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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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Nachträge.
der Proportion: 1000 : 6,34 = 45 : x sind 0,29 Grmm. Kupfer
in 1 Grmm. oder 29 % Kupfer im Probirgut enthalten.

Durch Wiederholung des Versuchs mit andern 10 C. C.
Kupferlösung kann man das Resultat der ersten Probe bestä-
tigen. Da man den Kupfergehalt bereits kennt, so hat man
über die Menge der zuzusetzenden Natronsalzlösung bereits ein
Anhalten. Man kann aber auch gleich beim ersten Versuch zur
Kupferlösung Jodkalium und dann Stärkekleister setzen, unter-
schwefligsaures Natron bis zum Verschwinden der blauen Farbe
hinzutröpfeln und mit Jodlösung zurücktitriren, bis die blaue
Farbe wieder verschwindet.

Ein bei der schwedischen Probe in Folge eines Arsen- oder An-
timongehaltes schwarz gewordenes Kupfer (S. 201) lässt sich nach
obigem Verfahren auf seinen wahren Kupfergehalt leicht prüfen.

Diese Probe hat sich im chemischen Laboratorium in Claus-
thal
gut bewährt.

Parkes' Kupferprobe mit Cyankalium.

Zu Avanza (Venetien) werden 50 Pfd. Fahlerzschliege beiS. 206.
einem Kalkgehalt durch Königswasser, sonst durch eine Mischung
von Salpeter- und Schwefelsäure zersetzt, die Lösung mit Wasser
verdünnt, filtrirt, in der siedenden Lösung durch unterschweflig-
saures Natron Schwefelkupfer gefällt, filtrirt, dasselbe mit Königs-
wasser zersetzt, die Lösung mit Ammoniak übersättigt und das
Kupfer durch eine titrirte Cyankaliumlösung bestimmt Die Ge-
nauigkeit dieser Probe ist durch besondere analytische Gegen-
versuche constatirt (Oestr. Ztschr. 1866. S. 98).

Combinirte Blei- und Silberprobe.

Zur Bestimmung des Blei- und Silbergehaltes in Algier'schenS. 265.
oxydirten und geschwefelten Bleierzen hat Radisson
(Bulletin de la soc. de l'industr. miner. Tom. X, livr. 4. p. 506)
nachstehende Methoden als die besten Resultate gebend gefunden:

Von erdigen Erzen (kohlensaures und schwefelsaures
Bleioxyd mit eisenschüssigem Thon) werden 20 Grmm. mit
40 Grmm. schwarzem Fluss (auch wohl mit 15 Grmm. schwarzem
Fluss und 15 Grmm. Soda oder 40 Grmm. Soda allein), 2--3
Grmm. Kohlenstaub und einem Nagel oder etwas Eisenfeile be-

Nachträge.
der Proportion: 1000 : 6,34 = 45 : x sind 0,29 Grmm. Kupfer
in 1 Grmm. oder 29 % Kupfer im Probirgut enthalten.

Durch Wiederholung des Versuchs mit andern 10 C. C.
Kupferlösung kann man das Resultat der ersten Probe bestä-
tigen. Da man den Kupfergehalt bereits kennt, so hat man
über die Menge der zuzusetzenden Natronsalzlösung bereits ein
Anhalten. Man kann aber auch gleich beim ersten Versuch zur
Kupferlösung Jodkalium und dann Stärkekleister setzen, unter-
schwefligsaures Natron bis zum Verschwinden der blauen Farbe
hinzutröpfeln und mit Jodlösung zurücktitriren, bis die blaue
Farbe wieder verschwindet.

Ein bei der schwedischen Probe in Folge eines Arsen- oder An-
timongehaltes schwarz gewordenes Kupfer (S. 201) lässt sich nach
obigem Verfahren auf seinen wahren Kupfergehalt leicht prüfen.

Diese Probe hat sich im chemischen Laboratorium in Claus-
thal
gut bewährt.

Parkes’ Kupferprobe mit Cyankalium.

