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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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§. 16. Sublimiren und Destilliren.
man bedeckte oder offene Gefässe, Wind- oder Muffelöfen an,
fügt auch in ersterem Falle wohl etwas Reductionsmittel zur Probe
und legt auf dieselbe ein Stückchen Kohle.

4) Präcipitirendes oder niederschlagendes Schmel-Präcipit.
Schmelzen.

zen. Hierbei sollen aus Schwefelmetallen (Blei-, Wismuth- und
Antimonprobe) oder aus Arsenmetallen (Probe für blei- oder
wismuthhaltige Nickel- und Kobalterze) die Metalle durch Al-
kalien oder Eisen -- besser in Form von Draht, als von Eisen-
feile angewandt -- ausgeschieden werden. Eine Beimengung von
Kohle behuf Reduction der Alkalien zu Alkalimetallen be-
günstigt die Entschwefelung, so wie auch ein Stückchen auf
die Probe gelegter Kohle den Luftzutritt zum Probirgut abhält.
Je nachdem man Kohle einmengt (Bleiprobe mit Potasche, Mehl
und Eisen, Nickel- und Kobaltprobe) oder nicht (Potaschenblei-
probe), müssen geräumigere oder kleinere Gefässe angewandt
werden. In den meisten Fällen ist mit diesem Schmelzen auch
ein solvirendes zur Verschlackung von Erden und Metalloxyden
verbunden.

5) Mischendes Schmelzen, zur Herstellung von Metall-Mischendes
Schmelzen.

legirungen durch Zusammenschmelzen von Metallen, z. B. von
silberhaltigem Gold mit Silber und Blei auf der Kapelle.

6) Umschmelzen, um dem Probirgut eine andere Ge-Umschmelzen.
stalt zu geben, z. B. bei der Granalienprobe (S. 14).

7) Saigerschmelzen, um bei Luftabschluss aus einerSaiger-
schmelzen.

strengflüssigen Masse einen leichtflüssigeren Bestandtheil auszu-
schmelzen (Schwefelantimonprobe).

§. 16. Sublimiren und Destilliren. Das Probirgut, in luft-Verfahren.
dicht verschlossenen Gefässen (Glas-, Porzellan-, Eisen- und Thon-
röhren, Eisen-, Glas- oder Thonretorten etc.) erhitzt, entlässt
dampfförmige Körper, welche in passenden Vorlagen entweder
in festem Zustand als Sublimate (Arsen, Schwefel, Schwefelarsen)
oder im flüssigen Zustand als Destillate (Quecksilber, Zink) auf-
gefangen werden.

B. Chemische Operationen auf nassem Wege.

§. 17. Allgemeines. Die dem Probirer vorkommenden, inOperationen.
analytisch chemischen Werken näher beschriebenen Operationen
auf nassem Wege1) sind hauptsächlich nachstehende:


1) Näheres siehe in den analyt. chemischen Handbüchern S. 4.
Kert, Probirkunst. 3

§. 16. Sublimiren und Destilliren.
man bedeckte oder offene Gefässe, Wind- oder Muffelöfen an,
fügt auch in ersterem Falle wohl etwas Reductionsmittel zur Probe
und legt auf dieselbe ein Stückchen Kohle.

4) Präcipitirendes oder niederschlagendes Schmel-Präcipit.
Schmelzen.

zen. Hierbei sollen aus Schwefelmetallen (Blei-, Wismuth- und
Antimonprobe) oder aus Arsenmetallen (Probe für blei- oder
wismuthhaltige Nickel- und Kobalterze) die Metalle durch Al-
kalien oder Eisen — besser in Form von Draht, als von Eisen-
feile angewandt — ausgeschieden werden. Eine Beimengung von
Kohle behuf Reduction der Alkalien zu Alkalimetallen be-
günstigt die Entschwefelung, so wie auch ein Stückchen auf
die Probe gelegter Kohle den Luftzutritt zum Probirgut abhält.
Je nachdem man Kohle einmengt (Bleiprobe mit Potasche, Mehl
und Eisen, Nickel- und Kobaltprobe) oder nicht (Potaschenblei-
probe), müssen geräumigere oder kleinere Gefässe angewandt
werden. In den meisten Fällen ist mit diesem Schmelzen auch
ein solvirendes zur Verschlackung von Erden und Metalloxyden
verbunden.

