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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] nen Kälte/ zu erfreuen. Daß wir daraus lernen können/
vorsichtig zu leben/ dem lachenden anreitzenden Glück
nicht leichtlich zu trauen/ all sein Thun und Lassen also
einzurichten und anzustellen/ damit wir das feindselige
Non putaram zu seuffzen nicht gezwungen seyn möchten.

Drittens ist/ wie Mons. Isnard im gedachten ver-
teutschten Büchlein sagt/ dieses wol zu beobachten/ daß ein
einiger grosser Baum ohne Erleidung einiges Scha-
dens/ mit seinem Laub erklecket/ so viel Seidenwürm/
als aus einem gantzen Loth Eyerlein oder Körnlein aus-
schlieffen/ zu ernähren/ aus welchen wann nur der halbe
Theil gerahten solte/ würde es jedoch von sechs biß zu sie-
ben Pfund Seiden bringen/ und das Pfund könnte um
fünf Gulden verkaufft werden/ wie dessen Warheit in
allen Provinzen/ da man mit Seiden-Wircken umge-
het/ klärlich erhellet; und obwoln bißweilen/ wegen un-
bequemer Zeitbewandtniß/ dieses Einkommen fehlet/
als wann durch die Kälte und Regenwetter die Blätter
verderben/ oder wann sonst eine Seuche unter diesen
Würmlein graffiret/ oder daß sie durch anders Unglück
oder Unfürsichtigkeit zu Grunde gehen/ daß nichts oder
doch gar wenig von ihnen zu erwarten; so ist es doch gar
gewiß/ wann ein gutes Wetter/ gedeyliche Art der
Würme/ ihre gute Wartung und Versorgung zusammen
kommen/ daß man von einer Untz Eyern/ biß in 10 und mehr
Pfund/ wie Herr de Serres meldet/ zu hoffen/ daher so
wenig ein Bauersmann oder Weinhauer/ wegen eines
Schauers/ eines grossen Schnees/ eines Reiffs oder
Hagelwetrers/ der sich in einem Jahr etwa begiebt/
darum unweißlich thät/ den Feldbau darum gar zu ver-
reden/ als muß auch sich ein weiser Hausvatter eines
Jahrs Widerwertigkeit nicht abschrecken lassen/ gar
davon die Hand abzuziehen/ weil andere Jahr wieder
reichlich bezahlen/ was in einem versaumt worden.

Nicht weniger sind in der Wirthschafft die Blätter
zu Fütterung und Mastung des Viehes sehr nützlich/ weil
sie überbrühet und mit Kleyen vermenget/ den jungen
Brühe-Färcklein eine gute Mast geben/ auch die Hüner
[Spaltenumbruch] und fast alles Geflügel ihnen sehr nachgehen/ und sich
mit Lust/ mit ihren Beerlein speisen.

So haben sie auch nicht weniger in der Artzney diese
Tugend/ daß sie des Mundes/ Halses und des Schlun-
des inflammationen und Versehrungen lindern/ das
faulende und schwürige Zahnfleisch mit Zucker-Rosat
vermischt gantz ausheilen/ müssen aber darzu/ ehe sie
noch gantz völlig reiff sind/ eingemacht werden. Der
Safft davon eingemacht/ laxiret den Leib/ frühe mor-
gens nüchtern eingenommen. Die Blätter in Essig
gesotten und aufgelegt/ dienen für den Brand. Von
der Rinden und den Blättern der Safft ausgepresst/
und das Maul damit gespühlet/ vertreibet die Zahn-
schmertzen.

Die Wurtzen zur Erndte-Zeit eingeschnitten/ und
eine Grube herum gemacht/ giebt einen Safft von sich/
der sich den nächsten Tag hernach wie ein Gummi er-
härtet/ welcher zu Zahnschmertzen dienlich/ die Ge-
schwulsten zertreibt und den Leib reiniget/ wie Dioscori-
des lib. 1. cap.
181. bezeuget.

Die unzeitigen Beer gedörrt und gepulvert/ sind/ in
der Speise gebraucht/ gut wider den Bauchfluß. Der
aus den Blättern gepresste Safft getruncken/ ist gut wi-
der Gifft und Spinnenstich. Die dürren Blätter ge-
stossen/ und diß Pulver in die bösen Geschwer gesprengt/
heilet dieselbigen.

