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Karsch, Anna Luise: Gedichte. Berlin, 1792.

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Lobgesang
nach tödtlichem Schmerz unter meinen Kindern

gesungen
am 6ten December 1789.


Lobet den Schöpfer, der Himmel und Erde gegründet,
Der uns wohlthätig die Fackel des Tages entzündet,
Der für die Nacht flimmernde Sterne gemacht,
Lieblich den Monden geründet.
Lobet den Helfer, den mächtigen Retter aus Nöthen,
Feurige Pfeile des Todes, die wollten mich tödten;
Aber ich blieb, habe die Rosen schon lieb,
Die sich mir künftig noch röthen.
Danket dem großen allgütigen Vater mein Leben,
Daß ich nun wieder dies Auge kann freudig erheben;
Feyert ein Fest, daß er im Hause mich läßt,
Mir durch den König gegeben.


Lobgeſang
nach toͤdtlichem Schmerz unter meinen Kindern

geſungen
am 6ten December 1789.


Lobet den Schoͤpfer, der Himmel und Erde gegruͤndet,
Der uns wohlthaͤtig die Fackel des Tages entzuͤndet,
Der fuͤr die Nacht flimmernde Sterne gemacht,
Lieblich den Monden geruͤndet.
Lobet den Helfer, den maͤchtigen Retter aus Noͤthen,
Feurige Pfeile des Todes, die wollten mich toͤdten;
Aber ich blieb, habe die Roſen ſchon lieb,
Die ſich mir kuͤnftig noch roͤthen.
Danket dem großen allguͤtigen Vater mein Leben,
Daß ich nun wieder dies Auge kann freudig erheben;
Feyert ein Feſt, daß er im Hauſe mich laͤßt,
Mir durch den Koͤnig gegeben.

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[136/0296] Lobgeſang nach toͤdtlichem Schmerz unter meinen Kindern geſungen am 6ten December 1789. Lobet den Schoͤpfer, der Himmel und Erde gegruͤndet, Der uns wohlthaͤtig die Fackel des Tages entzuͤndet, Der fuͤr die Nacht flimmernde Sterne gemacht, Lieblich den Monden geruͤndet. Lobet den Helfer, den maͤchtigen Retter aus Noͤthen, Feurige Pfeile des Todes, die wollten mich toͤdten; Aber ich blieb, habe die Roſen ſchon lieb, Die ſich mir kuͤnftig noch roͤthen. Danket dem großen allguͤtigen Vater mein Leben, Daß ich nun wieder dies Auge kann freudig erheben; Feyert ein Feſt, daß er im Hauſe mich laͤßt, Mir durch den Koͤnig gegeben.

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Zitationshilfe: Karsch, Anna Luise: Gedichte. Berlin, 1792, S. 136. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/karsch_gedichte_1792/296>, abgerufen am 21.09.2019.