Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

Bild:
<< vorherige Seite

X. Zinn. Trockne Proben.
misch von 3 Thln. Aetzammoniak und 1 Thl. kohlensaurem Am-
moniak zur Auflösung des Zinkoxydes, filtrirt, wäscht den Rück-
stand aus, trocknet, glüht und wiegt ihn, wo sich dann aus der
Differenz der Gehalt an Zinkoxyd in der calcinirten oder ge-
rösteten Substanz ergiebt. Bei reicherem Probirgut erhält man
nach diesem Verfahren erträgliche Resultate; Kieselgalmei und
ein grösserer Eisengehalt in der geglühten Masse lassen nur
eine theilweise Ausziehung des Zinkoxyds durch die Ammoniak-
flüssigkeit zu.



X. Zinn.

Probir-
methoden.

§. 164. Allgemeines. Die zur Untersuchung kommenden
zinnhaltigen Erze (Zinnstein, Sn mit 78,7 Sn, Zinnkies
Gu2 Sn + (Fe, Zn)2 Sn mit 25--31 Sn und 23--30 Cu) und
Hüttenproducte (Gekrätz, Schlacken, Legirungen etc.)
können auf trocknem oder nassem Wege untersucht werden,
wobei man nicht selten auf Schwierigkeiten stösst. Für Zinn-
legirungen
(z. B. für die im Wesentlichen aus Zinn und Eisen
bestehenden Härtlinge) eignet sich nur der nasse Weg. Zu-
weilen ist eine Combination des trocknen und nassen Weges
zweckmässig.

Auch kommt eine mechanische Waschprobe in be-
sonderen Fällen zur Anwendung.



1. Kapitel.
Trockne oder combinirte trockne und nasse Proben.

Theorie
der Proben.

§. 165. Allgemeines. Auf trocknem Wege werden nur Sub-
stanzen untersucht, welche das Zinn als Oxyd enthalten und es
bedarf dann nur eines reducirenden und solvirenden Schmelzens
zur Reduction des Zinnoxydes und zur Verschlackung von Erden
und fremden Metalloxyden. Allein nur selten gelangt man auf
diesem einfachen Wege gleich zum Ziele, indem die Ausführung

X. Zinn. Trockne Proben.
misch von 3 Thln. Aetzammoniak und 1 Thl. kohlensaurem Am-
moniak zur Auflösung des Zinkoxydes, filtrirt, wäscht den Rück-
stand aus, trocknet, glüht und wiegt ihn, wo sich dann aus der
Differenz der Gehalt an Zinkoxyd in der calcinirten oder ge-
rösteten Substanz ergiebt. Bei reicherem Probirgut erhält man
nach diesem Verfahren erträgliche Resultate; Kieselgalmei und
ein grösserer Eisengehalt in der geglühten Masse lassen nur
eine theilweise Ausziehung des Zinkoxyds durch die Ammoniak-
flüssigkeit zu.



X. Zinn.

Probir-
methoden.

§. 164. Allgemeines. Die zur Untersuchung kommenden
zinnhaltigen Erze (Zinnstein, Sn mit 78,7 Sn, Zinnkies
Gu2 Sn + (Fe, Zn)2 Sn mit 25—31 Sn und 23—30 Cu) und
Hüttenproducte (Gekrätz, Schlacken, Legirungen etc.)
können auf trocknem oder nassem Wege untersucht werden,
wobei man nicht selten auf Schwierigkeiten stösst. Für Zinn-
legirungen
(z. B. für die im Wesentlichen aus Zinn und Eisen
bestehenden Härtlinge) eignet sich nur der nasse Weg. Zu-
weilen ist eine Combination des trocknen und nassen Weges
zweckmässig.

Auch kommt eine mechanische Waschprobe in be-
sonderen Fällen zur Anwendung.



1. Kapitel.
Trockne oder combinirte trockne und nasse Proben.

Theorie
der Proben.

§. 165. Allgemeines. Auf trocknem Wege werden nur Sub-
stanzen untersucht, welche das Zinn als Oxyd enthalten und es
bedarf dann nur eines reducirenden und solvirenden Schmelzens
zur Reduction des Zinnoxydes und zur Verschlackung von Erden
und fremden Metalloxyden. Allein nur selten gelangt man auf
diesem einfachen Wege gleich zum Ziele, indem die Ausführung

