Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Jacobi, Johann Friedrich: Betrachtungen über die Weisen Absichten Gottes, bey denen Dingen, die wir in der menschlichen Gesellschaft und der Offenbahrung antreffen. Bd. 2. Göttingen, 1745.

Bild:
<< vorherige Seite



beugen nunmehr ihre Knie vor dem
GOtt Himmels und der Erden. Und
wodurch hat der HErr dieses grosse
Werck ausgeführet? Durch die Weisen
dieser Welt? Nein, sondern grösten-
theils durch solche, welche keinen Ruhm
der Gelahrheit vor sich haben. JEsus
erwehlte gemeine Leute zu Zeugen seiner
Wunder und Auferstehung, diese unter-
richtete er, wie sie auf eine einfältige
Art der Welt den unbekannten GOtt be-
kannt machen, und selbige von dem rech-
ten Wege zu einer ewigen Glückseligkeit
belehren sollten. Hierzu schenckte er ih-
nen ausserordentliche Gaben des Geistes,
welche demjenigen Beweis und Stärcke
gaben, was sie vortrugen. Wem an-
ders an der Gewißheit der Hoffnung zu
einer seligen Ewigkeit gelegen, wird sich
glücklich schätzen, daß die weise Vor-
sehung ihn zu der Zeit auf diesen Bal-
len treten lassen, da er die wunder-
baresten und merckwürdigsten Verheis-

sungen
Jacobi Betr. 2. Band. K



beugen nunmehr ihre Knie vor dem
GOtt Himmels und der Erden. Und
wodurch hat der HErr dieſes groſſe
Werck ausgefuͤhret? Durch die Weiſen
dieſer Welt? Nein, ſondern groͤſten-
theils durch ſolche, welche keinen Ruhm
der Gelahrheit vor ſich haben. JEſus
erwehlte gemeine Leute zu Zeugen ſeiner
Wunder und Auferſtehung, dieſe unter-
richtete er, wie ſie auf eine einfaͤltige
Art der Welt den unbekannten GOtt be-
kannt machen, und ſelbige von dem rech-
ten Wege zu einer ewigen Gluͤckſeligkeit
belehren ſollten. Hierzu ſchenckte er ih-
nen auſſerordentliche Gaben des Geiſtes,
welche demjenigen Beweis und Staͤrcke
gaben, was ſie vortrugen. Wem an-
ders an der Gewißheit der Hoffnung zu
einer ſeligen Ewigkeit gelegen, wird ſich
gluͤcklich ſchaͤtzen, daß die weiſe Vor-
ſehung ihn zu der Zeit auf dieſen Bal-
len treten laſſen, da er die wunder-
bareſten und merckwuͤrdigſten Verheiſ-

ſungen
Jacobi Betr. 2. Band. K
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0163" n="145"/><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
beugen nunmehr ihre Knie vor dem<lb/>
GOtt Himmels und der Erden. Und<lb/>
wodurch hat der HErr die&#x017F;es gro&#x017F;&#x017F;e<lb/>
Werck ausgefu&#x0364;hret? Durch die Wei&#x017F;en<lb/>
die&#x017F;er Welt? Nein, &#x017F;ondern gro&#x0364;&#x017F;ten-<lb/>
theils durch &#x017F;olche, welche keinen Ruhm<lb/>
der Gelahrheit vor &#x017F;ich haben. JE&#x017F;us<lb/>
erwehlte gemeine Leute zu Zeugen &#x017F;einer<lb/>
Wunder und Aufer&#x017F;tehung, die&#x017F;e unter-<lb/>
richtete er, wie &#x017F;ie auf eine einfa&#x0364;ltige<lb/>
Art der Welt den unbekannten GOtt be-<lb/>
kannt machen, und &#x017F;elbige von dem rech-<lb/>
ten Wege zu einer ewigen Glu&#x0364;ck&#x017F;eligkeit<lb/>
belehren &#x017F;ollten. Hierzu &#x017F;chenckte er ih-<lb/>
nen au&#x017F;&#x017F;erordentliche Gaben des Gei&#x017F;tes,<lb/>
welche demjenigen Beweis und Sta&#x0364;rcke<lb/>
gaben, was &#x017F;ie vortrugen. Wem an-<lb/>
ders an der Gewißheit der Hoffnung zu<lb/>
einer &#x017F;eligen Ewigkeit gelegen, wird &#x017F;ich<lb/>
glu&#x0364;cklich &#x017F;cha&#x0364;tzen, daß die wei&#x017F;e Vor-<lb/>
&#x017F;ehung ihn zu der Zeit auf die&#x017F;en Bal-<lb/>
len treten la&#x017F;&#x017F;en, da er die wunder-<lb/>
bare&#x017F;ten und merckwu&#x0364;rdig&#x017F;ten Verhei&#x017F;-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">Jacobi Betr. 2. Band. K</fw><fw place="bottom" type="catch">&#x017F;ungen</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[145/0163] beugen nunmehr ihre Knie vor dem GOtt Himmels und der Erden. Und wodurch hat der HErr dieſes groſſe Werck ausgefuͤhret? Durch die Weiſen dieſer Welt? Nein, ſondern groͤſten- theils durch ſolche, welche keinen Ruhm der Gelahrheit vor ſich haben. JEſus erwehlte gemeine Leute zu Zeugen ſeiner Wunder und Auferſtehung, dieſe unter- richtete er, wie ſie auf eine einfaͤltige Art der Welt den unbekannten GOtt be- kannt machen, und ſelbige von dem rech- ten Wege zu einer ewigen Gluͤckſeligkeit belehren ſollten. Hierzu ſchenckte er ih- nen auſſerordentliche Gaben des Geiſtes, welche demjenigen Beweis und Staͤrcke gaben, was ſie vortrugen. Wem an- ders an der Gewißheit der Hoffnung zu einer ſeligen Ewigkeit gelegen, wird ſich gluͤcklich ſchaͤtzen, daß die weiſe Vor- ſehung ihn zu der Zeit auf dieſen Bal- len treten laſſen, da er die wunder- bareſten und merckwuͤrdigſten Verheiſ- ſungen Jacobi Betr. 2. Band. K

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745/163
Zitationshilfe: Jacobi, Johann Friedrich: Betrachtungen über die Weisen Absichten Gottes, bey denen Dingen, die wir in der menschlichen Gesellschaft und der Offenbahrung antreffen. Bd. 2. Göttingen, 1745, S. 145. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745/163>, abgerufen am 25.09.2020.