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Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821.

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II. Th. I. Tit. Unbedingte Rechte d. europ. Staaten.
heutigen Rechten des Ranges, Vorzugs u. Vorsitzes. Leipz.
1742. 4. 2. Ausg. ebend. 1746. 4. Ejusd. primitiae lexici juris
proedriae. Erf. 1748. 4. Ejusd. accessiones juris proedriae.
(Noch ungedruckt; vergl. Siebenkees neues jurist. Magaz. I.
508.) Rousset memoires sur le rang et la preseance entre
les souverains de l'Europe et entre leurs ministres represen-
tans. a Amsterd. 1746. 4. Ch. Hellbach's Handb. des Rang-
rechtes. Ansb. 1804. 8. Günther's europ. VR. I. 198--279.
b) Das Gegentheil behaupteten Rousset a. a. O. u. Real, science
du gouvernement, T. V, ch. 4, sect. 3.
c) Günther a. a. O. I. 215 ff.
§. 93.
Rang streitigkeiten.

Daher können Streitigkeiten über den Vor-
rang
, oder über die Gleichheit in dem Rang, nur
auf dieselbe Art, wie jeder andere Streit unter
freien Völkern, beigelegt werden a); doch sollte
während des Streites, überall dem fehlerfreien
Besitzstand Achtung widerfahren b). Verwerf-
lich aber ist, was man hie und da als Entschei-
dungsgründe des Vorranges angeführt hat c):
Alter der Unabhängigkeit des Staates, Alter des
Regentenhauses, oder der königlichen Würde,
frühere Annahme des Christenthums, grössere
Macht oder Uebermacht des Staates, Zahl und
Grösse der zu einem Staat vereinigten Länder,
Staats- und Regierungsform, höhere Staats- und
Regenten Titel, Vielheit und Grösse der Kriegs-
thaten, höhere geistige und sittliche Cultur,
Schutz-, Lehn- oder Zinsverhältnisse über an-
dere unabhängige Staaten, hohe Würde der an-

II. Th. I. Tit. Unbedingte Rechte d. europ. Staaten.
heutigen Rechten des Ranges, Vorzugs u. Vorsitzes. Leipz.
1742. 4. 2. Ausg. ebend. 1746. 4. Ejusd. primitiae lexici juris
proëdriae. Erf. 1748. 4. Ejusd. accessiones juris proëdriae.
(Noch ungedruckt; vergl. Siebenkees neues jurist. Magaz. I.
508.) Rousset mémoires sur le rang et la préséance entre
les souverains de l’Europe et entre leurs ministres représen-
tans. à Amsterd. 1746. 4. Ch. Hellbach’s Handb. des Rang-
rechtes. Ansb. 1804. 8. Günther’s europ. VR. I. 198—279.
b) Das Gegentheil behaupteten Rousset a. a. O. u. Real, science
du gouvernement, T. V, ch. 4, sect. 3.
c) Günther a. a. O. I. 215 ff.
§. 93.
Rang streitigkeiten.

Daher können Streitigkeiten über den Vor-
rang
, oder über die Gleichheit in dem Rang, nur
auf dieselbe Art, wie jeder andere Streit unter
freien Völkern, beigelegt werden a); doch sollte
während des Streites, überall dem fehlerfreien
Besitzstand Achtung widerfahren b). Verwerf-
lich aber ist, was man hie und da als Entschei-
dungsgründe des Vorranges angeführt hat c):
Alter der Unabhängigkeit des Staates, Alter des
Regentenhauses, oder der königlichen Würde,
frühere Annahme des Christenthums, grössere
Macht oder Uebermacht des Staates, Zahl und
Grösse der zu einem Staat vereinigten Länder,
Staats- und Regierungsform, höhere Staats- und
Regenten Titel, Vielheit und Grösse der Kriegs-
thaten, höhere geistige und sittliche Cultur,
Schutz-, Lehn- oder Zinsverhältnisse über an-
dere unabhängige Staaten, hohe Würde der an-

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[152/0158] II. Th. I. Tit. Unbedingte Rechte d. europ. Staaten. a⁾ heutigen Rechten des Ranges, Vorzugs u. Vorsitzes. Leipz. 1742. 4. 2. Ausg. ebend. 1746. 4. Ejusd. primitiae lexici juris proëdriae. Erf. 1748. 4. Ejusd. accessiones juris proëdriae. (Noch ungedruckt; vergl. Siebenkees neues jurist. Magaz. I. 508.) Rousset mémoires sur le rang et la préséance entre les souverains de l’Europe et entre leurs ministres représen- tans. à Amsterd. 1746. 4. Ch. Hellbach’s Handb. des Rang- rechtes. Ansb. 1804. 8. Günther’s europ. VR. I. 198—279. b⁾ Das Gegentheil behaupteten Rousset a. a. O. u. Real, science du gouvernement, T. V, ch. 4, sect. 3. c⁾ Günther a. a. O. I. 215 ff. §. 93. Rang streitigkeiten. Daher können Streitigkeiten über den Vor- rang, oder über die Gleichheit in dem Rang, nur auf dieselbe Art, wie jeder andere Streit unter freien Völkern, beigelegt werden a); doch sollte während des Streites, überall dem fehlerfreien Besitzstand Achtung widerfahren b). Verwerf- lich aber ist, was man hie und da als Entschei- dungsgründe des Vorranges angeführt hat c): Alter der Unabhängigkeit des Staates, Alter des Regentenhauses, oder der königlichen Würde, frühere Annahme des Christenthums, grössere Macht oder Uebermacht des Staates, Zahl und Grösse der zu einem Staat vereinigten Länder, Staats- und Regierungsform, höhere Staats- und Regenten Titel, Vielheit und Grösse der Kriegs- thaten, höhere geistige und sittliche Cultur, Schutz-, Lehn- oder Zinsverhältnisse über an- dere unabhängige Staaten, hohe Würde der an-

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Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821, S. 152. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821/158>, abgerufen am 25.03.2019.