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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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VII. Eisen.

Zu einer derartigen Untersuchung kommen hauptsächlich


Eisenerze.

1) Eisenerze 1), als:


Eisenoxydul-
oxyd.

a) Magneteisenstein, Fe Fe, mit 31 Fe und 69 Feoder
72,4 % metallischem Eisen, zuweilen Mn und Si enthaltend und
im innigen Gemenge mit letzterer kieseligen Magneteisen-
stein
(Spitzenberg am Harze) bildend. Als demselben ähnliche
Verbindungen werden wohl zur Eisengewinnung benutzt: Titan-
eisenstein
, isomorphe Mischungen von FeTi, oder (Fe, Mg)
Ti oder m (Fe, Mn, Mg) Ti + n Fe mit variablem Eisengehalt.
(Der bekannte Titaneisensand von Taranacki enthält z. B. nach
Freytag 27,53 Fe, 66,12 Fe und 6,17 Ti und liefert 61 % Ei-
sen). -- Franklinit (Fe, Zn)3 (Fe, Mn), welcher von Franklin
in New-Jersey nach Rammelsberg enthält: 64,51 Fe, 13,51 Mn
und 25,30 Zn mit 45,16 Fe, 9,38 Mn und 20,30 Zn. -- Eisen-
mulm
, (Fe, Mn) Fe mit 57,1 Fe und 13,2 Mn, zuweilen Cu und
Si enthaltend.


Eisenoxyde.

b) Hämatit, als Eisenglanz (rhomboedrisch krystalli-
sirt), rother Glaskopf (strahlig und krummschalig), Roth-
eisenstein
(derb und erdig), Eisenglimmer (schuppig) und
Eisenrahm (schaumig), Rotheisenstein, Fe mit 70,0 Fe,
zuweilen mit geringen Mengen Cr oder Ti.


Eisenoxyd-
hydrate.

c) Brauneisensteine, und zwar ältere (brauner
Glaskopf
), Fe2 H3 mit 59,9 Fe, zuweilen Mn, Al, Si, P und
Spuren von Co und Cu enthaltend; jüngere (z. B. aus der Krei-
deformation zu Ilsede und Salzgitter im Hannoverschen, aus dem
Alluvium) enthalten Fe H2 mit 81,6 Fe. Gemenge von Braun-
eisenstein und Kieselthon geben Thoneisensteine (thonige
Brauneisensteine
) und zwar schalige gelbe (Eisenniere),
zuweilen inwendig hohl bei losem Kern (Adler- oder Klap-
persteine
) und körnige gelbe (Bohnerz, Linsenerz, oo-
lithischer Br., Pisolith
). (Mit diesen, wohl Gelbeisen-
steine
genannten Erzen sind die diesen Namen eigentlich füh-
renden Eisensulphate, (K, Na) S + 4 Fe S + 9 H, nicht zu ver-
wechseln.) Die jüngsten, aus eisenhaltigen Wässern durch den

1) Analysen von Eisenerzen aller Länder in: Percy-Wedding's Metallur-
gie. Bd. II. S. 290 u. f.
VII. Eisen.

Zu einer derartigen Untersuchung kommen hauptsächlich


Eisenerze.

1) Eisenerze 1), als:


Eisenoxydul-
oxyd.

a) Magneteisenstein, Fe Fe, mit 31 Fe und 69 Feoder
72,4 % metallischem Eisen, zuweilen Mn und Si enthaltend und
im innigen Gemenge mit letzterer kieseligen Magneteisen-
stein
(Spitzenberg am Harze) bildend. Als demselben ähnliche
Verbindungen werden wohl zur Eisengewinnung benutzt: Titan-
eisenstein
, isomorphe Mischungen von FeTi, oder (Fe, Mg)
Ti oder m (Fe, Mn, Mg) Ti + n Fe mit variablem Eisengehalt.
(Der bekannte Titaneisensand von Taranacki enthält z. B. nach
Freytag 27,53 Fe, 66,12 Fe und 6,17 Ti und liefert 61 % Ei-
sen). — Franklinit (Fe, Zn)3 (Fe, Mn), welcher von Franklin
in New-Jersey nach Rammelsberg enthält: 64,51 Fe, 13,51 Mn
und 25,30 Zn mit 45,16 Fe, 9,38 Mn und 20,30 Zn. — Eisen-
mulm
, (Fe, Mn) Fe mit 57,1 Fe und 13,2 Mn, zuweilen Cu und
Si enthaltend.


