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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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§. 130. Combin trockne und nasse Proben.
3. Kapitel.
Combinirte trockne und nasse Proben.

§. 130. Allgemeines. Theils für reichere, theils für ärmereAnwendbar-
keit.

Erze hat man den nassen Weg wohl mit dem trocknen in fol-
genden Proben combinirt:

1) Analytische Probe. Sehr reiche Golderze wer-Analytische
Probe.

den mehrmals mit Königswasser (1 Salpeter- und 2 Salzsäure)
digerirt, filtrirt, aus dem Filtrat durch Eisenvitriol das Gold
niedergeschlagen (S. 133) und mit etwas Blei abgetrieben.

2) Probe von Stapff 1). Goldhaltigen Kies schmilztStapff's
Probe.

man mit Schwefel und kohlensaurem Alkali, laugt das gebildete
Goldsulphidsalz aus, fügt verdünnte Schwefelsäure zur Lösung
und treibt das gefällte und getrocknete Schwefelgold mit Blei
ab oder löst es in Königswasser und fällt mit Eisenvitriol (S. 133)
metallisches Gold aus.

3) Plattner's 2) Proben, und zwar:Plattner's
Proben.
Sehr arme
kiesige Erze.

a) Chlorationsprobe für sehr arme kiesige und
blendige Erze und Hüttenproducte
. 50--200 Gramm
Probirgut werden auf einem thonüberzogenen Eisenblech (S. 297)
völlig abgeröstet, um das Gold metallisch auszuscheiden und
die Schwefel-, Antimon- und Arsenmetalle in Oxyde zu ver-
wandeln, aufgerieben, in einer Porzellanschale mit so viel Wasser
gleichmässig angenetzt, dass es noch wollig bleibt, und ganz
locker in einem 200--250 Mm. hohen und 60 Mm. weiten Glas-
cylinder mit 18--20 Mm. weitem Tubulus, seitlich über dem
Boden, gefüllt, nachdem auf denselben erst grober, dann feinerer
als Filter wirkender Quarzsand bis etwas über den Tubulus
gethan. Durch den Tubulus leitet man salzsäurefreies, in einer
Flasche mit Wasser gewaschenes Chlorgas ein, welches aus 10
Gramm Braunstein, 40 Gramm Salzsäure und 10 Gramm mit
gleichem Gewicht Wasser verdünnter Schwefelsäure in einem
anfangs schwach, dann stärker erhitzten Kolben bereitet wird.
Beim Durchdringen der Erzpulversäule verwandelt das Chlor
das metallische Gold in Chlorgold, greift die Metalloxyde nur

1) B. u. h. Ztg. 1858. S. 420.
2) Plattner-Richter's Löthrohrprobirkunst. 1865. S. 546.
§. 130. Combin trockne und nasse Proben.
3. Kapitel.
Combinirte trockne und nasse Proben.

§. 130. Allgemeines. Theils für reichere, theils für ärmereAnwendbar-
keit.

Erze hat man den nassen Weg wohl mit dem trocknen in fol-
genden Proben combinirt:

1) Analytische Probe. Sehr reiche Golderze wer-Analytische
Probe.

den mehrmals mit Königswasser (1 Salpeter- und 2 Salzsäure)
digerirt, filtrirt, aus dem Filtrat durch Eisenvitriol das Gold
niedergeschlagen (S. 133) und mit etwas Blei abgetrieben.

2) Probe von Stapff 1). Goldhaltigen Kies schmilztStapff’s
Probe.

man mit Schwefel und kohlensaurem Alkali, laugt das gebildete
Goldsulphidsalz aus, fügt verdünnte Schwefelsäure zur Lösung
und treibt das gefällte und getrocknete Schwefelgold mit Blei
ab oder löst es in Königswasser und fällt mit Eisenvitriol (S. 133)
metallisches Gold aus.

