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Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791.

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Von den Lauten oder Buchstaben.


Fehler bey dem S.
§. 187.

Da der sausende Ton dieses Buchstaben etwas
ähnliches mit dem Pfeiffen hat, so erfordert er
viele Genauigkeit. Liegt die Zunge nicht fast auf
dem Punkte dort, wo sie liegen soll, so ist er gleich
zu sehr zischend, oder zu wenig pfeiffend. Darum
findet man bey so vielen Leuten so verschiedene
Fehler.

Manche rücken die Zungenspitze zu nahe an die
obern Schneidezähne, und bringen dadurch einen
stumpferen Laut hervor, der einem F gleichet(*)

Andere legen den mitteren Theil der Zunge an
den Gaumen, und da wird ein in das Sch ein-
schlagender Ton daraus.

Noch andere setzen an die Stelle des S ein

rei-
(*) Dieses heißt Anstoßen.
Y
Von den Lauten oder Buchſtaben.


Fehler bey dem S.
§. 187.

Da der ſauſende Ton dieſes Buchſtaben etwas
aͤhnliches mit dem Pfeiffen hat, ſo erfordert er
viele Genauigkeit. Liegt die Zunge nicht faſt auf
dem Punkte dort, wo ſie liegen ſoll, ſo iſt er gleich
zu ſehr ziſchend, oder zu wenig pfeiffend. Darum
findet man bey ſo vielen Leuten ſo verſchiedene
Fehler.

Manche ruͤcken die Zungenſpitze zu nahe an die
obern Schneidezaͤhne, und bringen dadurch einen
ſtumpferen Laut hervor, der einem F gleichet(*)

Andere legen den mitteren Theil der Zunge an
den Gaumen, und da wird ein in das Sch ein-
ſchlagender Ton daraus.

Noch andere ſetzen an die Stelle des S ein

rei-
(*) Dieſes heißt Anſtoßen.
Y
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[337/0399] Von den Lauten oder Buchſtaben. Fehler bey dem S. §. 187. Da der ſauſende Ton dieſes Buchſtaben etwas aͤhnliches mit dem Pfeiffen hat, ſo erfordert er viele Genauigkeit. Liegt die Zunge nicht faſt auf dem Punkte dort, wo ſie liegen ſoll, ſo iſt er gleich zu ſehr ziſchend, oder zu wenig pfeiffend. Darum findet man bey ſo vielen Leuten ſo verſchiedene Fehler. Manche ruͤcken die Zungenſpitze zu nahe an die obern Schneidezaͤhne, und bringen dadurch einen ſtumpferen Laut hervor, der einem F gleichet (*) Andere legen den mitteren Theil der Zunge an den Gaumen, und da wird ein in das Sch ein- ſchlagender Ton daraus. Noch andere ſetzen an die Stelle des S ein rei- (*) Dieſes heißt Anſtoßen. Y

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Zitationshilfe: Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791, S. 337. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/399>, abgerufen am 14.10.2019.