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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
Cap. XLVI.
Allerley Bienen-Artzneyen.
[Spaltenumbruch]

DEs guten Bienen-Pulvers M. Caspar Höfflers
ist allbereit an etlichen Orten gedacht worden/
daher billich solche hieher zu setzen; Er hat aber
zweyerley/ ein grosses und kleines/ damit man nicht al-
lein allerley Gebresten der Bienen heilen/ sondern
auch denselben/ als mit einem bewährten Praeservativ
vorkommen kan/ zuvor aber erinnert er weißlich/
woher die vornehmsten Mängel und Gebrechen der
Bienen entstehen/ nemlich vom Hönig-Geitz/ denn
wer seinen Bienen Hönig genug in den Stöcken lässet/
der darf sich vor keinen Motten/ Raub-Bienen/ oder
Hunger besorgen/ wo aber denen Bienen zu viel genom-
men wird/ und sie Hunger leiden müssen/ so nehmen da-
bey allerley Gebrechen überhand; durch nachfolgende
Pulver aber/ werden die Bienen von allerhand Unheil/
Pest/ rothen Ruhr/ Motten und Raub-Bienen gesi-
chert/ vom Bösen purgirt/ an ihrer Natur gestärcket/
und vor allen bösen Anfall verwahret.

Das grosse Pulver macht man also: Nimm Beer-
wurtzel/ Lateinisch Meum, so viel du wilt/ schneide sie
Scheibelweise/ dörrs an der Lufft oder an der Sonnen/
stoß sie in einem Mörser klein zu Pulver/ und fähe sie
durch ein Sieb/ verwahrs in einem verdeckten Geschirr/
daß der Geruch davon nicht exhalire; darnach nimm
Fenchel den dritten Theil so viel/ mache ihn gleichfalls zu
Pulver/ dardurch nehmen die Bienen das Beerwurtz-
Pulver desto lieber an; item Schalen oder Kern von
Granaten so viel als des Fenchels/ und endlich Campher
vor 6 Pfenning mit ein wenig Mandel-Oel/ oder mit ein
paar Mandelkern in einem Mörser zerstossen; dieses
Pulver alles untereinander gemischt/ in ein halb Näpf-
lein voll Hönig/ fünf oder sechs guter Messerspitzen ge-
than/ ein paar Löffel voll Malvasier darunter getrieben;
item einer grossen Erbsen groß Bibergeil gepulvert/ dar-
unter gemischt/ hat eine unglaubliche Krafft/ die Bienen
wider alle Kranckheit zu bewahren/ zu stärcken/ und zu
guten Wolstand zu bringen. Es darf denen Bienen/ die
solchen Einschlag bekommen (sagt er) wol keine Raub-
Biene zu nahe gehen; da man aber den Malvasier
nicht haben kan/ nehme man halb so viel Aqua vitae
oder guten Brandwein/ das ist/ einen Löffel voll für einen
Stock.

Man muß aber gleichwol im Gebrauch dieses Pul-
vers bescheidentlich umgehen/ und nachfolgende Um-
stände dabey in acht nehmen: 1. Am füglichsten
wird diß Pulver den Bienen im Früling gegeben/ wann
sie anfangen auszufliegen/ dann zu der Zeit sind sie am
kränckesten und unvermöglichsten/ zu der Zeit zehren sie
auch am meisten von diesem Hönig/ welches sie/ wann sie
genug Nahrung ausser den Stöcken finden/ sonst nicht
so gerne thun. 2. Wann man den Bienen dieses Mit-
tel gegeben hat/ soll man die Stöcke zumachen/ sonst
schwärmen sie hauffenweiß heraus/ fallen vor den Stö-
cken als Trunckene darnieder/ und wann es kalt ist/ so
erfrieren sie. 3. Gegen Abend ist die allerbequemeste
Zeit/ daß man den Bienen solche Kost gebe/ damit an-
dere Bienen nicht einen Einfall thun. 4. So muß man
auch nicht nur einen/ sondern allen Stöcken/ die im
[Spaltenumbruch] Biengarten beysammen stehen/ von diesem Pulver und
Hönig geben/ doch mit diesem Unterscheid/ daß man den
Schwachen viel/ und den Starcken wenig mittheile/
geschihet das nicht/ so werden die Bienen/ die vom ge-
dachten Pulver nicht bekommen haben/ gantz schwach
und krafftloß.

