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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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Nachträge.
Windofenfeuerung.

S. 58.

Nach älteren Versuchen von Kennedy liegt der heisseste
Punct einer Feuerung 2,5 Cm. über dem Roste, was bei schwachem
Zuge richtig ist. Bei stärker ziehenden Oefen befindet sich nach
Thompson dieser Punct 5--8 Cm. über dem Roste.

Thonerdeschmelztiegel.

S. 87.

Nach Gaudin (Dingl. Bd. 179. S. 197) fertigt man sehr feuer-
beständige Schmelztiegel auf die Weise an, dass aus Kryolith
dargestellte Thonerde mit einer Lösung von salpetersaurer Mag-
nesia gleichförmig angefeuchtet, die Masse in Formen gepresst
und der erhaltene Tiegel bei Weissglühhitze stark gebrannt wird.
Die Darstellung von Thonerde aus Kryolith geschieht z. B. in
der Loewig'schen Fabrik in Breslau.

Volumetrische Kupferprobe mittelst unterschweflig-
sauren Natrons und Jods.

S. 204.

Diese von de Haen (Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. 91. S. 237),
Brown (Percy, Metallurgie, deutsch von Knapp. I, 310), Mohr
(Mohr, Titrirmethode. 1862. S. 271) u. A. empfohlene Probe
beruht auf nachstehenden Reactionen: Wird ein Kupferoxydsalz
mit Jodkalium im Ueberschuss versetzt, so entsteht Kupferjodür
(Cu2J) als schmutzig weisses Pulver und freies Jod, welches
letztere sich in überschüssigem Jodkalium auflöst.

2Cu S + 2 K J = Cu2 J + 2 K S + J.

Fügt man zu der milchigen Flüssigkeit Stärkekleister, so
wird dieser von dem freien Jod gebläut, die blaue Farbe aber
zum Verschwinden gebracht, wenn man unterschwefligsaures
Natron hinzufügt, wodurch unter Bildung von Tetrathionsäure

Nachträge.
Windofenfeuerung.

S. 58.

Nach älteren Versuchen von Kennedy liegt der heisseste
Punct einer Feuerung 2,5 Cm. über dem Roste, was bei schwachem
Zuge richtig ist. Bei stärker ziehenden Oefen befindet sich nach
Thompson dieser Punct 5—8 Cm. über dem Roste.

Thonerdeschmelztiegel.

S. 87.

Nach Gaudin (Dingl. Bd. 179. S. 197) fertigt man sehr feuer-
beständige Schmelztiegel auf die Weise an, dass aus Kryolith
dargestellte Thonerde mit einer Lösung von salpetersaurer Mag-
nesia gleichförmig angefeuchtet, die Masse in Formen gepresst
und der erhaltene Tiegel bei Weissglühhitze stark gebrannt wird.
Die Darstellung von Thonerde aus Kryolith geschieht z. B. in
der Loewig’schen Fabrik in Breslau.

Volumetrische Kupferprobe mittelst unterschweflig-
sauren Natrons und Jods.

S. 204.

Diese von de Haen (Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. 91. S. 237),
Brown (Percy, Metallurgie, deutsch von Knapp. I, 310), Mohr
(Mohr, Titrirmethode. 1862. S. 271) u. A. empfohlene Probe
beruht auf nachstehenden Reactionen: Wird ein Kupferoxydsalz
mit Jodkalium im Ueberschuss versetzt, so entsteht Kupferjodür
(Cu2J) als schmutzig weisses Pulver und freies Jod, welches
letztere sich in überschüssigem Jodkalium auflöst.

2Cu S + 2 K J = Cu2 J + 2 K S + J.

Fügt man zu der milchigen Flüssigkeit Stärkekleister, so
wird dieser von dem freien Jod gebläut, die blaue Farbe aber
zum Verschwinden gebracht, wenn man unterschwefligsaures
Natron hinzufügt, wodurch unter Bildung von Tetrathionsäure

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[[466]/0504] Nachträge. Windofenfeuerung. Nach älteren Versuchen von Kennedy liegt der heisseste Punct einer Feuerung 2,5 Cm. über dem Roste, was bei schwachem Zuge richtig ist. Bei stärker ziehenden Oefen befindet sich nach Thompson dieser Punct 5—8 Cm. über dem Roste. Thonerdeschmelztiegel. Nach Gaudin (Dingl. Bd. 179. S. 197) fertigt man sehr feuer- beständige Schmelztiegel auf die Weise an, dass aus Kryolith dargestellte Thonerde mit einer Lösung von salpetersaurer Mag- nesia gleichförmig angefeuchtet, die Masse in Formen gepresst und der erhaltene Tiegel bei Weissglühhitze stark gebrannt wird. Die Darstellung von Thonerde aus Kryolith geschieht z. B. in der Loewig’schen Fabrik in Breslau. Volumetrische Kupferprobe mittelst unterschweflig- sauren Natrons und Jods. Diese von de Haen (Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. 91. S. 237), Brown (Percy, Metallurgie, deutsch von Knapp. I, 310), Mohr (Mohr, Titrirmethode. 1862. S. 271) u. A. empfohlene Probe beruht auf nachstehenden Reactionen: Wird ein Kupferoxydsalz mit Jodkalium im Ueberschuss versetzt, so entsteht Kupferjodür (Cu2J) als schmutzig weisses Pulver und freies Jod, welches letztere sich in überschüssigem Jodkalium auflöst. 2Cu S + 2 K J = Cu2 J + 2 K S + J. Fügt man zu der milchigen Flüssigkeit Stärkekleister, so wird dieser von dem freien Jod gebläut, die blaue Farbe aber zum Verschwinden gebracht, wenn man unterschwefligsaures Natron hinzufügt, wodurch unter Bildung von Tetrathionsäure

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. [466]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/504>, abgerufen am 19.04.2019.