Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Holz, Arno; Schlaf, Johannes: Papa Hamlet. Übers. v. Bruno Franzius. Leipzig, 1889.

Bild:
<< vorherige Seite
I.

Der Herr Rector Borchert sass auf seinem
Katheder und ging die eingelaufenen Briefe
durch. Es waren wieder drei Stück. Der erste
war auf grobem, grauem Armeleutspapier ge¬
schrieben und kaum zu entziffern.

Er lautete:

"Herr Borchert

Ich mus ser bedauern das ich Ihnen mit
meine Wenigkeit belästigen mus da sie mein
6 Jähries Mendchen so gebrigelhaben das
nach drei Tage noch braun un blau aus sa
da ich mich genöthich finde andre wege zu
suchn denn das kann mol ein jeder drum
bezale ich mein Schulgelt nich das is nu

I.

Der Herr Rector Borchert sass auf seinem
Katheder und ging die eingelaufenen Briefe
durch. Es waren wieder drei Stück. Der erste
war auf grobem, grauem Armeleutspapier ge¬
schrieben und kaum zu entziffern.

Er lautete:

„Herr Borchert

Ich mus ser bedauern das ich Ihnen mit
meine Wenigkeit belästigen mus da sie mein
6 Jähries Mendchen so gebrigelhaben das
nach drei Tage noch braun un blau aus sa
da ich mich genöthich finde andre wege zu
suchn denn das kann mol ein jeder drum
bezale ich mein Schulgelt nich das is nu

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0097" n="[93]"/>
        <div n="2">
          <head>I.<lb/></head>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>er Herr Rector Borchert sass auf seinem<lb/>
Katheder und ging die eingelaufenen Briefe<lb/>
durch. Es waren wieder drei Stück. Der erste<lb/>
war auf grobem, grauem Armeleutspapier ge¬<lb/>
schrieben und kaum zu entziffern.</p><lb/>
          <p>Er lautete:</p><lb/>
          <floatingText rendition="#et">
            <body>
              <div type="letter">
                <opener>
                  <salute> <hi rendition="#c">&#x201E;Herr Borchert</hi> </salute>
                </opener><lb/>
                <p>Ich mus ser bedauern das ich Ihnen mit<lb/>
meine Wenigkeit belästigen mus da sie mein<lb/>
6 Jähries Mendchen so gebrigelhaben das<lb/>
nach drei Tage noch braun un blau aus sa<lb/>
da ich mich genöthich finde andre wege zu<lb/>
suchn denn das kann mol ein jeder drum<lb/>
bezale ich mein Schulgelt nich das is nu<lb/></p>
              </div>
            </body>
          </floatingText>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[93]/0097] I. Der Herr Rector Borchert sass auf seinem Katheder und ging die eingelaufenen Briefe durch. Es waren wieder drei Stück. Der erste war auf grobem, grauem Armeleutspapier ge¬ schrieben und kaum zu entziffern. Er lautete: „Herr Borchert Ich mus ser bedauern das ich Ihnen mit meine Wenigkeit belästigen mus da sie mein 6 Jähries Mendchen so gebrigelhaben das nach drei Tage noch braun un blau aus sa da ich mich genöthich finde andre wege zu suchn denn das kann mol ein jeder drum bezale ich mein Schulgelt nich das is nu

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/holz_hamlet_1889
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/holz_hamlet_1889/97
Zitationshilfe: Holz, Arno; Schlaf, Johannes: Papa Hamlet. Übers. v. Bruno Franzius. Leipzig, 1889, S. [93]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/holz_hamlet_1889/97>, abgerufen am 19.02.2019.