Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791.

Bild:
<< vorherige Seite

III. Abtheilung.
so kann ich ihn von meiner sprechenden Maschine
herführen. Man mag da zwey der größten Ochsen-
blasen an der Luftröhre wo immer anbringen, sie
werden, wenn sie einmal aufgeblasen sind, der
Stimme nicht im geringsten hinderlich seyn. Ja ich
habe sogar nöthig gehabt, einen solchen Windsack
in der Gestalt eines kleinen Blasebalges vorsetzlich
anzubringen, wie man bey der Beschreibung mei-
ner Sprachmaschine sehen wird.

§. 54.

Bey der Stimme bemerket man mancherley
Fehler und Gebrechen, von denen wir hier doch
auch ein Wörtchen sprechen müßen. Es giebt eine
falsche Stimme, die fast keinen Ton rein an-
stimmt. Die Ursache, die man hierüber angibt,
mag wohl ihren Grund haben. Man sagt, daß bey
manchen Menschen eines der Stimmhäutchen schon
von Natur etwas kürzer als das andere, und da-
her die Spannung beständig ungleich ist, welches
den Ton zweydeutig, wankend und falsch macht,

und

III. Abtheilung.
ſo kann ich ihn von meiner ſprechenden Maſchine
herfuͤhren. Man mag da zwey der groͤßten Ochſen-
blaſen an der Luftroͤhre wo immer anbringen, ſie
werden, wenn ſie einmal aufgeblaſen ſind, der
Stimme nicht im geringſten hinderlich ſeyn. Ja ich
habe ſogar noͤthig gehabt, einen ſolchen Windſack
in der Geſtalt eines kleinen Blaſebalges vorſetzlich
anzubringen, wie man bey der Beſchreibung mei-
ner Sprachmaſchine ſehen wird.

§. 54.

Bey der Stimme bemerket man mancherley
Fehler und Gebrechen, von denen wir hier doch
auch ein Woͤrtchen ſprechen muͤßen. Es giebt eine
falſche Stimme, die faſt keinen Ton rein an-
ſtimmt. Die Urſache, die man hieruͤber angibt,
mag wohl ihren Grund haben. Man ſagt, daß bey
manchen Menſchen eines der Stimmhaͤutchen ſchon
von Natur etwas kuͤrzer als das andere, und da-
her die Spannung beſtaͤndig ungleich iſt, welches
den Ton zweydeutig, wankend und falſch macht,

und
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0132" n="100"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">III</hi>. Abtheilung.</hi></fw><lb/>
&#x017F;o kann ich ihn von meiner &#x017F;prechenden Ma&#x017F;chine<lb/>
herfu&#x0364;hren. Man mag da zwey der gro&#x0364;ßten Och&#x017F;en-<lb/>
bla&#x017F;en an der Luftro&#x0364;hre wo immer anbringen, &#x017F;ie<lb/>
werden, wenn &#x017F;ie einmal aufgebla&#x017F;en &#x017F;ind, der<lb/>
Stimme nicht im gering&#x017F;ten hinderlich &#x017F;eyn. Ja ich<lb/>
habe &#x017F;ogar no&#x0364;thig gehabt, einen &#x017F;olchen Wind&#x017F;ack<lb/>
in der Ge&#x017F;talt eines kleinen Bla&#x017F;ebalges vor&#x017F;etzlich<lb/>
anzubringen, wie man bey der Be&#x017F;chreibung mei-<lb/>
ner Sprachma&#x017F;chine &#x017F;ehen wird.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 54.</head><lb/>
            <p>Bey der Stimme bemerket man mancherley<lb/>
Fehler und Gebrechen, von denen wir hier doch<lb/>
auch ein Wo&#x0364;rtchen &#x017F;prechen mu&#x0364;ßen. Es giebt eine<lb/><hi rendition="#b">fal&#x017F;che</hi> Stimme, die fa&#x017F;t keinen Ton rein an-<lb/>
&#x017F;timmt. Die Ur&#x017F;ache, die man hieru&#x0364;ber angibt,<lb/>
mag wohl ihren Grund haben. Man &#x017F;agt, daß bey<lb/>
manchen Men&#x017F;chen eines der Stimmha&#x0364;utchen &#x017F;chon<lb/>
von Natur etwas ku&#x0364;rzer als das andere, und da-<lb/>
her die Spannung be&#x017F;ta&#x0364;ndig ungleich i&#x017F;t, welches<lb/>
den Ton zweydeutig, wankend und fal&#x017F;ch macht,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">und</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[100/0132] III. Abtheilung. ſo kann ich ihn von meiner ſprechenden Maſchine herfuͤhren. Man mag da zwey der groͤßten Ochſen- blaſen an der Luftroͤhre wo immer anbringen, ſie werden, wenn ſie einmal aufgeblaſen ſind, der Stimme nicht im geringſten hinderlich ſeyn. Ja ich habe ſogar noͤthig gehabt, einen ſolchen Windſack in der Geſtalt eines kleinen Blaſebalges vorſetzlich anzubringen, wie man bey der Beſchreibung mei- ner Sprachmaſchine ſehen wird. §. 54. Bey der Stimme bemerket man mancherley Fehler und Gebrechen, von denen wir hier doch auch ein Woͤrtchen ſprechen muͤßen. Es giebt eine falſche Stimme, die faſt keinen Ton rein an- ſtimmt. Die Urſache, die man hieruͤber angibt, mag wohl ihren Grund haben. Man ſagt, daß bey manchen Menſchen eines der Stimmhaͤutchen ſchon von Natur etwas kuͤrzer als das andere, und da- her die Spannung beſtaͤndig ungleich iſt, welches den Ton zweydeutig, wankend und falſch macht, und

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/132
Zitationshilfe: Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791, S. 100. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/132>, abgerufen am 17.10.2019.