wie der Wald-Epheu/ doch etwas
länglichter/ welche auf der auswendigen Seiten in der
Mitten stachlicht sind/ auch stachlichte Rebenhaben/ wie
die Brombeeren/ windet sich um die Bäume/ und steigt
biß auf den öbersten Gipffel/ bekommen weisse wolrie-
chende Glöcklein-Blümlein/ aus welchen rothe Beer-
[Spaltenumbruch] lein werden/ sind auch theils/ die weißgefleckte Blätter
haben/ etliche tragen auch schwartze Beerlein/ und eine
Art dieses Gewächses hat glatte Blätter ohne Stachel/
sie blühen im Mayen/ die Frucht zeitigt im Herbst/ die
Beer sind am Geschmack scharff/ wachsengern an rau-
hen sümpfigen Orten.

Plinius und Dioscorides melden/ daß es so bewährt
wider den Gifft sey/ daß/ wann man einem jungen Kind
gleich nach der Geburt den Safft von den Beerlein ein-
stosse/ oder Pulverweise in geringem Gewicht gebe/ solle
ihnen ihr gantzes Leben durch/ kein Gifft nicht schaden;
solches Pulvers 12/ oder 16 gran in Wein getrun-

cken/

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] in deſſen Ermanglung mit groſſem Nutzen/ wie Duran-
tes
ſagt/ dafuͤr gebraucht werden/ macht Nieſen/ daher
es auch Sternutamentaria oder Sternutaria von etlichen
genennet wird.

Bringt eine zierliche Blume/ liechtbraun oder
Pferſichbluͤhefarb/ wird im April angeſaͤet/ und ver-
[Spaltenumbruch] mehret ſich hernach ſelbſt/ waͤchſt gerne auf bergichten
und ſteinichten Gruͤnden/ daher nimmt es im Garten
bald verlieb/ iſt hitzig im andern/ und trocken im dritten
Grad. Das Pulver von dem gedoͤrrten Kraut in die
Naſen gethan/ machet nieſen. Die Wurtzen im Munde
gekaͤuet/ mildert die Zahnſchmertzen.

Cap. XCV.
Ranunculus hortenſis, Sanicula montana
und Saponaria.
[Spaltenumbruch]

RAnunculus dulcis hortenſis, der gelb-gefuͤllte
Hanenfuß/ wird ins gemein in Oeſterreich Ruck-
herzu genennet/ iſt von zweyerley Gattungen/ nie-
drig und etwas hoͤher/ hat ſchoͤne liechtgelbe glitzerende
Blumen/ als waͤren ſie geſchmeltzt/ bedarff auch keiner
ſo ſtarcken und muͤhſamen Wartung/ als die andern
Ranunculen/ deren droben gedacht worden.

Sind keiner ſo brennenden Natur/ ſondern ſchaden
nichts/ auch in dem Leib gebraucht/ daher die wilden
und einfachen von den Bauren Schmaltzblumen genen-
net ſind/ weil/ ihrer Meynung nach/ die Kuͤhe ſehr viel
Milch geben/ und viel Schmaltz daher zu ſammlen hof-
fen; hat zwar ein Kraut/ wie der beiſſende Hanenfuß/
brennt aber nicht alſo auf der Zungen; wann es in den
Gaͤrten einen guten feuchten Grund findet/ ſetzet es ſehr
zu/ und mag durch Zertheilung der Stoͤcke leicht gemeh-
ret werden.

Sanicula montana, Berg-Sanickel/ hat kleine
ſchwartzgraulichte Wurtzen/ ſchier wie ſchwartze Nieß-
wurtz/ davon wachſen (wie Tabernæmontanus ſagt)
im Fruͤling herfuͤr viel runder/ eckichter/ dicker Blaͤtter/
jedes an ſeinem beſondern Stiel/ die Blaͤtter ſind in
viel kleine Einſchnitt abgetheilt/ und darzwiſchen zer-
kerbt/ oben voller Adern/ glaͤntzig und ein wenig wollicht/
in der Mitten waͤchſt ein gerader/ runder/ ſtarcker und
bloſſer Stengel ohne Blaͤtter/ doch etwas haͤricht/ auf
welchem zu Ende des Mayens und im Brachmonat
ſchoͤne purpurrothe Roͤslein ſich erzeigen/ ſchier wie die
kleinen Gloͤcklein/ doch auch etlichermaſſen den Schluͤſ-
ſelblumen und auriculæ urſinæ nachahmende/ inwen-
dig am Boden ſind ſie weißlicht/ daraus wachſen kleine
gelbe Faͤſeln/ ſind eines lieblichen und angenehmen Ge-
ruchs.