Das kleine Bienen-Pulver macht er also: Man
nimmt gepulverte Beerwurtz/ und menget davon sechs
Messerspitzen voll unter Hönig/ geusst Brandwein dar-
auf/ und giebt es denen Bienen/ fürnemlich wann sie ge-
zeidelt worden/ in den Stock/ es bekommt ihnen sehr wol/
und tragen trefflich davon ein. Jch habe von meinem er-
sten Stock (sagt er) in viel Jahren nicht ein Zehrlein
Hönig können bekommen/ sondern ihn alle Jahr speisen
müssen/ so bald ich aber gedachtes Mittel brauchete/ habe
ich über neun Kannen um Johann Baptistoe aus der un-
tern Beuten genommen; doch hält er selbst/ der Author,
das erste Mittel für besser/ sonderlich krancken Bienen/
und rathet jeden zum ersten Pulver. Herr Colerus
macht dieses Medicament auch fast also/ doch mischet er
noch darunter Meth/ dürr-geriebene Rauten und Salve/
Zucker/ Zimmetrinden und langen Pfeffer.

Herr Colerus gibt auch daselbst eine köstliche Bienen-
Salben/ die man nicht allein in den Stöcken zu Hause/
sondern auch in den Heiden und Wäldern brauchen kan/
daß die schwärmenden Bienen die ledigen Beuten selber
beziehen/ also: Jm Herbst nimm die besten und reiffe-
sten blancken Weintrauben/ und dann des besten Hö-
nigs/ wie man dasselbe gezeidelt hat/ mit Wachs und
allem/ legs in einen reinen neuen verglasirten Topf/
erstlich eine Schicht Weintrauben/ darnach drucke
wieder darauf das Hönig mit samt dem Rooß/ und ma-
che also immer eine Schicht um die ander/ biß der Topf
voll wird/ darnach verwahr ihn wol/ und mache den Topf
oben mit einer Stürtzen wol zu/ verkleistere ihn mit Pa-
pier/ daß die Weintrauben mit den Hönig faulen und
wol durchgieren. Auf den Früling/ wann man nun die
Beuten schmieren muß/ nimm ein rein leinen Tuch/ und
seihe das Hönig und den Wein dardurch/ und presse
die Weinbeer wol aus/ das Rooß aber und die Wein-
hülsen von den Trauben thue hinweg/ darnach nimm ohn-
gefehr 3 Nössel ausgesäumet Hönig/ thu dasselbe zu
dem ausgepressten Wein und Hönig/ ferner nimm eine
Kanne/ oder mehr/ des besten Rheinischen Weins/ als
man bekommen kan/ geuß es auch darunter/ item 1 Loth
Zucker-Candi/ ein halb Quintlein Zimmetrinden/ Mu-
scatnuß/ Muscatblühe/ weissen Jngber ana ein halb Loth/
vor 2 Pfenning Aniß/ vor 3 Pfenning Johannsbrod/
vor 12 Pfen. Campher/ vor 2. Pfen. Liquiritiam, vor
12 Pfen. Balsam/ vor 18 Pfen. Eberwurtzen; item
diese folgende Kräuter: grossen und kleinen Klee/ ein we-
nig Thymian und Melissen/ diese Kräuter und Gewür-
tze/ muß man alle klein zerschneiden/ und unter dieses
Hönig und Wein thun/ wieder durcheinander rühren/
so fängt es an nachmals ferner zu gieren und zu fer-
menti
ren/ und fleusset wol durcheinander. Wann man
nun die Beuten zurichtet/ so nimmt man hievon/ und
schmiert inwendig die Bienenstöcke. Mulieres men-

struatae
Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
Cap. XLVI.
Allerley Bienen-Artzneyen.
[Spaltenumbruch]