Die Rinden von der Maulbeerbaum-Wurtzen ist
warm und trocken/ vom Geschmack bitter/ und hat die
Krafft zu reinigen; diese Rinde in Wein gesotten und
davon getruncken/ eröffnet die Verstopffungen der Le-
ber und des Miltzes/ bewegt den Stulgang/ und tödtet
die breiten Würm; ist auch den jenigen gut/ welche von
der gifftigen Wolffswurtz gegessen haben. Die Blät-
ter mit Oel befeuchtet/ klein gestossen und überge-
legt/ löschen den Brand. Jtem diese Blätter mit Reb-
laub und Feigenblättern in Regenwasser gesotten/
schwärtzen das Haar.

Cap. VII.
Von Pflantzung der weissen Maulbeerbäume durch die Kernen.
[Spaltenumbruch]

DJese Bäume sind leichtlich aufzubringen/ doch
kommen sie in einer guten feuchten Erden eher
und gedeylicher/ als in einem magern und dürren
Grund; man meynet aber/ die Blätter aus magern
Gründen nehren besser/ wann sie nur an der Sonnen
stehen; darum ist unnöthig/ daß man ihnen guten Grun-
de (den man zu Anbauung des Getraydes brauchen kan)
eingebe/ sie nehmen schon mit schlechtern verlieb/ wann
die Erden nur mittelmässig/ mehr trocken als feucht/
mehr leicht als schwer/ und mehr sandicht als laimicht
ist.

Diese Bäume aber durch den Saamen aufzubrin-
gen/ muß es in einer Pflantz-Schul die vor den Mitter-
nächtischen Winden versichert ist/ geschehen; der Grund
muß wol umgegraben/ und klein durch Rechen geläutert/
auch mit der Dung/ zugerichtet werden; wiewol ich der
Meynung bin/ daß es schier rathsamer/ die Dunge an-
fangs gantz sparsamlich zu brauchen/ daß sie künfftig bey
der Versetzung/ mit einen bessern Grund möchten ver-
sehen/ und also stets bey aller Umwechslung etwas bes-
[Spaltenumbruch] sers an statt eines schlechtern erlangen möchten; denn
wann der erste Grund so fett und gut/ und die Pflantzen
von dannen in einen magerern Grunde kommen/ ist zu
förchten/ sie bleiben stecken/ da hingegen die Verände-
rung von einem geringen in ein bessers/ an dem Gedeyen
gantz nicht zu zweifeln/ wie allbereit oben in den Gar-
tenbüchern auch Anregung gethan worden.

Die Kern müssen über Nacht in Wasser weichen/
unter kleine. Dung oder zarten Grunde gemenget/ und in
ihr ziemlich erhabenes Bette gesäet werden/ man mag
das Wasser wol gar mit Dung vermischen/ daß der
Saamen darinnen etwas aufgeschwelle/ so bringt er
seine Fettigkeit mit in die Erden/ und nimmt hernach
mit einem magern Grunde desto leichter verlieb.

Nach der Saat muß man den Saamen wieder
mit gutem kleinen Grunde bedecken/ und weiter weder
mit dem Rechen noch der Hauen im Bettlein viel um-
wühlen oder hacken lassen/ und diese Arbeit kan man im
Früling oder Herbst thun/ geschihet aber das letzte/ muß
es noch vor Anbruch des Herbstes/ im Julio oder im

Augusto,

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] nen Kaͤlte/ zu erfreuen. Daß wir daraus lernen koͤnnen/
vorſichtig zu leben/ dem lachenden anreitzenden Gluͤck
nicht leichtlich zu trauen/ all ſein Thun und Laſſen alſo
einzurichten und anzuſtellen/ damit wir das feindſelige
Non putaram zu ſeuffzen nicht gezwungen ſeyn moͤchten.

