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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] che legen sie in die Kleyen oder in Mehl/ also daß keines
das andere berühre/ andere in geschnittenen Stroh; item
in Saltz/ in Scheitten von Eychenem Holtz/ in Aschen/
in Hirsen/ die müssen alle auf den Spitz gesetzt werden/
oder man legt sie in frisches kaltes Wasser/ das muß
man offt verneuren/ also soll man sie lange Zeit erhalten/
andere legen sie in Heu. Doch sollen/ nachdem das
Wetter warm oder kalt ist/ auch diese Behaltnussen un-
terschieden und geändert werden.

Andere halten dafür/ es bedörffe so viel Wesens
nicht/ man legt sie nur auf höltzerne mit Sprüsseln ge-
machte Stellen in einen Keller/ der nicht feucht oder dau-
micht/ sondern trocken/ im Sommer kühl/ und im Win-
ter laulicht sey/ wann sie nur nicht viel gerüttelt und ge-
schwungen/ sondern fein sachte aufgestellt/ und also den
Winter oder Herbst durch erhalten werden.

Jn China/ wie Joh. Neuhof in seiner Chinischen
Gesandschafft fol. 48. schreibet/ werden die Eyer also
eingesaltzen/ sie werden mit Saltz und weisser Kreiden-
Erde/ durcheinander gemengt/ bestreuet/ und eine Zeit-
lang wol zugedeckt/ dann durch Zuthun dieser Erde wird
das Saltz so kräfftig/ daß es durch die Eyerschalen
hindurch dringet/ welches das blosse Saltz allein nicht
ausrichten kan. Und werden hernach solche Eyer vor
eine so gute und gesunde Speise gehalten/ daß die Si-
nische Aertzte selbige auch den Krancken fürzuschreiben
pflegen. Zweifelsohne werden sie auch auf diese Wei-
se langwührig gut erhalten/ sonst würden sie diese Mühe
nicht daran wenden/ viel weniger den Patienten solche
zu essen befehlen.

Jm Sommer ist unnöthig/ viel Anstalten zu ihrer
Erhaltung vorzunehmen/ weil man täglich frische Eyer
hat/ wann man sie nur gemerckt/ und die neugelegten
besonders/ die ältern auch/ nach ihrem Alter/ besonders
verwahret/ nach und nach verbraucht/ und an einem küh-
len lüfftigen Ort/ wo keine Feuchtigkeit zur Fäulung an-
reitzet/ liegen lässet.

Was man aber/ den Winter durch/ brauchen will/
vermeynt Herr de Serres diese am tauglichsten/ die im
October gelegt sind/ weil sie lieber bleiben/ als die vor-
her gelegten. Er erzehlet auch/ daß unter andern Kriegs-
Vorbereitungen/ die König Carl der Sechste wider En-
gelland angestellt/ auch gantze Fässer voll Eyerdotter mit
Essig abgerührt/ im Jahr 1386/ gewesen sind; par la
[Spaltenumbruch] nous apparoißant, n' estre d' aujour d' huy, la dif-
ficulte de conserver telle viande.
Daraus erscheinet/
(schliesset er) daß auch heutiges Tages nicht so schwer
sey/ diese Speise zu erhalten.

Charles Estienne sagt/ wann man will grosse Eyer
haben (welches die Fettigkeit der Hüner verhindert)
soll man Kreiden oder Rötelstein unter ihr Futter men-
gen/ oder zerstossenen Ziegel/ oder sie mit Schwefel des
Abends beräuchern. Er sagt auch/ man soll geröstet
Brod ins Wasser legen und weichen lassen/ den Hünern
früh/ ehe sie noch sonst etwas genossen/ zu essen geben/
nachmals allein im Mittag und Abend ein wenig Ha-
bern/ Gersten/ Waitzen oder Hanf-Saamen fürge-
ben/ so erhitzen sie davon/ daß sie auch in der grösten
Kälte Eyer legen/ wie es (spricht er) aus täglicher Er-
fahrung erscheinet. Darzu kan auch das Wurmbett
(davon oben gedacht worden) viel Beförderung geben.

