Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

Bild:
<< vorherige Seite

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] Fluß ziehet/ Wasser schöpffen/ und/ wann sie in die Höhe
kommen/ und das Rad sich wieder abwerts neiget/ ihr
geschöpfftes Wasser in eine ziemlich weit ausgehauene
untergelegte Rinnen ausgiessen/ und also/ so viel man
bedarff/ Wasser zuführen. Der Platz/ wo man bleichet/
kan mit zwey oder drey Gräblein/ darinnen auf zwantzig
Schritt/ mehr oder weniger voneinander/ allzeit ein mit
Holtz ausgefütterter Kalter ist/ darein sich das Wasser
sammlet; und daraus man mit Schapffen die Bleich zum
Genügen versehen kan. Die Räder sind also formirt/
daß man sie Winters-Zeit/ oder wann man nicht mehr
bleichet/ mit grossen Ketten von dem Strom aufwerts
ziehen/ und sie also vor der Fäule/ oder in Wassergüssen/
und Eys-Rinnen/ desto länger und beständiger erhal-
ten kan. Gleich dabey ist/ hart innerhalb der Räder/
eine grosse wolgedeckte und verwahrte Hütten/ wie eine
Scheuren/ dardurch die Wasser-Rinnen auf die
Bleich-Statt gerichtet sind; und an dem Wellbaum
[Spaltenumbruch] des Wasser-Rades/ inwendig/ hat es zween Hebarmen/
die man auf die Stampff richten kan/ daß sie solche auf-
heben/ und wieder in ein rund-ausgehauen Loch/ so in
Eychenem Holtz glatt ausgearbeitet ist/ fallen lassen/ da-
bey sie die Leinwath walcken und stampffen können/ daß
sie sich desto eher bleichen lässet. Gleich dabey hats auch
einen grossen/ Manns-tieffen/ viereckichten/ mit Holtz
ausgetäfelten Behalter/ darinn sie die Bleich und andere
Wäsche/ wann ungestümm Wetter ist/ bequem und
wol waschen können. Wer mehr von dergleichen Be-
quemlichkeiten/ vom Schöpff-Werck/ Pompen/ Was-
ser-Künsten/ Druck-Werck/ Kugel-Wercken/ Was-
ser-Sprützen und dergleichen haben will/ der besehe öff-
ters-ernennten Jacobum de Strada, vornemlich aber
Herrn Böcklern in seinem Theatro oder Schau-Platz
der Mechanischen Künsten/ von Mühl- und Wasser-
Wercken.

Cap. LXXIV.
Von Saliter-Hütten und Pulver-Mählen.
[Spaltenumbruch]

DJe Natur hat ihre unterschiedene Gaben und
Geschencke nie einem Grund und Erdreich allein
ertheilet/ darum/ daß durch diese GOttes wun-
dersame Oeconomia erkennet und gepriesen/ auch weil
immer ein Ort/ eine Gegend/ eine Landschafft der
andern bedörfftig/ also die Christliche Lieb und Ei-
nigkeit desto besser fortgepflantzt und unterhalten würde.
Ein Land hat schöne/ ebene/ fruchtbare Korn-Felder/ das
andere Fisch-reiche Flüsse/ Seen und Bäche/ das dritte
grosse und weite Gehöltze/ das vierdte hohe Gebürge/ Fel-
sen und Klippen; damit kan eines dem andern Korn/
Waitz und Früchte/ jenes hinwieder Fische/ Krebsen/
und allerley Kauffmanns-Wahren auf den Strömen
hin und her; dieses allerhand Wildpret und Holtz zum
Gebrauch der Arbeit und des Feuers; jenes aber aller-
hand Steine/ Märbel/ Mineralien und Metallen Wech-
selweise mittheilen/ und heisset/ wie der Poet recht saget:

Heic segetes, illic veniunt felicius uvae,
Arborei foetus alibi, atque injussa virescunt
Gramina.

