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Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791.

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Von den Lauten oder Buchstaben.
3. Die Zunge mit der Spitze hinter den oberen
Schneidezähnen an den Gaumen angedrückt,
Der übrige Theil liegt. S. die 1. Fig.
Tab. XV.
4. Die Zähne ohne Verrichtung.
5. Der Mund offen.
§. 165.

Man hat drey verschiedene L.

1. Das gemeine, wie man es in dem Fran-
zösischen Ville oder im Deutschen Licht Oehl
ausspricht.
2. Das Französische L mouille in Fille.
3. Das türkische oder polnische tiefe L in bol.

Alle drey ruhen auf dem nämlichen Grundsatz und
zwar diesem: daß die Zunge die Stimme in zwey
Theile theilet
. Dieses geschieht auf folgende Art.
Wenn die flache Zunge sich mit ihrer Spitze gleich
hinter den oberen Schneidezähnen an den Gaumen
angelegt hat, und ihren hinteren Theil liegen läßt,
so bleibt bey den hinteren Stockzähnen auf beyden
Seiten eine kleine Oeffnung, durch welche die Stim-

me
T 3
Von den Lauten oder Buchſtaben.
3. Die Zunge mit der Spitze hinter den oberen
Schneidezaͤhnen an den Gaumen angedruͤckt,
Der uͤbrige Theil liegt. S. die 1. Fig.
Tab. XV.
4. Die Zaͤhne ohne Verrichtung.
5. Der Mund offen.
§. 165.

Man hat drey verſchiedene L.

1. Das gemeine, wie man es in dem Fran-
zoͤſiſchen Ville oder im Deutſchen Licht Oehl
ausſpricht.
2. Das Franzoͤſiſche L mouillé in Fille.
3. Das tuͤrkiſche oder polniſche tiefe L in bol.

Alle drey ruhen auf dem naͤmlichen Grundſatz und
zwar dieſem: daß die Zunge die Stimme in zwey
Theile theilet
. Dieſes geſchieht auf folgende Art.
Wenn die flache Zunge ſich mit ihrer Spitze gleich
hinter den oberen Schneidezaͤhnen an den Gaumen
angelegt hat, und ihren hinteren Theil liegen laͤßt,
ſo bleibt bey den hinteren Stockzaͤhnen auf beyden
Seiten eine kleine Oeffnung, durch welche die Stim-

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[293/0353] Von den Lauten oder Buchſtaben. 3. Die Zunge mit der Spitze hinter den oberen Schneidezaͤhnen an den Gaumen angedruͤckt, Der uͤbrige Theil liegt. S. die 1. Fig. Tab. XV. 4. Die Zaͤhne ohne Verrichtung. 5. Der Mund offen. §. 165. Man hat drey verſchiedene L. 1. Das gemeine, wie man es in dem Fran- zoͤſiſchen Ville oder im Deutſchen Licht Oehl ausſpricht. 2. Das Franzoͤſiſche L mouillé in Fille. 3. Das tuͤrkiſche oder polniſche tiefe L in bol. Alle drey ruhen auf dem naͤmlichen Grundſatz und zwar dieſem: daß die Zunge die Stimme in zwey Theile theilet. Dieſes geſchieht auf folgende Art. Wenn die flache Zunge ſich mit ihrer Spitze gleich hinter den oberen Schneidezaͤhnen an den Gaumen angelegt hat, und ihren hinteren Theil liegen laͤßt, ſo bleibt bey den hinteren Stockzaͤhnen auf beyden Seiten eine kleine Oeffnung, durch welche die Stim- me T 3

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Zitationshilfe: Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791, S. 293. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/353>, abgerufen am 21.10.2019.