5) Mischendes Schmelzen, zur Herstellung von Metall-Mischendes
Schmelzen.

legirungen durch Zusammenschmelzen von Metallen, z. B. von
silberhaltigem Gold mit Silber und Blei auf der Kapelle.

6) Umschmelzen, um dem Probirgut eine andere Ge-Umschmelzen.
stalt zu geben, z. B. bei der Granalienprobe (S. 14).

7) Saigerschmelzen, um bei Luftabschluss aus einerSaiger-
schmelzen.

strengflüssigen Masse einen leichtflüssigeren Bestandtheil auszu-
schmelzen (Schwefelantimonprobe).

§. 16. Sublimiren und Destilliren. Das Probirgut, in luft-Verfahren.
dicht verschlossenen Gefässen (Glas-, Porzellan-, Eisen- und Thon-
röhren, Eisen-, Glas- oder Thonretorten etc.) erhitzt, entlässt
dampfförmige Körper, welche in passenden Vorlagen entweder
in festem Zustand als Sublimate (Arsen, Schwefel, Schwefelarsen)
oder im flüssigen Zustand als Destillate (Quecksilber, Zink) auf-
gefangen werden.

B. Chemische Operationen auf nassem Wege.

§. 17. Allgemeines. Die dem Probirer vorkommenden, inOperationen.
analytisch chemischen Werken näher beschriebenen Operationen
auf nassem Wege1) sind hauptsächlich nachstehende:


1) Näheres siehe in den analyt. chemischen Handbüchern S. 4.
Kert, Probirkunst. 3
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[33/0071] §. 16. Sublimiren und Destilliren. man bedeckte oder offene Gefässe, Wind- oder Muffelöfen an, fügt auch in ersterem Falle wohl etwas Reductionsmittel zur Probe und legt auf dieselbe ein Stückchen Kohle. 4) Präcipitirendes oder niederschlagendes Schmel- zen. Hierbei sollen aus Schwefelmetallen (Blei-, Wismuth- und Antimonprobe) oder aus Arsenmetallen (Probe für blei- oder wismuthhaltige Nickel- und Kobalterze) die Metalle durch Al- kalien oder Eisen — besser in Form von Draht, als von Eisen- feile angewandt — ausgeschieden werden. Eine Beimengung von Kohle behuf Reduction der Alkalien zu Alkalimetallen be- günstigt die Entschwefelung, so wie auch ein Stückchen auf die Probe gelegter Kohle den Luftzutritt zum Probirgut abhält. Je nachdem man Kohle einmengt (Bleiprobe mit Potasche, Mehl und Eisen, Nickel- und Kobaltprobe) oder nicht (Potaschenblei- probe), müssen geräumigere oder kleinere Gefässe angewandt werden. In den meisten Fällen ist mit diesem Schmelzen auch ein solvirendes zur Verschlackung von Erden und Metalloxyden verbunden. Präcipit. Schmelzen. 5) Mischendes Schmelzen, zur Herstellung von Metall- legirungen durch Zusammenschmelzen von Metallen, z. B. von silberhaltigem Gold mit Silber und Blei auf der Kapelle. Mischendes Schmelzen. 6) Umschmelzen, um dem Probirgut eine andere Ge- stalt zu geben, z. B. bei der Granalienprobe (S. 14). Umschmelzen. 7) Saigerschmelzen, um bei Luftabschluss aus einer strengflüssigen Masse einen leichtflüssigeren Bestandtheil auszu- schmelzen (Schwefelantimonprobe). Saiger- schmelzen. §. 16. Sublimiren und Destilliren. Das Probirgut, in luft- dicht verschlossenen Gefässen (Glas-, Porzellan-, Eisen- und Thon- röhren, Eisen-, Glas- oder Thonretorten etc.) erhitzt, entlässt dampfförmige Körper, welche in passenden Vorlagen entweder in festem Zustand als Sublimate (Arsen, Schwefel, Schwefelarsen) oder im flüssigen Zustand als Destillate (Quecksilber, Zink) auf- gefangen werden. Verfahren. B. Chemische Operationen auf nassem Wege. §. 17. Allgemeines. Die dem Probirer vorkommenden, in analytisch chemischen Werken näher beschriebenen Operationen auf nassem Wege 1) sind hauptsächlich nachstehende: Operationen. 1) Näheres siehe in den analyt. chemischen Handbüchern S. 4. Kert, Probirkunst. 3

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 33. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/71>, abgerufen am 26.04.2019.