Ja auch gar an öden/ und/ dem Schein nach/ unfrucht-
baren Orten/ gibt nichts destoweniger die gutthätige
Mutter die Natur/ Sachen herfür/ dadurch sich ein fleis-
siger Wirth samt den Seinen erhalten kan. Bißher
haben wir der trächtigen Wasser-reichen Ort gedacht/
jetzt wollen wir der wüsten und fruchtlosen gedencken/ und
erstlich vom Saliter anfangen/ welcher entweder von
Natur wächst/ oder durch Kunst gezeuget wird. Herr
Harsdörffer im dritten Tomo seiner Philosophischen
und Mathematischen Erquick-Stunden im neundten
Theil/ in der 19. Frage/ berichtet/ wie ein Gewölb zu
machen/ darinnen der Saliter wachse/ nemlich also:
Den Mauer-Kalch/ damit das Gewölb soll gemauret
werden/ muß man bereiten von ungeleschten Kalch/ mit
Regen-Wasser angefeuchtet/ das mit dem Nordwind
gefallen ist/ 3. Theil Kalch/ Schafs-Harn 1. Theil/
Schaf-Mist 3. Theil/ alles wol durcheinander ge-
schlagen/ und mit gemeinem Saltz besprenget/ damit das
Gewölb 2. Stein dick gemauret/ und vier Elen hoch zu-
geschlossen/ so lang mans bauen will. Ober dem Ge-
[Spaltenumbruch] wölbe macht man einen Garten/ von guter Salpeter-
Erden/ den besamet man nach Belieben/ und wann der
Mond im Zunehmen/ besprenget man den Garten mit
vorgesammleten Regen-Wasser/ das mit dem Nordwind
gefallen ist/ wie gesagt/ mit Salpeter-Laugen und
Schafs-Harn vermischet; thut man solches alle 14
Tage/ so wächset der Salpeter in dem Gewölbe/ wie
etliche die Probe gethan. Hactenus ille. Es hatt man-
ches Erdreich solche Eigenschafft/ daß es viel Saliter in
sich führet; und wiewol man vor diesen geglaubt/ das eini-
ge Egypten bringe aus dem Sand des Nili ihr Nitrum
herfür/ so befindet man doch jetzt/ daß er fast allenthalben
zu finden/ er wächset gern in Häusern/ Kellern/ und Stäl-
len/ wo der Grund dürr und trocken ist/ auch an den
Orten/ wo von dem Geflügel/ sonderlich von den Tauben
der Mist hin geworffen/ oder wo viel Harm hinkommt/
nicht daß solches in Saliter sich solle verkehren; sondern
ihre faulende Wärme gibt darzu Ursach/ wie auch in den
Kellern/ die ausdünstenden Geister/ sonderlich des neuen
sehr gierenden Mostes; und wird nicht allein in der Er-
den/ sondern auch in den Wassern/ und theils Brunnen
gefunden. Ja er dissipirt und zertheilt sich gar in die
Lufft/ und schwängert und impraegnirt dieselbe/ also daß
(nach etlicher Meinung) die meisten Meteora davon
entspringen sollen. Wer nun einen Ort hat/ wo er Sali-
ter verhanden zu seyn vermuthet/ und man vorhero den
Grund mit einem wenigen probirt und also befunden
hat/ der nimmt hernach ein Geschirr/ wie ein halb von
einander getheiltes Faß/ das unten eine Pippen zum Ab-
lassen habe/ die muß mit Heu inwendig im Geschirr wol
umlegt seyn/ damit die Erden den Auslauff nicht verhin-
dere; dieses Geschirr nun/ fülle Morgen frühe mit sol-
cher Erden schier voll; gieß darnach so viel Wasser dar-
auf/ als in das Geschirr kommen kan/ laß es also einen
gantzen Tag über stehen/ des Nachts aber eröffne die
vorgemeldte Pippen nur ein wenig/ damit das Wasser
daraus in ein untergesetztes Geschirr gemach und
Tröpffelweise ausfliessen möge; dieser Liquor muß bey
einem Feuer/ in einem kleinen Ofen/ biß auf die Helffte
eingesotten/ und dieser also warm wider in ein anders

Geschirr/

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] Fluß ziehet/ Waſſer ſchoͤpffen/ und/ wann ſie in die Hoͤhe
kommen/ und das Rad ſich wieder abwerts neiget/ ihr
geſchoͤpfftes Waſſer in eine ziemlich weit ausgehauene
untergelegte Rinnen ausgieſſen/ und alſo/ ſo viel man
bedarff/ Waſſer zufuͤhren. Der Platz/ wo man bleichet/
kan mit zwey oder drey Graͤblein/ darinnen auf zwantzig
Schritt/ mehr oder weniger voneinander/ allzeit ein mit
Holtz ausgefuͤtterter Kalter iſt/ darein ſich das Waſſer
ſam̃let; und daraus man mit Schapffen die Bleich zum
Genuͤgen verſehen kan. Die Raͤder ſind alſo formirt/
daß man ſie Winters-Zeit/ oder wann man nicht mehr
bleichet/ mit groſſen Ketten von dem Strom aufwerts
ziehen/ und ſie alſo vor der Faͤule/ oder in Waſſerguͤſſen/
und Eys-Rinnen/ deſto laͤnger und beſtaͤndiger erhal-
ten kan. Gleich dabey iſt/ hart innerhalb der Raͤder/
eine groſſe wolgedeckte und verwahrte Huͤtten/ wie eine
Scheuren/ dardurch die Waſſer-Rinnen auf die
Bleich-Statt gerichtet ſind; und an dem Wellbaum
[Spaltenumbruch] des Waſſer-Rades/ inwendig/ hat es zween Hebarmen/
die man auf die Stampff richten kan/ daß ſie ſolche auf-
heben/ und wieder in ein rund-ausgehauen Loch/ ſo in
Eychenem Holtz glatt ausgearbeitet iſt/ fallen laſſen/ da-
bey ſie die Leinwath walcken und ſtampffen koͤnnen/ daß
ſie ſich deſto eher bleichen laͤſſet. Gleich dabey hats auch
einen groſſen/ Manns-tieffen/ viereckichten/ mit Holtz
ausgetaͤfelten Behalter/ darinn ſie die Bleich und andere
Waͤſche/ wann ungeſtuͤmm Wetter iſt/ bequem und
wol waſchen koͤnnen. Wer mehr von dergleichen Be-
quemlichkeiten/ vom Schoͤpff-Werck/ Pompen/ Waſ-
ſer-Kuͤnſten/ Druck-Werck/ Kugel-Wercken/ Waſ-
ſer-Spruͤtzen und dergleichen haben will/ der beſehe oͤff-
ters-ernennten Jacobum de Strada, vornemlich aber
Herrn Boͤcklern in ſeinem Theatro oder Schau-Platz
der Mechaniſchen Kuͤnſten/ von Muͤhl- und Waſſer-
Wercken.

