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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682.

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Zehenden Buchs/ Erster Theil/ Bienenhütten.
[Spaltenumbruch] chen/ auch daß der Thau/ der frühe Morgens und A-
bends darauf fället/ das dünne Wachs leichtlich durch-
gehe/ und es in wenig Tagen zur Vollkommenheit der
weissen Farbe bringe. Die Bienen sind diesem Wachs
gefährlich/ daher zu hüten/ und solche schadhaffte Gäste
abzutreiben/ wie dann auch durch öffters Begiessen zu
verhüten/ damit das Wachs von den heissen Strahlen
der Sonnen nicht schmeltze/ sonderlich Mittages-Zeit.
Andere an statt daß sie das Wachs zu Blätlein ma-
[Spaltenumbruch] chen/ vergnügen sie/ daß sie es durch grosse durchlöcher-
te Löffel allgemach wie Schrott giessen in kaltes Was-
ser/ und bleichen es auf vorige Weise. Jm Majo und
Junio ist die beste Zeit darzu/ weil damals die meisten
Thaue fallen/ so zu Beförderung dieses Wercks ab-
sonderlich dienlich; nachdem die Hitz groß oder mittel-
mässig ist/ muß auch das Sprützen mehr oder weniger
geschehen.

Cap. LVI.
Was vom Wachs in der Artzney zu brauchen.
[Spaltenumbruch]

UNter allen/ zur Artzney dienlichen/ Wachsen/
wird das von den jungen Bienen erstes Jahrs
verfertigte und ins gemein genannte Jungfrau-
Wachs/ für das beste gehalten; die langwührige Husten
zu remediren/ wird das Wachs zerlassen/ und der
Dunst davon durch einen Triechter in den Hals gelas-
sen. Es ziehet auch Dorn und Pfeil aus/ heilet Flech-
ten und Zittrach/ und ist zu vielen/ so kalten als hitzigen
Gebrechen/ sehr dienstlich/ denn es zeitiget/ erweichet/
zertheilet/ ziehet Eyter/ saubert/ heilet und erfüllet die
Versehrung der Gedärme/ und andere Wunden/ Blat-
tern und Geschwere/ und wo man Schmertzen stillen
will/ ist es darzu sehr behülfflich/ also daß Theophrastus
Paracelsus
schreibet/ Wachs sey eine materia der Pfla-
ster/ welche dienet zu allen Schäden.

Daß den Säugammen die Milch in den Brüsten
nicht gerinne/ sollen sie 10 Wachs-Körnlein/ in der
Grösse als Hirskörnlein/ im warmen Bier eintrincken/
und solches eine Zeitlang täglich wiederholen. Jtem
denen/ so die rothe Ruhr haben/ ists ein experiment, daß
sie ein wenig Wachs in warmer Brühe/ oder wol in lau-
lichtem rothen Wein einnehmen/ und also mit dem Ge-
brauch ein wenig anhalten/ wie die Medulla destillatoria
bezeuget.

Das Cerotum infrigidans Galeni wird also berei-
tet: Man zerlässet und miscirt/ nach der Kunst/ schön
neu und gutes Wachs/ mit Rosen-Oel und Veyel-Oel/
oder in deren Manglung nimmt man nur gutes reines
Baum-Oel/ untereinander/ schaumet es fleissig ab/ daß
es von allem Unflat gereiniget sey/ kühlet es hernach offt
mit kaltem Bronnenwasser/ und knettet es allwege im
Wasser mit den Händen wol ab/ giesset für und für kal-
tes Wasser drauf/ und arbeitet es/ biß es endlich gar er-
hartet/ welche Arbeit in einem Mörser am füglichsten
verrichtet wird/ und legts/ als ein anders Pflaster/ auf/ es
kühlet alle alte harte und hitzige Geschwer/ und weichet sie;
dienet auch zu brennenden um sich fressenden Carbunckeln/
und wider das Rothlauff; insonderheit ist es gut in hitzi-
gen Fiebern über die Brust geschlagen/ es kühlet die
praecordia, und löschet die Hitze in kurtzer Zeit/ so mans
über den Meissel/ und den Ort der Leber/ dergleichen an
die Stirn und Schläfe leget/ stillet und lindert es die
Hitze; wann der Ruck grad schmertzet/ wirds mit gros-
sem Nutzen aufgelegt.