Von der Eyer Nutzbarkeit und vielfältigem Ge-
brauch/ sowol in der Kuchen/ als in der Medicin und
andern Sachen/ findet man bey Plinio, Galeno und
andern Authoren so viel/ daß fast ein gantzes Buch da-
von zu beschreiben wäre.

Und zwar ist keine Speise zu finden/ die so sauber/
so wolfeil erkaufft/ so leichtlich gekocht/ ja auch neugelegt
also rohe eingeschlurfft wird.

Tanara will/ die guten Eyer sollen von einer jungen/
feisten/ schwartzen/ von einem Haan getrettnen/ mit Ge-
trayd und Brod/ und nicht von Kräutern gefütterten
Hennen seyn; bey uns aber ist man nicht so puntual,
wann ein Ey nur frisch ist.

Wie das Eyer-Oel alle Unsauberkeit und Härtig-
keit der Haut lindert/ die Zittrach und Flechten vertreibt/
das Haar wieder wachsen macht/ zerschrundene Leffzen
und böse fistulirte Geschwer heilet/ die Gliederschmer-
tzen besänfftiget/ die wehthuenden Ohren stillet/ und den
Brand löschet.

Die Eyerschahlen/ daraus junge Hünlein ausge-
schloffen/ von ihrem inwendigen Häutlein gereiniget und
gestossen/ eines Quintels schwer in Steinbrech-Wasser
eingegeben/ soll denen/ die nicht harnen können/ ein herr-
liches Mittel seyn/ auch wider den Stein und Sand/
oder den Schleim/ der sich anlegt/ und das harnen ver-
hindert. Wir wollen aber abbrechen/ und den Leser zu
den Physicis senden.

Cap. XCI.
Wie der Hüner Feinde/ und was ihnen schädlich/ abzuwenden.
[Spaltenumbruch]

DJe Hüner/ sowol als anders Geflügel/ haben
viel Feinde/ die ihnen sehr aufsätzig/ und wo sie
können/ nicht geringen Schaden zufügen; als da
sind der Fuchs/ die wilden Katzen/ der Hünergeyer/ Falck/
Habicht und die Raben/ welches des Tages; und der
Marder/ Jltiß/ Wisel und Eule/ oder Uhu/ welche ihnen
des Nachts gefährlich sind; des Tages gehört eine gute
Aufsicht/ ein Ort/ dahin sie entfliehen/ und ein Fleiß/
dergleichen Thier zu vertilgen/ des Nachts aber ein wol-
verwahrtes allenthalben verschlossenes Hünerhaus. Die
Aberglaubische thörichte Mittel/ die von dem Mayer-
Gesind und einfältigen Weibern gebraucht werden/ will
ich nicht einmal berühren/ sondern stillschweigend hin-
streichen lassen/ allein etliche Anregungen thun von de-
[Spaltenumbruch] nen/ die etwan in der Natur einen Grund/ oder in der
Erfahrung eine Gewißheit haben möchten.

Wider den Fuchsen und Geyern soll man ihnen in
der Jugend die Lungen/ oder sonst ein Stuck Fleisch/ klein
hacken/ und zu fressen geben; wann das wahr/ so möcht
es auch von den andern gelten. Wider den Marder oder
Jltiß hängt man einen Hundskopf in den Kobel/ so soll
kein solches Ungeziefer hinein dringen. Oder man soll
Rautenbüschlein unter die Thür aufhencken/ und alle
Wände im Hünerhaus darmit bestreichen; Oder man
salbe die Fenster und Thür des Kobels mit Katzen- oder
Fuchs-Gall.

Wider den Jltiß soll man den Hünern das getreug-
te Fleisch oder die Leber davon geben/ oder von seiner

Haut

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] che legen ſie in die Kleyen oder in Mehl/ alſo daß keines
das andere beruͤhre/ andere in geſchnittenen Stroh; item
in Saltz/ in Scheitten von Eychenem Holtz/ in Aſchen/
in Hirſen/ die muͤſſen alle auf den Spitz geſetzt werden/
oder man legt ſie in friſches kaltes Waſſer/ das muß
man offt verneuren/ alſo ſoll man ſie lange Zeit erhalten/
andere legen ſie in Heu. Doch ſollen/ nachdem das
Wetter warm oder kalt iſt/ auch dieſe Behaltnuſſen un-
terſchieden und geaͤndert werden.