Cap. LXXIV.
Von Saliter-Huͤtten und Pulver-Maͤhlen.
[Spaltenumbruch]

DJe Natur hat ihre unterſchiedene Gaben und
Geſchencke nie einem Grund und Erdreich allein
ertheilet/ darum/ daß durch dieſe GOttes wun-
derſame Oeconomia erkennet und geprieſen/ auch weil
immer ein Ort/ eine Gegend/ eine Landſchafft der
andern bedoͤrfftig/ alſo die Chriſtliche Lieb und Ei-
nigkeit deſto beſſer fortgepflantzt und unterhalten wuͤrde.
Ein Land hat ſchoͤne/ ebene/ fruchtbare Korn-Felder/ das
andere Fiſch-reiche Fluͤſſe/ Seen und Baͤche/ das dritte
groſſe und weite Gehoͤltze/ das vierdte hohe Gebuͤrge/ Fel-
ſen und Klippen; damit kan eines dem andern Korn/
Waitz und Fruͤchte/ jenes hinwieder Fiſche/ Krebſen/
und allerley Kauffmanns-Wahren auf den Stroͤmen
hin und her; dieſes allerhand Wildpret und Holtz zum
Gebrauch der Arbeit und des Feuers; jenes aber aller-
hand Steine/ Maͤrbel/ Mineralien und Metallen Wech-
ſelweiſe mittheilen/ und heiſſet/ wie der Poet recht ſaget:

Hîc ſegetes, illic veniunt felicius uvæ,
Arborei fœtus alibi, atquè injuſſa virescunt
Gramina.

Ja auch gar an oͤden/ und/ dem Schein nach/ unfrucht-
baren Orten/ gibt nichts deſtoweniger die gutthaͤtige
Mutter die Natur/ Sachen herfuͤr/ dadurch ſich ein fleiſ-
ſiger Wirth ſamt den Seinen erhalten kan. Bißher
haben wir der traͤchtigen Waſſer-reichen Ort gedacht/
jetzt wollen wir der wuͤſten und fruchtloſen gedencken/ und
erſtlich vom Saliter anfangen/ welcher entweder von
Natur waͤchſt/ oder durch Kunſt gezeuget wird. Herr
Harsdoͤrffer im dritten Tomo ſeiner Philoſophiſchen
und Mathematiſchen Erquick-Stunden im neundten
Theil/ in der 19. Frage/ berichtet/ wie ein Gewoͤlb zu
machen/ darinnen der Saliter wachſe/ nemlich alſo:
Den Mauer-Kalch/ damit das Gewoͤlb ſoll gemauret
werden/ muß man bereiten von ungeleſchten Kalch/ mit
Regen-Waſſer angefeuchtet/ das mit dem Nordwind
gefallen iſt/ 3. Theil Kalch/ Schafs-Harn 1. Theil/
Schaf-Miſt 3. Theil/ alles wol durcheinander ge-
ſchlagen/ und mit gemeinem Saltz beſprenget/ damit das
Gewoͤlb 2. Stein dick gemauret/ und vier Elen hoch zu-
geſchloſſen/ ſo lang mans bauen will. Ober dem Ge-
[Spaltenumbruch] woͤlbe macht man einen Garten/ von guter Salpeter-
Erden/ den beſamet man nach Belieben/ und wann der
Mond im Zunehmen/ beſprenget man den Garten mit
vorgeſam̃leten Regen-Waſſer/ das mit dem Nordwind
gefallen iſt/ wie geſagt/ mit Salpeter-Laugen und
Schafs-Harn vermiſchet; thut man ſolches alle 14
Tage/ ſo waͤchſet der Salpeter in dem Gewoͤlbe/ wie
etliche die Probe gethan. Hactenus ille. Es hatt man-
ches Erdreich ſolche Eigenſchafft/ daß es viel Saliter in
ſich fuͤhret; und wiewol man vor dieſen geglaubt/ das eini-
ge Egypten bringe aus dem Sand des Nili ihr Nitrum
herfuͤr/ ſo befindet man doch jetzt/ daß er faſt allenthalben
zu finden/ er waͤchſet gern in Haͤuſern/ Kellern/ und Staͤl-
len/ wo der Grund duͤrr und trocken iſt/ auch an den
Orten/ wo von dem Gefluͤgel/ ſonderlich von den Tauben
der Miſt hin geworffen/ oder wo viel Harm hinkommt/
nicht daß ſolches in Saliter ſich ſolle verkehren; ſondern
ihre faulende Waͤrme gibt darzu Urſach/ wie auch in den
Kellern/ die ausduͤnſtenden Geiſter/ ſonderlich des neuen
ſehr gierenden Moſtes; und wird nicht allein in der Er-
den/ ſondern auch in den Waſſern/ und theils Brunnen
gefunden. Ja er diſſipirt und zertheilt ſich gar in die
Lufft/ und ſchwaͤngert und imprægnirt dieſelbe/ alſo daß