Eisenoxyde.

b) Hämatit, als Eisenglanz (rhomboëdrisch krystalli-
sirt), rother Glaskopf (strahlig und krummschalig), Roth-
eisenstein
(derb und erdig), Eisenglimmer (schuppig) und
Eisenrahm (schaumig), Rotheisenstein, Fe mit 70,0 Fe,
zuweilen mit geringen Mengen Cr oder Ti.


Eisenoxyd-
hydrate.

c) Brauneisensteine, und zwar ältere (brauner
Glaskopf
), Fe2 H3 mit 59,9 Fe, zuweilen Mn, Al, Si, P und
Spuren von Co und Cu enthaltend; jüngere (z. B. aus der Krei-
deformation zu Ilsede und Salzgitter im Hannoverschen, aus dem
Alluvium) enthalten Fe H2 mit 81,6 Fe. Gemenge von Braun-
eisenstein und Kieselthon geben Thoneisensteine (thonige
Brauneisensteine
) und zwar schalige gelbe (Eisenniere),
zuweilen inwendig hohl bei losem Kern (Adler- oder Klap-
persteine
) und körnige gelbe (Bohnerz, Linsenerz, oo-
lithischer Br., Pisolith
). (Mit diesen, wohl Gelbeisen-
steine
genannten Erzen sind die diesen Namen eigentlich füh-
renden Eisensulphate, (K, Na) S + 4 Fe S + 9 H, nicht zu ver-
wechseln.) Die jüngsten, aus eisenhaltigen Wässern durch den

1) Analysen von Eisenerzen aller Länder in: Percy-Wedding’s Metallur-
gie. Bd. II. S. 290 u. f.
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[326/0364] VII. Eisen. Zu einer derartigen Untersuchung kommen hauptsächlich 1) Eisenerze 1), als: a) Magneteisenstein, Fe Fe, mit 31 Fe und 69 Feoder 72,4 % metallischem Eisen, zuweilen Mn und Si enthaltend und im innigen Gemenge mit letzterer kieseligen Magneteisen- stein (Spitzenberg am Harze) bildend. Als demselben ähnliche Verbindungen werden wohl zur Eisengewinnung benutzt: Titan- eisenstein, isomorphe Mischungen von FeTi, oder (Fe, Mg) Ti oder m (Fe, Mn, Mg) Ti + n Fe mit variablem Eisengehalt. (Der bekannte Titaneisensand von Taranacki enthält z. B. nach Freytag 27,53 Fe, 66,12 Fe und 6,17 Ti und liefert 61 % Ei- sen). — Franklinit (Fe, Zn)3 (Fe, Mn), welcher von Franklin in New-Jersey nach Rammelsberg enthält: 64,51 Fe, 13,51 Mn und 25,30 Zn mit 45,16 Fe, 9,38 Mn und 20,30 Zn. — Eisen- mulm, (Fe, Mn) Fe mit 57,1 Fe und 13,2 Mn, zuweilen Cu und Si enthaltend. b) Hämatit, als Eisenglanz (rhomboëdrisch krystalli- sirt), rother Glaskopf (strahlig und krummschalig), Roth- eisenstein (derb und erdig), Eisenglimmer (schuppig) und Eisenrahm (schaumig), Rotheisenstein, Fe mit 70,0 Fe, zuweilen mit geringen Mengen Cr oder Ti. c) Brauneisensteine, und zwar ältere (brauner Glaskopf), Fe2 H3 mit 59,9 Fe, zuweilen Mn, Al, Si, P und Spuren von Co und Cu enthaltend; jüngere (z. B. aus der Krei- deformation zu Ilsede und Salzgitter im Hannoverschen, aus dem Alluvium) enthalten Fe H2 mit 81,6 Fe. Gemenge von Braun- eisenstein und Kieselthon geben Thoneisensteine (thonige Brauneisensteine) und zwar schalige gelbe (Eisenniere), zuweilen inwendig hohl bei losem Kern (Adler- oder Klap- persteine) und körnige gelbe (Bohnerz, Linsenerz, oo- lithischer Br., Pisolith). (Mit diesen, wohl Gelbeisen- steine genannten Erzen sind die diesen Namen eigentlich füh- renden Eisensulphate, (K, Na) S + 4 Fe S + 9 H, nicht zu ver- wechseln.) Die jüngsten, aus eisenhaltigen Wässern durch den 1) Analysen von Eisenerzen aller Länder in: Percy-Wedding’s Metallur- gie. Bd. II. S. 290 u. f.

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 326. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/364>, abgerufen am 22.05.2019.