Andere halten dafuͤr/ es bedoͤrffe ſo viel Weſens
nicht/ man legt ſie nur auf hoͤltzerne mit Spruͤſſeln ge-
machte Stellen in einen Keller/ der nicht feucht oder dau-
micht/ ſondern trocken/ im Sommer kuͤhl/ und im Win-
ter laulicht ſey/ wann ſie nur nicht viel geruͤttelt und ge-
ſchwungen/ ſondern fein ſachte aufgeſtellt/ und alſo den
Winter oder Herbſt durch erhalten werden.

Jn China/ wie Joh. Neuhof in ſeiner Chiniſchen
Geſandſchafft fol. 48. ſchreibet/ werden die Eyer alſo
eingeſaltzen/ ſie werden mit Saltz und weiſſer Kreiden-
Erde/ durcheinander gemengt/ beſtreuet/ und eine Zeit-
lang wol zugedeckt/ dann durch Zuthun dieſer Erde wird
das Saltz ſo kraͤfftig/ daß es durch die Eyerſchalen
hindurch dringet/ welches das bloſſe Saltz allein nicht
ausrichten kan. Und werden hernach ſolche Eyer vor
eine ſo gute und geſunde Speiſe gehalten/ daß die Si-
niſche Aertzte ſelbige auch den Krancken fuͤrzuſchreiben
pflegen. Zweifelsohne werden ſie auch auf dieſe Wei-
ſe langwuͤhrig gut erhalten/ ſonſt wuͤrden ſie dieſe Muͤhe
nicht daran wenden/ viel weniger den Patienten ſolche
zu eſſen befehlen.

Jm Sommer iſt unnoͤthig/ viel Anſtalten zu ihrer
Erhaltung vorzunehmen/ weil man taͤglich friſche Eyer
hat/ wann man ſie nur gemerckt/ und die neugelegten
beſonders/ die aͤltern auch/ nach ihrem Alter/ beſonders
verwahret/ nach und nach verbraucht/ und an einem kuͤh-
len luͤfftigen Ort/ wo keine Feuchtigkeit zur Faͤulung an-
reitzet/ liegen laͤſſet.

Was man aber/ den Winter durch/ brauchen will/
vermeynt Herꝛ de Serres dieſe am tauglichſten/ die im
October gelegt ſind/ weil ſie lieber bleiben/ als die vor-
her gelegten. Er erzehlet auch/ daß unter andern Kriegs-
Vorbereitungen/ die Koͤnig Carl der Sechſte wider En-
gelland angeſtellt/ auch gantze Faͤſſer voll Eyerdotter mit
Eſſig abgeruͤhrt/ im Jahr 1386/ geweſen ſind; par là
[Spaltenumbruch] nous apparoißant, n’ eſtre d’ aujour d’ huy, la dif-
ficulté de conſerver telle viande.
Daraus erſcheinet/
(ſchlieſſet er) daß auch heutiges Tages nicht ſo ſchwer
ſey/ dieſe Speiſe zu erhalten.

Charles Eſtienne ſagt/ wann man will groſſe Eyer
haben (welches die Fettigkeit der Huͤner verhindert)
ſoll man Kreiden oder Roͤtelſtein unter ihr Futter men-
gen/ oder zerſtoſſenen Ziegel/ oder ſie mit Schwefel des
Abends beraͤuchern. Er ſagt auch/ man ſoll geroͤſtet
Brod ins Waſſer legen und weichen laſſen/ den Huͤnern
fruͤh/ ehe ſie noch ſonſt etwas genoſſen/ zu eſſen geben/
nachmals allein im Mittag und Abend ein wenig Ha-
bern/ Gerſten/ Waitzen oder Hanf-Saamen fuͤrge-
ben/ ſo erhitzen ſie davon/ daß ſie auch in der groͤſten
Kaͤlte Eyer legen/ wie es (ſpricht er) aus taͤglicher Er-
fahrung erſcheinet. Darzu kan auch das Wurmbett
(davon oben gedacht worden) viel Befoͤrderung geben.

Von der Eyer Nutzbarkeit und vielfaͤltigem Ge-
brauch/ ſowol in der Kuchen/ als in der Medicin und
andern Sachen/ findet man bey Plinio, Galeno und
andern Authoren ſo viel/ daß faſt ein gantzes Buch da-
von zu beſchreiben waͤre.

