Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klopstock, Friedrich Gottlieb: Deutsche Gelehrtenrepublik. Hamburg, 1774.

Bild:
<< vorherige Seite
2

Wer Andre, ohne sie zu nennen, aus-
schreibt, wird der nur nicht völlig willkürli-
chen Verurtheilung des Fünfergerichts über-
lassen.

L. G.
Tempelraub ists zwar eben nicht, wenn
einer den andern ausschreibt, weil so man-
che Bücher mit nichten Tempel sind, wol
aber Strohhütten und Marktschreyerbu-
den
...

Das Fünfergericht ist eine Art Unterge-
richt, das gewönlich nur aus fünf Mitglie-
dern besteht, und bey jedem Vorfalle, wo
man eins braucht, von neuem ernant wird.
Der Schreyer hat oft den Vorsiz darinn.
Denn noch allen Schreyern hat diese Ernen-
nung so wol gethan, daß sie ein beynah un-
fehlbares Mittel gewesen ist, sie auf einige
Tage zu schwichtigen.

Von den Denkmalen.
1

Ein Freund kann einem Freunde wol ein
Denkmal in oder ausser dem Haine sezen,

wo
2

Wer Andre, ohne ſie zu nennen, aus-
ſchreibt, wird der nur nicht voͤllig willkuͤrli-
chen Verurtheilung des Fuͤnfergerichts uͤber-
laſſen.

L. G.
Tempelraub iſts zwar eben nicht, wenn
einer den andern ausſchreibt, weil ſo man-
che Buͤcher mit nichten Tempel ſind, wol
aber Strohhuͤtten und Marktſchreyerbu-
den

Das Fuͤnfergericht iſt eine Art Unterge-
richt, das gewoͤnlich nur aus fuͤnf Mitglie-
dern beſteht, und bey jedem Vorfalle, wo
man eins braucht, von neuem ernant wird.
Der Schreyer hat oft den Vorſiz darinn.
Denn noch allen Schreyern hat dieſe Ernen-
nung ſo wol gethan, daß ſie ein beynah un-
fehlbares Mittel geweſen iſt, ſie auf einige
Tage zu ſchwichtigen.

Von den Denkmalen.
1

Ein Freund kann einem Freunde wol ein
Denkmal in oder auſſer dem Haine ſezen,

wo
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0166" n="90"/>
          <div n="3">
            <head>2</head><lb/>
            <p>Wer Andre, ohne &#x017F;ie zu nennen, aus-<lb/>
&#x017F;chreibt, wird der nur nicht vo&#x0364;llig willku&#x0364;rli-<lb/>
chen Verurtheilung des <hi rendition="#fr">Fu&#x0364;nfergerichts</hi> u&#x0364;ber-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            <cit>
              <quote><hi rendition="#c">L. G.</hi><lb/><hi rendition="#fr">Tempelraub i&#x017F;ts zwar eben nicht, wenn<lb/>
einer den andern aus&#x017F;chreibt, weil &#x017F;o man-<lb/>
che Bu&#x0364;cher mit nichten Tempel &#x017F;ind, wol<lb/>
aber Strohhu&#x0364;tten und Markt&#x017F;chreyerbu-<lb/>
den</hi> &#x2026;</quote>
            </cit><lb/>
            <p>Das Fu&#x0364;nfergericht i&#x017F;t eine Art Unterge-<lb/>
richt, das gewo&#x0364;nlich nur aus fu&#x0364;nf Mitglie-<lb/>
dern be&#x017F;teht, und bey jedem Vorfalle, wo<lb/>
man eins braucht, von neuem ernant wird.<lb/>
Der Schreyer hat oft den Vor&#x017F;iz darinn.<lb/>
Denn noch allen Schreyern hat die&#x017F;e Ernen-<lb/>
nung &#x017F;o wol gethan, daß &#x017F;ie ein beynah un-<lb/>
fehlbares Mittel gewe&#x017F;en i&#x017F;t, &#x017F;ie auf einige<lb/>
Tage zu &#x017F;chwichtigen.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Von den Denkmalen.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>1</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">E</hi>in Freund kann einem Freunde wol ein<lb/>
Denkmal in oder au&#x017F;&#x017F;er dem Haine &#x017F;ezen,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">wo</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[90/0166] 2 Wer Andre, ohne ſie zu nennen, aus- ſchreibt, wird der nur nicht voͤllig willkuͤrli- chen Verurtheilung des Fuͤnfergerichts uͤber- laſſen. L. G. Tempelraub iſts zwar eben nicht, wenn einer den andern ausſchreibt, weil ſo man- che Buͤcher mit nichten Tempel ſind, wol aber Strohhuͤtten und Marktſchreyerbu- den … Das Fuͤnfergericht iſt eine Art Unterge- richt, das gewoͤnlich nur aus fuͤnf Mitglie- dern beſteht, und bey jedem Vorfalle, wo man eins braucht, von neuem ernant wird. Der Schreyer hat oft den Vorſiz darinn. Denn noch allen Schreyern hat dieſe Ernen- nung ſo wol gethan, daß ſie ein beynah un- fehlbares Mittel geweſen iſt, ſie auf einige Tage zu ſchwichtigen. Von den Denkmalen. 1 Ein Freund kann einem Freunde wol ein Denkmal in oder auſſer dem Haine ſezen, wo

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774/166
Zitationshilfe: Klopstock, Friedrich Gottlieb: Deutsche Gelehrtenrepublik. Hamburg, 1774, S. 90. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klopstock_gelehrtenrepublik_1774/166>, abgerufen am 24.05.2019.