Drittens iſt/ wie Monſ. Iſnard im gedachten ver-
teutſchten Buͤchlein ſagt/ dieſes wol zu beobachten/ daß ein
einiger groſſer Baum ohne Erleidung einiges Scha-
dens/ mit ſeinem Laub erklecket/ ſo viel Seidenwuͤrm/
als aus einem gantzen Loth Eyerlein oder Koͤrnlein aus-
ſchlieffen/ zu ernaͤhren/ aus welchen wann nur der halbe
Theil gerahten ſolte/ wuͤrde es jedoch von ſechs biß zu ſie-
ben Pfund Seiden bringen/ und das Pfund koͤnnte um
fuͤnf Gulden verkaufft werden/ wie deſſen Warheit in
allen Provinzen/ da man mit Seiden-Wircken umge-
het/ klaͤrlich erhellet; und obwoln bißweilen/ wegen un-
bequemer Zeitbewandtniß/ dieſes Einkommen fehlet/
als wann durch die Kaͤlte und Regenwetter die Blaͤtter
verderben/ oder wann ſonſt eine Seuche unter dieſen
Wuͤrmlein graffiret/ oder daß ſie durch anders Ungluͤck
oder Unfuͤrſichtigkeit zu Grunde gehen/ daß nichts oder
doch gar wenig von ihnen zu erwarten; ſo iſt es doch gar
gewiß/ wann ein gutes Wetter/ gedeyliche Art der
Wuͤrme/ ihre gute Wartung und Verſorgung zuſammen
kom̃en/ daß man von einer Untz Eyern/ biß in 10 und mehr
Pfund/ wie Herꝛ de Serres meldet/ zu hoffen/ daher ſo
wenig ein Bauersmann oder Weinhauer/ wegen eines
Schauers/ eines groſſen Schnees/ eines Reiffs oder
Hagelwetrers/ der ſich in einem Jahr etwa begiebt/
darum unweißlich thaͤt/ den Feldbau darum gar zu ver-
reden/ als muß auch ſich ein weiſer Hausvatter eines
Jahrs Widerwertigkeit nicht abſchrecken laſſen/ gar
davon die Hand abzuziehen/ weil andere Jahr wieder
reichlich bezahlen/ was in einem verſaumt worden.

Nicht weniger ſind in der Wirthſchafft die Blaͤtter
zu Fuͤtterung und Maſtung des Viehes ſehr nuͤtzlich/ weil
ſie uͤberbruͤhet und mit Kleyen vermenget/ den jungen
Bruͤhe-Faͤrcklein eine gute Maſt geben/ auch die Huͤner
[Spaltenumbruch] und faſt alles Gefluͤgel ihnen ſehr nachgehen/ und ſich
mit Luſt/ mit ihren Beerlein ſpeiſen.

So haben ſie auch nicht weniger in der Artzney dieſe
Tugend/ daß ſie des Mundes/ Halſes und des Schlun-
des inflammationen und Verſehrungen lindern/ das
faulende und ſchwuͤrige Zahnfleiſch mit Zucker-Roſat
vermiſcht gantz ausheilen/ muͤſſen aber darzu/ ehe ſie
noch gantz voͤllig reiff ſind/ eingemacht werden. Der
Safft davon eingemacht/ laxiret den Leib/ fruͤhe mor-
gens nuͤchtern eingenommen. Die Blaͤtter in Eſſig
geſotten und aufgelegt/ dienen fuͤr den Brand. Von
der Rinden und den Blaͤttern der Safft ausgepreſſt/
und das Maul damit geſpuͤhlet/ vertreibet die Zahn-
ſchmertzen.

Die Wurtzen zur Erndte-Zeit eingeſchnitten/ und
eine Grube herum gemacht/ giebt einen Safft von ſich/
der ſich den naͤchſten Tag hernach wie ein Gummi er-
haͤrtet/ welcher zu Zahnſchmertzen dienlich/ die Ge-
ſchwulſten zertreibt und den Leib reiniget/ wie Dioſcori-
des lib. 1. cap.
181. bezeuget.

Die unzeitigen Beer gedoͤrꝛt und gepulvert/ ſind/ in
der Speiſe gebraucht/ gut wider den Bauchfluß. Der
aus den Blaͤttern gepreſſte Safft getruncken/ iſt gut wi-
der Gifft und Spinnenſtich. Die duͤrren Blaͤtter ge-
ſtoſſen/ und diß Pulver in die boͤſen Geſchwer geſprengt/
heilet dieſelbigen.