3) Plattner’s 2) Proben, und zwar:Plattner’s
Proben.
Sehr arme
kiesige Erze.

a) Chlorationsprobe für sehr arme kiesige und
blendige Erze und Hüttenproducte
. 50—200 Gramm
Probirgut werden auf einem thonüberzogenen Eisenblech (S. 297)
völlig abgeröstet, um das Gold metallisch auszuscheiden und
die Schwefel-, Antimon- und Arsenmetalle in Oxyde zu ver-
wandeln, aufgerieben, in einer Porzellanschale mit so viel Wasser
gleichmässig angenetzt, dass es noch wollig bleibt, und ganz
locker in einem 200—250 Mm. hohen und 60 Mm. weiten Glas-
cylinder mit 18—20 Mm. weitem Tubulus, seitlich über dem
Boden, gefüllt, nachdem auf denselben erst grober, dann feinerer
als Filter wirkender Quarzsand bis etwas über den Tubulus
gethan. Durch den Tubulus leitet man salzsäurefreies, in einer
Flasche mit Wasser gewaschenes Chlorgas ein, welches aus 10
Gramm Braunstein, 40 Gramm Salzsäure und 10 Gramm mit
gleichem Gewicht Wasser verdünnter Schwefelsäure in einem
anfangs schwach, dann stärker erhitzten Kolben bereitet wird.
Beim Durchdringen der Erzpulversäule verwandelt das Chlor
das metallische Gold in Chlorgold, greift die Metalloxyde nur

1) B. u. h. Ztg. 1858. S. 420.
2) Plattner-Richter’s Löthrohrprobirkunst. 1865. S. 546.
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[299/0337] §. 130. Combin trockne und nasse Proben. 3. Kapitel. Combinirte trockne und nasse Proben. §. 130. Allgemeines. Theils für reichere, theils für ärmere Erze hat man den nassen Weg wohl mit dem trocknen in fol- genden Proben combinirt: Anwendbar- keit. 1) Analytische Probe. Sehr reiche Golderze wer- den mehrmals mit Königswasser (1 Salpeter- und 2 Salzsäure) digerirt, filtrirt, aus dem Filtrat durch Eisenvitriol das Gold niedergeschlagen (S. 133) und mit etwas Blei abgetrieben. Analytische Probe. 2) Probe von Stapff 1). Goldhaltigen Kies schmilzt man mit Schwefel und kohlensaurem Alkali, laugt das gebildete Goldsulphidsalz aus, fügt verdünnte Schwefelsäure zur Lösung und treibt das gefällte und getrocknete Schwefelgold mit Blei ab oder löst es in Königswasser und fällt mit Eisenvitriol (S. 133) metallisches Gold aus. Stapff’s Probe. 3) Plattner’s 2) Proben, und zwar: Plattner’s Proben. Sehr arme kiesige Erze. a) Chlorationsprobe für sehr arme kiesige und blendige Erze und Hüttenproducte. 50—200 Gramm Probirgut werden auf einem thonüberzogenen Eisenblech (S. 297) völlig abgeröstet, um das Gold metallisch auszuscheiden und die Schwefel-, Antimon- und Arsenmetalle in Oxyde zu ver- wandeln, aufgerieben, in einer Porzellanschale mit so viel Wasser gleichmässig angenetzt, dass es noch wollig bleibt, und ganz locker in einem 200—250 Mm. hohen und 60 Mm. weiten Glas- cylinder mit 18—20 Mm. weitem Tubulus, seitlich über dem Boden, gefüllt, nachdem auf denselben erst grober, dann feinerer als Filter wirkender Quarzsand bis etwas über den Tubulus gethan. Durch den Tubulus leitet man salzsäurefreies, in einer Flasche mit Wasser gewaschenes Chlorgas ein, welches aus 10 Gramm Braunstein, 40 Gramm Salzsäure und 10 Gramm mit gleichem Gewicht Wasser verdünnter Schwefelsäure in einem anfangs schwach, dann stärker erhitzten Kolben bereitet wird. Beim Durchdringen der Erzpulversäule verwandelt das Chlor das metallische Gold in Chlorgold, greift die Metalloxyde nur 1) B. u. h. Ztg. 1858. S. 420. 2) Plattner-Richter’s Löthrohrprobirkunst. 1865. S. 546.

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 299. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/337>, abgerufen am 26.05.2019.