(nach etlicher Meinung) die meiſten Meteora davon
entſpringen ſollen. Wer nun einen Ort hat/ wo er Sali-
ter verhanden zu ſeyn vermuthet/ und man vorhero den
Grund mit einem wenigen probirt und alſo befunden
hat/ der nimmt hernach ein Geſchirr/ wie ein halb von
einander getheiltes Faß/ das unten eine Pippen zum Ab-
laſſen habe/ die muß mit Heu inwendig im Geſchirr wol
umlegt ſeyn/ damit die Erden den Auslauff nicht verhin-
dere; dieſes Geſchirr nun/ fuͤlle Morgen fruͤhe mit ſol-
cher Erden ſchier voll; gieß darnach ſo viel Waſſer dar-
auf/ als in das Geſchirr kommen kan/ laß es alſo einen
gantzen Tag uͤber ſtehen/ des Nachts aber eroͤffne die
vorgemeldte Pippen nur ein wenig/ damit das Waſſer
daraus in ein untergeſetztes Geſchirr gemach und
Troͤpffelweiſe ausflieſſen moͤge; dieſer Liquor muß bey
einem Feuer/ in einem kleinen Ofen/ biß auf die Helffte
eingeſotten/ und dieſer alſo warm wider in ein anders

Geſchirr/
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0092" n="74"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Des Adelichen Land- und Feld-Lebens</hi></fw><lb/><cb/>
Fluß ziehet/ Wa&#x017F;&#x017F;er &#x017F;cho&#x0364;pffen/ und/ wann &#x017F;ie in die Ho&#x0364;he<lb/>
kommen/ und das Rad &#x017F;ich wieder abwerts neiget/ ihr<lb/>
ge&#x017F;cho&#x0364;pfftes Wa&#x017F;&#x017F;er in eine ziemlich weit ausgehauene<lb/>
untergelegte Rinnen ausgie&#x017F;&#x017F;en/ und al&#x017F;o/ &#x017F;o viel man<lb/>
bedarff/ Wa&#x017F;&#x017F;er zufu&#x0364;hren. Der Platz/ wo man bleichet/<lb/>
kan mit zwey oder drey Gra&#x0364;blein/ darinnen auf zwantzig<lb/>
Schritt/ mehr oder weniger voneinander/ allzeit ein mit<lb/>
Holtz ausgefu&#x0364;tterter Kalter i&#x017F;t/ darein &#x017F;ich das Wa&#x017F;&#x017F;er<lb/>
&#x017F;am&#x0303;let; und daraus man mit Schapffen die Bleich zum<lb/>
Genu&#x0364;gen ver&#x017F;ehen kan. Die Ra&#x0364;der &#x017F;ind al&#x017F;o formirt/<lb/>
daß man &#x017F;ie Winters-Zeit/ oder wann man nicht mehr<lb/>
bleichet/ mit gro&#x017F;&#x017F;en Ketten von dem Strom aufwerts<lb/>
ziehen/ und &#x017F;ie al&#x017F;o vor der Fa&#x0364;ule/ oder in Wa&#x017F;&#x017F;ergu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
und Eys-Rinnen/ de&#x017F;to la&#x0364;nger und be&#x017F;ta&#x0364;ndiger erhal-<lb/>
ten kan. Gleich dabey i&#x017F;t/ hart innerhalb der Ra&#x0364;der/<lb/>
eine gro&#x017F;&#x017F;e wolgedeckte und verwahrte Hu&#x0364;tten/ wie eine<lb/>
Scheuren/ dardurch die Wa&#x017F;&#x017F;er-Rinnen auf die<lb/>
Bleich-Statt gerichtet &#x017F;ind; und an dem Wellbaum<lb/><cb/>
des Wa&#x017F;&#x017F;er-Rades/ inwendig/ hat es zween Hebarmen/<lb/>
die man auf die Stampff richten kan/ daß &#x017F;ie &#x017F;olche auf-<lb/>
heben/ und wieder in ein rund-ausgehauen Loch/ &#x017F;o in<lb/>
Eychenem Holtz glatt ausgearbeitet i&#x017F;t/ fallen la&#x017F;&#x017F;en/ da-<lb/>
bey &#x017F;ie die Leinwath walcken und &#x017F;tampffen ko&#x0364;nnen/ daß<lb/>
&#x017F;ie &#x017F;ich de&#x017F;to eher bleichen la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et. Gleich dabey hats auch<lb/>
einen gro&#x017F;&#x017F;en/ Manns-tieffen/ viereckichten/ mit Holtz<lb/>
ausgeta&#x0364;felten Behalter/ darinn &#x017F;ie die Bleich und andere<lb/>
Wa&#x0364;&#x017F;che/ wann unge&#x017F;tu&#x0364;mm Wetter i&#x017F;t/ bequem und<lb/>
wol wa&#x017F;chen ko&#x0364;nnen. Wer mehr von dergleichen Be-<lb/>
