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Kosegarten, Ludwig Gotthard: Poesieen. Bd. 2. Leipzig, 1798.

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Der Maalstein.


Wen haben sie hier in den Staub gebettet?
Wen in die enge öde Nacht verscharrt,
Aus der kein Hahngeschrei, kein weckend Frühroth
rettet,
Auf die kein Sonnenaufgang harrt?
In jene Nacht, in die kein Laut des Lebens,
Kein leiser Hoffnunglispel niederwallt;
Für die der Freude Sturm, der Angst Geheul vergebens
Empor zum blauen Bogen hallt?
In jene Nacht, in die der Witwe Stöhnen,
Der Waisen Klage nicht hinunterdringt;
In jene Ferne, draus kein Flehen und kein Sehnen
Den theuren Flüchtling wiederbringt!

Der Maalstein.


Wen haben sie hier in den Staub gebettet?
Wen in die enge öde Nacht verscharrt,
Aus der kein Hahngeschrei, kein weckend Frühroth
rettet,
Auf die kein Sonnenaufgang harrt?
In jene Nacht, in die kein Laut des Lebens,
Kein leiser Hoffnunglispel niederwallt;
Für die der Freude Sturm, der Angst Geheul vergebens
Empor zum blauen Bogen hallt?
In jene Nacht, in die der Witwe Stöhnen,
Der Waisen Klage nicht hinunterdringt;
In jene Ferne, draus kein Flehen und kein Sehnen
Den theuren Flüchtling wiederbringt!

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[150/0166] Der Maalstein. Wen haben sie hier in den Staub gebettet? Wen in die enge öde Nacht verscharrt, Aus der kein Hahngeschrei, kein weckend Frühroth rettet, Auf die kein Sonnenaufgang harrt? In jene Nacht, in die kein Laut des Lebens, Kein leiser Hoffnunglispel niederwallt; Für die der Freude Sturm, der Angst Geheul vergebens Empor zum blauen Bogen hallt? In jene Nacht, in die der Witwe Stöhnen, Der Waisen Klage nicht hinunterdringt; In jene Ferne, draus kein Flehen und kein Sehnen Den theuren Flüchtling wiederbringt!

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Zitationshilfe: Kosegarten, Ludwig Gotthard: Poesieen. Bd. 2. Leipzig, 1798. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kosegarten_poesieen02_1798/166>, S. 150, abgerufen am 24.01.2018.