Und zwar iſt keine Speiſe zu finden/ die ſo ſauber/
ſo wolfeil erkaufft/ ſo leichtlich gekocht/ ja auch neugelegt
alſo rohe eingeſchlurfft wird.

Tanara will/ die guten Eyer ſollen von einer jungen/
feiſten/ ſchwartzen/ von einem Haan getrettnen/ mit Ge-
trayd und Brod/ und nicht von Kraͤutern gefuͤtterten
Hennen ſeyn; bey uns aber iſt man nicht ſo puntual,
wann ein Ey nur friſch iſt.

Wie das Eyer-Oel alle Unſauberkeit und Haͤrtig-
keit der Haut lindert/ die Zittrach und Flechten vertreibt/
das Haar wieder wachſen macht/ zerſchrundene Leffzen
und boͤſe fiſtulirte Geſchwer heilet/ die Gliederſchmer-
tzen beſaͤnfftiget/ die wehthuenden Ohren ſtillet/ und den
Brand loͤſchet.

Die Eyerſchahlen/ daraus junge Huͤnlein ausge-
ſchloffen/ von ihrem inwendigen Haͤutlein gereiniget und
geſtoſſen/ eines Quintels ſchwer in Steinbrech-Waſſer
eingegeben/ ſoll denen/ die nicht harnen koͤnnen/ ein herꝛ-
liches Mittel ſeyn/ auch wider den Stein und Sand/
oder den Schleim/ der ſich anlegt/ und das harnen ver-
hindert. Wir wollen aber abbrechen/ und den Leſer zu
den Phyſicis ſenden.

Cap. XCI.
Wie der Huͤner Feinde/ und was ihnen ſchaͤdlich/ abzuwenden.
[Spaltenumbruch]

DJe Huͤner/ ſowol als anders Gefluͤgel/ haben
viel Feinde/ die ihnen ſehr aufſaͤtzig/ und wo ſie
koͤnnen/ nicht geringen Schaden zufuͤgen; als da
ſind der Fuchs/ die wilden Katzen/ der Huͤnergeyer/ Falck/
Habicht und die Raben/ welches des Tages; und der
Marder/ Jltiß/ Wiſel und Eule/ oder Uhu/ welche ihnen
des Nachts gefaͤhrlich ſind; des Tages gehoͤrt eine gute
Aufſicht/ ein Ort/ dahin ſie entfliehen/ und ein Fleiß/
dergleichen Thier zu vertilgen/ des Nachts aber ein wol-
verwahrtes allenthalben verſchloſſenes Huͤnerhaus. Die
Aberglaubiſche thoͤrichte Mittel/ die von dem Mayer-
Geſind und einfaͤltigen Weibern gebraucht werden/ will
ich nicht einmal beruͤhren/ ſondern ſtillſchweigend hin-
ſtreichen laſſen/ allein etliche Anregungen thun von de-
[Spaltenumbruch] nen/ die etwan in der Natur einen Grund/ oder in der
Erfahrung eine Gewißheit haben moͤchten.

Wider den Fuchſen und Geyern ſoll man ihnen in
der Jugend die Lungen/ oder ſonſt ein Stuck Fleiſch/ klein
hacken/ und zu freſſen geben; wann das wahr/ ſo moͤcht
es auch von den andern gelten. Wider den Marder oder
Jltiß haͤngt man einen Hundskopf in den Kobel/ ſo ſoll
kein ſolches Ungeziefer hinein dringen. Oder man ſoll
Rautenbuͤſchlein unter die Thuͤr aufhencken/ und alle
Waͤnde im Huͤnerhaus darmit beſtreichen; Oder man
ſalbe die Fenſter und Thuͤr des Kobels mit Katzen- oder
Fuchs-Gall.