Die Rinden von der Maulbeerbaum-Wurtzen iſt
warm und trocken/ vom Geſchmack bitter/ und hat die
Krafft zu reinigen; dieſe Rinde in Wein geſotten und
davon getruncken/ eroͤffnet die Verſtopffungen der Le-
ber und des Miltzes/ bewegt den Stulgang/ und toͤdtet
die breiten Wuͤrm; iſt auch den jenigen gut/ welche von
der gifftigen Wolffswurtz gegeſſen haben. Die Blaͤt-
ter mit Oel befeuchtet/ klein geſtoſſen und uͤberge-
legt/ loͤſchen den Brand. Jtem dieſe Blaͤtter mit Reb-
laub und Feigenblaͤttern in Regenwaſſer geſotten/
ſchwaͤrtzen das Haar.

Cap. VII.
Von Pflantzung der weiſſen Maulbeerbaͤume durch die Kernen.
[Spaltenumbruch]

DJeſe Baͤume ſind leichtlich aufzubringen/ doch
kommen ſie in einer guten feuchten Erden eher
und gedeylicher/ als in einem magern und duͤrren
Grund; man meynet aber/ die Blaͤtter aus magern
Gruͤnden nehren beſſer/ wann ſie nur an der Sonnen
ſtehen; darum iſt unnoͤthig/ daß man ihnen guten Grun-
de (den man zu Anbauung des Getraydes brauchen kan)
eingebe/ ſie nehmen ſchon mit ſchlechtern verlieb/ wann
die Erden nur mittelmaͤſſig/ mehr trocken als feucht/
mehr leicht als ſchwer/ und mehr ſandicht als laimicht
iſt.

Dieſe Baͤume aber durch den Saamen aufzubrin-
gen/ muß es in einer Pflantz-Schul die vor den Mitter-
naͤchtiſchen Winden verſichert iſt/ geſchehen; der Grund
muß wol umgegraben/ und klein durch Rechen gelaͤutert/
auch mit der Dung/ zugerichtet werden; wiewol ich der
Meynung bin/ daß es ſchier rathſamer/ die Dunge an-
fangs gantz ſparſamlich zu brauchen/ daß ſie kuͤnfftig bey
der Verſetzung/ mit einen beſſern Grund moͤchten ver-
ſehen/ und alſo ſtets bey aller Umwechslung etwas beſ-
[Spaltenumbruch] ſers an ſtatt eines ſchlechtern erlangen moͤchten; denn
wann der erſte Grund ſo fett und gut/ und die Pflantzen
von dannen in einen magerern Grunde kommen/ iſt zu
foͤrchten/ ſie bleiben ſtecken/ da hingegen die Veraͤnde-
rung von einem geringen in ein beſſers/ an dem Gedeyen
gantz nicht zu zweifeln/ wie allbereit oben in den Gar-
tenbuͤchern auch Anregung gethan worden.

Die Kern muͤſſen uͤber Nacht in Waſſer weichen/
unter kleine. Dung oder zarten Grunde gemenget/ und in
ihr ziemlich erhabenes Bette geſaͤet werden/ man mag
das Waſſer wol gar mit Dung vermiſchen/ daß der
Saamen darinnen etwas aufgeſchwelle/ ſo bringt er
ſeine Fettigkeit mit in die Erden/ und nimmt hernach
mit einem magern Grunde deſto leichter verlieb.