quemlichkeiten/ vom Scho&#x0364;pff-Werck/ Pompen/ Wa&#x017F;-<lb/>
&#x017F;er-Ku&#x0364;n&#x017F;ten/ Druck-Werck/ Kugel-Wercken/ Wa&#x017F;-<lb/>
&#x017F;er-Spru&#x0364;tzen und dergleichen haben will/ der be&#x017F;ehe o&#x0364;ff-<lb/>
ters-ernennten <hi rendition="#aq">Jacobum de Strada,</hi> vornemlich aber<lb/>
Herrn Bo&#x0364;cklern in &#x017F;einem <hi rendition="#aq">Theatro</hi> oder Schau-Platz<lb/>
der Mechani&#x017F;chen Ku&#x0364;n&#x017F;ten/ von Mu&#x0364;hl- und Wa&#x017F;&#x017F;er-<lb/>
Wercken.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Cap.</hi> LXXIV.</hi> </hi><lb/> <hi rendition="#fr">Von Saliter-Hu&#x0364;tten und Pulver-Ma&#x0364;hlen.</hi> </head><lb/>
            <cb/>
            <p><hi rendition="#in">D</hi>Je Natur hat ihre unter&#x017F;chiedene Gaben und<lb/>
Ge&#x017F;chencke nie einem Grund und Erdreich allein<lb/>
ertheilet/ darum/ daß durch die&#x017F;e GOttes wun-<lb/>
der&#x017F;ame <hi rendition="#aq">Oeconomia</hi> erkennet und geprie&#x017F;en/ auch weil<lb/>
immer ein Ort/ eine Gegend/ eine Land&#x017F;chafft der<lb/>
andern bedo&#x0364;rfftig/ al&#x017F;o die Chri&#x017F;tliche Lieb und Ei-<lb/>
nigkeit de&#x017F;to be&#x017F;&#x017F;er fortgepflantzt und unterhalten wu&#x0364;rde.<lb/>
Ein Land hat &#x017F;cho&#x0364;ne/ ebene/ fruchtbare Korn-Felder/ das<lb/>
andere Fi&#x017F;ch-reiche Flu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e/ Seen und Ba&#x0364;che/ das dritte<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;e und weite Geho&#x0364;ltze/ das vierdte hohe Gebu&#x0364;rge/ Fel-<lb/>
&#x017F;en und Klippen; damit kan eines dem andern Korn/<lb/>
Waitz und Fru&#x0364;chte/ jenes hinwieder Fi&#x017F;che/ Kreb&#x017F;en/<lb/>
und allerley Kauffmanns-Wahren auf den Stro&#x0364;men<lb/>
hin und her; die&#x017F;es allerhand Wildpret und Holtz zum<lb/>
Gebrauch der Arbeit und des Feuers; jenes aber aller-<lb/>
hand Steine/ Ma&#x0364;rbel/ Mineralien und Metallen Wech-<lb/>
&#x017F;elwei&#x017F;e mittheilen/ und hei&#x017F;&#x017F;et/ wie der Poet recht &#x017F;aget:</p><lb/>
            <cit>
              <quote> <hi rendition="#aq">Hîc &#x017F;egetes, illic veniunt felicius uvæ,<lb/>
Arborei f&#x0153;tus alibi, atquè inju&#x017F;&#x017F;a virescunt<lb/>
Gramina.</hi> </quote>
            </cit><lb/>
            <p>Ja auch gar an o&#x0364;den/ und/ dem Schein nach/ unfrucht-<lb/>
baren Orten/ gibt nichts de&#x017F;toweniger die guttha&#x0364;tige<lb/>
Mutter die Natur/ Sachen herfu&#x0364;r/ dadurch &#x017F;ich ein flei&#x017F;-<lb/>
&#x017F;iger Wirth &#x017F;amt den Seinen erhalten kan. Bißher<lb/>
haben wir der tra&#x0364;chtigen Wa&#x017F;&#x017F;er-reichen Ort gedacht/<lb/>
jetzt wollen wir der wu&#x0364;&#x017F;ten und fruchtlo&#x017F;en gedencken/ und<lb/>
er&#x017F;tlich vom Saliter anfangen/ welcher entweder von<lb/>
Natur wa&#x0364;ch&#x017F;t/ oder durch Kun&#x017F;t gezeuget wird. Herr<lb/>
Harsdo&#x0364;rffer im dritten <hi rendition="#aq">Tomo</hi> &#x017F;einer Philo&#x017F;ophi&#x017F;chen<lb/>
und Mathemati&#x017F;chen Erquick-Stunden im neundten<lb/>
Theil/ in der 19. Frage/ berichtet/ wie ein Gewo&#x0364;lb zu<lb/>
machen/ darinnen der Saliter wach&#x017F;e/ nemlich al&#x017F;o:<lb/>
Den Mauer-Kalch/ damit das Gewo&#x0364;lb &#x017F;oll gemauret<lb/>
werden/ muß man bereiten von ungele&#x017F;chten Kalch/ mit<lb/>