Wider den Jltiß ſoll man den Huͤnern das getreug-
te Fleiſch oder die Leber davon geben/ oder von ſeiner

Haut
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[328/0346] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens che legen ſie in die Kleyen oder in Mehl/ alſo daß keines das andere beruͤhre/ andere in geſchnittenen Stroh; item in Saltz/ in Scheitten von Eychenem Holtz/ in Aſchen/ in Hirſen/ die muͤſſen alle auf den Spitz geſetzt werden/ oder man legt ſie in friſches kaltes Waſſer/ das muß man offt verneuren/ alſo ſoll man ſie lange Zeit erhalten/ andere legen ſie in Heu. Doch ſollen/ nachdem das Wetter warm oder kalt iſt/ auch dieſe Behaltnuſſen un- terſchieden und geaͤndert werden. Andere halten dafuͤr/ es bedoͤrffe ſo viel Weſens nicht/ man legt ſie nur auf hoͤltzerne mit Spruͤſſeln ge- machte Stellen in einen Keller/ der nicht feucht oder dau- micht/ ſondern trocken/ im Sommer kuͤhl/ und im Win- ter laulicht ſey/ wann ſie nur nicht viel geruͤttelt und ge- ſchwungen/ ſondern fein ſachte aufgeſtellt/ und alſo den Winter oder Herbſt durch erhalten werden. Jn China/ wie Joh. Neuhof in ſeiner Chiniſchen Geſandſchafft fol. 48. ſchreibet/ werden die Eyer alſo eingeſaltzen/ ſie werden mit Saltz und weiſſer Kreiden- Erde/ durcheinander gemengt/ beſtreuet/ und eine Zeit- lang wol zugedeckt/ dann durch Zuthun dieſer Erde wird das Saltz ſo kraͤfftig/ daß es durch die Eyerſchalen hindurch dringet/ welches das bloſſe Saltz allein nicht ausrichten kan. Und werden hernach ſolche Eyer vor eine ſo gute und geſunde Speiſe gehalten/ daß die Si- niſche Aertzte ſelbige auch den Krancken fuͤrzuſchreiben pflegen. Zweifelsohne werden ſie auch auf dieſe Wei- ſe langwuͤhrig gut erhalten/ ſonſt wuͤrden ſie dieſe Muͤhe nicht daran wenden/ viel weniger den Patienten ſolche zu eſſen befehlen. Jm Sommer iſt unnoͤthig/ viel Anſtalten zu ihrer Erhaltung vorzunehmen/ weil man taͤglich friſche Eyer hat/ wann man ſie nur gemerckt/ und die neugelegten beſonders/ die aͤltern auch/ nach ihrem Alter/ beſonders verwahret/ nach und nach verbraucht/ und an einem kuͤh- len luͤfftigen Ort/ wo keine Feuchtigkeit zur Faͤulung an- reitzet/ liegen laͤſſet. Was man aber/ den Winter durch/ brauchen will/ vermeynt Herꝛ de Serres dieſe am tauglichſten/ die im October gelegt ſind/ weil ſie lieber bleiben/ als die vor- her gelegten. Er erzehlet auch/ daß unter andern Kriegs- Vorbereitungen/ die Koͤnig Carl der Sechſte wider En- gelland angeſtellt/ auch gantze Faͤſſer voll Eyerdotter mit Eſſig abgeruͤhrt/ im Jahr 1386/ geweſen ſind; par là nous apparoißant, n’ eſtre d’ aujour d’ huy, la dif- ficulté de conſerver telle viande. Daraus erſcheinet/ (ſchlieſſet er) daß auch heutiges Tages nicht ſo ſchwer ſey/ dieſe Speiſe zu erhalten. Charles Eſtienne ſagt/ wann man will groſſe Eyer haben (welches die Fettigkeit der Huͤner verhindert) ſoll man Kreiden oder Roͤtelſtein unter ihr Futter men- gen/ oder zerſtoſſenen Ziegel/ oder ſie mit Schwefel des Abends beraͤuchern. Er ſagt auch/ man ſoll geroͤſtet Brod ins Waſſer legen und weichen laſſen/ den Huͤnern fruͤh/ ehe ſie noch ſonſt etwas genoſſen/ zu eſſen geben/ nachmals allein im Mittag und Abend ein wenig Ha- bern/ Gerſten/ Waitzen oder Hanf-Saamen