DEs guten Bienen-Pulvers M. Caſpar Hoͤfflers
iſt allbereit an etlichen Orten gedacht worden/
daher billich ſolche hieher zu ſetzen; Er hat aber
zweyerley/ ein groſſes und kleines/ damit man nicht al-
lein allerley Gebreſten der Bienen heilen/ ſondern
auch denſelben/ als mit einem bewaͤhrten Præſervativ
vorkommen kan/ zuvor aber erinnert er weißlich/
woher die vornehmſten Maͤngel und Gebrechen der
Bienen entſtehen/ nemlich vom Hoͤnig-Geitz/ denn
wer ſeinen Bienen Hoͤnig genug in den Stoͤcken laͤſſet/
der darf ſich vor keinen Motten/ Raub-Bienen/ oder
Hunger beſorgen/ wo aber denen Bienen zu viel genom-
men wird/ und ſie Hunger leiden muͤſſen/ ſo nehmen da-
bey allerley Gebrechen uͤberhand; durch nachfolgende
Pulver aber/ werden die Bienen von allerhand Unheil/
Peſt/ rothen Ruhr/ Motten und Raub-Bienen geſi-
chert/ vom Boͤſen purgirt/ an ihrer Natur geſtaͤrcket/
und vor allen boͤſen Anfall verwahret.

Das groſſe Pulver macht man alſo: Nimm Beer-
wurtzel/ Lateiniſch Meum, ſo viel du wilt/ ſchneide ſie
Scheibelweiſe/ doͤrrs an der Lufft oder an der Sonnen/
ſtoß ſie in einem Moͤrſer klein zu Pulver/ und faͤhe ſie
durch ein Sieb/ verwahrs in einem verdeckten Geſchirꝛ/
daß der Geruch davon nicht exhalire; darnach nimm
Fenchel den dritten Theil ſo viel/ mache ihn gleichfalls zu
Pulver/ dardurch nehmen die Bienen das Beerwurtz-
Pulver deſto lieber an; item Schalen oder Kern von
Granaten ſo viel als des Fenchels/ und endlich Campher
vor 6 Pfenning mit ein wenig Mandel-Oel/ oder mit ein
paar Mandelkern in einem Moͤrſer zerſtoſſen; dieſes
Pulver alles untereinander gemiſcht/ in ein halb Naͤpf-
lein voll Hoͤnig/ fuͤnf oder ſechs guter Meſſerſpitzen ge-
than/ ein paar Loͤffel voll Malvaſier darunter getrieben;
item einer groſſen Erbſen groß Bibergeil gepulvert/ dar-
unter gemiſcht/ hat eine unglaubliche Krafft/ die Bienen
wider alle Kranckheit zu bewahren/ zu ſtaͤrcken/ und zu
guten Wolſtand zu bringen. Es darf denen Bienen/ die
ſolchen Einſchlag bekommen (ſagt er) wol keine Raub-
Biene zu nahe gehen; da man aber den Malvaſier
nicht haben kan/ nehme man halb ſo viel Aqua vitæ
oder guten Brandwein/ das iſt/ einen Loͤffel voll fuͤr einen
Stock.

Man muß aber gleichwol im Gebrauch dieſes Pul-
vers beſcheidentlich umgehen/ und nachfolgende Um-
ſtaͤnde dabey in acht nehmen: 1. Am fuͤglichſten
wird diß Pulver den Bienen im Fruͤling gegeben/ wann
ſie anfangen auszufliegen/ dann zu der Zeit ſind ſie am
kraͤnckeſten und unvermoͤglichſten/ zu der Zeit zehren ſie
auch am meiſten von dieſem Hoͤnig/ welches ſie/ wann ſie
genug Nahrung auſſer den Stoͤcken finden/ ſonſt nicht
ſo gerne thun. 2. Wann man den Bienen dieſes Mit-
tel gegeben hat/ ſoll man die Stoͤcke zumachen/ ſonſt
ſchwaͤrmen ſie hauffenweiß heraus/ fallen vor den Stoͤ-
cken als Trunckene darnieder/ und wann es kalt iſt/ ſo
erfrieren ſie. 3. Gegen Abend iſt die allerbequemeſte
Zeit/ daß man den Bienen ſolche Koſt gebe/ damit an-
dere Bienen nicht einen Einfall thun. 4. So muß man
auch nicht nur einen/ ſondern allen Stoͤcken/ die im
[Spaltenumbruch] Biengarten beyſammen ſtehen/ von dieſem Pulver und
Hoͤnig geben/ doch mit dieſem Unterſcheid/ daß man den
Schwachen viel/ und den Starcken wenig mittheile/
geſchihet das nicht/ ſo werden die Bienen/ die vom ge-
dachten Pulver nicht bekommen haben/ gantz ſchwach
und krafftloß.

