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Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821.

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II. Th. II. Tit. Bedingte Rechte; in friedl. Verhältn.
b) Wicquefort T. I. Sect. 11. p. 116. Bynkershoek quaest. cit.
Bielfeld II. 173. §. 19. Jo. Simon num femina legati mu-
nere fungi possit? in dessen Dissertatt. sex (Upsaliae 1626.
8.), Diss. I. II. et III. L'ambassadrice et ses droits (par
F. C. de Moser). a la Haye 1752. 8. a Berlin 1754. 8.
a Francfort 1757. 4. Auch teutsch unter dem Titel: Die
Gesandtin, nach ihren Rechten und Pflichten; in des Verf.
kleinen Schriften, Th. III, S. 133 -- 331. Merlin a. a. O.
T. VIII, p. 248. -- Die Marechale de Guebriant war 1646
französische Ambassadrice extraordinaire bei K. Wladislaw IV.
von Polen. v. Moser a. a. O. Cap. I, §. 4. -- In meh-
reren Beispielen, die man anführt, hatte die gesendete Dame
negociatrice keinen gesandschaftlichen Charakter, wenigstens
keinen öffentlichen, oder selbst ihre Sendung war ein Ge-
heimniss, oder es waren einem Frauenzimmer Geschäfte
von anderer als diplomatischer Art übertragen. F. C. v. Mo-
ser
's kleine Schriften, III. 311 ff. -- Der berühmte Che-
valier d'Eon de Beaumont (gest. 21. Mai 1810, bei London,
79 J. alt), französischer emissaire secret zu Petersburg, dann
seit 1763 französischer LegationsSecretär und nachher Mi-
nistre plenipotentiaire zu London, ward unrichtig für ein
Frauenzimmer gehalten, wie sich nach seinem Tod gezeigt
hat. v. Archenholz Minerva, 1810, Jun., S. 567.
c) So die Könige von Frankreich (de Callieres a. a. O. ch. 6.
p. 72. Bynkershoek de foro legatorum, c. 11. Moser's
Versuch, III. 89. 96.), und die kaiserlich-französische Re-
gierung unter Napoleon. So auch Schweden (Cod. Leg.
Suecic., tit. de crimin. §. 7.), und ehedem die Vereinigten
Niederlande, seit 1727. Die teutsche Bundesversammlung
hat festgesetzt, dass ein Bürger der Stadt Frankfurt als Ge-
sandter eines Bundesstaates bei ihr nicht zugelassen werden
solle, ausgenommen als Gesandter der freien Stadt Frank-
furt. Klüber's öffentl. Recht des t. Bundes, §. 131. -- Bloss
naturalisirte Unterthanen, werden leichter angenommen.
§. 187.
Fortsetzung.

Etliche katholische Souveraine haben nie
andere als Katholiken zu Gesandten gewählt,

II. Th. II. Tit. Bedingte Rechte; in friedl. Verhältn.
b) Wicquefort T. I. Sect. 11. p. 116. Bynkershoek quaest. cit.
Bielfeld II. 173. §. 19. Jo. Simon num femina legati mu-
nere fungi possit? in dessen Dissertatt. sex (Upsaliae 1626.
8.), Diss. I. II. et III. L’ambassadrice et ses droits (par
F. C. de Moser). à la Haye 1752. 8. à Berlin 1754. 8.
à Francfort 1757. 4. Auch teutsch unter dem Titel: Die
Gesandtin, nach ihren Rechten und Pflichten; in des Verf.
kleinen Schriften, Th. III, S. 133 — 331. Merlin a. a. O.
T. VIII, p. 248. — Die Maréchale de Guebriant war 1646
französische Ambassadrice extraordinaire bei K. Wladislaw IV.
von Polen. v. Moser a. a. O. Cap. I, §. 4. — In meh-
reren Beispielen, die man anführt, hatte die gesendete Dame
négociatrice keinen gesandschaftlichen Charakter, wenigstens
keinen öffentlichen, oder selbst ihre Sendung war ein Ge-
heimniſs, oder es waren einem Frauenzimmer Geschäfte
von anderer als diplomatischer Art übertragen. F. C. v. Mo-
ser
’s kleine Schriften, III. 311 ff. — Der berühmte Che-
valier d’Éon de Beaumont (gest. 21. Mai 1810, bei London,
79 J. alt), französischer émissaire secret zu Petersburg, dann
seit 1763 französischer LegationsSecretär und nachher Mi-
nistre plénipotentiaire zu London, ward unrichtig für ein
Frauenzimmer gehalten, wie sich nach seinem Tod gezeigt
hat. v. Archenholz Minerva, 1810, Jun., S. 567.
c) So die Könige von Frankreich (de Callières a. a. O. ch. 6.
p. 72. Bynkershoek de foro legatorum, c. 11. Moser’s
Versuch, III. 89. 96.), und die kaiserlich-französische Re-
gierung unter Napoleon. So auch Schweden (Cod. Leg.
Suecic., tit. de crimin. §. 7.), und ehedem die Vereinigten
Niederlande, seit 1727. Die teutsche Bundesversammlung
hat festgesetzt, daſs ein Bürger der Stadt Frankfurt als Ge-
sandter eines Bundesstaates bei ihr nicht zugelassen werden
solle, ausgenommen als Gesandter der freien Stadt Frank-
furt. Klüber’s öffentl. Recht des t. Bundes, §. 131. — Bloſs
naturalisirte Unterthanen, werden leichter angenommen.
§. 187.
Fortsetzung.