[Spaltenumbruch]

Waͤchſet gern in den hohen Alpen und Gebuͤrgen/
wollen einen kuͤhlen ſteinicht- und ſchattichten Grund/
und moͤgen die Hitze nicht leiden; ſoll ein treffliches
Wundkraut ſeyn. Das Kraut geſtoſſen und aufgelegt/
oder den daraus gepreſſten Safft eingetraͤufft/ auch mit
darinn genetzten Tuͤchlein uͤberlegt; auch ſagen (nach
Tabernæmontani Zeugnus) die Hirten/ daß es fuͤrtreff-
lich gut ſey wider die Huſten der Schaaf und des Rind-
viehes/ das Kraut gepulvert und mit Saltz fuͤrgegeben/
ſoll auch das friſch zerſchnittene und den Pferden unter
anderm Futter fuͤrgegebene Kraͤutlein/ ihnen fuͤr das
Keuchen und ſchweren Athem gut ſeyn.

Saponaria, Seiffenkraut/ ſoll den Nahmen daher
haben/ weil die gemeinen Leute das wilde/ an ſtatt der
Seiffen zu Saͤuberung ihres Leingewands/ gebrauchen/
in die Gaͤrten aber wird allein das gefuͤllte gebracht/ das
rothgefuͤllte iſt etwas gemeiner und daurhaffter/ das
weiſſe aber ſeltener/ und bedarff beſſere Obſicht/ waͤch-
ſet zimlich hoch/ mit einem wollichten Stengel/ der viel
Nebenaͤſtlein und laͤnglichte/ an den aͤuſſerſten Enden
ſchmale/ und in der Mitten breitere Blaͤtter hat/ iſt hi-
tzig und trockener Eigenſchafft/ erwaͤrmet/ zertreibet/ rei-
niget/ oͤffnet/ macht duͤnn/ und foͤrdert den Schweiß.
Jn gutem Grunde ſetzt es haͤuffig zu/ im Fruͤling kan
man die Stoͤcke zertheilen und weiter ſetzen.

Petrus Borellus ſchreibt in ſeinen Obſervationibus
Medico-Phyſicis obſervat.
18. daß der gepulverte
Saame vom Seiffenkraut einmal im Monat/ und drey-
mal nacheinander allzeit im Neumonden einer drachma
ſchwer genommen/ die Frayß und hinſallende Kranck-
heit/ wo nicht gar ausreute/ doch alle Krafft dieſer
Kranckheit nehme und bezaͤhme/ und er habe es ſelbſt an
ſeiner Tochter/ die 25 Jahr alt war/ cum felici ſuc-
ceſſu
probirt.

Cap. XCVI.
Smilax aſpera,
Strohblumen/ Trachelium ſeu Cervicaria.
[Spaltenumbruch]

SMilax aſpera, ſtechende Winde. Viel ſind/ die diß
Gewaͤchs/ als eine Gattung der Salſaparilla, und
nicht von viel ungleicher Wirckung halten/ ja daß ſie
einerley Geſtalt und Wirckung habe/ wie Lucas Chi-
nus, Gabriel Fallopius
und andere bezeugen. Davon
der erſte etliche Proben gethan hat/ wie Matthiolus lib.
1. Dioſcoridis. cap.
111. ſchreibet.

Hat Blaͤtter wie der Wald-Epheu/ doch etwas
laͤnglichter/ welche auf der auswendigen Seiten in der
Mitten ſtachlicht ſind/ auch ſtachlichte Rebenhaben/ wie
die Brombeeren/ windet ſich um die Baͤume/ und ſteigt
biß auf den oͤberſten Gipffel/ bekommen weiſſe wolrie-
chende Gloͤcklein-Bluͤmlein/ aus welchen rothe Beer-
[Spaltenumbruch] lein werden/ ſind auch theils/ die weißgefleckte Blaͤtter
haben/ etliche tragen auch ſchwartze Beerlein/ und eine
Art dieſes Gewaͤchſes hat glatte Blaͤtter ohne Stachel/
ſie bluͤhen im Mayen/ die Frucht zeitigt im Herbſt/ die
Beer ſind am Geſchmack ſcharff/ wachſengern an rau-
hen ſuͤmpfigen Orten.