Das kleine Bienen-Pulver macht er alſo: Man
nimmt gepulverte Beerwurtz/ und menget davon ſechs
Meſſerſpitzen voll unter Hoͤnig/ geuſſt Brandwein dar-
auf/ und giebt es denen Bienen/ fuͤrnemlich wann ſie ge-
zeidelt worden/ in den Stock/ es bekommt ihnen ſehr wol/
und tragen trefflich davon ein. Jch habe von meinem er-
ſten Stock (ſagt er) in viel Jahren nicht ein Zehrlein
Hoͤnig koͤnnen bekommen/ ſondern ihn alle Jahr ſpeiſen
muͤſſen/ ſo bald ich aber gedachtes Mittel brauchete/ habe
ich uͤber neun Kannen um Johann Baptiſtœ aus der un-
tern Beuten genommen; doch haͤlt er ſelbſt/ der Author,
das erſte Mittel fuͤr beſſer/ ſonderlich krancken Bienen/
und rathet jeden zum erſten Pulver. Herꝛ Colerus
macht dieſes Medicament auch faſt alſo/ doch miſchet er
noch darunter Meth/ duͤrr-geriebene Rauten und Salve/
Zucker/ Zimmetrinden und langen Pfeffer.

Herꝛ Colerus gibt auch daſelbſt eine koͤſtliche Bienen-
Salben/ die man nicht allein in den Stoͤcken zu Hauſe/
ſondern auch in den Heiden und Waͤldern brauchen kan/
daß die ſchwaͤrmenden Bienen die ledigen Beuten ſelber
beziehen/ alſo: Jm Herbſt nimm die beſten und reiffe-
ſten blancken Weintrauben/ und dann des beſten Hoͤ-
nigs/ wie man daſſelbe gezeidelt hat/ mit Wachs und
allem/ legs in einen reinen neuen verglaſirten Topf/
erſtlich eine Schicht Weintrauben/ darnach drucke
wieder darauf das Hoͤnig mit ſamt dem Rooß/ und ma-
che alſo immer eine Schicht um die ander/ biß der Topf
voll wird/ darnach verwahr ihn wol/ und mache den Topf
oben mit einer Stuͤrtzen wol zu/ verkleiſtere ihn mit Pa-
pier/ daß die Weintrauben mit den Hoͤnig faulen und
wol durchgieren. Auf den Fruͤling/ wann man nun die
Beuten ſchmieren muß/ nimm ein rein leinen Tuch/ und
ſeihe das Hoͤnig und den Wein dardurch/ und preſſe
die Weinbeer wol aus/ das Rooß aber und die Wein-
huͤlſen von den Trauben thue hinweg/ darnach nim̃ ohn-
gefehr 3 Noͤſſel ausgeſaͤumet Hoͤnig/ thu daſſelbe zu
dem ausgepreſſten Wein und Hoͤnig/ ferner nimm eine
Kanne/ oder mehr/ des beſten Rheiniſchen Weins/ als
man bekommen kan/ geuß es auch darunter/ item 1 Loth
Zucker-Candi/ ein halb Quintlein Zimmetrinden/ Mu-
ſcatnuß/ Muſcatbluͤhe/ weiſſen Jngber ana ein halb Loth/
vor 2 Pfenning Aniß/ vor 3 Pfenning Johannsbrod/
vor 12 Pfen. Campher/ vor 2. Pfen. Liquiritiam, vor
12 Pfen. Balſam/ vor 18 Pfen. Eberwurtzen; item
dieſe folgende Kraͤuter: groſſen und kleinen Klee/ ein we-
nig Thymian und Meliſſen/ dieſe Kraͤuter und Gewuͤr-
tze/ muß man alle klein zerſchneiden/ und unter dieſes
Hoͤnig und Wein thun/ wieder durcheinander ruͤhren/
ſo faͤngt es an nachmals ferner zu gieren und zu fer-
menti
ren/ und fleuſſet wol durcheinander. Wann man
nun die Beuten zurichtet/ ſo nimmt man hievon/ und
ſchmiert inwendig die Bienenſtoͤcke. Mulieres men-

