Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791.

Bild:
<< vorherige Seite

V. Abtheilung.
auf gekommen, daß die zwey einander gegenüber-
stehenden Oeffnungen länglich seyn, und nur einen
schneidigen Rand, der nämlich durch die Kante des
Kartenpapiers c d entsteht, haben, und die andere
Kante a b eine Wand, die in der Dicke des Holzes
bestehet, seyn müßte, vermög welcher die Luft we-
nigstens auf einer Seite in gerader Linie von ein-
ner Oeffnung zur anderen geführt wird, auf der
anderen aber gleich beym Eintritt in den zwischen
den beyden Karten befindlichen Raum sich über den
Rand der Karte umbeugen und divergiren kann.
Dieses gibt daher nur ein halbes Pfeifen, das ist
ein Sausen, ganz wie es das S erfordert. Wenn
man also Tab. XX. Fig. 1. den Hebel c niederdrückt,
so hebt er mit seinem anderen Ende d die in der
Windlade befindliche, und zu g gehörige Klappe
auf, dadurch dringt der Wind in das eben itzt be-
schriebene Jnstrument ein, und läßt ein vollkome-
nes S hören.

§. 122.

Aus der nämlichen Theorie habe ich auch das

Sch

V. Abtheilung.
auf gekommen, daß die zwey einander gegenuͤber-
ſtehenden Oeffnungen laͤnglich ſeyn, und nur einen
ſchneidigen Rand, der naͤmlich durch die Kante des
Kartenpapiers c d entſteht, haben, und die andere
Kante a b eine Wand, die in der Dicke des Holzes
beſtehet, ſeyn muͤßte, vermoͤg welcher die Luft we-
nigſtens auf einer Seite in gerader Linie von ein-
ner Oeffnung zur anderen gefuͤhrt wird, auf der
anderen aber gleich beym Eintritt in den zwiſchen
den beyden Karten befindlichen Raum ſich uͤber den
Rand der Karte umbeugen und divergiren kann.
Dieſes gibt daher nur ein halbes Pfeifen, das iſt
ein Sauſen, ganz wie es das S erfordert. Wenn
man alſo Tab. XX. Fig. 1. den Hebel c niederdruͤckt,
ſo hebt er mit ſeinem anderen Ende d die in der
Windlade befindliche, und zu g gehoͤrige Klappe
auf, dadurch dringt der Wind in das eben itzt be-
ſchriebene Jnſtrument ein, und laͤßt ein vollkome-
nes S hoͤren.

§. 122.

Aus der naͤmlichen Theorie habe ich auch das

Sch
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0496" n="424"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">V</hi>. Abtheilung.</hi></fw><lb/>
auf gekommen, daß die zwey einander gegenu&#x0364;ber-<lb/>
&#x017F;tehenden Oeffnungen la&#x0364;nglich &#x017F;eyn, und nur <hi rendition="#b">einen</hi><lb/>
&#x017F;chneidigen Rand, der na&#x0364;mlich durch die Kante des<lb/>
Kartenpapiers <hi rendition="#aq">c d</hi> ent&#x017F;teht, haben, und die andere<lb/>
Kante <hi rendition="#aq">a b</hi> eine Wand, die in der Dicke des Holzes<lb/>
be&#x017F;tehet, &#x017F;eyn mu&#x0364;ßte, vermo&#x0364;g welcher die Luft we-<lb/>
nig&#x017F;tens auf einer Seite in gerader Linie von ein-<lb/>
ner Oeffnung zur anderen gefu&#x0364;hrt wird, auf der<lb/>
anderen aber gleich beym Eintritt in den zwi&#x017F;chen<lb/>
den beyden Karten befindlichen Raum &#x017F;ich u&#x0364;ber den<lb/>
Rand der Karte umbeugen und divergiren kann.<lb/>
Die&#x017F;es gibt daher nur ein halbes Pfeifen, das i&#x017F;t<lb/>
ein Sau&#x017F;en, ganz wie es das <hi rendition="#aq">S</hi> erfordert. Wenn<lb/>
man al&#x017F;o <hi rendition="#aq">Tab. XX. Fig. 1.</hi> den Hebel <hi rendition="#aq">c</hi> niederdru&#x0364;ckt,<lb/>
&#x017F;o hebt er mit &#x017F;einem anderen Ende <hi rendition="#aq">d</hi> die in der<lb/>
Windlade befindliche, und zu <hi rendition="#aq">g</hi> geho&#x0364;rige Klappe<lb/>
auf, dadurch dringt der Wind in das eben itzt be-<lb/>
&#x017F;chriebene Jn&#x017F;trument ein, und la&#x0364;ßt ein vollkome-<lb/>
nes <hi rendition="#aq">S</hi> ho&#x0364;ren.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 122.</head><lb/>
            <p>Aus der na&#x0364;mlichen Theorie habe ich auch das<lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">Sch</hi></fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[424/0496] V. Abtheilung. auf gekommen, daß die zwey einander gegenuͤber- ſtehenden Oeffnungen laͤnglich ſeyn, und nur einen ſchneidigen Rand, der naͤmlich durch die Kante des Kartenpapiers c d entſteht, haben, und die andere Kante a b eine Wand, die in der Dicke des Holzes beſtehet, ſeyn muͤßte, vermoͤg welcher die Luft we- nigſtens auf einer Seite in gerader Linie von ein- ner Oeffnung zur anderen gefuͤhrt wird, auf der anderen aber gleich beym Eintritt in den zwiſchen den beyden Karten befindlichen Raum ſich uͤber den Rand der Karte umbeugen und divergiren kann. Dieſes gibt daher nur ein halbes Pfeifen, das iſt ein Sauſen, ganz wie es das S erfordert. Wenn man alſo Tab. XX. Fig. 1. den Hebel c niederdruͤckt, ſo hebt er mit ſeinem anderen Ende d die in der Windlade befindliche, und zu g gehoͤrige Klappe auf, dadurch dringt der Wind in das eben itzt be- ſchriebene Jnſtrument ein, und laͤßt ein vollkome- nes S hoͤren. §. 122. Aus der naͤmlichen Theorie habe ich auch das Sch

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/496
Zitationshilfe: Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791, S. 424. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/496>, abgerufen am 20.10.2019.