Plinius und Dioſcorides melden/ daß es ſo bewaͤhrt
wider den Gifft ſey/ daß/ wann man einem jungen Kind
gleich nach der Geburt den Safft von den Beerlein ein-
ſtoſſe/ oder Pulverweiſe in geringem Gewicht gebe/ ſolle
ihnen ihr gantzes Leben durch/ kein Gifft nicht ſchaden;
ſolches Pulvers 12/ oder 16 gran in Wein getrun-

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[678[676]/0714] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens in deſſen Ermanglung mit groſſem Nutzen/ wie Duran- tes ſagt/ dafuͤr gebraucht werden/ macht Nieſen/ daher es auch Sternutamentaria oder Sternutaria von etlichen genennet wird. Bringt eine zierliche Blume/ liechtbraun oder Pferſichbluͤhefarb/ wird im April angeſaͤet/ und ver- mehret ſich hernach ſelbſt/ waͤchſt gerne auf bergichten und ſteinichten Gruͤnden/ daher nimmt es im Garten bald verlieb/ iſt hitzig im andern/ und trocken im dritten Grad. Das Pulver von dem gedoͤrrten Kraut in die Naſen gethan/ machet nieſen. Die Wurtzen im Munde gekaͤuet/ mildert die Zahnſchmertzen. Cap. XCV. Ranunculus hortenſis, Sanicula montana und Saponaria. RAnunculus dulcis hortenſis, der gelb-gefuͤllte Hanenfuß/ wird ins gemein in Oeſterreich Ruck- herzu genennet/ iſt von zweyerley Gattungen/ nie- drig und etwas hoͤher/ hat ſchoͤne liechtgelbe glitzerende Blumen/ als waͤren ſie geſchmeltzt/ bedarff auch keiner ſo ſtarcken und muͤhſamen Wartung/ als die andern Ranunculen/ deren droben gedacht worden. Sind keiner ſo brennenden Natur/ ſondern ſchaden nichts/ auch in dem Leib gebraucht/ daher die wilden und einfachen von den Bauren Schmaltzblumen genen- net ſind/ weil/ ihrer Meynung nach/ die Kuͤhe ſehr viel Milch geben/ und viel Schmaltz daher zu ſammlen hof- fen; hat zwar ein Kraut/ wie der beiſſende Hanenfuß/ brennt aber nicht alſo auf der Zungen; wann es in den Gaͤrten einen guten feuchten Grund findet/ ſetzet es ſehr zu/ und mag durch Zertheilung der Stoͤcke leicht gemeh- ret werden. Sanicula montana, Berg-Sanickel/ hat kleine ſchwartzgraulichte Wurtzen/ ſchier wie ſchwartze Nieß- wurtz/ davon wachſen (wie Tabernæmontanus ſagt) im Fruͤling herfuͤr viel runder/ eckichter/ dicker Blaͤtter/ jedes an ſeinem beſondern Stiel/ die Blaͤtter ſind in viel kleine Einſchnitt abgetheilt/ und darzwiſchen zer- kerbt/ oben voller Adern/ glaͤntzig und ein wenig wollicht/ in der Mitten waͤchſt ein gerader/ runder/ ſtarcker und bloſſer Stengel ohne Blaͤtter/ doch etwas haͤricht/ auf welchem zu Ende des Mayens und im Brachmonat ſchoͤne purpurrothe Roͤslein ſich erzeigen/ ſchier wie die kleinen Gloͤcklein/ doch auch etlichermaſſen den Schluͤſ- ſelblumen und auriculæ urſinæ nachahmende/ inwen- dig am Boden ſind ſie weißlicht/ daraus wachſen kleine gelbe Faͤſeln/ ſind eines lieblichen und angenehmen Ge- ruchs. Waͤchſet gern in den hohen Alpen und Gebuͤrgen/ wollen einen kuͤhlen ſteinicht- und ſchattichten Grund/ und moͤgen die Hitze nicht leiden; ſoll ein treffliches Wundkraut ſeyn. Das Kraut geſtoſſen und aufgelegt/ oder den daraus gepreſſten Safft eingetraͤufft/ auch