Regen-Wa&#x017F;&#x017F;er angefeuchtet/ das mit dem Nordwind<lb/>
gefallen i&#x017F;t/ 3. Theil Kalch/ Schafs-Harn 1. Theil/<lb/>
Schaf-Mi&#x017F;t 3. Theil/ alles wol durcheinander ge-<lb/>
&#x017F;chlagen/ und mit gemeinem Saltz be&#x017F;prenget/ damit das<lb/>
Gewo&#x0364;lb 2. Stein dick gemauret/ und vier Elen hoch zu-<lb/>
ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en/ &#x017F;o lang mans bauen will. Ober dem Ge-<lb/><cb/>
wo&#x0364;lbe macht man einen Garten/ von guter Salpeter-<lb/>
Erden/ den be&#x017F;amet man nach Belieben/ und wann der<lb/>
Mond im Zunehmen/ be&#x017F;prenget man den Garten mit<lb/>
vorge&#x017F;am&#x0303;leten Regen-Wa&#x017F;&#x017F;er/ das mit dem Nordwind<lb/>
gefallen i&#x017F;t/ wie ge&#x017F;agt/ mit Salpeter-Laugen und<lb/>
Schafs-Harn vermi&#x017F;chet; thut man &#x017F;olches alle 14<lb/>
Tage/ &#x017F;o wa&#x0364;ch&#x017F;et der Salpeter in dem Gewo&#x0364;lbe/ wie<lb/>
etliche die Probe gethan. <hi rendition="#aq">Hactenus ille.</hi> Es hatt man-<lb/>
ches Erdreich &#x017F;olche Eigen&#x017F;chafft/ daß es viel Saliter in<lb/>
&#x017F;ich fu&#x0364;hret; und wiewol man vor die&#x017F;en geglaubt/ das eini-<lb/>
ge Egypten bringe aus dem Sand des Nili ihr <hi rendition="#aq">Nitrum</hi><lb/>
herfu&#x0364;r/ &#x017F;o befindet man doch jetzt/ daß er fa&#x017F;t allenthalben<lb/>
zu finden/ er wa&#x0364;ch&#x017F;et gern in Ha&#x0364;u&#x017F;ern/ Kellern/ und Sta&#x0364;l-<lb/>
len/ wo der Grund du&#x0364;rr und trocken i&#x017F;t/ auch an den<lb/>
Orten/ wo von dem Geflu&#x0364;gel/ &#x017F;onderlich von den Tauben<lb/>
der Mi&#x017F;t hin geworffen/ oder wo viel Harm hinkommt/<lb/>
nicht daß &#x017F;olches in Saliter &#x017F;ich &#x017F;olle verkehren; &#x017F;ondern<lb/>
ihre faulende Wa&#x0364;rme gibt darzu Ur&#x017F;ach/ wie auch in den<lb/>
Kellern/ die ausdu&#x0364;n&#x017F;tenden Gei&#x017F;ter/ &#x017F;onderlich des neuen<lb/>
&#x017F;ehr gierenden Mo&#x017F;tes; und wird nicht allein in der Er-<lb/>
den/ &#x017F;ondern auch in den Wa&#x017F;&#x017F;ern/ und theils Brunnen<lb/>
gefunden. Ja er <hi rendition="#aq">di&#x017F;&#x017F;ipi</hi>rt und zertheilt &#x017F;ich gar in die<lb/>
Lufft/ und &#x017F;chwa&#x0364;ngert und <hi rendition="#aq">imprægni</hi>rt die&#x017F;elbe/ al&#x017F;o daß<lb/>
(nach etlicher Meinung) die mei&#x017F;ten <hi rendition="#aq">Meteora</hi> davon<lb/>
ent&#x017F;pringen &#x017F;ollen. Wer nun einen Ort hat/ wo er Sali-<lb/>
ter verhanden zu &#x017F;eyn vermuthet/ und man vorhero den<lb/>
Grund mit einem wenigen probirt und al&#x017F;o befunden<lb/>
hat/ der nimmt hernach ein Ge&#x017F;chirr/ wie ein halb von<lb/>
einander getheiltes Faß/ das unten eine Pippen zum Ab-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en habe/ die muß mit Heu inwendig im Ge&#x017F;chirr wol<lb/>
umlegt &#x017F;eyn/ damit die Erden den Auslauff nicht verhin-<lb/>
dere; die&#x017F;es Ge&#x017F;chirr nun/ fu&#x0364;lle Morgen fru&#x0364;he mit &#x017F;ol-<lb/>
cher Erden &#x017F;chier voll; gieß darnach &#x017F;o viel Wa&#x017F;&#x017F;er dar-<lb/>
auf/ als in das Ge&#x017F;chirr kommen kan/ laß es al&#x017F;o einen<lb/>
gantzen Tag u&#x0364;ber &#x017F;tehen/ des Nachts aber ero&#x0364;ffne die<lb/>
vorgemeldte Pippen nur ein wenig/ damit das Wa&#x017F;&#x017F;er<lb/>
daraus in ein unterge&#x017F;etztes Ge&#x017F;chirr gemach und<lb/>