Das durch Kunst weiß gemachte Wachs hat gleich-
falls die Art abzukühlen/ hintersich zu treiben/ zu trock-
nen/ zu erhärten und zu stopffen/ und wann solche Din-
ge zu remediren sind/ soll man das weisse Wachs allwe-
gen darzu erwehlen.

[Spaltenumbruch]

Das Oleum Cerae wird/ nach Beschreibung Con-
radi Khunraths,
in seiner Medulla destillatoria also zu-
bereitet: Nimm neu wolriechend Wachs/ so viel du
wilt/ zerlasse es in einem verglasirten Tiegel oder Topf/
geuß es also warm in guten Malvasier/ Spanischen/
Welschen/ oder/ in Ermanglung dessen/ in Rheinischen/
oder starcken Oesterreichischen Wein; wann das Wachs
härtlicht worden/ so knette es mit rein-gewaschenen
Händen im Wein/ als einen Taig/ wann du nun solches
ohngefähr eine halbe viertel Stunde getrieben/ so zer-
lasse das Wachs wiederum auf vorige Weise/ behre es
auch mit den Händen wol hin und wieder/ diese Arbeit
thue siebenmal/ letzlich/ als zum achtenmal/ lasse das
Wachs fein langsam wieder zergehen/ mische dreymal
so viel/ als des Wachses ist/ wolgebrannte pulverisirte
Ziegelstein/ oder in Mangel derer/ ausgeschlemmte A-
schen/ darein/ rühre es fleissig/ und lang/ stätigs um/ biß
es beginnet hart zu werden/ alsdann formire globulos,
als Welsche Nüsse groß/ daraus/ thue sie in eine Retor-
ten/ lege eine Vorlag für/ oder magst es wol auch per
Alembicum
thun/ verwahre die juncturen cum luto sa-
pientiae
aufs beste/ destillier es mit gelindem Feuer/ und
laß das oleum (gradatim augmentando ignem) so
lang gehen/ biß eine dicke materia wie ein gelber weicher
Butter zu kommen beginnet/ so nimm die vorige Vor-
lag ab/ und leg ein anders Glas vor/ diese dicke materia
gleiches falls aufzufangen; wann nun nichts mehr gehet/
so laß das Feuer mählich abgehen/ und die Gefässe von
sich selbst erkalten/ thue eine jede behaltene destillation
als das Wasser/ das Oel/ und die letzte dick-herüber
gegangene Materien jedes in ein besonders Glas/ behalte
sie zum Gebrauch. Zu mercken aber ist/ ehe man das
Wachs mit dem Ziegel-Pulver oder Aschen vermischet/
und in den Glaskolben oder Retortam thut/ ist nöhtig/
daß man zuvor denselben/ sowol auch den Helm/ mit
Baum-Oel oder Lein-Oel ein wenig bestreiche.

Das herüber-gedistillirte Oleum Cerae ist bräun-
licher Farbe/ solches mustu per Vesicam oder per Alem-
bicum
gebührlicher Weise rectificiren/ so bekommts ei-
ne schöne gelbe Farb/ und ist sehr penetrabel und durch-
dringend/ erweichet/ resolviret/ attenuiret/ zertheilet/
säubert/ trocknet/ erfüllet und heilet auch Schmertzen
und Wehtagen/ lindert/ eröffnet dem/ der die Strau-
chen oder Schnuppen hat/ des Haubtes Verstopffung/
in die Nasenlöcher gestrichen; wird mehr ausserhalb des
Leibes/ als innerlich gebrauchet. Wer geronnen Blut
im Leib hat/ der bestreiche das Ort/ wo er Beschwerung
findet/ mit Wachs-Oele/ so warm ers erleiden mag/
wiederhole es offt/ und trinck ein wenig Wachs-Oel in