mit darinn genetzten Tuͤchlein uͤberlegt; auch ſagen (nach Tabernæmontani Zeugnus) die Hirten/ daß es fuͤrtreff- lich gut ſey wider die Huſten der Schaaf und des Rind- viehes/ das Kraut gepulvert und mit Saltz fuͤrgegeben/ ſoll auch das friſch zerſchnittene und den Pferden unter anderm Futter fuͤrgegebene Kraͤutlein/ ihnen fuͤr das Keuchen und ſchweren Athem gut ſeyn. Saponaria, Seiffenkraut/ ſoll den Nahmen daher haben/ weil die gemeinen Leute das wilde/ an ſtatt der Seiffen zu Saͤuberung ihres Leingewands/ gebrauchen/ in die Gaͤrten aber wird allein das gefuͤllte gebracht/ das rothgefuͤllte iſt etwas gemeiner und daurhaffter/ das weiſſe aber ſeltener/ und bedarff beſſere Obſicht/ waͤch- ſet zimlich hoch/ mit einem wollichten Stengel/ der viel Nebenaͤſtlein und laͤnglichte/ an den aͤuſſerſten Enden ſchmale/ und in der Mitten breitere Blaͤtter hat/ iſt hi- tzig und trockener Eigenſchafft/ erwaͤrmet/ zertreibet/ rei- niget/ oͤffnet/ macht duͤnn/ und foͤrdert den Schweiß. Jn gutem Grunde ſetzt es haͤuffig zu/ im Fruͤling kan man die Stoͤcke zertheilen und weiter ſetzen. Petrus Borellus ſchreibt in ſeinen Obſervationibus Medico-Phyſicis obſervat. 18. daß der gepulverte Saame vom Seiffenkraut einmal im Monat/ und drey- mal nacheinander allzeit im Neumonden einer drachma ſchwer genommen/ die Frayß und hinſallende Kranck- heit/ wo nicht gar ausreute/ doch alle Krafft dieſer Kranckheit nehme und bezaͤhme/ und er habe es ſelbſt an ſeiner Tochter/ die 25 Jahr alt war/ cum felici ſuc- ceſſu probirt. Cap. XCVI. Smilax aſpera, Strohblumen/ Trachelium ſeu Cervicaria. SMilax aſpera, ſtechende Winde. Viel ſind/ die diß Gewaͤchs/ als eine Gattung der Salſaparilla, und nicht von viel ungleicher Wirckung halten/ ja daß ſie einerley Geſtalt und Wirckung habe/ wie Lucas Chi- nus, Gabriel Fallopius und andere bezeugen. Davon der erſte etliche Proben gethan hat/ wie Matthiolus lib. 1. Dioſcoridis. cap. 111. ſchreibet. Hat Blaͤtter wie der Wald-Epheu/ doch etwas laͤnglichter/ welche auf der auswendigen Seiten in der Mitten ſtachlicht ſind/ auch ſtachlichte Rebenhaben/ wie die Brombeeren/ windet ſich um die Baͤume/ und ſteigt biß auf den oͤberſten Gipffel/ bekommen weiſſe wolrie- chende Gloͤcklein-Bluͤmlein/ aus welchen rothe Beer- lein werden/ ſind auch theils/ die weißgefleckte Blaͤtter haben/ etliche tragen auch ſchwartze Beerlein/ und eine Art dieſes Gewaͤchſes hat glatte Blaͤtter ohne Stachel/ ſie bluͤhen im Mayen/ die Frucht zeitigt im Herbſt/ die Beer ſind am Geſchmack ſcharff/ wachſengern an rau- hen ſuͤmpfigen Orten. Plinius und Dioſcorides melden/ daß es ſo bewaͤhrt wider den Gifft ſey/ daß/ wann man einem jungen Kind gleich nach der Geburt den Safft von den Beerlein ein- ſtoſſe/ oder Pulverweiſe in geringem Gewicht gebe/ ſolle ihnen ihr gantzes Leben durch/ kein Gifft nicht ſchaden; ſolches Pulvers 12/ oder 16 gran in Wein getrun- cken/

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 678[676]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/714>, abgerufen am 20.10.2019.