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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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I. Blei. Proben für geschwefelte Subst.
bleiischer Herd, mit Bleioxyd durchdrungene Mergelmasse
mit 60--70 Pb; Testasche vom Silberfeinbrennen etc.).

B. Oxyde und Salze, deren Radicale geneigt sind,
in den Bleikönig zu gehen
.

1) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Reinigung des Blei-
königs auf nassem Wege bei antimonhaltigen Substanzen, als:
Abstrich, Pb im Gemenge mit Pb3 Sb, Pb3 As, Pb S, Cu, Ni, Fe
und Ag, mit 60--90 Antimonblei; Abzug, Pb mit den Verun-
reinigungen des Abstriches und ausserdem noch mit Pb, Fe, Gu,
Herdmasse und Werkbleikörnern, mit 75--88 Antimonblei.

2) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Eisen bei schwefel-
säure- und arsensäurehaltigen Substanzen, als: Bleivitriol,
Pb S mit 68,3 Pb, geröstetes Bleierz und Bleistein, Blei-
rauch
vom Rösten, Schmelzen und Abtreiben, hauptsächlich
PbC im Gemenge mit andern Metalloxyden, auch öfters Pb3 As,
Pb3 Sb, Pb Si, Pb S etc., Erz- und Aschentheilen; Flammofen-
rückstände; Geschur
und Gekrätz; auch Schlacken,
Glätte, Abstrich
und Herd bedürfen, wenn sie schwefelhal-
tig sind, eines Eisenzusatzes.

III. Proben für Legirungen.

Auflösen in Salpetersäure, zur Trocknedampfen mit Schwe-
felsäure und Schmelzen des gebildeten schwefelsauren Bleioxyds
mit schwarzem Fluss und Eisen.



I. Abschnitt.
Geschwefelte Erze und Producte.

Auswahl eines
Probirver-
fahrens.

§. 72. Allgemeines. Je nachdem das Probirgut ausser Schwe-
felblei noch andere Schwefelmetalle in grösserer oder geringerer
Menge oder gar nicht enthält und erdige Bestandtheile in ge-
ringerer Menge oder in einem bedeutenden Ueberschusse vor-
handen sind, wählt man eine der nachstehenden Probirmetho-
den aus.



I. Blei. Proben für geschwefelte Subst.
bleiischer Herd, mit Bleioxyd durchdrungene Mergelmasse
mit 60—70 Pb; Testasche vom Silberfeinbrennen etc.).

B. Oxyde und Salze, deren Radicale geneigt sind,
in den Bleikönig zu gehen
.

1) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Reinigung des Blei-
königs auf nassem Wege bei antimonhaltigen Substanzen, als:
Abstrich, Pb im Gemenge mit Pb3 Sb, Pb3 As, Pb S, Cu, Ni, Fe
und Ag, mit 60—90 Antimonblei; Abzug, Pb mit den Verun-
reinigungen des Abstriches und ausserdem noch mit Pb, Fe, Gu,
Herdmasse und Werkbleikörnern, mit 75—88 Antimonblei.

2) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Eisen bei schwefel-
säure- und arsensäurehaltigen Substanzen, als: Bleivitriol,
Pb S mit 68,3 Pb, geröstetes Bleierz und Bleistein, Blei-
rauch
vom Rösten, Schmelzen und Abtreiben, hauptsächlich
PbC im Gemenge mit andern Metalloxyden, auch öfters Pb3 As,
Pb3 Sb, Pb Si, Pb S etc., Erz- und Aschentheilen; Flammofen-
rückstände; Geschur
und Gekrätz; auch Schlacken,
Glätte, Abstrich
und Herd bedürfen, wenn sie schwefelhal-
tig sind, eines Eisenzusatzes.

III. Proben für Legirungen.

Auflösen in Salpetersäure, zur Trocknedampfen mit Schwe-
felsäure und Schmelzen des gebildeten schwefelsauren Bleioxyds
mit schwarzem Fluss und Eisen.



I. Abschnitt.
Geschwefelte Erze und Producte.

Auswahl eines
Probirver-
fahrens.

§. 72. Allgemeines. Je nachdem das Probirgut ausser Schwe-
felblei noch andere Schwefelmetalle in grösserer oder geringerer
Menge oder gar nicht enthält und erdige Bestandtheile in ge-
ringerer Menge oder in einem bedeutenden Ueberschusse vor-
handen sind, wählt man eine der nachstehenden Probirmetho-
den aus.



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[150/0188] I. Blei. Proben für geschwefelte Subst. bleiischer Herd, mit Bleioxyd durchdrungene Mergelmasse mit 60—70 Pb; Testasche vom Silberfeinbrennen etc.). B. Oxyde und Salze, deren Radicale geneigt sind, in den Bleikönig zu gehen. 1) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Reinigung des Blei- königs auf nassem Wege bei antimonhaltigen Substanzen, als: Abstrich, Pb im Gemenge mit Pb3 Sb, Pb3 As, Pb S, Cu, Ni, Fe und Ag, mit 60—90 Antimonblei; Abzug, Pb mit den Verun- reinigungen des Abstriches und ausserdem noch mit Pb, Fe, Gu, Herdmasse und Werkbleikörnern, mit 75—88 Antimonblei. 2) Schmelzen mit schwarzem Fluss und Eisen bei schwefel- säure- und arsensäurehaltigen Substanzen, als: Bleivitriol, Pb S mit 68,3 Pb, geröstetes Bleierz und Bleistein, Blei- rauch vom Rösten, Schmelzen und Abtreiben, hauptsächlich PbC im Gemenge mit andern Metalloxyden, auch öfters Pb3 As, Pb3 Sb, Pb Si, Pb S etc., Erz- und Aschentheilen; Flammofen- rückstände; Geschur und Gekrätz; auch Schlacken, Glätte, Abstrich und Herd bedürfen, wenn sie schwefelhal- tig sind, eines Eisenzusatzes. III. Proben für Legirungen. Auflösen in Salpetersäure, zur Trocknedampfen mit Schwe- felsäure und Schmelzen des gebildeten schwefelsauren Bleioxyds mit schwarzem Fluss und Eisen. I. Abschnitt. Geschwefelte Erze und Producte. §. 72. Allgemeines. Je nachdem das Probirgut ausser Schwe- felblei noch andere Schwefelmetalle in grösserer oder geringerer Menge oder gar nicht enthält und erdige Bestandtheile in ge- ringerer Menge oder in einem bedeutenden Ueberschusse vor- handen sind, wählt man eine der nachstehenden Probirmetho- den aus.

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 150. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/188>, abgerufen am 22.04.2019.