guten
E e e ij

Zehenden Buchs/ Erſter Theil/ Bienenhuͤtten.
[Spaltenumbruch] chen/ auch daß der Thau/ der fruͤhe Morgens und A-
bends darauf faͤllet/ das duͤnne Wachs leichtlich durch-
gehe/ und es in wenig Tagen zur Vollkommenheit der
weiſſen Farbe bringe. Die Bienen ſind dieſem Wachs
gefaͤhrlich/ daher zu huͤten/ und ſolche ſchadhaffte Gaͤſte
abzutreiben/ wie dann auch durch oͤffters Begieſſen zu
verhuͤten/ damit das Wachs von den heiſſen Strahlen
der Sonnen nicht ſchmeltze/ ſonderlich Mittages-Zeit.
Andere an ſtatt daß ſie das Wachs zu Blaͤtlein ma-
[Spaltenumbruch] chen/ vergnuͤgen ſie/ daß ſie es durch groſſe durchloͤcher-
te Loͤffel allgemach wie Schrott gieſſen in kaltes Waſ-
ſer/ und bleichen es auf vorige Weiſe. Jm Majo und
Junio iſt die beſte Zeit darzu/ weil damals die meiſten
Thaue fallen/ ſo zu Befoͤrderung dieſes Wercks ab-
ſonderlich dienlich; nachdem die Hitz groß oder mittel-
maͤſſig iſt/ muß auch das Spruͤtzen mehr oder weniger
geſchehen.

Cap. LVI.
Was vom Wachs in der Artzney zu brauchen.
[Spaltenumbruch]

UNter allen/ zur Artzney dienlichen/ Wachſen/
wird das von den jungen Bienen erſtes Jahrs
verfertigte und ins gemein genannte Jungfrau-
Wachs/ fuͤr das beſte gehalten; die langwuͤhrige Huſten
zu remediren/ wird das Wachs zerlaſſen/ und der
Dunſt davon durch einen Triechter in den Hals gelaſ-
ſen. Es ziehet auch Dorn und Pfeil aus/ heilet Flech-
ten und Zittrach/ und iſt zu vielen/ ſo kalten als hitzigen
Gebrechen/ ſehr dienſtlich/ denn es zeitiget/ erweichet/
zertheilet/ ziehet Eyter/ ſaubert/ heilet und erfuͤllet die
Verſehrung der Gedaͤrme/ und andere Wunden/ Blat-
tern und Geſchwere/ und wo man Schmertzen ſtillen
will/ iſt es darzu ſehr behuͤlfflich/ alſo daß Theophraſtus
Paracelſus
ſchreibet/ Wachs ſey eine materia der Pfla-
ſter/ welche dienet zu allen Schaͤden.

Daß den Saͤugammen die Milch in den Bruͤſten
nicht gerinne/ ſollen ſie 10 Wachs-Koͤrnlein/ in der
Groͤſſe als Hirskoͤrnlein/ im warmen Bier eintrincken/
und ſolches eine Zeitlang taͤglich wiederholen. Jtem
denen/ ſo die rothe Ruhr haben/ iſts ein experiment, daß
ſie ein wenig Wachs in warmer Bruͤhe/ oder wol in lau-
lichtem rothen Wein einnehmen/ und alſo mit dem Ge-
brauch ein wenig anhalten/ wie die Medulla deſtillatoria
bezeuget.

Das Cerotum infrigidans Galeni wird alſo berei-
tet: Man zerlaͤſſet und miſcirt/ nach der Kunſt/ ſchoͤn
neu und gutes Wachs/ mit Roſen-Oel und Veyel-Oel/
oder in deren Manglung nimmt man nur gutes reines
Baum-Oel/ untereinander/ ſchaumet es fleiſſig ab/ daß
es von allem Unflat gereiniget ſey/ kuͤhlet es hernach offt
mit kaltem Bronnenwaſſer/ und knettet es allwege im
Waſſer mit den Haͤnden wol ab/ gieſſet fuͤr und fuͤr kal-
tes Waſſer drauf/ und arbeitet es/ biß es endlich gar er-
hartet/ welche Arbeit in einem Moͤrſer am fuͤglichſten
verrichtet wird/ und legts/ als ein anders Pflaſter/ auf/ es
kuͤhlet alle alte harte und hitzige Geſchwer/ uñ weichet ſie;
dienet auch zu breñenden um ſich freſſenden Carbunckeln/
und wider das Rothlauff; inſonderheit iſt es gut in hitzi-
gen Fiebern uͤber die Bruſt geſchlagen/ es kuͤhlet die
præcordia, und loͤſchet die Hitze in kurtzer Zeit/ ſo mans
uͤber den Meiſſel/ und den Ort der Leber/ dergleichen an
die Stirn und Schlaͤfe leget/ ſtillet und lindert es die
Hitze; wann der Ruck grad ſchmertzet/ wirds mit groſ-
ſem Nutzen aufgelegt.