ſtruatæ
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[396/0414] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens Cap. XLVI. Allerley Bienen-Artzneyen. DEs guten Bienen-Pulvers M. Caſpar Hoͤfflers iſt allbereit an etlichen Orten gedacht worden/ daher billich ſolche hieher zu ſetzen; Er hat aber zweyerley/ ein groſſes und kleines/ damit man nicht al- lein allerley Gebreſten der Bienen heilen/ ſondern auch denſelben/ als mit einem bewaͤhrten Præſervativ vorkommen kan/ zuvor aber erinnert er weißlich/ woher die vornehmſten Maͤngel und Gebrechen der Bienen entſtehen/ nemlich vom Hoͤnig-Geitz/ denn wer ſeinen Bienen Hoͤnig genug in den Stoͤcken laͤſſet/ der darf ſich vor keinen Motten/ Raub-Bienen/ oder Hunger beſorgen/ wo aber denen Bienen zu viel genom- men wird/ und ſie Hunger leiden muͤſſen/ ſo nehmen da- bey allerley Gebrechen uͤberhand; durch nachfolgende Pulver aber/ werden die Bienen von allerhand Unheil/ Peſt/ rothen Ruhr/ Motten und Raub-Bienen geſi- chert/ vom Boͤſen purgirt/ an ihrer Natur geſtaͤrcket/ und vor allen boͤſen Anfall verwahret. Das groſſe Pulver macht man alſo: Nimm Beer- wurtzel/ Lateiniſch Meum, ſo viel du wilt/ ſchneide ſie Scheibelweiſe/ doͤrrs an der Lufft oder an der Sonnen/ ſtoß ſie in einem Moͤrſer klein zu Pulver/ und faͤhe ſie durch ein Sieb/ verwahrs in einem verdeckten Geſchirꝛ/ daß der Geruch davon nicht exhalire; darnach nimm Fenchel den dritten Theil ſo viel/ mache ihn gleichfalls zu Pulver/ dardurch nehmen die Bienen das Beerwurtz- Pulver deſto lieber an; item Schalen oder Kern von Granaten ſo viel als des Fenchels/ und endlich Campher vor 6 Pfenning mit ein wenig Mandel-Oel/ oder mit ein paar Mandelkern in einem Moͤrſer zerſtoſſen; dieſes Pulver alles untereinander gemiſcht/ in ein halb Naͤpf- lein voll Hoͤnig/ fuͤnf oder ſechs guter Meſſerſpitzen ge- than/ ein paar Loͤffel voll Malvaſier darunter getrieben; item einer groſſen Erbſen groß Bibergeil gepulvert/ dar- unter gemiſcht/ hat eine unglaubliche Krafft/ die Bienen wider alle Kranckheit zu bewahren/ zu ſtaͤrcken/ und zu guten Wolſtand zu bringen. Es darf denen Bienen/ die ſolchen Einſchlag bekommen (ſagt er) wol keine Raub- Biene zu nahe gehen; da man aber den Malvaſier nicht haben kan/ nehme man halb ſo viel Aqua vitæ oder guten Brandwein/ das iſt/ einen Loͤffel voll fuͤr einen Stock. Man muß aber gleichwol im Gebrauch dieſes Pul- vers beſcheidentlich umgehen/ und nachfolgende Um- ſtaͤnde dabey in acht nehmen: 1. Am fuͤglichſten wird diß Pulver den Bienen im Fruͤling gegeben/ wann ſie anfangen auszufliegen/ dann zu der Zeit ſind ſie am kraͤnckeſten und unvermoͤglichſten/ zu der Zeit zehren ſie auch am meiſten von dieſem Hoͤnig/ welches ſie/ wann ſie genug Nahrung auſſer den Stoͤcken finden/ ſonſt nicht ſo gerne thun. 2. Wann man den Bienen dieſes Mit- tel gegeben hat/ ſoll man die Stoͤcke zumachen/ ſonſt ſchwaͤrmen ſie hauffenweiß heraus/ fallen vor den Stoͤ- cken als Trunckene darnieder/ und wann es kalt iſt/ ſo erfrieren ſie. 3. Gegen Abend iſt die allerbequemeſte Zeit/ daß man den Bienen ſolche Koſt gebe/ damit an- dere Bienen nicht einen Einfall thun. 4. So muß man auch nicht nur einen/ ſondern allen Stoͤcken/ die im Biengarten