Nach der Saat muß man den Saamen wieder
mit gutem kleinen Grunde bedecken/ und weiter weder
mit dem Rechen noch der Hauen im Bettlein viel um-
wuͤhlen oder hacken laſſen/ und dieſe Arbeit kan man im
Fruͤling oder Herbſt thun/ geſchihet aber das letzte/ muß
es noch vor Anbruch des Herbſtes/ im Julio oder im

Auguſto,
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[410/0428] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens nen Kaͤlte/ zu erfreuen. Daß wir daraus lernen koͤnnen/ vorſichtig zu leben/ dem lachenden anreitzenden Gluͤck nicht leichtlich zu trauen/ all ſein Thun und Laſſen alſo einzurichten und anzuſtellen/ damit wir das feindſelige Non putaram zu ſeuffzen nicht gezwungen ſeyn moͤchten. Drittens iſt/ wie Monſ. Iſnard im gedachten ver- teutſchten Buͤchlein ſagt/ dieſes wol zu beobachten/ daß ein einiger groſſer Baum ohne Erleidung einiges Scha- dens/ mit ſeinem Laub erklecket/ ſo viel Seidenwuͤrm/ als aus einem gantzen Loth Eyerlein oder Koͤrnlein aus- ſchlieffen/ zu ernaͤhren/ aus welchen wann nur der halbe Theil gerahten ſolte/ wuͤrde es jedoch von ſechs biß zu ſie- ben Pfund Seiden bringen/ und das Pfund koͤnnte um fuͤnf Gulden verkaufft werden/ wie deſſen Warheit in allen Provinzen/ da man mit Seiden-Wircken umge- het/ klaͤrlich erhellet; und obwoln bißweilen/ wegen un- bequemer Zeitbewandtniß/ dieſes Einkommen fehlet/ als wann durch die Kaͤlte und Regenwetter die Blaͤtter verderben/ oder wann ſonſt eine Seuche unter dieſen Wuͤrmlein graffiret/ oder daß ſie durch anders Ungluͤck oder Unfuͤrſichtigkeit zu Grunde gehen/ daß nichts oder doch gar wenig von ihnen zu erwarten; ſo iſt es doch gar gewiß/ wann ein gutes Wetter/ gedeyliche Art der Wuͤrme/ ihre gute Wartung und Verſorgung zuſammen kom̃en/ daß man von einer Untz Eyern/ biß in 10 und mehr Pfund/ wie Herꝛ de Serres meldet/ zu hoffen/ daher ſo wenig ein Bauersmann oder Weinhauer/ wegen eines Schauers/ eines groſſen Schnees/ eines Reiffs oder Hagelwetrers/ der ſich in einem Jahr etwa begiebt/ darum unweißlich thaͤt/ den Feldbau darum gar zu ver- reden/ als muß auch ſich ein weiſer Hausvatter eines Jahrs Widerwertigkeit nicht abſchrecken laſſen/ gar davon die Hand abzuziehen/ weil andere Jahr wieder reichlich bezahlen/ was in einem verſaumt worden. Nicht weniger ſind in der Wirthſchafft die Blaͤtter zu Fuͤtterung und Maſtung des Viehes ſehr nuͤtzlich/ weil ſie uͤberbruͤhet und mit Kleyen vermenget/ den jungen Bruͤhe-Faͤrcklein eine gute Maſt geben/ auch die Huͤner und faſt alles Gefluͤgel ihnen ſehr nachgehen/ und ſich mit Luſt/ mit ihren Beerlein ſpeiſen. So haben ſie auch nicht weniger in der Artzney dieſe Tugend/ daß ſie des Mundes/ Halſes und des Schlun- des inflammationen und Verſehrungen lindern/ das faulende und ſchwuͤrige Zahnfleiſch mit Zucker-Roſat vermiſcht gantz ausheilen/ muͤſſen aber darzu/ ehe ſie noch gantz voͤllig reiff ſind/ eingemacht werden. Der Safft davon eingemacht/ laxiret den Leib/ fruͤhe mor- gens nuͤchtern eingenommen. Die Blaͤtter in Eſſig geſotten und aufgelegt/ dienen fuͤr den Brand. Von der Rinden und den Blaͤttern der Safft ausgepreſſt/ und das Maul damit geſpuͤhlet/ vertreibet die Zahn- ſchmertzen. Die Wurtzen zur Erndte-Zeit eingeſchnitten/ und eine Grube herum gemacht/ giebt einen Safft von ſich/ der ſich den naͤchſten Tag