Tro&#x0364;pffelwei&#x017F;e ausflie&#x017F;&#x017F;en mo&#x0364;ge; die&#x017F;er <hi rendition="#aq">Liquor</hi> muß bey<lb/>
einem Feuer/ in einem kleinen Ofen/ biß auf die Helffte<lb/>
einge&#x017F;otten/ und die&#x017F;er al&#x017F;o warm wider in ein anders<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Ge&#x017F;chirr/</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[74/0092] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens Fluß ziehet/ Waſſer ſchoͤpffen/ und/ wann ſie in die Hoͤhe kommen/ und das Rad ſich wieder abwerts neiget/ ihr geſchoͤpfftes Waſſer in eine ziemlich weit ausgehauene untergelegte Rinnen ausgieſſen/ und alſo/ ſo viel man bedarff/ Waſſer zufuͤhren. Der Platz/ wo man bleichet/ kan mit zwey oder drey Graͤblein/ darinnen auf zwantzig Schritt/ mehr oder weniger voneinander/ allzeit ein mit Holtz ausgefuͤtterter Kalter iſt/ darein ſich das Waſſer ſam̃let; und daraus man mit Schapffen die Bleich zum Genuͤgen verſehen kan. Die Raͤder ſind alſo formirt/ daß man ſie Winters-Zeit/ oder wann man nicht mehr bleichet/ mit groſſen Ketten von dem Strom aufwerts ziehen/ und ſie alſo vor der Faͤule/ oder in Waſſerguͤſſen/ und Eys-Rinnen/ deſto laͤnger und beſtaͤndiger erhal- ten kan. Gleich dabey iſt/ hart innerhalb der Raͤder/ eine groſſe wolgedeckte und verwahrte Huͤtten/ wie eine Scheuren/ dardurch die Waſſer-Rinnen auf die Bleich-Statt gerichtet ſind; und an dem Wellbaum des Waſſer-Rades/ inwendig/ hat es zween Hebarmen/ die man auf die Stampff richten kan/ daß ſie ſolche auf- heben/ und wieder in ein rund-ausgehauen Loch/ ſo in Eychenem Holtz glatt ausgearbeitet iſt/ fallen laſſen/ da- bey ſie die Leinwath walcken und ſtampffen koͤnnen/ daß ſie ſich deſto eher bleichen laͤſſet. Gleich dabey hats auch einen groſſen/ Manns-tieffen/ viereckichten/ mit Holtz ausgetaͤfelten Behalter/ darinn ſie die Bleich und andere Waͤſche/ wann ungeſtuͤmm Wetter iſt/ bequem und wol waſchen koͤnnen. Wer mehr von dergleichen Be- quemlichkeiten/ vom Schoͤpff-Werck/ Pompen/ Waſ- ſer-Kuͤnſten/ Druck-Werck/ Kugel-Wercken/ Waſ- ſer-Spruͤtzen und dergleichen haben will/ der beſehe oͤff- ters-ernennten Jacobum de Strada, vornemlich aber Herrn Boͤcklern in ſeinem Theatro oder Schau-Platz der Mechaniſchen Kuͤnſten/ von Muͤhl- und Waſſer- Wercken. Cap. LXXIV. Von Saliter-Huͤtten und Pulver-Maͤhlen. DJe Natur hat ihre unterſchiedene Gaben und Geſchencke nie einem Grund und Erdreich allein ertheilet/ darum/ daß durch dieſe GOttes wun- derſame Oeconomia erkennet und geprieſen/ auch weil immer ein Ort/ eine Gegend/ eine Landſchafft der andern bedoͤrfftig/ alſo die Chriſtliche Lieb und Ei- nigkeit deſto beſſer fortgepflantzt und unterhalten wuͤrde. Ein Land hat ſchoͤne/ ebene/ fruchtbare Korn-Felder/ das andere Fiſch-reiche Fluͤſſe/ Seen und Baͤche/ das dritte groſſe und weite Gehoͤltze/ das vierdte hohe Gebuͤrge/ Fel- ſen und Klippen; damit kan eines dem andern Korn/ Waitz und Fruͤchte/ jenes hinwieder Fiſche/ Krebſen/ und allerley Kauffmanns-Wahren auf den Stroͤmen hin und her; dieſes allerhand Wildpret und Holtz zum Gebrauch der Arbeit und des Feuers; jenes aber aller- hand Steine/ Maͤrbel/ Mineralien und Metallen Wech- ſelweiſe mittheilen/ und heiſſet/ wie der Poet recht ſaget: Hîc ſegetes, illic veniunt felicius uvæ, Arborei fœtus alibi, atquè injuſſa virescunt Gramina. Ja auch gar an oͤden/ und/ dem Schein nach/ unfrucht- baren Orten/ gibt nichts deſtoweniger die gutthaͤtige Mutter die Natur/ Sachen herfuͤr/ dadurch ſich ein fleiſ- ſiger Wirth ſamt den Seinen erhalten kan. Bißher haben wir der traͤchtigen Waſſer-reichen Ort gedacht/ jetzt wollen wir der wuͤſten und fruchtloſen gedencken/ und erſtlich vom Saliter anfangen/ welcher entweder von Natur waͤchſt/ oder durch Kunſt gezeuget wird. Herr Harsdoͤrffer im dritten Tomo ſeiner Philoſophiſchen und Mathematiſchen Erquick-Stunden im neundten Theil/ in der 19. Frage/ berichtet/ wie ein Gewoͤlb zu machen/ darinnen der Saliter wachſe/ nemlich alſo: Den Mauer-Kalch/ damit das Gewoͤlb ſoll gemauret werden/ muß man bereiten von ungeleſchten Kalch/ mit Regen-Waſſer angefeuchtet/ das mit dem Nordwind gefallen iſt/ 3. Theil Kalch/ Schafs-Harn 1. Theil/ Schaf-Miſt 3. Theil/ alles wol durcheinander ge- ſchlagen/ und mit gemeinem Saltz beſprenget/ damit das Gewoͤlb 2. Stein dick gemauret/ und vier Elen hoch zu- geſchloſſen/ ſo lang mans bauen will. Ober dem Ge- woͤlbe macht man einen Garten/ von guter Salpeter- Erden/ den beſamet man nach Belieben/ und wann der Mond im Zunehmen/ beſprenget man den Garten mit vorgeſam̃leten Regen-Waſſer/ das mit dem Nordwind gefallen iſt/ wie geſagt/ mit Salpeter-Laugen und Schafs-Harn vermiſchet; thut man ſolches alle 14 Tage/ ſo waͤchſet der Salpeter in dem Gewoͤlbe/ wie etliche die Probe gethan. Hactenus ille. Es hatt man- ches Erdreich ſolche Eigenſchafft/ daß es viel Saliter in ſich fuͤhret; und wiewol man vor dieſen geglaubt/ das eini- ge Egypten bringe aus dem Sand des Nili ihr Nitrum herfuͤr/ ſo befindet man doch jetzt/ daß er faſt allenthalben zu finden/ er waͤchſet gern in Haͤuſern/ Kellern/ und Staͤl- len/ wo der Grund duͤrr und trocken iſt/ auch an den Orten/ wo von dem Gefluͤgel/ ſonderlich von den Tauben der Miſt hin geworffen/ oder wo viel Harm hinkommt/ nicht daß ſolches in Saliter ſich ſolle verkehren; ſondern ihre faulende Waͤrme gibt darzu Urſach/ wie auch in den Kellern/ die ausduͤnſtenden Geiſter/ ſonderlich des neuen ſehr gierenden Moſtes; und wird nicht allein in der Er- den/ ſondern auch in den Waſſern/ und theils Brunnen gefunden. Ja er diſſipirt und zertheilt ſich gar in die Lufft/ und ſchwaͤngert und imprægnirt dieſelbe/ alſo daß (nach etlicher Meinung) die meiſten Meteora davon entſpringen ſollen. Wer nun einen Ort hat/ wo er Sali- ter verhanden zu ſeyn vermuthet/ und man vorhero den Grund mit einem wenigen probirt und alſo befunden hat/ der nimmt hernach ein Geſchirr/ wie ein halb von einander getheiltes Faß/ das unten eine Pippen zum Ab- laſſen habe/ die muß mit Heu inwendig im Geſchirr wol umlegt ſeyn/ damit die Erden den Auslauff nicht verhin- dere; dieſes Geſchirr nun/ fuͤlle Morgen fruͤhe mit ſol- cher Erden ſchier voll; gieß darnach ſo viel Waſſer dar- auf/ als in das Geſchirr kommen kan/ laß es alſo einen gantzen Tag uͤber ſtehen/ des Nachts aber eroͤffne die vorgemeldte Pippen nur ein wenig/ damit das Waſſer daraus in ein untergeſetztes Geſchirr gemach und Troͤpffelweiſe ausflieſſen moͤge; dieſer Liquor muß bey einem Feuer/ in einem kleinen Ofen/ biß auf die Helffte eingeſotten/ und dieſer alſo warm wider in ein anders Geſchirr/

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/92
Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 74. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/92>, abgerufen am 21.10.2019.