Das durch Kunſt weiß gemachte Wachs hat gleich-
falls die Art abzukuͤhlen/ hinterſich zu treiben/ zu trock-
nen/ zu erhaͤrten und zu ſtopffen/ und wann ſolche Din-
ge zu remediren ſind/ ſoll man das weiſſe Wachs allwe-
gen darzu erwehlen.

[Spaltenumbruch]

Das Oleum Ceræ wird/ nach Beſchreibung Con-
radi Khunraths,
in ſeiner Medullâ deſtillatoriâ alſo zu-
bereitet: Nimm neu wolriechend Wachs/ ſo viel du
wilt/ zerlaſſe es in einem verglaſirten Tiegel oder Topf/
geuß es alſo warm in guten Malvaſier/ Spaniſchen/
Welſchen/ oder/ in Ermanglung deſſen/ in Rheiniſchen/
oder ſtarcken Oeſterreichiſchen Wein; wann das Wachs
haͤrtlicht worden/ ſo knette es mit rein-gewaſchenen
Haͤnden im Wein/ als einen Taig/ wañ du nun ſolches
ohngefaͤhr eine halbe viertel Stunde getrieben/ ſo zer-
laſſe das Wachs wiederum auf vorige Weiſe/ behre es
auch mit den Haͤnden wol hin und wieder/ dieſe Arbeit
thue ſiebenmal/ letzlich/ als zum achtenmal/ laſſe das
Wachs fein langſam wieder zergehen/ miſche dreymal
ſo viel/ als des Wachſes iſt/ wolgebrañte pulveriſirte
Ziegelſtein/ oder in Mangel derer/ ausgeſchlemmte A-
ſchen/ darein/ ruͤhre es fleiſſig/ und lang/ ſtaͤtigs um/ biß
es beginnet hart zu werden/ alsdann formire globulos,
als Welſche Nuͤſſe groß/ daraus/ thue ſie in eine Retor-
ten/ lege eine Vorlag fuͤr/ oder magſt es wol auch per
Alembicum
thun/ verwahre die juncturen cum luto ſa-
pientiæ
aufs beſte/ deſtillier es mit gelindem Feuer/ und
laß das oleum (gradatim augmentando ignem) ſo
lang gehen/ biß eine dicke materia wie ein gelber weicher
Butter zu kommen beginnet/ ſo nimm die vorige Vor-
lag ab/ und leg ein anders Glas vor/ dieſe dicke materia
gleiches falls aufzufangen; wann nun nichts mehr gehet/
ſo laß das Feuer maͤhlich abgehen/ und die Gefaͤſſe von
ſich ſelbſt erkalten/ thue eine jede behaltene deſtillation
als das Waſſer/ das Oel/ und die letzte dick-heruͤber
gegangene Materien jedes in ein beſonders Glas/ behalte
ſie zum Gebrauch. Zu mercken aber iſt/ ehe man das
Wachs mit dem Ziegel-Pulver oder Aſchen vermiſchet/
und in den Glaskolben oder Retortam thut/ iſt noͤhtig/
daß man zuvor denſelben/ ſowol auch den Helm/ mit
Baum-Oel oder Lein-Oel ein wenig beſtreiche.

Das heruͤber-gediſtillirte Oleum Ceræ iſt braͤun-
licher Farbe/ ſolches muſtu per Veſicam oder per Alem-
bicum
gebuͤhrlicher Weiſe rectificiren/ ſo bekommts ei-
ne ſchoͤne gelbe Farb/ und iſt ſehr penetrabel und durch-
dringend/ erweichet/ reſolviret/ attenuiret/ zertheilet/
ſaͤubert/ trocknet/ erfuͤllet und heilet auch Schmertzen
und Wehtagen/ lindert/ eroͤffnet dem/ der die Strau-
chen oder Schnuppen hat/ des Haubtes Verſtopffung/
in die Naſenloͤcher geſtrichen; wird mehr auſſerhalb des
Leibes/ als innerlich gebrauchet. Wer geronnen Blut
im Leib hat/ der beſtreiche das Ort/ wo er Beſchwerung
findet/ mit Wachs-Oele/ ſo warm ers erleiden mag/
wiederhole es offt/ und trinck ein wenig Wachs-Oel in