Etliche katholische Souveraine haben nie
andere als Katholiken zu Gesandten gewählt,

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[302/0308] II. Th. II. Tit. Bedingte Rechte; in friedl. Verhältn. b⁾ Wicquefort T. I. Sect. 11. p. 116. Bynkershoek quaest. cit. Bielfeld II. 173. §. 19. Jo. Simon num femina legati mu- nere fungi possit? in dessen Dissertatt. sex (Upsaliae 1626. 8.), Diss. I. II. et III. L’ambassadrice et ses droits (par F. C. de Moser). à la Haye 1752. 8. à Berlin 1754. 8. à Francfort 1757. 4. Auch teutsch unter dem Titel: Die Gesandtin, nach ihren Rechten und Pflichten; in des Verf. kleinen Schriften, Th. III, S. 133 — 331. Merlin a. a. O. T. VIII, p. 248. — Die Maréchale de Guebriant war 1646 französische Ambassadrice extraordinaire bei K. Wladislaw IV. von Polen. v. Moser a. a. O. Cap. I, §. 4. — In meh- reren Beispielen, die man anführt, hatte die gesendete Dame négociatrice keinen gesandschaftlichen Charakter, wenigstens keinen öffentlichen, oder selbst ihre Sendung war ein Ge- heimniſs, oder es waren einem Frauenzimmer Geschäfte von anderer als diplomatischer Art übertragen. F. C. v. Mo- ser’s kleine Schriften, III. 311 ff. — Der berühmte Che- valier d’Éon de Beaumont (gest. 21. Mai 1810, bei London, 79 J. alt), französischer émissaire secret zu Petersburg, dann seit 1763 französischer LegationsSecretär und nachher Mi- nistre plénipotentiaire zu London, ward unrichtig für ein Frauenzimmer gehalten, wie sich nach seinem Tod gezeigt hat. v. Archenholz Minerva, 1810, Jun., S. 567. c⁾ So die Könige von Frankreich (de Callières a. a. O. ch. 6. p. 72. Bynkershoek de foro legatorum, c. 11. Moser’s Versuch, III. 89. 96.), und die kaiserlich-französische Re- gierung unter Napoleon. So auch Schweden (Cod. Leg. Suecic., tit. de crimin. §. 7.), und ehedem die Vereinigten Niederlande, seit 1727. Die teutsche Bundesversammlung hat festgesetzt, daſs ein Bürger der Stadt Frankfurt als Ge- sandter eines Bundesstaates bei ihr nicht zugelassen werden solle, ausgenommen als Gesandter der freien Stadt Frank- furt. Klüber’s öffentl. Recht des t. Bundes, §. 131. — Bloſs naturalisirte Unterthanen, werden leichter angenommen. §. 187. Fortsetzung. Etliche katholische Souveraine haben nie andere als Katholiken zu Gesandten gewählt,

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Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821, S. 302. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821/308>, abgerufen am 25.03.2019.