Zu Avanza (Venetien) werden 50 Pfd. Fahlerzschliege beiS. 206.
einem Kalkgehalt durch Königswasser, sonst durch eine Mischung
von Salpeter- und Schwefelsäure zersetzt, die Lösung mit Wasser
verdünnt, filtrirt, in der siedenden Lösung durch unterschweflig-
saures Natron Schwefelkupfer gefällt, filtrirt, dasselbe mit Königs-
wasser zersetzt, die Lösung mit Ammoniak übersättigt und das
Kupfer durch eine titrirte Cyankaliumlösung bestimmt Die Ge-
nauigkeit dieser Probe ist durch besondere analytische Gegen-
versuche constatirt (Oestr. Ztschr. 1866. S. 98).

Combinirte Blei- und Silberprobe.

Zur Bestimmung des Blei- und Silbergehaltes in Algier’schenS. 265.
oxydirten und geschwefelten Bleierzen hat Radisson
(Bulletin de la soc. de l’industr. minér. Tom. X, livr. 4. p. 506)
nachstehende Methoden als die besten Resultate gebend gefunden:

Von erdigen Erzen (kohlensaures und schwefelsaures
Bleioxyd mit eisenschüssigem Thon) werden 20 Grmm. mit
40 Grmm. schwarzem Fluss (auch wohl mit 15 Grmm. schwarzem
Fluss und 15 Grmm. Soda oder 40 Grmm. Soda allein), 2—3
Grmm. Kohlenstaub und einem Nagel oder etwas Eisenfeile be-

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[469/0507] Nachträge. der Proportion: 1000 : 6,34 = 45 : x sind 0,29 Grmm. Kupfer in 1 Grmm. oder 29 % Kupfer im Probirgut enthalten. Durch Wiederholung des Versuchs mit andern 10 C. C. Kupferlösung kann man das Resultat der ersten Probe bestä- tigen. Da man den Kupfergehalt bereits kennt, so hat man über die Menge der zuzusetzenden Natronsalzlösung bereits ein Anhalten. Man kann aber auch gleich beim ersten Versuch zur Kupferlösung Jodkalium und dann Stärkekleister setzen, unter- schwefligsaures Natron bis zum Verschwinden der blauen Farbe hinzutröpfeln und mit Jodlösung zurücktitriren, bis die blaue Farbe wieder verschwindet. Ein bei der schwedischen Probe in Folge eines Arsen- oder An- timongehaltes schwarz gewordenes Kupfer (S. 201) lässt sich nach obigem Verfahren auf seinen wahren Kupfergehalt leicht prüfen. Diese Probe hat sich im chemischen Laboratorium in Claus- thal gut bewährt. Parkes’ Kupferprobe mit Cyankalium. Zu Avanza (Venetien) werden 50 Pfd. Fahlerzschliege bei einem Kalkgehalt durch Königswasser, sonst durch eine Mischung von Salpeter- und Schwefelsäure zersetzt, die Lösung mit Wasser verdünnt, filtrirt, in der siedenden Lösung durch unterschweflig- saures Natron Schwefelkupfer gefällt, filtrirt, dasselbe mit Königs- wasser zersetzt, die Lösung mit Ammoniak übersättigt und das Kupfer durch eine titrirte Cyankaliumlösung bestimmt Die Ge- nauigkeit dieser Probe ist durch besondere analytische Gegen- versuche constatirt (Oestr. Ztschr. 1866. S. 98). S. 206. Combinirte Blei- und Silberprobe. Zur Bestimmung des Blei- und Silbergehaltes in Algier’schen oxydirten und geschwefelten Bleierzen hat Radisson (Bulletin de la soc. de l’industr. minér. Tom. X, livr. 4. p. 506) nachstehende Methoden als die besten Resultate gebend gefunden: S. 265. Von erdigen Erzen (kohlensaures und schwefelsaures Bleioxyd mit eisenschüssigem Thon) werden 20 Grmm. mit 40 Grmm. schwarzem Fluss (auch wohl mit 15 Grmm. schwarzem Fluss und 15 Grmm. Soda oder 40 Grmm. Soda allein), 2—3 Grmm. Kohlenstaub und einem Nagel oder etwas Eisenfeile be-

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 469. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/507>, abgerufen am 23.04.2019.