hernach wie ein Gummi er- haͤrtet/ welcher zu Zahnſchmertzen dienlich/ die Ge- ſchwulſten zertreibt und den Leib reiniget/ wie Dioſcori- des lib. 1. cap. 181. bezeuget. Die unzeitigen Beer gedoͤrꝛt und gepulvert/ ſind/ in der Speiſe gebraucht/ gut wider den Bauchfluß. Der aus den Blaͤttern gepreſſte Safft getruncken/ iſt gut wi- der Gifft und Spinnenſtich. Die duͤrren Blaͤtter ge- ſtoſſen/ und diß Pulver in die boͤſen Geſchwer geſprengt/ heilet dieſelbigen. Die Rinden von der Maulbeerbaum-Wurtzen iſt warm und trocken/ vom Geſchmack bitter/ und hat die Krafft zu reinigen; dieſe Rinde in Wein geſotten und davon getruncken/ eroͤffnet die Verſtopffungen der Le- ber und des Miltzes/ bewegt den Stulgang/ und toͤdtet die breiten Wuͤrm; iſt auch den jenigen gut/ welche von der gifftigen Wolffswurtz gegeſſen haben. Die Blaͤt- ter mit Oel befeuchtet/ klein geſtoſſen und uͤberge- legt/ loͤſchen den Brand. Jtem dieſe Blaͤtter mit Reb- laub und Feigenblaͤttern in Regenwaſſer geſotten/ ſchwaͤrtzen das Haar. Cap. VII. Von Pflantzung der weiſſen Maulbeerbaͤume durch die Kernen. DJeſe Baͤume ſind leichtlich aufzubringen/ doch kommen ſie in einer guten feuchten Erden eher und gedeylicher/ als in einem magern und duͤrren Grund; man meynet aber/ die Blaͤtter aus magern Gruͤnden nehren beſſer/ wann ſie nur an der Sonnen ſtehen; darum iſt unnoͤthig/ daß man ihnen guten Grun- de (den man zu Anbauung des Getraydes brauchen kan) eingebe/ ſie nehmen ſchon mit ſchlechtern verlieb/ wann die Erden nur mittelmaͤſſig/ mehr trocken als feucht/ mehr leicht als ſchwer/ und mehr ſandicht als laimicht iſt. Dieſe Baͤume aber durch den Saamen aufzubrin- gen/ muß es in einer Pflantz-Schul die vor den Mitter- naͤchtiſchen Winden verſichert iſt/ geſchehen; der Grund muß wol umgegraben/ und klein durch Rechen gelaͤutert/ auch mit der Dung/ zugerichtet werden; wiewol ich der Meynung bin/ daß es ſchier rathſamer/ die Dunge an- fangs gantz ſparſamlich zu brauchen/ daß ſie kuͤnfftig bey der Verſetzung/ mit einen beſſern Grund moͤchten ver- ſehen/ und alſo ſtets bey aller Umwechslung etwas beſ- ſers an ſtatt eines ſchlechtern erlangen moͤchten; denn wann der erſte Grund ſo fett und gut/ und die Pflantzen von dannen in einen magerern Grunde kommen/ iſt zu foͤrchten/ ſie bleiben ſtecken/ da hingegen die Veraͤnde- rung von einem geringen in ein beſſers/ an dem Gedeyen gantz nicht zu zweifeln/ wie allbereit oben in den Gar- tenbuͤchern auch Anregung gethan worden. Die Kern muͤſſen uͤber Nacht in Waſſer weichen/ unter kleine. Dung oder zarten Grunde gemenget/ und in ihr ziemlich erhabenes Bette geſaͤet werden/ man mag das Waſſer wol gar mit Dung vermiſchen/ daß der Saamen darinnen etwas aufgeſchwelle/ ſo bringt er ſeine Fettigkeit mit in die Erden/ und nimmt hernach mit einem magern Grunde deſto leichter verlieb. Nach der Saat muß man den Saamen wieder mit gutem kleinen Grunde bedecken/ und weiter weder mit dem Rechen noch der Hauen im Bettlein viel um- wuͤhlen oder hacken laſſen/ und dieſe Arbeit kan man im Fruͤling oder Herbſt thun/ geſchihet aber das letzte/ muß es noch vor Anbruch des Herbſtes/ im Julio oder im Auguſto,

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682, S. 410. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica02_1682/428>, abgerufen am 19.01.2020.