fuͤrge- ben/ ſo erhitzen ſie davon/ daß ſie auch in der groͤſten Kaͤlte Eyer legen/ wie es (ſpricht er) aus taͤglicher Er- fahrung erſcheinet. Darzu kan auch das Wurmbett (davon oben gedacht worden) viel Befoͤrderung geben. Von der Eyer Nutzbarkeit und vielfaͤltigem Ge- brauch/ ſowol in der Kuchen/ als in der Medicin und andern Sachen/ findet man bey Plinio, Galeno und andern Authoren ſo viel/ daß faſt ein gantzes Buch da- von zu beſchreiben waͤre. Und zwar iſt keine Speiſe zu finden/ die ſo ſauber/ ſo wolfeil erkaufft/ ſo leichtlich gekocht/ ja auch neugelegt alſo rohe eingeſchlurfft wird. Tanara will/ die guten Eyer ſollen von einer jungen/ feiſten/ ſchwartzen/ von einem Haan getrettnen/ mit Ge- trayd und Brod/ und nicht von Kraͤutern gefuͤtterten Hennen ſeyn; bey uns aber iſt man nicht ſo puntual, wann ein Ey nur friſch iſt. Wie das Eyer-Oel alle Unſauberkeit und Haͤrtig- keit der Haut lindert/ die Zittrach und Flechten vertreibt/ das Haar wieder wachſen macht/ zerſchrundene Leffzen und boͤſe fiſtulirte Geſchwer heilet/ die Gliederſchmer- tzen beſaͤnfftiget/ die wehthuenden Ohren ſtillet/ und den Brand loͤſchet. Die Eyerſchahlen/ daraus junge Huͤnlein ausge- ſchloffen/ von ihrem inwendigen Haͤutlein gereiniget und geſtoſſen/ eines Quintels ſchwer in Steinbrech-Waſſer eingegeben/ ſoll denen/ die nicht harnen koͤnnen/ ein herꝛ- liches Mittel ſeyn/ auch wider den Stein und Sand/ oder den Schleim/ der ſich anlegt/ und das harnen ver- hindert. Wir wollen aber abbrechen/ und den Leſer zu den Phyſicis ſenden. Cap. XCI. Wie der Huͤner Feinde/ und was ihnen ſchaͤdlich/ abzuwenden. DJe Huͤner/ ſowol als anders Gefluͤgel/ haben viel Feinde/ die ihnen ſehr aufſaͤtzig/ und wo ſie koͤnnen/ nicht geringen Schaden zufuͤgen; als da ſind der Fuchs/ die wilden Katzen/ der Huͤnergeyer/ Falck/ Habicht und die Raben/ welches des Tages; und der Marder/ Jltiß/ Wiſel und Eule/ oder Uhu/ welche ihnen des Nachts gefaͤhrlich ſind; des Tages gehoͤrt eine gute Aufſicht/ ein Ort/ dahin ſie entfliehen/ und ein Fleiß/ dergleichen Thier zu vertilgen/ des Nachts aber ein wol- verwahrtes allenthalben verſchloſſenes Huͤnerhaus. Die Aberglaubiſche thoͤrichte Mittel/ die von dem Mayer- Geſind und einfaͤltigen Weibern gebraucht werden/ will ich nicht einmal beruͤhren/ ſondern ſtillſchweigend hin- ſtreichen laſſen/ allein etliche Anregungen thun von de- nen/ die etwan in der Natur einen Grund/ oder in der Erfahrung eine Gewißheit haben moͤchten. Wider den Fuchſen und Geyern ſoll man ihnen in der Jugend die Lungen/ oder ſonſt ein Stuck Fleiſch/ klein hacken/ und zu freſſen geben; wann das wahr/ ſo moͤcht es auch von den andern gelten. Wider den Marder oder Jltiß haͤngt man einen Hundskopf in den Kobel/ ſo ſoll kein ſolches Ungeziefer hinein dringen. Oder man ſoll Rautenbuͤſchlein unter die Thuͤr aufhencken/ und alle Waͤnde im Huͤnerhaus darmit beſtreichen; Oder man ſalbe die Fenſter und Thuͤr des Kobels mit Katzen- oder Fuchs-Gall. Wider den Jltiß ſoll man den Huͤnern das getreug- te Fleiſch oder die Leber davon geben/ oder von ſeiner Haut

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682, S. 328. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica02_1682/346>, abgerufen am 20.10.2018.