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0418" n="380"/><fw place="top" type="header">X. <hi rendition="#g">Zinn</hi>. Trockne Proben.</fw><lb/>
misch von 3 Thln. Aetzammoniak und 1 Thl. kohlensaurem Am-<lb/>
moniak zur Auflösung des Zinkoxydes, filtrirt, wäscht den Rück-<lb/>
stand aus, trocknet, glüht und wiegt ihn, wo sich dann aus der<lb/>
Differenz der Gehalt an Zinkoxyd in der calcinirten oder ge-<lb/>
rösteten Substanz ergiebt. Bei reicherem Probirgut erhält man<lb/>
nach diesem Verfahren erträgliche Resultate; Kieselgalmei und<lb/>
ein grösserer Eisengehalt in der geglühten Masse lassen nur<lb/>
eine theilweise Ausziehung des Zinkoxyds durch die Ammoniak-<lb/>
flüssigkeit zu.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">X. Zinn.</hi> </head><lb/>
          <note place="left">Probir-<lb/>
methoden.</note>
          <p><hi rendition="#b">§. 164. Allgemeines.</hi> Die zur Untersuchung kommenden<lb/>
zinnhaltigen Erze (<hi rendition="#g">Zinnstein</hi>, Sn mit 78,7 Sn, <hi rendition="#g">Zinnkies</hi><lb/>
Gu<hi rendition="#sup">2</hi> Sn + (Fe, Zn)<hi rendition="#sup">2</hi> Sn mit 25&#x2014;31 Sn und 23&#x2014;30 Cu) und<lb/>
Hüttenproducte (<hi rendition="#g">Gekrätz, Schlacken, Legirungen</hi> etc.)<lb/>
können auf trocknem oder nassem Wege untersucht werden,<lb/>
wobei man nicht selten auf Schwierigkeiten stösst. Für <hi rendition="#g">Zinn-<lb/>
legirungen</hi> (z. B. für die im Wesentlichen aus Zinn und Eisen<lb/>
bestehenden <hi rendition="#g">Härtlinge</hi>) eignet sich nur der nasse Weg. Zu-<lb/>
weilen ist eine Combination des trocknen und nassen Weges<lb/>
zweckmässig.</p><lb/>
          <p>Auch kommt eine <hi rendition="#g">mechanische Waschprobe</hi> in be-<lb/>
sonderen Fällen zur Anwendung.</p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#b">1. Kapitel.</hi><lb/>
Trockne oder combinirte trockne und nasse Proben.</head><lb/>
            <note place="left">Theorie<lb/>
der Proben.</note>
            <p><hi rendition="#b">§. 165. Allgemeines.</hi> Auf trocknem Wege werden nur Sub-<lb/>
stanzen untersucht, welche das Zinn als Oxyd enthalten und es<lb/>
bedarf dann nur eines reducirenden und solvirenden Schmelzens<lb/>
zur Reduction des Zinnoxydes und zur Verschlackung von Erden<lb/>
und fremden Metalloxyden. Allein nur selten gelangt man auf<lb/>
diesem einfachen Wege gleich zum Ziele, indem die Ausführung<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[380/0418] X. Zinn. Trockne Proben. misch von 3 Thln. Aetzammoniak und 1 Thl. kohlensaurem Am- moniak zur Auflösung des Zinkoxydes, filtrirt, wäscht den Rück- stand aus, trocknet, glüht und wiegt ihn, wo sich dann aus der Differenz der Gehalt an Zinkoxyd in der calcinirten oder ge- rösteten Substanz ergiebt. Bei reicherem Probirgut erhält man nach diesem Verfahren erträgliche Resultate; Kieselgalmei und ein grösserer Eisengehalt in der geglühten Masse lassen nur eine theilweise Ausziehung des Zinkoxyds durch die Ammoniak- flüssigkeit zu. X. Zinn. §. 164. Allgemeines. Die zur Untersuchung kommenden zinnhaltigen Erze (Zinnstein, Sn mit 78,7 Sn, Zinnkies Gu2 Sn + (Fe, Zn)2 Sn mit 25—31 Sn und 23—30 Cu) und Hüttenproducte (Gekrätz, Schlacken, Legirungen etc.) können auf trocknem oder nassem Wege untersucht werden, wobei man nicht selten auf Schwierigkeiten stösst. Für Zinn- legirungen (z. B. für die im Wesentlichen aus Zinn und Eisen bestehenden Härtlinge) eignet sich nur der nasse Weg. Zu- weilen ist eine Combination des trocknen und nassen Weges zweckmässig. Auch kommt eine mechanische Waschprobe in be- sonderen Fällen zur Anwendung. 1. Kapitel. Trockne oder combinirte trockne und nasse Proben. §. 165. Allgemeines. Auf trocknem Wege werden nur Sub- stanzen untersucht, welche das Zinn als Oxyd enthalten und es bedarf dann nur eines reducirenden und solvirenden Schmelzens zur Reduction des Zinnoxydes und zur Verschlackung von Erden und fremden Metalloxyden. Allein nur selten gelangt man auf diesem einfachen Wege gleich zum Ziele, indem die Ausführung

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/418
Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 380. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/418>, abgerufen am 18.04.2019.