Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klopstock, Friedrich Gottlieb: Deutsche Gelehrtenrepublik. Hamburg, 1774.

Bild:
<< vorherige Seite
3

Wenn ein Knecht einen streitsüchtigen
Freyen im Zweykampf erlegt, so wird er
freygelassen.

L. G.
Den Knechten desto mehr Thüren und
Thore zu öffnen
...

Auf dem Landtage 1698 traten die Knechte
zusammen, und baten um Einführung dieses
Gesezes. Beym ersten Anblicke scheint es,
daß die Streitigkeiten dadurch gebilliget wer-
den; aber bey genauerer Untersuchung findet
man, daß, da Streitigkeiten einmal ein
Uebel sind, welches nicht völlig abgeschaft
werden kann, es der Weisheit der Gesezgeber
gemäß war, ihnen dadurch von ihrem Reize
etwas zu benehmen, daß sie oft durch Knechte
geführt würden: und überdieß war es auch
gut, daß ein Weg mehr da wäre zur Frey-
lassung zu gelangen.

Von den Ankündigern und Aus-
rufern.
1

Die Ausrufer können bey dem Anlasse, da
sie neue Bücher anzeigen, ihre Stimme

als
3

Wenn ein Knecht einen ſtreitſuͤchtigen
Freyen im Zweykampf erlegt, ſo wird er
freygelaſſen.

L. G.
Den Knechten deſto mehr Thuͤren und
Thore zu oͤffnen

Auf dem Landtage 1698 traten die Knechte
zuſammen, und baten um Einfuͤhrung dieſes
Geſezes. Beym erſten Anblicke ſcheint es,
daß die Streitigkeiten dadurch gebilliget wer-
den; aber bey genauerer Unterſuchung findet
man, daß, da Streitigkeiten einmal ein
Uebel ſind, welches nicht voͤllig abgeſchaft
werden kann, es der Weisheit der Geſezgeber
gemaͤß war, ihnen dadurch von ihrem Reize
etwas zu benehmen, daß ſie oft durch Knechte
gefuͤhrt wuͤrden: und uͤberdieß war es auch
gut, daß ein Weg mehr da waͤre zur Frey-
laſſung zu gelangen.

Von den Ankuͤndigern und Aus-
rufern.
1

Die Ausrufer koͤnnen bey dem Anlaſſe, da
ſie neue Buͤcher anzeigen, ihre Stimme

als
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0148" n="72"/>
          <div n="3">
            <head>3</head><lb/>
            <p>Wenn ein Knecht einen &#x017F;treit&#x017F;u&#x0364;chtigen<lb/>
Freyen im Zweykampf erlegt, &#x017F;o wird er<lb/>
freygela&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            <cit>
              <quote><hi rendition="#c">L. G.</hi><lb/><hi rendition="#fr">Den Knechten de&#x017F;to mehr Thu&#x0364;ren und<lb/>
Thore zu o&#x0364;ffnen</hi> &#x2026;</quote>
            </cit><lb/>
            <p>Auf dem Landtage 1698 traten die Knechte<lb/>
zu&#x017F;ammen, und baten um Einfu&#x0364;hrung die&#x017F;es<lb/>
Ge&#x017F;ezes. Beym er&#x017F;ten Anblicke &#x017F;cheint es,<lb/>
daß die Streitigkeiten dadurch gebilliget wer-<lb/>
den; aber bey genauerer Unter&#x017F;uchung findet<lb/>
man, daß, da Streitigkeiten einmal ein<lb/>
Uebel &#x017F;ind, welches nicht vo&#x0364;llig abge&#x017F;chaft<lb/>
werden kann, es der Weisheit der Ge&#x017F;ezgeber<lb/>
gema&#x0364;ß war, ihnen dadurch von ihrem Reize<lb/>
etwas zu benehmen, daß &#x017F;ie oft durch Knechte<lb/>
gefu&#x0364;hrt wu&#x0364;rden: und u&#x0364;berdieß war es auch<lb/>
gut, daß ein Weg mehr da wa&#x0364;re zur Frey-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;ung zu gelangen.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Von den Anku&#x0364;ndigern und Aus-<lb/>
rufern.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>1</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">D</hi>ie Ausrufer ko&#x0364;nnen bey dem Anla&#x017F;&#x017F;e, da<lb/>
&#x017F;ie neue Bu&#x0364;cher anzeigen, ihre Stimme<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">als</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[72/0148] 3 Wenn ein Knecht einen ſtreitſuͤchtigen Freyen im Zweykampf erlegt, ſo wird er freygelaſſen. L. G. Den Knechten deſto mehr Thuͤren und Thore zu oͤffnen … Auf dem Landtage 1698 traten die Knechte zuſammen, und baten um Einfuͤhrung dieſes Geſezes. Beym erſten Anblicke ſcheint es, daß die Streitigkeiten dadurch gebilliget wer- den; aber bey genauerer Unterſuchung findet man, daß, da Streitigkeiten einmal ein Uebel ſind, welches nicht voͤllig abgeſchaft werden kann, es der Weisheit der Geſezgeber gemaͤß war, ihnen dadurch von ihrem Reize etwas zu benehmen, daß ſie oft durch Knechte gefuͤhrt wuͤrden: und uͤberdieß war es auch gut, daß ein Weg mehr da waͤre zur Frey- laſſung zu gelangen. Von den Ankuͤndigern und Aus- rufern. 1 Die Ausrufer koͤnnen bey dem Anlaſſe, da ſie neue Buͤcher anzeigen, ihre Stimme als

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774/148
Zitationshilfe: Klopstock, Friedrich Gottlieb: Deutsche Gelehrtenrepublik. Hamburg, 1774, S. 72. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774/148>, abgerufen am 26.05.2019.