guten
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[403/0421] Zehenden Buchs/ Erſter Theil/ Bienenhuͤtten. chen/ auch daß der Thau/ der fruͤhe Morgens und A- bends darauf faͤllet/ das duͤnne Wachs leichtlich durch- gehe/ und es in wenig Tagen zur Vollkommenheit der weiſſen Farbe bringe. Die Bienen ſind dieſem Wachs gefaͤhrlich/ daher zu huͤten/ und ſolche ſchadhaffte Gaͤſte abzutreiben/ wie dann auch durch oͤffters Begieſſen zu verhuͤten/ damit das Wachs von den heiſſen Strahlen der Sonnen nicht ſchmeltze/ ſonderlich Mittages-Zeit. Andere an ſtatt daß ſie das Wachs zu Blaͤtlein ma- chen/ vergnuͤgen ſie/ daß ſie es durch groſſe durchloͤcher- te Loͤffel allgemach wie Schrott gieſſen in kaltes Waſ- ſer/ und bleichen es auf vorige Weiſe. Jm Majo und Junio iſt die beſte Zeit darzu/ weil damals die meiſten Thaue fallen/ ſo zu Befoͤrderung dieſes Wercks ab- ſonderlich dienlich; nachdem die Hitz groß oder mittel- maͤſſig iſt/ muß auch das Spruͤtzen mehr oder weniger geſchehen. Cap. LVI. Was vom Wachs in der Artzney zu brauchen. UNter allen/ zur Artzney dienlichen/ Wachſen/ wird das von den jungen Bienen erſtes Jahrs verfertigte und ins gemein genannte Jungfrau- Wachs/ fuͤr das beſte gehalten; die langwuͤhrige Huſten zu remediren/ wird das Wachs zerlaſſen/ und der Dunſt davon durch einen Triechter in den Hals gelaſ- ſen. Es ziehet auch Dorn und Pfeil aus/ heilet Flech- ten und Zittrach/ und iſt zu vielen/ ſo kalten als hitzigen Gebrechen/ ſehr dienſtlich/ denn es zeitiget/ erweichet/ zertheilet/ ziehet Eyter/ ſaubert/ heilet und erfuͤllet die Verſehrung der Gedaͤrme/ und andere Wunden/ Blat- tern und Geſchwere/ und wo man Schmertzen ſtillen will/ iſt es darzu ſehr behuͤlfflich/ alſo daß Theophraſtus Paracelſus ſchreibet/ Wachs ſey eine materia der Pfla- ſter/ welche dienet zu allen Schaͤden. Daß den Saͤugammen die Milch in den Bruͤſten nicht gerinne/ ſollen ſie 10 Wachs-Koͤrnlein/ in der Groͤſſe als Hirskoͤrnlein/ im warmen Bier eintrincken/ und ſolches eine Zeitlang taͤglich wiederholen. Jtem denen/ ſo die rothe Ruhr haben/ iſts ein experiment, daß ſie ein wenig Wachs in warmer Bruͤhe/ oder wol in lau- lichtem rothen Wein einnehmen/ und alſo mit dem Ge- brauch ein wenig anhalten/ wie die Medulla deſtillatoria bezeuget. Das Cerotum infrigidans Galeni wird alſo berei- tet: Man zerlaͤſſet und miſcirt/ nach der Kunſt/ ſchoͤn neu und gutes Wachs/ mit Roſen-Oel und Veyel-Oel/ oder in deren Manglung nimmt man nur gutes reines Baum-Oel/ untereinander/ ſchaumet es fleiſſig ab/ daß es von allem Unflat gereiniget ſey/ kuͤhlet es hernach offt mit kaltem Bronnenwaſſer/ und knettet es allwege im Waſſer mit den Haͤnden wol ab/ gieſſet fuͤr und fuͤr kal- tes Waſſer drauf/ und arbeitet es/ biß es endlich gar er- hartet/ welche Arbeit in einem Moͤrſer am fuͤglichſten verrichtet wird/ und legts/ als ein anders Pflaſter/ auf/ es kuͤhlet alle alte harte und hitzige Geſchwer/ uñ weichet ſie; dienet auch zu breñenden um ſich freſſenden Carbunckeln/ und wider das Rothlauff; inſonderheit iſt es gut in hitzi- gen Fiebern uͤber die Bruſt geſchlagen/ es kuͤhlet die præcordia, und loͤſchet die Hitze in kurtzer Zeit/ ſo mans uͤber den Meiſſel/ und den Ort der Leber/ dergleichen an die Stirn und Schlaͤfe leget/ ſtillet und lindert es die Hitze; wann der Ruck grad ſchmertzet/ wirds mit groſ- ſem Nutzen aufgelegt. Das durch Kunſt weiß gemachte Wachs hat gleich- falls die Art abzukuͤhlen/ hinterſich zu treiben/ zu trock- nen/ zu erhaͤrten und zu ſtopffen/ und wann ſolche Din- ge zu remediren ſind/ ſoll man das weiſſe Wachs allwe- gen darzu erwehlen. Das Oleum Ceræ wird/ nach Beſchreibung Con- radi Khunraths, in ſeiner Medullâ deſtillatoriâ alſo zu- bereitet: Nimm neu wolriechend Wachs/ ſo viel du wilt/ zerlaſſe es in einem verglaſirten Tiegel oder Topf/ geuß es alſo warm in guten Malvaſier/ Spaniſchen/ Welſchen/ oder/ in Ermanglung deſſen/ in Rheiniſchen/ oder ſtarcken Oeſterreichiſchen Wein; wann das Wachs haͤrtlicht worden/ ſo knette es mit rein-gewaſchenen Haͤnden im Wein/ als einen Taig/ wañ du nun ſolches ohngefaͤhr eine halbe viertel Stunde getrieben/ ſo zer- laſſe das Wachs wiederum auf vorige Weiſe/ behre es auch mit den Haͤnden wol hin und wieder/ dieſe Arbeit thue ſiebenmal/ letzlich/ als zum achtenmal/ laſſe das Wachs fein langſam wieder zergehen/ miſche dreymal ſo viel/ als des Wachſes iſt/ wolgebrañte pulveriſirte Ziegelſtein/ oder in Mangel derer/ ausgeſchlemmte A- ſchen/ darein/ ruͤhre es fleiſſig/ und lang/ ſtaͤtigs um/ biß es beginnet hart zu werden/ alsdann formire globulos, als Welſche Nuͤſſe groß/ daraus/ thue ſie in eine Retor- ten/ lege eine Vorlag fuͤr/ oder magſt es wol auch per Alembicum thun/ verwahre die juncturen cum luto ſa- pientiæ aufs beſte/ deſtillier es mit gelindem Feuer/ und laß das oleum (gradatim augmentando ignem) ſo lang gehen/ biß eine dicke materia wie ein gelber weicher Butter zu kommen beginnet/ ſo nimm die vorige Vor- lag ab/ und leg ein anders Glas vor/ dieſe dicke materia gleiches falls aufzufangen; wann nun nichts mehr gehet/ ſo laß das Feuer maͤhlich abgehen/ und die Gefaͤſſe von ſich ſelbſt erkalten/ thue eine jede behaltene deſtillation als das Waſſer/ das Oel/ und die letzte dick-heruͤber gegangene Materien jedes in ein beſonders Glas/ behalte ſie zum Gebrauch. Zu mercken aber iſt/ ehe man das Wachs mit dem Ziegel-Pulver oder Aſchen vermiſchet/ und in den Glaskolben oder Retortam thut/ iſt noͤhtig/ daß man zuvor denſelben/ ſowol auch den Helm/ mit Baum-Oel oder Lein-Oel ein wenig beſtreiche. Das heruͤber-gediſtillirte Oleum Ceræ iſt braͤun- licher Farbe/ ſolches muſtu per Veſicam oder per Alem- bicum gebuͤhrlicher Weiſe rectificiren/ ſo bekommts ei- ne ſchoͤne gelbe Farb/ und iſt ſehr penetrabel und durch- dringend/ erweichet/ reſolviret/ attenuiret/ zertheilet/ ſaͤubert/ trocknet/ erfuͤllet und heilet auch Schmertzen und Wehtagen/ lindert/ eroͤffnet dem/ der die Strau- chen oder Schnuppen hat/ des Haubtes Verſtopffung/ in die Naſenloͤcher geſtrichen; wird mehr auſſerhalb des Leibes/ als innerlich gebrauchet. Wer geronnen Blut im Leib hat/ der beſtreiche das Ort/ wo er Beſchwerung findet/ mit Wachs-Oele/ ſo warm ers erleiden mag/ wiederhole es offt/ und trinck ein wenig Wachs-Oel in guten ❁ E e e ij

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682, S. 403. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica02_1682/421>, abgerufen am 21.01.2020.