beyſammen ſtehen/ von dieſem Pulver und Hoͤnig geben/ doch mit dieſem Unterſcheid/ daß man den Schwachen viel/ und den Starcken wenig mittheile/ geſchihet das nicht/ ſo werden die Bienen/ die vom ge- dachten Pulver nicht bekommen haben/ gantz ſchwach und krafftloß. Das kleine Bienen-Pulver macht er alſo: Man nimmt gepulverte Beerwurtz/ und menget davon ſechs Meſſerſpitzen voll unter Hoͤnig/ geuſſt Brandwein dar- auf/ und giebt es denen Bienen/ fuͤrnemlich wann ſie ge- zeidelt worden/ in den Stock/ es bekommt ihnen ſehr wol/ und tragen trefflich davon ein. Jch habe von meinem er- ſten Stock (ſagt er) in viel Jahren nicht ein Zehrlein Hoͤnig koͤnnen bekommen/ ſondern ihn alle Jahr ſpeiſen muͤſſen/ ſo bald ich aber gedachtes Mittel brauchete/ habe ich uͤber neun Kannen um Johann Baptiſtœ aus der un- tern Beuten genommen; doch haͤlt er ſelbſt/ der Author, das erſte Mittel fuͤr beſſer/ ſonderlich krancken Bienen/ und rathet jeden zum erſten Pulver. Herꝛ Colerus macht dieſes Medicament auch faſt alſo/ doch miſchet er noch darunter Meth/ duͤrr-geriebene Rauten und Salve/ Zucker/ Zimmetrinden und langen Pfeffer. Herꝛ Colerus gibt auch daſelbſt eine koͤſtliche Bienen- Salben/ die man nicht allein in den Stoͤcken zu Hauſe/ ſondern auch in den Heiden und Waͤldern brauchen kan/ daß die ſchwaͤrmenden Bienen die ledigen Beuten ſelber beziehen/ alſo: Jm Herbſt nimm die beſten und reiffe- ſten blancken Weintrauben/ und dann des beſten Hoͤ- nigs/ wie man daſſelbe gezeidelt hat/ mit Wachs und allem/ legs in einen reinen neuen verglaſirten Topf/ erſtlich eine Schicht Weintrauben/ darnach drucke wieder darauf das Hoͤnig mit ſamt dem Rooß/ und ma- che alſo immer eine Schicht um die ander/ biß der Topf voll wird/ darnach verwahr ihn wol/ und mache den Topf oben mit einer Stuͤrtzen wol zu/ verkleiſtere ihn mit Pa- pier/ daß die Weintrauben mit den Hoͤnig faulen und wol durchgieren. Auf den Fruͤling/ wann man nun die Beuten ſchmieren muß/ nimm ein rein leinen Tuch/ und ſeihe das Hoͤnig und den Wein dardurch/ und preſſe die Weinbeer wol aus/ das Rooß aber und die Wein- huͤlſen von den Trauben thue hinweg/ darnach nim̃ ohn- gefehr 3 Noͤſſel ausgeſaͤumet Hoͤnig/ thu daſſelbe zu dem ausgepreſſten Wein und Hoͤnig/ ferner nimm eine Kanne/ oder mehr/ des beſten Rheiniſchen Weins/ als man bekommen kan/ geuß es auch darunter/ item 1 Loth Zucker-Candi/ ein halb Quintlein Zimmetrinden/ Mu- ſcatnuß/ Muſcatbluͤhe/ weiſſen Jngber ana ein halb Loth/ vor 2 Pfenning Aniß/ vor 3 Pfenning Johannsbrod/ vor 12 Pfen. Campher/ vor 2. Pfen. Liquiritiam, vor 12 Pfen. Balſam/ vor 18 Pfen. Eberwurtzen; item dieſe folgende Kraͤuter: groſſen und kleinen Klee/ ein we- nig Thymian und Meliſſen/ dieſe Kraͤuter und Gewuͤr- tze/ muß man alle klein zerſchneiden/ und unter dieſes Hoͤnig und Wein thun/ wieder durcheinander ruͤhren/ ſo faͤngt es an nachmals ferner zu gieren und zu fer- mentiren/ und fleuſſet wol durcheinander. Wann man nun die Beuten zurichtet/ ſo nimmt man hievon/ und ſchmiert inwendig die Bienenſtoͤcke. Mulieres men- ſtruatæ

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682, S. 396. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica02_1682/414>, abgerufen am 21.01.2020.